Zoolander
Wahrscheinlich war ich der letzte Mensch, der Ben Stillers Kultkomödie von 2001 noch nicht gesehen hatte. Der sympathische Regisseur, Co-Autor, Produzent und Hauptdarsteller hat es geschafft, ein so spielfreudiges wie ausgelassenes Ensemble um sich zu scharen, welches so manchen "Hey, it's that guy!"-Moment beschert. Am meisten habe ich mich selbstredend über Will Ferrell in seiner wohl affigsten Rolle (und das will was heißen!) gefreut, aber auch Bens Vater Jerry Stiller als Zoolanders Agent oder David Duchovny waren exzellente Casting-Entscheidungen. Der ein oder andere Witz mag heute lahm bis peinlich wirken, aber in einem Punkt gereicht die Gestrigkeit der Model-Farce zum Vorteil: Die Spielzeit von gerade mal anderthalb Stunden erinnert uns daran, dass Kürze durchaus Kurzweiligkeit zur Folge haben kann (vgl. zuletzt "Die nackte Kanone").
Wahrscheinlich war ich der letzte Mensch, der Ben Stillers Kultkomödie von 2001 noch nicht gesehen hatte. Der sympathische Regisseur, Co-Autor, Produzent und Hauptdarsteller hat es geschafft, ein so spielfreudiges wie ausgelassenes Ensemble um sich zu scharen, welches so manchen "Hey, it's that guy!"-Moment beschert. Am meisten habe ich mich selbstredend über Will Ferrell in seiner wohl affigsten Rolle (und das will was heißen!) gefreut, aber auch Bens Vater Jerry Stiller als Zoolanders Agent oder David Duchovny waren exzellente Casting-Entscheidungen. Der ein oder andere Witz mag heute lahm bis peinlich wirken, aber in einem Punkt gereicht die Gestrigkeit der Model-Farce zum Vorteil: Die Spielzeit von gerade mal anderthalb Stunden erinnert uns daran, dass Kürze durchaus Kurzweiligkeit zur Folge haben kann (vgl. zuletzt "Die nackte Kanone").
Footloose
Dass es von diesem 1984er Hit vor fünfzehn Jahren ein Remake gab, ist völlig an mir vorbeigegangen. Vermutlich nicht nur an mir, weil: Wer hatte darauf gewartet? "Footloose" ist paradoxerweise sowohl zeitlos als auch in seiner Zeit verhaftet. Das klischeesatte Kleinstadtdrama – man denkt sofort an den fiktiven Feiertagsstreifen in Max Goldts Text "Nein zum Masermontag" – ist die Quintessenz der Rebellische-Jugendliche-gegen-spießige-Erwachsene-Trope, mit einem herausragenden John Lithgow als Verkörperung des christlichen Konservatismus und einem bengelhaften Kevin Bacon als Herzensbrecher und Tanzverbot-Bezwinger. Zudem gibt Sarah Jessica Parker hier ihren Einstand in einer größeren Hollywood-Produktion. Die Musikeinlagen laden zum Mitwippen ein, die Kamera ergötzt sich an der faszinierenden Trostlosigkeit Utahs, und die Stunts (ja, die gibt es) lassen einem das Maul offenstehen.
Dass es von diesem 1984er Hit vor fünfzehn Jahren ein Remake gab, ist völlig an mir vorbeigegangen. Vermutlich nicht nur an mir, weil: Wer hatte darauf gewartet? "Footloose" ist paradoxerweise sowohl zeitlos als auch in seiner Zeit verhaftet. Das klischeesatte Kleinstadtdrama – man denkt sofort an den fiktiven Feiertagsstreifen in Max Goldts Text "Nein zum Masermontag" – ist die Quintessenz der Rebellische-Jugendliche-gegen-spießige-Erwachsene-Trope, mit einem herausragenden John Lithgow als Verkörperung des christlichen Konservatismus und einem bengelhaften Kevin Bacon als Herzensbrecher und Tanzverbot-Bezwinger. Zudem gibt Sarah Jessica Parker hier ihren Einstand in einer größeren Hollywood-Produktion. Die Musikeinlagen laden zum Mitwippen ein, die Kamera ergötzt sich an der faszinierenden Trostlosigkeit Utahs, und die Stunts (ja, die gibt es) lassen einem das Maul offenstehen.
I'm Chevy Chase and You're Not
Ich habe keinen seiner Griswold-Filme bewusst und in voller Länge gesehen (etwas, das ich in naher Zukunft nachzuholen plane), ich fand ihn als "Weekend Update"-Anchor in der ersten SNL-Season bestenfalls zweckmäßig und in "Community" austauschbar, und generell hat mich nichts von dem, was ich von ihm gesehen habe, übermäßig zum Feixen gebracht; zudem kenne ich die (glaubwürdigen) Erzählungen zahlreicher Kolleginnen und Kollegen, die das Bild eines, mit Verlaub, Arschlochs zeichnen. Kurzum: Chevy Chase ist mir relativ egal. Warum ich mir dieses Porträt dennoch angesehen habe? Weil der verwelkte Beau nun mal eine gewichtige Rolle in der US-amerikanischen Comedy-Geschichte spielte und ich mir faszinierende Einblicke in ebenjene erhoffte. Diese Erwartung wurde erfüllt. Und was soll ich sagen? Für ein paar Sekunden konnte ich sogar ansatzweise Zuneigung und Mitgefühl für den bald 83-Jährigen aufbringen.
Ich habe keinen seiner Griswold-Filme bewusst und in voller Länge gesehen (etwas, das ich in naher Zukunft nachzuholen plane), ich fand ihn als "Weekend Update"-Anchor in der ersten SNL-Season bestenfalls zweckmäßig und in "Community" austauschbar, und generell hat mich nichts von dem, was ich von ihm gesehen habe, übermäßig zum Feixen gebracht; zudem kenne ich die (glaubwürdigen) Erzählungen zahlreicher Kolleginnen und Kollegen, die das Bild eines, mit Verlaub, Arschlochs zeichnen. Kurzum: Chevy Chase ist mir relativ egal. Warum ich mir dieses Porträt dennoch angesehen habe? Weil der verwelkte Beau nun mal eine gewichtige Rolle in der US-amerikanischen Comedy-Geschichte spielte und ich mir faszinierende Einblicke in ebenjene erhoffte. Diese Erwartung wurde erfüllt. Und was soll ich sagen? Für ein paar Sekunden konnte ich sogar ansatzweise Zuneigung und Mitgefühl für den bald 83-Jährigen aufbringen.
Backrooms
Kane Parsons, der kommende Mann im Horror-Game? Das wird sich zeigen. Die abendfüllende Leinwandvariante seiner gleichnamigen Youtube-Reihe ist dem 20-jährigen Videozauberer jedenfalls gelungen. Klar: Die ersten circa zehn Minuten sind das, was man kennt, eine First-Person-Hatz durch die titelgebenden liminalen Räume, die pflichtgemäß gruselig die Prämisse etabliert. Wer nun aber gehofft hat, der Backrooms-Film würde aus nichts Anderem bestehen, wird womöglich enttäuscht. Ich hingegen bin froh, dass er eben nicht das ist, und zwar nicht bloß, weil mir nach spätestens 30 Minuten hektischem Handkameragewackel schlecht geworden wäre. Wie es im Overthinking-It-Podcast treffend hieß: "Backrooms" ist kein Film über die Backrooms, sondern ein Film über Menschen in den Backrooms.
Ich habe mir im Anschluss an diesen (im Kinosaal erlebten) Psychotrip viele Fragen gestellt und wenige Antworten gefunden. Wenn ein Horrormovie das schafft, bin ich zufrieden. Und hege frische Hoffnung für die Zukunft des Genres.
Kane Parsons, der kommende Mann im Horror-Game? Das wird sich zeigen. Die abendfüllende Leinwandvariante seiner gleichnamigen Youtube-Reihe ist dem 20-jährigen Videozauberer jedenfalls gelungen. Klar: Die ersten circa zehn Minuten sind das, was man kennt, eine First-Person-Hatz durch die titelgebenden liminalen Räume, die pflichtgemäß gruselig die Prämisse etabliert. Wer nun aber gehofft hat, der Backrooms-Film würde aus nichts Anderem bestehen, wird womöglich enttäuscht. Ich hingegen bin froh, dass er eben nicht das ist, und zwar nicht bloß, weil mir nach spätestens 30 Minuten hektischem Handkameragewackel schlecht geworden wäre. Wie es im Overthinking-It-Podcast treffend hieß: "Backrooms" ist kein Film über die Backrooms, sondern ein Film über Menschen in den Backrooms.
Ich habe mir im Anschluss an diesen (im Kinosaal erlebten) Psychotrip viele Fragen gestellt und wenige Antworten gefunden. Wenn ein Horrormovie das schafft, bin ich zufrieden. Und hege frische Hoffnung für die Zukunft des Genres.
Hängt ihn höher (OT: Hang 'Em High)
Clint Eastwood ist in diesem Werk des mir unbekannten (v.a. TV-)Regisseurs Ted Post gerade mal 37 Jahre alt, hat aber bereits seine final form erreicht. DAS ist der raubeinige, ledrige, mit allen Feuerwassern gewaschene Western-Clint, den wir kennen und lieben, und "Hängt ihn hörer" ist so, wie ein Vertreter dieses Genres zu sein hat, auch wenn er mit 114 Minuten ein wenig zu lang ausfällt. Es geht um Rache, aber nicht um blinde, grundlos blutrünstige. Selbstjustiz wird geächtet, Justiz streng dem Buchstaben nach aber auch. Einiges ist straight-forward, anderes bleibt im Vagen, wird sogar ein wenig unklar eingeführt ('Wer ist diese Bande alter Knacker, die einem unschuldigen Viehhirten an den Kragen will?', fragt man sich in der ersten Viertelstunde). Saloons, Sand, Galgen, Kokotten, was will man mehr? Ein taugliches Nachmittagsvergnügen für den Masermontag. In weiteren Rollen: Dennis Hopper und Ed Begley (der Vater von Ed Begley junior).
Clint Eastwood ist in diesem Werk des mir unbekannten (v.a. TV-)Regisseurs Ted Post gerade mal 37 Jahre alt, hat aber bereits seine final form erreicht. DAS ist der raubeinige, ledrige, mit allen Feuerwassern gewaschene Western-Clint, den wir kennen und lieben, und "Hängt ihn hörer" ist so, wie ein Vertreter dieses Genres zu sein hat, auch wenn er mit 114 Minuten ein wenig zu lang ausfällt. Es geht um Rache, aber nicht um blinde, grundlos blutrünstige. Selbstjustiz wird geächtet, Justiz streng dem Buchstaben nach aber auch. Einiges ist straight-forward, anderes bleibt im Vagen, wird sogar ein wenig unklar eingeführt ('Wer ist diese Bande alter Knacker, die einem unschuldigen Viehhirten an den Kragen will?', fragt man sich in der ersten Viertelstunde). Saloons, Sand, Galgen, Kokotten, was will man mehr? Ein taugliches Nachmittagsvergnügen für den Masermontag. In weiteren Rollen: Dennis Hopper und Ed Begley (der Vater von Ed Begley junior).
Die Odyssee
... habe ich tatsächlich wie vom Meister intendiert auf einer der wenigen IMAX-Leinwände in Deutschland gesehen, im Rahmen einer Pressevorführung. Diese lief so stark reglementiert ab, wie ich es bisher nur vom Hörensagen kannte: Man unterzeichnete eine Erklärung bzgl. eines Rezensions-Embargos, wurde gescannt und abgetastet und musste sämtliche Gegenstände vom Portemonnaie bis zum Schlüsselbund (Handy sowieso) draußenlassen. Immerhin durfte man während des Screenings den Saal verlassen und wiederkehren; das war in meinem Fall nötig: Ein Toilettengang während einer (mutmaßlich unwichtigen) Stelle in diesem Dreistunden-Monstrum ließ sich nicht vermeiden.
Zu dem Epos selbst wurde schon so viel geschrieben und gemeint, dass ich nichts mehr hinzuzufügen habe, außer vielleicht, dass ich von der Ausstattung, den Bauten und den schauspielerischen Leistungen ein wenig unter-, von Benjamin Wallfischs Dröhn-Score dagegen auf unschöne Weise überwältigt war. Die nicht-lineare Erzählweise hätt's nicht gebraucht, aber Nolan ist halt Nolan. Womit es an der Zeit für mein persönliches Ranking aller bisher erschienenen Kinofilme des Regisseurs ist:
1. Interstellar
2. The Dark Knight
3. The Dark Knight Rises
4. Inception
5. Batman Begins
6. Dunkirk
7. The Prestige
8. Tenet
9. Insomnia
10. Die Odyssee
11. Oppenheimer
12. Memento
... aber alle auf hohem Niveau, wobei "The Prestige" und "Tenet" nach einem anzusetzenden Rewatch ggf. nachträglich höher einzustufen sind ("The Following" habe ich nicht gesehen im engeren Sinne, er lief mal in irgendeiner Kiffer-WG als Hintergrundunterhaltung auf einer Party).
... habe ich tatsächlich wie vom Meister intendiert auf einer der wenigen IMAX-Leinwände in Deutschland gesehen, im Rahmen einer Pressevorführung. Diese lief so stark reglementiert ab, wie ich es bisher nur vom Hörensagen kannte: Man unterzeichnete eine Erklärung bzgl. eines Rezensions-Embargos, wurde gescannt und abgetastet und musste sämtliche Gegenstände vom Portemonnaie bis zum Schlüsselbund (Handy sowieso) draußenlassen. Immerhin durfte man während des Screenings den Saal verlassen und wiederkehren; das war in meinem Fall nötig: Ein Toilettengang während einer (mutmaßlich unwichtigen) Stelle in diesem Dreistunden-Monstrum ließ sich nicht vermeiden.
Zu dem Epos selbst wurde schon so viel geschrieben und gemeint, dass ich nichts mehr hinzuzufügen habe, außer vielleicht, dass ich von der Ausstattung, den Bauten und den schauspielerischen Leistungen ein wenig unter-, von Benjamin Wallfischs Dröhn-Score dagegen auf unschöne Weise überwältigt war. Die nicht-lineare Erzählweise hätt's nicht gebraucht, aber Nolan ist halt Nolan. Womit es an der Zeit für mein persönliches Ranking aller bisher erschienenen Kinofilme des Regisseurs ist:
1. Interstellar
2. The Dark Knight
3. The Dark Knight Rises
4. Inception
5. Batman Begins
6. Dunkirk
7. The Prestige
8. Tenet
9. Insomnia
10. Die Odyssee
11. Oppenheimer
12. Memento
... aber alle auf hohem Niveau, wobei "The Prestige" und "Tenet" nach einem anzusetzenden Rewatch ggf. nachträglich höher einzustufen sind ("The Following" habe ich nicht gesehen im engeren Sinne, er lief mal in irgendeiner Kiffer-WG als Hintergrundunterhaltung auf einer Party).
The Mandalorian and Grogu
Die einzige Sache, die ich an diesem "Film zur Serie zur Filmreihe" zu bemäkeln habe, ist die sog. dynamic oder shifting aspect ratio, d.h. der Wechsel zwischen 2,39:1- und 1,78:1-Bildverhältnis je nach Szenerie und Action. Sorry, das ständige Hineinschieben und Verschwinden schwarzer Seitenstreifen bringt mich "raus", kratzt mir an der Immersion.
Die sonstigen vielfach angeführten vermeintlichen Schwächen? Sind mir egal! "The Mandalorian and Grogu" mag nur eine aufgeblähte, geradlinige Serienepisode sein, ich habe exakt das erwartet und freue mich über das Ergebnis: ein Stand-alone-Kapitel, bei dem man einfach mal zwei Stunden abschalten kann. Jon Favreau ist kein Wagnis eingegangen, verlässt sich voll und ganz auf die Coolness von Din Djarin und die Putzigkeit von Baby Yoda. Die Schauplätze sehen geschniegelt aus, die Kämpfe und Raumschlachten hauen (wenn auch kindgerecht) rein, der Soundtrack untermalt das opportune Pacing. Halt, einen Kritikpunkt habe ich dann doch noch. Martial Arts praktizierende Hutten? Bitte nicht!
Die einzige Sache, die ich an diesem "Film zur Serie zur Filmreihe" zu bemäkeln habe, ist die sog. dynamic oder shifting aspect ratio, d.h. der Wechsel zwischen 2,39:1- und 1,78:1-Bildverhältnis je nach Szenerie und Action. Sorry, das ständige Hineinschieben und Verschwinden schwarzer Seitenstreifen bringt mich "raus", kratzt mir an der Immersion.
Die sonstigen vielfach angeführten vermeintlichen Schwächen? Sind mir egal! "The Mandalorian and Grogu" mag nur eine aufgeblähte, geradlinige Serienepisode sein, ich habe exakt das erwartet und freue mich über das Ergebnis: ein Stand-alone-Kapitel, bei dem man einfach mal zwei Stunden abschalten kann. Jon Favreau ist kein Wagnis eingegangen, verlässt sich voll und ganz auf die Coolness von Din Djarin und die Putzigkeit von Baby Yoda. Die Schauplätze sehen geschniegelt aus, die Kämpfe und Raumschlachten hauen (wenn auch kindgerecht) rein, der Soundtrack untermalt das opportune Pacing. Halt, einen Kritikpunkt habe ich dann doch noch. Martial Arts praktizierende Hutten? Bitte nicht!
Zeit der Zärtlichkeit (OT: Terms of Endearment)
Fünf Oscar-Gewinne, sechs Oscar-Nominierungen, dazu Golden Globes und manches mehr: James L. Brooks' Melodram von 1983 gehört zu Recht zum Kanon amerikanischer Kinoklassiker. Wen die durch und durch menschliche Familienchronik nicht berührt, wer mit dem feinsinnigen Spagat zwischen Traurigkeit und Komik nichts anfangen kann, der mag wenigstens den hinreißenen Cast zu schätzen wissen: Shirley McLaine, Danny DeVito, Jack Nicholson, Debra Winger, Jeff Daniels und (schon wieder) John Lithgow – wowzers!
Fünf Oscar-Gewinne, sechs Oscar-Nominierungen, dazu Golden Globes und manches mehr: James L. Brooks' Melodram von 1983 gehört zu Recht zum Kanon amerikanischer Kinoklassiker. Wen die durch und durch menschliche Familienchronik nicht berührt, wer mit dem feinsinnigen Spagat zwischen Traurigkeit und Komik nichts anfangen kann, der mag wenigstens den hinreißenen Cast zu schätzen wissen: Shirley McLaine, Danny DeVito, Jack Nicholson, Debra Winger, Jeff Daniels und (schon wieder) John Lithgow – wowzers!
A Funny Thing Happened on the Way to the Forum
"Funny" an dieser (oscarprämierten!) Musical-Farce von 1966 ist vor allem, dass ich sie für britisch gehalten hätte, wäre nicht bekannt, dass sie eine US-amerikanische Produktion ist. Allzu unangenehm erinnert sie mit ihren flachen Altherrenwitzchen und der verklemmten Frivolität an die "Carry On"-Reihe. Auf positive Weise mit dieser gemein hat sie allerdings den liebevoll choreographierten Slapstick, der, in einer unvergesslichen Verfolgungsjagd im Finale auf 11 gedreht, dann doch Laune macht. Die – leider quantitativ zurücktretenden – Musiknummern (Bühnenvorlage: Stephen Sondheim) sind ganz eingängig, und gefreut habe ich mich über Jon Pertwee ("Doctor Who") in einer Minirolle.
"Funny" an dieser (oscarprämierten!) Musical-Farce von 1966 ist vor allem, dass ich sie für britisch gehalten hätte, wäre nicht bekannt, dass sie eine US-amerikanische Produktion ist. Allzu unangenehm erinnert sie mit ihren flachen Altherrenwitzchen und der verklemmten Frivolität an die "Carry On"-Reihe. Auf positive Weise mit dieser gemein hat sie allerdings den liebevoll choreographierten Slapstick, der, in einer unvergesslichen Verfolgungsjagd im Finale auf 11 gedreht, dann doch Laune macht. Die – leider quantitativ zurücktretenden – Musiknummern (Bühnenvorlage: Stephen Sondheim) sind ganz eingängig, und gefreut habe ich mich über Jon Pertwee ("Doctor Who") in einer Minirolle.
Balls Up
Hans Mentz hat in einer der letzten Titanics viel gesagt, dem ich zustimme. Wiederguckwert hat "Balls Up" kaum, und hätte ich raten müssen, ich wäre nicht darauf gekommen, dass es sich um eine Peter-Farelly-Komödie handelt (to be fair: Er hat nur Regie geführt, das Script besorgten Paul Wernick und Rhett Reese, immerhin die Köpfe hinter "Deadpool"). Die Hauptfiguren, verkörpert von Mark Wahlberg in allzu vertrautem No-nonsense-Habitus und dem mir noch nie irgend aufgefallenen Paul Walter Hauser, sorgen zwar für ein paar gefällige Buddy-Movie-Momente, sind aber im Wesentlichen Sitcom-Charaktere, die Sitcom-Sätze aufsagen; die große Molly Shannon ist verschenkt, und selbst Lachgarant Sacha Baron Cohen verkommt zu einem "Sacha Baron Cohen, der in Kulissen steht" (Mentz). Dass der Abenteurtrip Schweinigeleien enthält (darunter eine Ekelszene, bei der ich mir die Augen zuhalten musste), die der Amazon-Produktion zunächst eine rare 18er-Freigabe bescherten (inzwischen erfolgte eine Herabstufung auf "Ab 16"), machen "Balls Up" zumindest, nun ja, unvergesslich. Aber "der lustigste Film des Jahres" (SZ)? Nee.
Hans Mentz hat in einer der letzten Titanics viel gesagt, dem ich zustimme. Wiederguckwert hat "Balls Up" kaum, und hätte ich raten müssen, ich wäre nicht darauf gekommen, dass es sich um eine Peter-Farelly-Komödie handelt (to be fair: Er hat nur Regie geführt, das Script besorgten Paul Wernick und Rhett Reese, immerhin die Köpfe hinter "Deadpool"). Die Hauptfiguren, verkörpert von Mark Wahlberg in allzu vertrautem No-nonsense-Habitus und dem mir noch nie irgend aufgefallenen Paul Walter Hauser, sorgen zwar für ein paar gefällige Buddy-Movie-Momente, sind aber im Wesentlichen Sitcom-Charaktere, die Sitcom-Sätze aufsagen; die große Molly Shannon ist verschenkt, und selbst Lachgarant Sacha Baron Cohen verkommt zu einem "Sacha Baron Cohen, der in Kulissen steht" (Mentz). Dass der Abenteurtrip Schweinigeleien enthält (darunter eine Ekelszene, bei der ich mir die Augen zuhalten musste), die der Amazon-Produktion zunächst eine rare 18er-Freigabe bescherten (inzwischen erfolgte eine Herabstufung auf "Ab 16"), machen "Balls Up" zumindest, nun ja, unvergesslich. Aber "der lustigste Film des Jahres" (SZ)? Nee.
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