- Ausgrabungen in Mainz: Minengänge und römische Sarkophage entdeckt (SWR, 24. Juli) Die Minengänge aus dem 18. Jahrhundert gehören zu einer Festungsanlage und dienten der Verteidigung. "Wenn Feinde vor der Festungsmauer lagerten oder angriffen, wurden die Minengänge gesprengt und die Gegner damit abgewehrt." Darüber hinaus fanden sich vier spätrömische Sarkophage, leider leer und teilweise zerstört, vermutlich geplündert.
- Pharaonentöchter waren im alten Ägypten muskulöse Prinzessinnen (BR24, 25. Juli) Eine Untersuchung an in der Pyramidenanlage von Dahschur gefundenen weiblichen Mumien aus dem Späten Mittleren Reich zeigt: Die (namentlich bekannten) Pharaonentöchter waren "allesamt durchtrainiert, muskulös, versiert im Umgang mit Waffen sowie hart im Nehmen". Die den Prinzessinnen beigegebenen "kunstvoll gefertigte[n] Schwerter, Bögen und Dolche" dürften demnach mehr als "Statussymbol[e], schmückendes Beiwerk, Ritualgegenst[ände]" gewesen sein.
- 1,4 Millionen Jahre alte Vormenschen-Fußspuren enthüllen Überraschendes (wissenschaft.de, 28. Juli) Das Überraschende: Die acht männlichen Individuen von Paranthropus boisei, eine Spezies, bei der man bisher von einer Größe von 130 bis 162 cm und einem mittleren Körpergewicht von 30 bis 55 kg ausgegangen war, wiesen eine Größe von bis zu 1,80 m und ein Gewicht von ca. 75 kg auf. "Damit waren die Spurenmacher aus Koobi Fora überraschend groß für einen Vormenschen – und mindestens so groß wie der Frühmensch Homo erectus", mit dem die Homininen in Kenia koexistierten.
- "Fund des Jahres": Forscher finden 40.000 Jahre alte Vogelfiguren in Höhle (SWR, 29. Juli) "Unklar ist: Sind es Schneehühner, Bussarde oder vielleicht doch Auerhühner? Dass die Kunstwerke so filigran sind, macht sie zu einem besonderen Fund. Mit zwei Zentimetern Länge, einem Zentimeter Breite und einem halben Zentimeter Höhe ist der Vogel mit den ausgebreiteten Flügeln das kleinste aller bisher bekannten Eiszeitkunstwerke der Welterberegion." Die Figuren aus der Höhle Hohle Fels sind bis 4.4.2027 im Museum für Urgeschichte und Eiszeitkunst in Blaubeuren zu sehen.
- Spuren untergegangener Zivilisation in Amazonien entdeckt ("Spiegel online", 30. Juli) Gräben, Hügel, Reste von Dämmen, dazu riesige Geoglyphen: Mit dem Lidar-Verfahren hat ein Forschungsteam im heutigen Brasilien Bauten sichtbar gemacht, die zwischen 600 v. und 850 n. Chr. angelegt wurden und einer Zivilisation zugerechnet werden, die es "Aquiri-Kultur" getauft hat. "Zur Blütezeit dieser Zivilisation, zwischen den Jahren 100 und 300 nach Christus, dürften bis zu drei Millionen Menschen in der Region gelebt haben", die u.a. "Brandrodung betrieben, um Mais, Maniok und Kürbisse anzubauen. Außerdem kultivierten sie Bäume mit essbaren Früchten, etwa Paranussbäume und Pfirsichpalmen".
- Genanalysen zeigen, dass Pocken aus Europa nach Amerika kamen (Die Zeit, 2. August) "Die durch das Variola-Virus verursachten Pocken spielten eine wesentliche Rolle beim Bevölkerungsrückgang, den die indigenen Völker in Nord-, Mittel- und Südamerika nach der Ankunft der Europäer erlebten." Nun konnte zum ersten Mal ein molekularer Nachweis für das Einschleppen der Krankheit aus Europa erbracht werden. "Das Forschungsteam aus Irland, Chile und Japan hatte nach eigenen Angaben die ersten Pockengenome aus der Kolonialzeit, die in Amerika gewonnen worden waren, analysiert. Es habe dafür zwei mumifizierte Leichen indigener Menschen untersucht, die zwischen dem späten 15. und frühen 17. Jahrhundert im Norden Chiles bestattet worden waren".
- Neue Hinweise auf Zentralgrab eines 6.000 Jahre alten Großgrabhügels am Kapellenberg bei Hofheim (herder.de, 5. August) "Die neuen Entdeckungen stützen die Annahme, dass der Kapellenberg in engem kulturellen Zusammenhang mit Regionen westlich des Rheins stand. Besonders auffällig sind die Ähnlichkeiten zu frühen monumentalen Grabanlagen im heutigen Nordfrankreich." Der Kapellenberg am Taunus mit seiner heravorragend erhaltenen Wallanlage aus der Zeit von 4100 bis 3600 v. Chr. gilt als einer der "bedeutendsten jungsteinzeitlichen Fundplätz[e] im Rhein-Main-Gebiet".
- Archäologen finden rätselhafte Grabgruben bei Dachritz (mdr.de, 17. August) Bei Bauarbeiten im Saalekreis wurde eine 4000 Jahre alte Gräbergruppe aus der Glockenbecherkultur mit Überresten von sieben Menschen entdeckt. Die Toten waren offenbar Opfer eines Unfalls geworden, als Beigaben lagen in den drei Gräbern Tassen, Becher und Schalen.
- Frühmenschen: Südwestchina war ein „Zentrum“ der Denisovaner (scinexx.de, 9. September) "Vier Zähne, zwei Schädelfragmente und ein Teil einer Speiche", gefunden in der Bianfu-Höhle, "belegen Denisovaner dort vor etwa 167.000 bis 134.000 Jahren. Eine der längsten Kulturfolgen, die sich dieser Menschengruppe plausibel zuordnen lässt, reicht von rund 190.000 bis 70.000 Jahren zurück und zeigt Jagd auf größere Tiere, einfache Steintechnik sowie eine intensive Nutzung von Knochen."
- 18,5 Kilogramm schwer: Mann findet Wikingerschatz im Garten (merkur.de, 11. September) Ein Mann im dänischen Rebild wollte eine Terrasse anlegen und stieß dabei "auf den größten Wikinger-Silberschatz, der jemals in Dänemark gefunden wurde". Die 700 einzelnen Stücke, darunter "Silberbarren, Armreif[e, ...] Münzen", stammen aus dem 10. Jahrhundert und steckten zu einem großen Teil noch in einem Tongefäß.
- Schon Steinzeit-Sammler konsumierten Drogen (wissenschaft.de, 11. September) ... und zwar Betelnüsse. Diese haben an den Zähnen der 25.000 Jahre alten Skelette zweier Jäger und Sammler auf Sulawesi "tiefe, abgerundete Abnutzungsspuren" hinterlassen, zudem ließ sich im Zahngewebe Arecolin nachweisen, der psychoaktive und schmerzlindernde Inhaltsstoff der Droge.
Montag, 14. September 2026
Neues Altes (Juli-September '26)
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