Vor zwei Jahren hielt ich meine Gedanken zu Preissteigerungen und affordability (wobei dieser US-amerikanische Kampfbegriff damals noch keine Rolle spielte) in einem kleinen Beitrag fest, auf den zurückzukommen sich vor dem Hintergrund der Eskalation im Nahen Osten doppelt lohnt. [Für Lesende aus der Zukunft: Vor ein paar Tagen griffen die USA und Israel den Iran an, der darauf mit Beschüssen mehrerer Golfstaaten reagierte. Erste Folgen werden in Europa zurzeit u.a. in Gestalt steigender Benzinpreise spürbar.] Vergleichen wir die im März 2024 von mir notierten Standard- und Sonderpreise ausgewählter Lebensmittel:
- "Barilla-Nudelpackungen kosten inzwischen mehr als 2 Euro die Packung, und gestern sah ich ein Glas Barilla-Fertigsoße für über 4 Euro! Hin und wieder, sogar recht regelmäßig, gibt es die Pasta für 99 Cent, da schlage ich dann zu." → Hierzu darf ich vermelden, dass Barilla-Nudeln jetzt sogar oft für 88 Cent zu haben sind. Erst am Montag habe ich eine Packung "Maccheroni No. 44" zu diesem Preis bei Rewe gekauft. Pastasoßen jener Firma sind diese Woche ebendort für 1,89 € je Glas erhältlich.
- "Bonne Maman [...] Der Standardpreis liegt seit dem Inflationshoch bei 3,49 €, der uns alle paar Wochen vergönnte Aktionspreis bei 2,49 €. Das ist eben so noch okay. Den nächsten Anstieg werde ich allerdings nicht verschmerzen können." → So ist es fast gekommen! Einige Märkte bewarben neulich 2,69 Euro als Knallerpreis für die französischen Konfitüren, einzig Aldi (glaube ich) setzt, Stand Februar, den reduzierten Preis weiterhin mit 2,49 an.
- "Sowohl die Müslis von Vitalis (Dr. Oetker) als auch die von Kölln schlugen jahrelang mit 1,99 € zu Buche, wenn sie reduziert waren. Da habe ich mich dann stets mit 1-2 Packungen bevorratet, denn ich mag deren Müsli-Palette sehr gern. Zurzeit liegt der 'Spezialpreis' bei 2,49 €, was ich ebenfalls gerade noch vertretbar finde." → Hier hat sich nichts geändert. Diese Woche gibt es bei Rewe Vitalis-Müslis für 2,49 Euro; ich habe gestern direkt zwei Packungen gekauft.
- "Letztes Beispiel: Kaffee. [...] Teilweise über 7 Euro möchten die für das halbe Kilo haben. [...] Gottlob gibt es nahezu jede Woche irgendwo für 3,99 € grundsoliden Filterkaffee von Melitta, Jacobs und Konsorten. Mein Limit wäre, denke ich, bei 4,99 € erreicht. Sollte das Pfund dereinst nicht für unter 5 Euro zu bekommen sein, kann ich halt nie wieder Kaffee trinken." → Tja, das ist bitter wie ungesüßter Bohnensaft: Die Zeiten, wo ein Päckchen Kaffee für unter 5 Euro zu finden war, sind so was von vorbei. Kriegt man 500 Gramm für 6,99 €, kann man sich freuen. Derzeit gibt es bei Penny das halbe Kilo Melitta sogar für 6,49 € (allerdings nur mit der Penny-App), aber darunter geht es nicht mehr. "Nie wieder Kaffee trinken" kam und kommt freilich für mich nicht in Frage. Zähneknirschend greife ich zu, wenn etwas Niedrigeres als eine 7 vor dem Komma steht.
Alles in allem bewegen wir uns auf relativ konstantem Preisniveau, und zwar auf schmerzhaft hohem. Jedoch sind auch gelegentliche Ausreißer nach unten festzustellen. Butter zum Beispiel ist günstig wie lange nicht, in manchen Supermärkten gab und gibt es 250 Gramm für 99 Cent, während die von mir bevorzugte Margarine nie wieder auf unter einen Euro gefallen ist. Andere Milchprodukte (bis auf Käse, der allmählich zum Luxus wird) sind einigermaßen unverändert bepreist, Knabbergebäckpreise sind leicht gestiegen, meist billig sind Brot, Eis, vegetarische Beläge/Aufstriche; Tiefkühlprodukte, Obst und Gemüse sowie Öle sind okay, da muss man halt gucken. Süßigkeiten wie Schokolade und Teegebäck sind meinem Empfinden nach leicht teurer geworden; Hygiene- und Kosmetikprodukte werden wohl nie wieder Vor-Pandemie-Levels erreichen.
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