Samstag, 28. März 2026
Schmalzkartoffeln statt Salzkartoffeln
Donnerstag, 26. März 2026
Die Milch ist based
Speaking of Verpackungsärger: Schon beim Frühstück wurde ich heute in Harnisch gebracht! Auf dem Milchtetrapak lese ich: "Bio Getränk auf fermentierter Haferbasis".
Es geht mir nicht um das (von mir ohnehin nur ungern so bezeichnete) Deppenleerzeichen, sondern um die "fermentierte Haferbasis". Basis kann doch nicht fermentiert werden! Gemeint ist vermutlich "Getränk auf Basis von fermentiertem Hafer". Auf französisch haben sie's richtig gemacht. "Boisson bio à base d'avoine fermentée" steht unter der deutschsprachigen Beschreibung des Lebensmittels.
Die köstliche Wendung "in Harnisch bringen" habe ich übrigens dem Duden-Band 8, "Sinn- und sachverwandte Wörter und Wendungen" (Ausg. von 1972), entnommen. Auf den Reiz von Synonymwörterbüchern wurde ich erst gestern gebracht, als es an mehreren Stellen in Gerhard Henschels "Großstadtroman" darum ging. In meinem Büro habe ich fast sämtliche Duden-Bände stehen, also warum diese nicht regelmäßig nutzen? Im Grammatik-Duden immerhin (Band 4) verliere ich mich mindestens einmal pro Monat. An Grammatikbüchern habe ich sowieso einen Affen gefressen (danke, Synonymwörterbuch!), und die deutsche Grammatik überrascht mich immer wieder mit ihren Details, Feinheiten und wenig bekannten Sonderfällen. Man wünscht sich, Produkttexter würden sich öfter damit beschäftigen.
Mittwoch, 25. März 2026
Neuer Verpackungsärger
Zwei unentschuldbare Missstände werden im "Echo"-Teil der neuen Ausgabe von Stiftung Warentest angeprangert. Der erste schafft Aufmerksam dafür, dass Shrinkflation auch in der Kosmetikbranche zum "guten" Ton gehört. Michael H. aus E. schreibt über die Tiegel, in denen Sebamed Gesichtscreme daherkommt: "Hier ist nicht nur ein doppelter Boden verbaut, nein auch ein wulstiger Rand." Beweisfoto: ein leerer Tiegel im Querschnitt. Dass die Wuchtigkeit des Behälters "dem Schutz und der Stabilität des Produkts" dienen soll, wie der Hersteller mitteilt, ist für die Redaktion nicht nachzuvollziehen.
Zum Schmunzeln brachte mich der Hinweis, dass Iglo eines seiner beliebtesten Fischgerichte umbenannt hat: "Ich hieß mal Bordelaise Knusprig Kross" steht auf der Packung des nun nur noch "Knusprig Kross" heißenden Gerichts. Dieses hat mit 52 Prozent einen deutlich geringeren Anteil von Seelachsfilet als vorher, moniert Leserin Ruth v. L. aus H. Doch Obacht: Es "handelt sich um unterschiedliche Schlemmerfilet-Varianten"; die "alte" mit 71 % Fischanteil existiert nach wie vor, jetzt allerdings unter dem Namen "à la Bordelaise Classic".
Montag, 23. März 2026
We are back!
Samstag, 21. März 2026
Adieu, Silberlinge!
Mir fiel es direkt auf, als ich sie aus dem Briefkasten zog, die Aprilausgabe der GameStar ... Aber bevor ich selbst etwas formuliere, übergebe ich das Wort doch einfach an Markus Schwerdtel, der die betreffende Änderung im Editorial anspricht:
Es gibt keine DVDs mehr. Mit dieser Ausgabe verabschieden wir uns schweren Herzens von den glänzenden Plastikscheiben, die GameStar seit der ersten Ausgabe 1997 begleitet haben. Allerdings haben die Disks im Jahr 2026 keine Daseinsberechtigung mehr. Laufwerke dafür (oder für Blu-ray) sind in modernen PCs eine Seltenheit, und auch im Wohnzimmer hat der DVD-Player unterm Fernseher ausgedient. Kurz: Die Ära der optischen Datenträger ist vorbei und wir winken den DVDs bei ihrem Ritt in den Sonnenuntergang dankbar nach.
Zur Erklärung: Der GameStar, zumindest der sog. XL-Version, die ich abonniert habe, lagen jeden Monat zwei DVDs bei. Darauf befanden sich von der Redaktion produzierte Preview-, Test-, Talk- oder Rückblicks-Videos. Eine der Scheiben, sozusagen die "Haupt"-DVD, konnte als solche auf Playern oder Konsolen mit Laufwerk abgespielt werden, sie hatte ein richtiges Menü. Einen DVD-Player besitze ich selbst nicht, aber meine Xbox One kann DVDs und BluRays lesen. Die zweite DVD enthielt lediglich Videodateien; diese kopierte ich i.d.R. von der Disk auf meine Festplatte, um sie anzusehen. Mein Laptop hat nämlich sehr wohl noch ein BluRay/DVD-Laufwerk, was zugegebenermaßen bereits bei dessen Anschaffung ein seltenes, aber mir wichtiges Feature war. Jeder GameStar waren außerdem stets zwei Vollversionen beigegeben, wobei diese in den letzten Jahren nur noch in den seltensten Fällen auf den Datenträgern lagen: Vielmehr schaltete man die Spiele mit im Heft zu findenden Keys (für Steam, GOG oder andere Plattformen) frei. Auch die GameStar 04/26 enthält wieder Vollversionen (diesmal sogar drei) bzw. abermals Aktivierungscodes für diese. Man bekommt also nicht weniger geboten. Auch auf Videos muss nicht verzichtet werden, man gelangt über QR-Codes in den dazugehörigen Artikeln dahin. (Übrigens waren ganz früher auch noch Patches, Spieletrailer, Standardprogramme, Wallpapers und andere Gimmicks, die man sich heute ausnahmslos aus dem Netz bezieht, auf den Scheiben.)
Alles in allem ist die Abschaffung der Beileger nachvollziehbar und gerechtfertigt, nicht zuletzt im Sinne der Umwelt. Ich bedaure es dennoch ein wenig, nicht mehr jeden Monat ein Dutzend für "mich" "ausgewählte" Videos "serviert" zu bekommen – kuratiertes Material, für das ich mir gerne Zeit genommen habe. Der Online-Bereich der GameStar erschlägt mich regelrecht mit seinem Output an Videos. Sicher, da gibt es viel, was mich ansprechen würde, aber ich schaffe es schlicht nicht, mich durch das pralle Archiv (und die zusätzlichen Youtube-Kanäle) zu wühlen. Ich wette, auch anderen erwachsenen, berufstätigen Menschen geht es so. Man kommt ja schon kaum mit dem Lesen hinterher! Vom Zocken ganz zu schweigen.
Donnerstag, 19. März 2026
Was geht an der Trockenobstfront?
Fast drei Jahre ist es her, dass ich zuletzt über Trockenobst geschrieben habe. Seitdem waren in zahlreichen Supermärkten wiederholt Anzeichen dafür auszumachen, dass sich gefriergetrocknete Erdbeeren immer größerer Beliebtheit erfreuen. Mitunter war und ist dieses Erzeugnis in Säcken erhältlich, von Koro etwa gibt es 350-Gramm-Packungen. Erstaunlich ist, dass der Trockenobst- und Nussspezialist Seeberger erst jetzt mit gefriergetrockneten Erdbeeren um die Ecke gekommen ist.
Dieses 15-g-Tütchen habe ich mir bei Rewe für den Aktionspreis von 1,89 Euro (was 125,- €/kg entspricht) geholt. Da kann man nicht meckern. Gleichzeitig mit den Erdbeeren hat Seeberger getrocknete Himbeeren in sein Sortiment aufgenommen. Diese Beeren habe ich bisher noch gar nicht als Trockenvariante gesehen. Für so etwas Rares hat man denn auch einen Kilopreis von 157,50 € zu akzeptieren; eine Tüte enthält lediglich 12 Gramm.
Dienstag, 17. März 2026
Meine zwanzig zuletzt gesehenen Filme (2/2)
DogMan
Das Erfreulichste vorweg: In diesem Außenseiterdrama von Luc Besson kommt kein einziger Hund zu Schaden. Ebenso erfreulich: Die Rückblenden, die uns die Hundemenschwerdung des von Caleb Landry Jones fulminant verkörperten Douglas präsentieren, gleiten bei aller Furchtbar- und Trostlosigkeit nie in "Misery Porn" ab, wie es von einzelnen Kritikern moniert worden ist. Überhaupt blitzen immer wieder Lichter auf, sowohl cinematographisch als auch in Form komischer Momente.
Was uns von den Fährnissen des "Dogman" gezeigt wird, lässt uns Empathie für diesen entwickeln; er ist ein Freund, Beschützer und Rächer nicht nur seiner Hunde, sondern auch der Menschen: schwacher, ausgestoßener, misshandelter Menschen. Das sinnfällige Ende lässt verschmerzen, dass er selbst nicht ohne Fehl ist.
Anatomie eines Falls
Zweierlei hat mich an diesem hochgelobten Justizdrama gestört, und die Länge (150 Minuten) war es nicht. Erstens hätte ich es im zweisprachigen Original sehen sollen (Französisch/Englisch mit Untertiteln), denn in der deutschen Synchro wird durchgängig deutsch gesprochen, was in Szenen, in denen die Zweisprachigkeit der Hauptfigur (Sandra Hüller) von Relevanz ist, äußerst irritierend ist. Zweitens erschöpft sich der Kniff, die Kamera auf Figuren zu richten, die gerade nicht sprechen, doch beizeiten.
Davon abgesehen hat mich Justine Triets 2023er Werk mit seiner kühlen Präzision und beredten Stille – das Wort "Anatomie" ist Programm – durchaus in seinen Bann gezogen.
The Holdovers
Noch ein Release von 2023, und was für einer! Diese so frech-beschwingte wie humanistisch-melancholische Weihnachts-Dramedy ist im besten Sinne altmodisch und beschwört den Geist zeitloser Genre-Nachbarn wie "The Breakfast Club" oder "Der Club der toten Dichter" hinauf. Paul Giamatti ist wie gewohnt grandios, aber auch jede und jeder seiner Co-Stars überzeugt mit absolut glaubwürdigen Darstellungen. Keine der über 120 Minuten ist langweilig.
Eine Frage der Ehre (OT: A Few Good Men)
Die Ermordung von Rob Reiner und seiner Ehefrau zählt für mich zu den schockierendsten Promitoden der jüngeren Vergangenheit und hat mich sprachlos zurückgelassen. Manch einer mag sich gar keine Vorstellung davon machen, welch eine Lücke da in die Filmwelt gerissen wurde und wie unfassbar vielfältig Reiners Œuvre ist. Gerichtsszenen, die im Grunde nur aus Wortgefechten und ellenlangen Monologen bestehen, so auf Zelluloid zu bannen, dass sie einen fesseln und die Hände schwitzen lassen wie die krasseste Verfolgungsjagd, das gelingt wahrlich nur einem Meister der Regiekunst. Die hochkarätige Besetzung, allen voran Jack Nicholson und der damals erst 30-jährige Tom Cruise, leistet freilich ihren Beitrag, und auch Aaron Sorkins Drehbuch, dem ein Theaterstück aus seiner eigenen Feder zu Grunde liegt, dürfen wir nicht zu loben vergessen.
Ich wüsste auf Anhieb kein Militärdrama, das "Eine Frage der Ehre" das Wasser reichen könnte.
Whale Rider
Der erste Vertreter in dieser Liste mit weniger als 100 Minuten, und ein Beispiel dafür, dass man auch in solcher Knäppe gemächlich und behutsam (aber nicht behäbig) erzählen kann. Ich glaube, die inzwischen 24 Jahre alte Buchumsetzung von Niki Caro war damals der erste größere (meint: erfolgreichere) Film, der dem nicht-neuseeländischen Publikum einen so intimen wie tiefen Einblick in die (v.a. indigene) Kultur Aotearoas lieferte. Und ja, es reitet auch wirklich jemand auf einem Wal.
Der Tatsache, dass es sich um eine deutsche Co-Produktion handelt, wird damit Rechnung getragen, dass es eine Frau aus Deutschland ist, die gewisse Geschehnisse in Gang setzt (und die, wenn ich mich recht entsinne, in einer Szene sogar anwesend ist).
Ich bin froh, diesen traurigen, lehrreichen Kinder(?)film endlich nachgeholt zu haben.
Grease
... ebenso wie diesen 1978er Musikfilm, womit meine Musical-Bildung allmählich auf ein achtbares Maß anwächst. Die randiness dieser rebellischen, lebenslustigen Teenie-Nummernrevue erreicht nicht jene von "Hair", doch hat es "Grease" ganz schön in sich (wobei man erleichtert feststellen darf, dass es neben der berüchtigten Zeile in "Summer Nights" nur wenige andere problematische Stellen gibt). Den Kult um Olivia Newton-John Travolta habe ich nie verstanden; jetzt leuchtet er mir ein. Erstaunlich auch, wie viele Songs ich vorher schon kannte! Der kulturelle Impact von "Grease" muss riesig gewesen sein.
Manche mögen's heiß
Ebenfalls ihrem Ruf gerecht wird Billy Wilders wohl berühmteste Komödie. Gewiss, einzelne Aspekte mögen modernen Zuschauern aufgrund einer Albernheit, die Verkleidungs- und Verwechslungspossen nun mal eigen ist, zum Augenrollen bringen, doch man möge sich ins Gedächtnis rufen, dass "Some Like It Hot" (eine Phrase, die sich hier übrigens auf die Vorliebe einer Figur für Jazz bezieht) mehr als ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel hat. Zu weiten Teilen funktioniert der Humor noch immer, jede Dialogzeile sitzt, die Rasanz beeindruckt, und das Trio Marilyn Monroe / Tony Curtis / Jack Lemmon ist ein Casting-Glücksgriff, wobei Curtis' Performance gegenüber den anderen ein wenig abfällt.
Weil weiter oben schon das Stichwort "randiness" fiel: Auch "Manche mögen's heiß" traut sich hier und da dezente Keckheiten, die deutsche Altersfreigabe könnte allerdings ruhig mal nach unten angepasst werden. Mag aber sein, dass das "FSK 16" einst mit der gezeigten Gewalt begründet wurde: Die in den Roaring Twenties spielende Comedy wartet nämlich auch mit tüchtig Mafia-Geballer auf.
A Girl Walks Home Alone Tonight
Warum nicht mal einen Film in neupersischer Sprache gucken, gerade jetzt? Dies dachte ich mir und machte mit diesem Schwarz-weiß-Werk der nischigen Sparte "feministischer Vampir-Western" eine unvergleichliche Erfahrung. Begrüßenswert fand ich die Entscheidung, den Splatterfaktor gering zu halten und den Grusel aus der dank verkrusteter Gesellschaftsstrukturen allgegenwärtigen psychisch-sozialen Bedrohung zu, höhö, saugen. Streckenweise hat mich dieser US-amerikanische Neo-Noir von 2014 aber leider ermüdet.
JFK
Schade, dass sich kein Schwein mehr für die wahren Hintergründe des Kennedy-Attentats interessiert und dass Verschwörungstheorien heutzutage eh keinen Spaß mehr machen. Wäre ich im Jahre 1991 alt genug gewesen, um "JFK" zu sehen, und hätte ihn auch gesehen, wäre ich zum eingefleischten Anhänger und Verteidiger jedes in diesem atemlosen Dreistünder aufgestellten Arguments geworden. Alles ergibt Sinn!!!
Der Cast ist schier unglaublich und sorgt bis zu den Nebenrollen für Aha-Momente (Jack Lemmon [schon wieder] und Walter Matthau in einem gemeinsamen Film, der nicht zur "Ein seltsames Paar"-Reihe gehört! Brian Doyle-Murray als Jack Ruby!). Nicht nur dahingehend bietet sich ein Vergleich von "JFK" mit "Eine Frage der Ehre" an: Kevin Costners episches Plädoyer im schwindelerregenden Finale dürfte sich einen Platz in den ewigen Top-5 der erinnerungswürdigsten Reden der Kinogeschichte gesichert haben. Ich bin hellauf begeistert.
Apropos schade: Ist Oliver Stone nicht inzwischen auch etwas ... fragwürdig geworden? Hm, ich will's gar nicht wissen.
Mission: Impossible - Dead Reckoning Part One
Der letzte Klopper (161 Minuten) für heute: Der prima auf den Abschied einstimmende vorletzte "M:I"-Teil ist zum Glück wieder besser als "Fallout". Ein schnörkelloser Plot, staunenswerte Stunts und mustergültig choreographierte Stunts (der Zugabsturz, holy moly!), dazu ein paar passable Lacher (einen Masken-Runterreiß-Witz muss man sich anno 2023 erst mal trauen): Ja, das war eine feine Gaudi. Über unglaubwürdige Science-Fiction und arg forcierte Zufälle sehe ich bei dieser Art Kintopp lässig hinweg.
Sonntag, 15. März 2026
Meine zwanzig zuletzt gesehenen Filme (1/2)
Der unsichtbare Gast (OT: Contratiempo)
Ein spanischer Thriller, von dem ich mir nichts Außergewöhnliches versprach, als ich ihn im Bordprogramm eines Mittelstreckenfluges auswählte, der mich dann aber schier umhaute. Er ist wirklich sehr clever konstruiert, komplex, aber nicht konfus, mit Twists, die nicht erzwungen wirken, mit menschlichem Drama, ohne überbordende Gewalt und mit einem hübschen Locked Room Mystery.
Weapons
Hiermit hat der mir bis dahin unbekannte US-Amerikaner Zach Cregger den besten Horrorstreifen 2025 vorgelegt (was nichts heißen mag, da ich meinen Konsum von Vertretern dieses Genres drastisch zurückgeschraubt habe)! Neben der düsteren, an "The Leftovers" erinnernden Prämisse und ihrer zwar fast konventionellen, aber nicht weniger düsteren Auflösung hat mich die in POV-Episoden aufgeteilte Erzählweise begeistert, welche verhältnismäßig tiefgehende Charakterentwicklungen zulässt.
The Thursday Murder Club
Einen Roman der mittlerweile auf fünf Teile angewachsenen "Thursday Murder Club"-Reihe wollte ich schon lange mal lesen, doch dann erschien Chris Columbus' Verfilmung von Richard Osmans so beliebtem wie erfolgreichem Debüt, und ich nahm mir erst mal diese vor. EIne der literarischen Fortsetzungen werde ich gewiss mal der Bibliothek entleihen, hoffe aber, dass diese dann ein My überraschender und vertrackter ausfällt. Das Adjektiv "konventionell" verwendete ich bereits vor wenigen Zeilen, aber genau so ist dieser zahme, zwar augenzwinkernde, doch nie mit den Tropen klassischer Murder-Mysterys spielende Krimi zu beschreiben. Nun, die Leserschaft will es anscheinend so – Cosy-Crime eben. Die Geschichte ist nicht unspannend, das Setting nicht uninteressant, und der Cast ohnehin über jeden Zweifel erhaben: Helen Mirren, Pierce Brosnan, Ben Kingsley, dazu David Tennant als genüsslich fieses Ekel, wundervoll. Trotzdem: In Schulnoten würde ich maximal eine 3+ geben.
Die nackte Kanone (2025)
Diesem unnötigen Reboot hatte ich mich zunächst verweigert, mochte ich mir doch beim besten Willen nicht vorstellen, dass es an die Original-"Naked Gun"-Trilogie auch nur auf 100 Yard herankommen könnte. Nachdem mehrere Leute, deren Komikexpertise ich schätze, sich jedoch zufrieden mit dem Ergebnis zeigten, gab ich der erfreulich kurzen Komödie eine Chance und fühlte mich tatsächlich ebenfalls ordentlich unterhalten. Akiva Schaffer, dessen "Lonely Island"-Tonfall ich so wenig Kompatibilät mit dem legendären (wenngleich aus der Zeit gefallenen) ZAZ-Humor zutraute wie der doch recht eigentümlichen und nicht immer treffenden Witzsprache von Produzent Seth MacFarlane, beweist ein Händchen für die großen Fußstapfen (schiefes Bild ist beabsichtigt). I'll be a son of a (naked) gun, das Ding macht Laune. Die Gagdichte kann sich sehen lassen, das Verhältnis Slapstick : Wortspiele : Popkulturanspielungen : Situationskomik : topical jokes stimmt, und die Autoren bemühen sich um eine halbwegs stringente und packende Story. Damit hat diese Comedy den teils unsäglichen Genre-Parodien der frühen 2000er enorm viel voraus. Und Liam Neeson muss man in der Rolle von Leslie Nielsons Sohn einfach lieben.
Friendship
Von dieser Komödie wiederum hatte ich mir ehrlich gesagt mehr erhofft. Als ich den Trailer sah, dachte ich, das könnte "I Think You Should Leave" in Spielfilmlänge werden. Wäre es gewiss auch geworden, wenn Tim Robinson (und Zach Kanin) am Drehbuch mitgewirkt hätten. Doch Regisseur Andrew DeYoung hat diese Aufgabe allein gestemmt und hatte Robinson als Hauptdarsteller gar nicht von Anfang an im Sinn: "DeYoung decided on casting his friend Tim Robinson while writing the film's screenplay" (Wikipedia). Die Wahl war natürlich genial, und überhaupt möchte ich dem verdienten TV-Regisseur DeYoung, der immerhin auch an "The Chair Company" kreativ beteiligt war, sein Können nicht absprechen. Aber wie gesagt: Wenn "Tim Robinson" draufsteht, erwarte ich tränentreibende Tim-Robinson-Absurdität; diese Erwartung wird in "Friendship" nicht eingelöst. Die typische "Ein tapsig-uncooler Nobody gerät in eine Spirale des Wahnsinns"-Eskalation gibt es grundsätzlich schon, auch über einige peinliche Interaktionen und zitierbare Oneliner kann man schmunzeln. Ein Reinfall ist die A24-Produktion von 2024 mithin keineswegs.
Sleepaway Camp
Wenn ich weiter oben sinngemäß schreibe, dass ich dem Horrorgenre mehr oder weniger den Rücken gekehrt habe, dann meine ich vor allem: Ich lasse Neuerscheinungen, die nicht auch etwas wirklich Neues wagen, links liegen; um "Scream 7" beispielsweise werde ich guten Gewissens einen Bogen machen. Grundsätzlich bin ich jedoch nach wie vor von Horror fasziniert, seit einiger Zeit insbesondere von Slashern der 1980er Jahre.
Der 1957 geborene US-amerikanische Filmemacher Robert Hiltzik hat auf imdb lediglich fünf Einträge als Autor und zwei als Regisseur vorzuweisen, alle haben die Wörter "Sleepaway Camp" im Titel, und offenbar kommt man als einschlägiger Fan nicht an Teil 1 dieser Reihe vorbei. "Sleepaway Camp" von 1983 hat einen gewissen Kultstatus erlangt. Was ihn von diversen "Freitag der 13."-Ripoffs jener Ära abhebt, ist in einem ausführlichen Wikipedia-Artikel zu erfahren (idealerweise erst nach dem Anschauen, Stichwort Spoiler): etwa dass die jugendlichen Ferienlagergäste nicht von deutlich älteren Schauspielern verkörpert werden, was dem Ganzen eine zusätzlich verstörende Note gibt. Als problematisch mag ein Aspekt empfunden werden, der mit der finalen Pointe zusammenhängt. Nichtsdestoweniger hatte ich meinen Spaß an diesem mit ein paar extravaganten Todesvarianten und -darstellungen aufwartenden B-Movie.
Fun Fact 1: "In September 2025, it was announced that Kenan Thompson's production company Artists for Artists (AFA) has acquired the rights to remake Sleepaway Camp with original writer/director Robert Hiltzik." (a.a.O.)
Fun Fact 2: Ich schreibe diese Zeilen an einem Freitag den 13.!
Here
Robert Zemeckis ist und bleibt einer der leidenschaftlichsten Erzähler Hollywoods. Mit "Here" hat er 2024 eine zehn Jahre zuvor erschienene Graphic Novel umgesetzt und deren visuellen Kniff übernommen: Die Zuschauenden verfolgen die über Jahrtausende sich erstreckende (Vor-)Geschichte eines gewöhnlichen Hauses in den USA, wobei sich der "Kamera"-Winkel nie ändert. Eingefangen werden, nicht-chronologisch, kleine, banale, entscheidende, emotionale Momente im Alltag der Menschen, die dort leben und lebten. Mit einigen Familien verbringen wir mehr Zeit als mit anderen Bewohnern, so begleiten wir zum Beispiel Tom Hanks von der Jugend bis zum Greisenalter; die mittels Generativer KI erzeugten De-Aging-Effekte gehen in Ordnung und landen nicht im Uncanny Valley. Eine bewegende Reise. Schön!
Zwei hinreißend verdorbene Schurken (OT: Dirty Rotten Scoundrels)
Steve Martin und Michael Caine gaunern sich als Gegenspieler durch das Frank-Oz-Remake einer Posse von 1964 ("Bedtime Story"). "Dirty Rotten Scoundrels" stammt von 1988, wirkt bisweilen älter, obwohl viele Scherze noch heute erstaunlich frisch und frech wirken. Vielleicht liegt es an der Côte d'Azur als Sehnsuchtskulisse, die der Hochstapler-Komödie einen irgendwie gestrigen Glamour verleiht. Alles in allem 110 höchst vergnügliche Minuten.
The Life of Chuck
Von den gefühlt 50 Stephen-King-Verfilmungen der letzten Jahre ist diese eine der gelungensten, wenn nicht die gelungenste. "Ich stellte mir diesen chronologisch rückwärts erzählten Dreiteiler direkt als von Damon Lindelof verfilmte Miniserie vor", schrieb ich im Oktober 2020 über "Chucks Leben". 2024 war es dann nicht Lindelof, sondern der King-Wiederholungstäter Mike Flanagan, der die Kurzgeschichte aus dem Band "If it Bleeds" umsetzte, und das tat er, wenn mir das abgeschmackte Prädikat gestattet ist, kongenial. Die drei Akte oder besser: Kapitel gehen ans Herz, bauen ein nachdenklich machendes Rätsel auf und zaubern uns gelegentlich ein breites Grinsen ins Gesicht. Tom Hiddleston rockt, auch die übrigen Akteure, darunter Karen Gillan, Chiwetel Ejiofor und Mark Hamill, hinterlassen Eindruck, selbst wenn sie nur in je einer Episode auftauchen.
"The Life of Chuck" hat das Zeug zu einem Klassiker wie, sagen wir, "Stand by Me".
Prange
Zuletzt eine deutsche Fernsehkomödie, die mit ihrem harmlos-gefälligen Mix aus Herz, trockenem Humor und hanseatischer Schnodderigkeit perfekt zwischen den Jahren weggeguckt werden kann, gerne zum wiederholten Male und mit der ganzen Familie – es ist ja nicht alles Schrott, was hierzulande produziert wird. Bjarne Mädel als Titelfigur ist eh super, Olli Dittrich als grantiger Nachbar und Katharina Marie Schubert als verhuschter love interest ergänzen den sympathisch unsympathischen "Helden" aufs Famoseste.
Freitag, 13. März 2026
Mittwoch, 11. März 2026
Poirots schwerster Fall: Das Rätsel um "Poirot"
Schaltet man zu einer beliebigen Uhrzeit einen ARD- oder ZDF-Spartenkanal ein, deren Zahl übrigens zum Ende des Jahres von sechs auf drei reduziert werden soll – aus One und ZDF Neo wird "Neo", Tagesschau24 geht in Phoenix über, während ARD Alpha und ZDF Info zu "Info" gebündelt werden –, zappt man also zu einem dieser Sender, zumindest Neo oder One, dann steht die gefühlte Wahrscheinlichkeit bei 80 Prozent, dass gerade "Agatha Christie's Poirot" läuft. Wirklich, wann immer ich dort hängen bleibe, wird diese Krimiserie entweder angekündigt oder ausgestrahlt.
Aktiv reingeschaut habe ich in die Reihe noch nie (obwohl ich Agatha Christie nicht abgeneigt bin und sogar schon einige Poirot-Spielfilme gesehen habe). Heute fragte ich mich aus heiterem Himmel, wie lange "Poirot" wohl schon läuft, und woah, bin ich da, wie junge Leute im Internet ständig sagen, in ein Kaninchenloch gestolpert! Die Geschichte von "Poirot" in Deutschland ist nämlich, wie junge Leute im Internet ständig sagen, ein wahrer Fiebertraum.
Dabei fing alles ganz geordnet und unauffällig an: Die Pilotstaffel kam etwas über ein Jahr nach der UK-Premiere, wenn auch mit einer mehrmonatigen Unterbrechung, ins deutsche Fernsehen – und zwar ins ostdeutsche! Tatsächlich wurde im Abspann der zehn bis 16. Oktober 1990 (!) auf DFF 2 ausgestrahlten Episoden "noch der Vorgänger 'Fernsehen der DDR' als Auftraggeber der Synchronfassung genannt" (Wikipedia).
Es vergingen gut drei Jahre, bis Staffel 2, die im Vereinigten Königreich im Januar 1990 das Licht der Welt erblickt hatte, ein Zuhause im (nun vereinigten) Deutschland fand: auf dem recht neuen Sender Vox, auf welchem anschließend auch die nächsten beiden Staffeln liefen. Und ab hier wird's chaotisch! Die Ausstrahlungsreihenfolge der insgesamt 14 Episoden von Staffel 3 und 4 war wie folgt: 3.02, 4.02, 4.03, 3.04, 4.01, 3.03, 3.01 und 3.05 bis 3.10 chronologisch. Anzumerken ist, dass es neben den Folgen mit 50 Minuten Dauer gelegentlich solche mit 100 Minuten Länge gibt; Season 4 besteht ausschließlich aus solchen Feature-Length-Filmen.
Ab Anfang 1993 zeigte ITV die acht Episoden der fünften Staffel. Und wann wurden diese dem deutschen Publikum präsentiert? Ende 2018! Zu verdanken hatten die Fans das dem jungen und nun bald toten Sender One, wobei es immerhin 2009 die Möglichkeit gegeben hatte, Staffel 5 auf DVD zu erwerben. Womit wir bei einem weiteren Irrsinnsaspekt sind. Noch vor Erscheinen des Season-5-DVD-Sets, nämlich 2008, kam Staffel 9 als DVD auf den Markt, die wiederum weit vor Staffel 5 im Fernsehen gezeigt worden war: Weihnachten 2005 im NDR – mit Ausnahme von Folge 9.02, die auf nämlichem DVD-Release unsynchronisiert (OmU) vorlag und im TV erst im Februar 2018 "nachgereicht" wurde. Von 2010 bis 2014 kamen, in korrekter Reihenfolge, die Staffeln 6 bis 13 auf DVD in den Handel (zwischendurch erschien auch die mysteriöse Folge 9.02 endlich in deutscher Sprachfassung auf Silberling), 2018 wurde die komplette Serie als 45-Disc-Boxset herausgebracht.
Zurück ins lineare Fernseh. Staffel 6, deren Ausstrahlung sich auch im Mutterland über einen ungewöhnlich langen Zeitraum erstreckt hatte (vier Filme zwischen Januar 1995 und März 1997), wurde auf One gesendet, abermals mit einer Ausnahme: "Hercule Poirots Weihnachten" (6.01) wurde "schon" am 27. Dezember 2017 gezeigt; der Rest lief ab Januar 2019, zwischendurch wurden die (Mini-)Staffeln 7 und 8 ausgestrahlt.
Die Staffeln 10, 11, 12 und 13 wurden den hiesigen Zuschauern in einem Rutsch vorgesetzt, von Februar bis Mai 2016, mithin teils mit zehnjähriger Verspätung, wobei die Folgen der 10. Staffel in der Reihenfolge 10.02, 10.03, 10.01, 10.04 über den Äther flimmerten. "Äther" ist allerdings der falsche Ausdruck, denn sehen konnte man jene Staffeln zunächst exklusiv auf dem Bezahlsender Sony Entertainment Television, dem späteren Sony Channel, der seit 2023 AXN White heißt. Die Free-TV-Premiere der Staffeln 10 bis 13 erfolgte jeweils ziemlich genau zwei Jahre später, erneut auf One. Tja, und heute? Ist wohl nach wie vor One zuständig, ein Kanal, der ohnehin einen Schwerpunkt auf europäische Dramaformate setzt – allein heute laufen dort von abends bis spät in die Nacht hinein englische Krimis; und nicht zuletzt war One eine Zeitlang das "Home for Whovians". Jedenfalls habe ich mir wohl nur eingebildet, dass "Agatha Christie's Poirot" zusätzlich und ständig auf Neo oder anderen öffentlich-rechtlichen Outlets wiederholt würde. Gut, dass nun Klarheit herrscht.
Was für eine Historie! Und was für eine Ochsentour für Poirot-Komplettionisten: Vom Fernsehen der DDR bis in die IPTV-Ära konnten/mussten/durften sie die belgische Spürnase verfolgen. Ich wäre schier verrückt geworden.
Montag, 9. März 2026
Ist das schon Feminismus?
Der Tageskalenderblättchenhumorbeobachtung hatte ich vor einigen Jahren abgeschworen, aber da schon mit meiner gestrigen Knabbergebäck-Empfehlung ein Retro-Fässchen aufgemacht wurde und zudem gerade der Internationale Frauentag begangen wurde, bietet sich ein Blick auf das Blatt vom 6. März an:
Das ist nicht mehr mein Abreißkalender – nicht nur formal, sondern auch inhaltlich! Früher noch: Hausdrachen-, Schürzenjäger- und Weiber-können-nicht-Auto-fahren-Witze (und mit "früher" meine ich z.B. 2022, 2019, 2017 und 2013), heute so was. Das ist ja Sexismus gegen Männer!!!
Sonntag, 8. März 2026
Wo bleiben die Flips-Tipps?
Das fragen sich wahrscheinlich alle, die einzig wegen meiner kundigen Knabbergebäck-Rezensionen regelmäßig hier vorbeischauen. Nun, nach einer langen Flaute kann ich heute endlich mal wieder eine Flips-Empfehlung aussprechen.
Die Erdnuß-Locken-Sorte Western Style ist die vortrefflichste Offenbarung aus dem Hause Lorenz seit dem Launch der Jumbo-Locken. Die Shrinkflation-Praxis dieser Firma, die im Snacksegment freilich nicht singulär ist, wollen wir bei der Bewertung außen vor lassen; erfreulicherweise war der Preis einer Tüte, als ich sie kaufte, auf verschmerzbare 1,09 € gesenkt. Kurzfazit: Wer ErdnußLocken (Eigenschreibweise) liebt und Chips mit "Western"-Aroma etwas abgewinnen kann, wird mit dieser Neuheit glücklich werden. Abschreckend mag sich die Inhaltsangabe "stark tocopherolhaltige Extrakte" lesen, doch handelt es sich dabei laut Infoseite des Zusatzstoffmuseums um ein unbedenkliches Antioxidans. 8 von 10 Punkten!
Freitag, 6. März 2026
Heute ist Gegenteiltag
Ein Wunder eigentlich, dass die Gesellschaft zur Stärkung der Verben hier im Blog so gut wie gar keine Rolle spielt(e) – eine Erwähnung am Rande findet sich in einem Beitrag aus dem Juli 2024 –, trieb ich mich doch in großen Teilen der Nullerjahre (aka der Zeit des guten Internets) nahezu täglich in ihrem Forum herum und begrüße die so reflektierte wie selbstironische Arbeit der sprachaffinen Knallköpfe noch immer. Aktiv beteiligt habe ich mich im GSV-Board zwar selten (zwischen 2006 und 2010 verfasste ich 26 Beiträge), ich lurkte (lork?) lediglich als stiller Leser, dies aber sehr gern und intensiv.
Inzwischen ist die Gesellschaft in das Projekt Neutsch aufgegangen bzw. mit diesem vereint bzw. hat dieses als Neben- oder Überschauplatz ins Leben gerufen; ich muss mich bei Gelegenheit mal auf den neuesten Stand bringen. Jedenfalls habe ich diese Woche ungeplant und indirekt zum Anwachsen des neutschen Wortschatzes beigetragen. Auf Bluesky postete ich nämlich folgenden bildungstümelnden Schmunzelbeitrag: "Warum heißt es nichteuklidisch und nicht dysklidisch?" Der User "Texttheater" erachtete diese Gegenteilschöpfung einer Aufnahme in die Liste bisher fehlender Antonyme für würdig. Und dort steht sie nun.
Da ich weiß, dass der als Kilian E. bekannte @texttheater hin und wieder auf Kybersetzung vorbeischaut, möchte ich der GSV ein weiteres neutsches Antonym vorschlagen: "sich entlieben" als Gegenteil von sich verlieben. Na?
Mittwoch, 4. März 2026
Neues von der Inflation
Vor zwei Jahren hielt ich meine Gedanken zu Preissteigerungen und affordability (wobei dieser US-amerikanische Kampfbegriff damals noch keine Rolle spielte) in einem kleinen Beitrag fest, auf den zurückzukommen sich vor dem Hintergrund der Eskalation im Nahen Osten doppelt lohnt. [Für Lesende aus der Zukunft: Vor ein paar Tagen griffen die USA und Israel den Iran an, der darauf mit Beschüssen mehrerer Golfstaaten reagierte. Erste Folgen werden in Europa zurzeit u.a. in Gestalt steigender Benzinpreise spürbar.] Vergleichen wir die im März 2024 von mir notierten Standard- und Sonderpreise ausgewählter Lebensmittel:
- "Barilla-Nudelpackungen kosten inzwischen mehr als 2 Euro die Packung, und gestern sah ich ein Glas Barilla-Fertigsoße für über 4 Euro! Hin und wieder, sogar recht regelmäßig, gibt es die Pasta für 99 Cent, da schlage ich dann zu." → Hierzu darf ich vermelden, dass Barilla-Nudeln jetzt sogar oft für 88 Cent zu haben sind. Erst am Montag habe ich eine Packung "Maccheroni No. 44" zu diesem Preis bei Rewe gekauft. Pastasoßen jener Firma sind diese Woche ebendort für 1,89 € je Glas erhältlich.
- "Bonne Maman [...] Der Standardpreis liegt seit dem Inflationshoch bei 3,49 €, der uns alle paar Wochen vergönnte Aktionspreis bei 2,49 €. Das ist eben so noch okay. Den nächsten Anstieg werde ich allerdings nicht verschmerzen können." → So ist es fast gekommen! Einige Märkte bewarben neulich 2,69 Euro als Knallerpreis für die französischen Konfitüren, einzig Aldi (glaube ich) setzt, Stand Februar, den reduzierten Preis weiterhin mit 2,49 an.
- "Sowohl die Müslis von Vitalis (Dr. Oetker) als auch die von Kölln schlugen jahrelang mit 1,99 € zu Buche, wenn sie reduziert waren. Da habe ich mich dann stets mit 1-2 Packungen bevorratet, denn ich mag deren Müsli-Palette sehr gern. Zurzeit liegt der 'Spezialpreis' bei 2,49 €, was ich ebenfalls gerade noch vertretbar finde." → Hier hat sich nichts geändert. Diese Woche gibt es bei Rewe Vitalis-Müslis für 2,49 Euro; ich habe gestern direkt zwei Packungen gekauft.
- "Letztes Beispiel: Kaffee. [...] Teilweise über 7 Euro möchten die für das halbe Kilo haben. [...] Gottlob gibt es nahezu jede Woche irgendwo für 3,99 € grundsoliden Filterkaffee von Melitta, Jacobs und Konsorten. Mein Limit wäre, denke ich, bei 4,99 € erreicht. Sollte das Pfund dereinst nicht für unter 5 Euro zu bekommen sein, kann ich halt nie wieder Kaffee trinken." → Tja, das ist bitter wie ungesüßter Bohnensaft: Die Zeiten, wo ein Päckchen Kaffee für unter 5 Euro zu finden war, sind so was von vorbei. Kriegt man 500 Gramm für 6,99 €, kann man sich freuen. Derzeit gibt es bei Penny das halbe Kilo Melitta sogar für 6,49 € (allerdings nur mit der Penny-App), aber darunter geht es nicht mehr. "Nie wieder Kaffee trinken" kam und kommt freilich für mich nicht in Frage. Zähneknirschend greife ich zu, wenn etwas Niedrigeres als eine 7 vor dem Komma steht.
Montag, 2. März 2026
Serientagebuch 02/26
02.02. Boss 2.10
04.02. What Remains 1.01
05.02. What Remains 1.02
06.02. Get a Life 1.07
08.02. What Remains 1.03
What Remains 1.04
09.02. Get a Life 1.08
A Knight of the Seven Kingdoms 1.03
A Knight of the Seven Kingdoms 1.04
10.02. Get a Life 1.09
12.02. Get a Life 1.10
13.02. Get a Life 1.11
16.02. Lost 2.20 (RW)
17.02. The Simpsons 37.14
Family Guy 24.01
Pluribus 1.01
Pluribus 1.02
18.02. The Simpsons 37.15
19.02. The Woman in the Wall 1.01
Pluribus 1.03
Get a Life 1.12
20.02. The Woman in the Wall 1.02
A Knight of the Seven Kingdoms 1.05
23.02. Pluribus 1.04
24.02. A Knight of the Seven Kingdoms 1.06
25.02. The Woman in the Wall 1.03
26.02. Family Guy 24.02
Get a Life 1.13
Pluribus 1.05
28.02. Lost 2.21 (RW)
Lost 2.22 (RW)
Wie erhofft, konnte die zweite Staffel des formidablen Politdramas Boss das Niveau der ersten durchweg halten. Hätte es noch weitergehen dürfen? Ich hätte das abwechselnde Scheitern und Triumphieren der Charaktere in diesem verkommenen Chicago einer (benachbarten) Parallelwelt gewiss noch eine Weile freiwillig weiterverfolgt, doch so, wie sich am Ende alles fügte, war es gut. Im Grunde war die Geschichte des mit Kelsey Grammer perfekt besetzten Antihelden eh auserzählt: sein Aufstieg, sein Fall, sein neuerlicher Aufstieg. Alles, was noch hätte passieren können, hätte die Todesgeweihtheit des schmutzigen Bürgermeisters nur unglaubwürdig gemacht. Und eventuell unerträglich. Denn wenn das Trope "Being Good Sucks" konsequent durchgezogen wird, macht's auf Dauer keinen Spaß, auch wenn man den Machern speziell dieser Starz-Serie dafür Respekt zollen muss.
Das Motiv, (fast) sämtliche Protagonisten als Soziopathen anzulegen, zelebriert auch die düstere Miniserie What Remains (2013) aus der Feder von Tony Basgallop ("Servant"). Dargestellt werden sie von talentierten Mimen, denen man gerne beim Unausstehlichsein zusieht (herrlich: Indira Varma). Das Kriminaldrama um die im Dachboden eines typisch britischen Mehrparteienhauses aufgefundenen Überreste (remains) einer jungen Frau (Jessica Gunning aus "Baby Reindeer") fesselt bis zum fiesen Endtwist und beleuchtet dabei auch bis heute relevante gesellschaftliche Missstände wie Machtmissbrauch und Vereinsamung.
Zur 37. Staffel der Simpsons möchte ich nicht viele Worte verlieren. Zu goutieren wusste ich, dass man sich sichtlich bemüht hat, sehr "klassische" Storylines zu spinnen. Auch das Witzniveau war größtenteils ordentlich; es gab eine Handvoll Episoden, die ich als überdurchschnittlich bewerten würde, was umso beachtlicher ist, als diese Season erneut lediglich 15 Episoden umfasste, zumindest auf Fox (darunter die 800. [!], "Irrational Treasure"); es sollen, wie es schon im letzten Jahr verwirrenderweise geschah, noch zwei Disney+-eklusive Folgen veröffentlicht werden, die ich aber nicht separat zu besprechen plane.
A Knight of the Seven Kingdoms wollte ich ursprünglich gar nicht gucken. Die Novellen um den jungen Heckenritter Dunk und seinen Knappen Egg sind, sosehr ich sie auch mag, für GRRM-Verhältnisse umfangmäßig derart bescheiden, ja dürftig, dass ich mir nie und nimmer eine Verfilmung mit genug "Fleisch" für mehr als vier Episödchen vorstellen mochte. Aber ich beugte mich dem Gruppenzwang, und was soll ich sagen? Es funktioniert! Wenn man sich von den epischen Maßstäben der anderen beiden Serien aus dem ASoIaF-Universum verabschiedet und sich stattdessen auf bodenständige Geschichten aus dem unglamourösen Westeros der kleinen Leute einlässt (wobei es dennoch immer wieder um Konflikte, Ranküne und Machtverschiebungen geht), hat man eine Menge Spaß. Außerdem sind's ja nur sechs Folgen von je etwas über dreißig knackigen Minuten geworden. Das Casting ist wie gewohnt exzellent, Kostüme und Kulissen wurden mit viel Liebe zum Detail gefertigt, und es darf, ungewohnt genug, hie und da herzhaft gelacht werden.



