Sonntag, 28. Februar 2010

Friends - Teil 1.2

S01E21 - The One with the Fake Monica (Forts.) (mm:ss)

07:28
Im Central Perk.


Ross: (Mortified) Hi.
Chandler and Joey: Hey.
Joey: Where've you been?
Ross: At the vet.
Chandler: She's not gonna make you wear one of those big plastic cones, is she?


Ross: Hi.
Chandler and Joey: Hi.
Joey: Wo bist du gewesen?
Ross: Och, ich bin beim Tierarzt gewesen.
Chandler: Hast du dich jetzt endlich mal gegen Staupe impfen lassen?


M.M.n. sind diese Trichterdinger, die man frisch operierten Hunden anlegt, damit sie nicht an den Wunden knabbern, lustiger (und auch bekannter) als die Krankheit Staupe.

08:28
Ross erzählt von seinem Affen, der die Geschlechtsreife erreicht hat und nun alles anspringt.


Ross: I know. I know. I mean, one day, he's this little thing, and before you know it, he's this little thing I can't get off my leg.

Ross: Ach ja, ich erinnere mich noch daran, wie klein sein Ding am Anfang war. Da ahnt man nichts Böses, und ehe man sich's versieht, hängt es ihm schon in den Kniekehlen.

Ich schrieb es schon einmal und wiederhole mich gern: Es gibt keinen Grund, einen schlüpfrigen Witz noch schlüpfriger zu machen.

09:46
Die drei Frauen berichten, dass sie die Identitätsdiebin zum Essen eingeladen haben.


Ross: What?! Are you insane? This woman stole from you. She stole. She's a stealer.
Monica: Y'know what? After you're with this woman for like ten minutes, you forget all that. I mean, she is this astounding person, with this, with this amazing spirit.
Ross: Yeah, which she probably stole from some cheerleader.


Ross: Ich hör' ja wohl nicht richtig. Diese böse Frau hat dich bestohlen und sie hat auf deine Kosten eingekauft.
Monica: Wenn du zehn Minuten mit dieser Frau zusammen bist, hast du alles vergessen.
Ross: Wie bitte?
Monica: Soll ich dir was sagen? Ich finde, dass sie ein ganz faszinierender Mensch ist. Was sie alles macht, ist absolut unglaublich.
Ross: Oh ja, das hast du prima formuliert. Unglaublich würd' ich das auch nennen.


Auch dies schrieb ich bereits mehrmals: Wiederholungen soll man stets mitübersetzen, denn die stehen nicht ohne Grund im Drehbuch. Besonders peinlich an dieser Szene ist, dass nach Ross' erstem Satz in der deutschen Fassung ein Publikumslachen eingespielt wurde, obwohl darin nun nicht mehr die Spur eines Witzes vorhanden ist. Und wieso man den Gag mit der Cheerleaderin entfernt hat, ist mir schleierhaft.

12:57

Joey: (entering) You know there already is a Joseph Stalin?
Chandler: You're kidding.
Joey: Apparently he was this Russian dictator who slaughtered all these people. You'd think you would've known that!
Chandler: Y'know, you'd think I would've.
Joey: Phoebe. Whaddyou think a good stage name for me would be?
Phoebe: ...Flame Boy.


Joey: Chandler, weiß du was? Es gibt schon einen Albert Einstein.
Chandler: Das ist doch nicht dein Ernst!?
Joey: Albert Einstein war ein deutscher Wissenschaftler, der irgend so eine Theorie ins Leben gerufen hat. Hast du das denn gar nicht gewusst?
Chandler: Also das ist mir relativ neu.
Joey: Phoebe, fällt dir nicht ein guter Künstlername für mich ein?
Phoebe: Ähmm ... Walter Matthau!


Falls Chandlers "relativ neu" ein beabsichtigter Scherz ist, erkenne ich das an. Aber den "Flame Boy" durch den Namen eines x-beliebigen bekannten Schauspielers zu ersetzen, ist sehr einfallslos. Die deutschsprachigen Zuschauer müssen ja nur Schlechtes von den Autoren denken ...

17:59

Fake Monica: There's nothing to wonder about, Monica. You're gonna go back to being exactly who you were, because that's who you are.
Monica: Not necessarily...
Fake Monica: Yes necessarily! I mean, I dunno what it is, maybe it's the Amish thing.
Monica: Um, I'm not actually Amish.
Fake Monica: Really? Then why are you like that?


Fake Monica: Das ist doch gar keine Frage, meine liebe Monica. Du wirst wieder genau der Mensch sein, der du bist und da neu anfangen, wo du aufgehört hast.
Monica: Nein, das kann ich nicht.
Fake Monica: Natürlich kannst du das. Ich kapier' einfach nicht, wieso ihr immer an euch zweifelt, ihr Holländer.
Monica: Mh, ich bin keine Holländerin, ich hab gelogen.
Fake Monica: Wirklich? Aber du könntest eine sein.


Spätestens hier rächt sich der Ersatz von Amish mit Holländern. Was bitte soll denn an Monica typisch holländisch sein? Das Aussehen ist es jedenfalls nicht. Es geht doch um Monicas konservative Einstellungen, die schon in vorigen Episoden zum Vorschein kamen.

21:25

Casting Director: Next. (Joey walks onstage)
Joey: Hi, uh, I'll be reading for the role of Mercutio.
Casting Director No. 2: Name?
Joey: Holden McGroin.


Castingtyp: Der Nächste!
Joey: Hi, ich möchte für den Mercutio vorsprechen, wenn's recht ist.
Castingtyp: Sie heißen?
Joey: Joe Hamlet.

Zugegeben: Sehr originell ist der ursprüngliche Gag auch nicht, aber "Joe Hamlet"? Really?

So, das war schon mal recht interessant. Seien Sie gespannt auf die nächste Analyse einer Friends-Episode!

Dienstag, 23. Februar 2010

Friends - Teil 1.1

Die Sitcom Friends lief von 1994 bis 2004 auf NBC und war zu Recht eine der erfolgreichsten und beliebtesten Serien in dieser Zeit. Seit kurzem ist bei amazon.co.uk das komplette Box-Set für relativ wenig Geld zu haben. Ich habe es mir gekauft und mich gefragt, wie die Serie wohl auf Deutsch "funktioniert". Also habe ich mir eine Folge (die mir auch ein wenig knifflig erschien) rausgesucht und auf Deutsch geschaut. Mein Beileid allen, die sich das zehn Staffeln lang angetan haben! Nicht nur, dass die Stimmen unter aller Sau sind (insbesondere die deutsche Jennifer Aniston klingt zum Würgen), es wurden auch mit schöner Regelmäßigkeit komplette Gags versemmelt. Die Cutter haben dabei stets an den Stellen mit den ursprünglichen Witzen laugh tracks eingespielt, so dass man sich als Zuschauer fragt "Hä, was war denn daran jetzt komisch?"
Hier also die Analyse von S01E21 - The One with the Fake Monica (mm:ss).

00:57
Marcel, der Affe von Ross, ist in Rachels Zimmer und "bespringt" ihren Teddy.

Rachel: (off) Stop it! Marcel! Bad monkey!
Ross: What?
Rachel: Let's just say my Curious George doll is no longer curious.

Rachel: (off) Loslassen, Marcel! Och, ich hasse diesen Affen!
Ross: Was ist denn?
Rachel: Er hat sich tatsächlich auf meinen Teddy gestürzt, und der war noch nicht aufgeklärt.

02:41
Eine Frau hat Monicas Kreditkarte geklaut. Bei der Abrechnung findet Monica heraus, dass die Identitätsdiebin ein viel interessanteres Leben führt.

Monica: This is so unfair! She's got everything I want, and she doesn't have my mother.

Monica: Das ist ungerecht, finde ich. Ja, sie macht, was sie will, ohne danach zu fragen, was meine Mutter davon hält.

Hier stimmt gar nix mehr. Was hat Monicas Mutter mit einer völlig fremden Frau zu tun?

03:17
Joey braucht einen Künstlernamen.

Chandler: Joe...Joe...Joe...Stalin?
Joey: Stalin...Stalin...do I know that name? It sounds familiar.
Chandler: Well, it does not ring a bell with me...
Joey: (Writes it down) Joe Stalin. Y'know, that's pretty good.
Chandler: Might wanna try Joseph.
Joey: Joseph Stalin. I think you'd remember that!

Chandler: Joe … Joe … Joe … Einstein!
Joey: Einstein ... Einstein, woher kenn' ich den Namen, der kommt mir so bekannt vor.
Chandler: Wirklich? Ich hör' den Namen zum ersten Mal.
Joey: Joey Einstein. Mh, der gefällt mir sehr gut.
Chandler: Und statt Joe vielleicht "Albert".
Joey: Ja, Albert Einstein. Den Namen merkt man sich.

Offenbar war der ursprüngliche Gag den Übersetzern zu heikel. Der Schritt von Joe zu Albert ist natürlich kaum nachzuvollziehen.

06:30
Beim Stepptanzkurs. Monica hat keine Partnerin gefunden.

Teacher: Well that's all right, you can come up to the front and dance with me.
Monica: Why don't I just take off my clothes and have a nightmare.

Lehrerin: Das ist doch halb so wild, du kannst mit mir tanzen. Los, komm her!
Monica: Ich könnte ja auch wieder gehen und mir sagen, das war alles nur ein Traum.

Schon klar, die deutschen Zuschauer verstehen keinen Sarkasmus ...

06:53
Monica trifft die Frau, die ihre Identität geklaut hat.

Woman: Hi. I'm Monica.
Monica: Oh. Monica! ...Hi. I'm Mo- ...nana.
Woman: (Fake Monica) Monana?
Monica: Yeah. It's Dutch.
Fake Monica: You're kidding! I-I spent three years in Amsterdam. (Asks her something in Dutch)
Monica: Um, Pennsylvania Dutch.

Frau: Hi. Ich heiße Monica.
Monica: Oh ... Monica! Ich heiße Mo- ..nana.
Frau: Monana?
Monica: Ja. Das ist holländisch.
Frau: Ach wirklich? Also, ich hab drei Jahre in Amsterdam gelebt. (fragt etwas auf Niederländisch)
Monica: Ich hab holländische Eltern.

Dazu später mehr ...

Freitag, 19. Februar 2010

Filmtitel VII

Nach dem wortreichen vorigen Beitrag nun wieder ein kleines Listen-Update hübscher deutscher Filmtitel. Entnommen sind sie dem genannten Buch von W. Maier sowie der Zeitschrift CINEMA, die in der letzten Ausgabe ein "Spaßlexikon" (als neue Rubrik?) enthielt.

  • Dragnet --> Schlappe Bullen beißen nicht
  • Jersey Girl --> Love Crash
  • Midnight Man --> Maximum Force Part 2 - Deadly Connection
  • Let's Make Love --> Machen wir's in Liebe
  • Les Femmes d'Abord --> Eddie krault nur kesse Katzen
  • Caught in the Act --> Mystery Act
  • K9 --> Mein Partner mit der kalten Schnauze
  • Black Eagle --> Red Eagle
  • I Lunghi Giorni dell'Odio --> Seine Winchester pfeift das Lied vom Tod
  • Weird Science --> L.I.S.A. - Der helle Wahnsinn
  • Wise Guys --> Zwei Superpflaumen in der Unterwelt
  • Up the Creek --> Das turbogeile Gummiboot

Montag, 15. Februar 2010

Filmtitel VI

Wolfgang Maier hat in seinem Buch Spielfilmsynchronisation (Frankfurt a.M. et al.: Peter Lang 1997) ein ganzes Kapitel dem Problem des Übersetzens von Filmtiteln gewidmet. Für alle Möglichkeiten bietet er schlüssige Erklärungen. Wird der Originaltitel beibehalten, weil es sich um einen (bekannten) Eigennamen handelt, hat dies den Vorteil, dass "durch die internationale Presse der Film möglicherweise schon vor einem Deutschlandstart aufgrund des einprägsamen kurzen proper name bekannt ist; das macht das Publikum neugierig" (S. 75). Nach der "Allemanitis" der 50er/60er Jahre, wo man jeden englischen Titel (mitunter krampfhaft und misslungen) eindeutschte, begann die bis heute anhaltende Phase, in der auch unverständliche Filmtitel beibehalten werden. "Anscheinend liegen die Wurzeln darin vergraben, daß die Werbestrategen dem potentiellen Käufer/Zuschauer weiszumachen versuchen, bloß was 'neu' ist, sei 'gut'" (S. 79). Und weiter: "'Jurassic Park' hätte in den fünfziger Jahren wohl 'Panik im Dinosaurier-Park' geheißen." Die Englisch-Kompetenz des heutigen Publikums [= dem von 1997] sei jedoch nicht besser als die des Publikums von damals (diese Aussage stimmt heute, 2010, m.M.n. nicht mehr); "wichtig bleibt alleine der Erkennungseffekt der für manche inhaltslos gewordenen englischen Titel." (S. 80)
Sehr unterhaltsam sind die Ausführungen zu nicht am Original angelehnten Filmtiteln. Die schärfsten Schoten entstanden in der Trash-Horror-Welle der späten 60er bis 80er Jahre, als man das Publikum mit Titeln über "gefolterte Jungfrauen" und "gequälte Hexen" ködern wollte. The Haunted Palace (basierend auf H.P. Lovecrafts Erzählung Der Fall Charles Dexter Ward, ulkigerweise aber vermarktet als "based on a story by Edgar Allan Poe") wurde in Deutschland zu - festhalten! - "Die Folterkammer des Hexenjägers". Ein weiteres Highlight (S. 89f.):

"Nehmen wir Jean Rollins Öko-Thriller 'Les Raisins de la Mort' [...] was machte der deutsche 'A.B.'-Filmverleih daraus? Man möchte es nicht glauben, aber bei uns werden 'Die Trauben des Todes' zur 'Foltermühle der gefangenen Frauen'. Was sich der Verleiher unter einer 'Foltermühle' vorstellt, sei dahingestellt, jedenfalls kommt in diesem Film keine vor, ebensowenig wie 'gefangene Frauen'. Dem Titel entsprechend war übrigens auch die Graphik des deutschen Filmplakats ausgerichtet: Halbnackte, angekettete Mädchen (die im Film natürlich überhaupt nicht vorkommen) und grausig aussehende Totenköpfe, und als Slogan auf dem Poster die Aufschrift 'Zombie G.m.b.H. & Co. in Action' (sic!). Aber selbst so ein idiotischer Titel [...] kann noch übertroffen werden: Auf Video hieß derselbe Streifen nämlich 'Zombis geschändete Frauen' (man achte auf die Orthographie!), was zur Folge hatte, daß er umgehend indiziert wurde [...] Der Dumme ist in jedem Falle der Zuschauer: diejenigen, die wirklich 'gefangene', 'geschändete' oder 'gefolterte' Mädchen erwarten, werden enttäuscht, und die 'ernsthaften' Kinogänger müssen sich unweigerlich genieren, wenn sie an der Kinokasse eine Karte für 'Foltermühle der gefangenen Frauen' lösen [...] [D]as (übrigens minderwertige) deutsche Bauerndrama 'Das Mädchen vom Hof' versuchte man im Zuge der Horrorwelle als 'Die Totenschmecker' besser verkaufen zu können, und schließlich endete das Machwerk als 'Der Irre vom Zombiehof'."
Faszinierend sind auch die Versuche, Geld mit getürkten Franchises aufgrund früherer Erfolgsfilme zu machen:

"Man denke nur an die von Sergio Corbucci 1966 geschaffene Figur des 'Django'. Der Name wird auch heute noch gleichgesetzt mit dem Helden der Spaghetti-Western, und so fanden sich in Deutschland nicht weniger als 50 Filme, die sich des populären Namens der Kultfigur zu eigen machten. Doch wieviele 'echte' Django-Filme gibt es eigentlich wirklich? Die Antwort ist einfach: nur einen, eben den von Corbucci inszenierten. Alle anderen Produktionen, die sich daran anlehnen, haben mit dem eigentlichen 'Django' überhaupt nichts zu tun. Und trotzdem brach bald darauf eine wahre 'Django'-Flut über die bundesdeutschen Kinos herein [...]: Die Vorstellung 'Django spricht das Nachtgebet' steht in krassem Widerspruch zu 'Django spricht kein Vaterunser', ja die Palette reicht sogar bis hin zu 'Django Nudo und die lüsternen Mädchen von Porno Hill'."