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Freitag, 12. Juni 2026

Over my dead body!

Ich bin jemand, der sich, nicht zuletzt für dieses Blog, gerne von Koch- und Backrezepten inspirieren lässt und allgemein kein Problem damit hat, kulinarisches Neuland zu betreten. Eins jedoch werde ich – nach reiflicher Überlegung – nicht ausprobieren: Funeral Bread. Dabei handelt es sich um ein "potluck offering that’s popular in some parts of Minnesota and North Dakota", das aus drei Zutaten besteht: Zimtbrot, Cheez Whiz und in Scheiben geschnittene grüne Oliven (ggf. mit Paprikafüllung). Ganz recht: Schmelzkäse und Oliven (an sich eine einleuchtende Kombination) werden auf zimtschneckenartigem Gebäck ausgebreitet! Zwar sind laut dem TYWKIWDBI-Beitrag, in dem mir die Perversität begegnete, auch Brotsorten "with a little less flair" als Basis gestattet, doch hat die Cinnamon-swirl-Variante wohl besonders im Städtchen Roseau, Minn., ihre eingefleischten Fans, welche sie traditionell nach der Messe oder beim Leichenschmaus (daher der Name) schnabulieren.

Morgen steht ein von mir mit ausgerichtetes Sommerfest an, und ich habe kurz überlegt, ob ich zum Buffet ebenjenes "Bestattungsbrot" als Troll-Snack beisteuern soll. Möglicherweise würde es dem einen oder anderen Gast schmecken. Ich könnte auch testamentarisch verfügen, dass diese käsige Ungeheuerlichkeit auf meiner Trauerfeier gereicht wird ...

Freitag, 3. April 2026

Vor zwanzig Jahren

... bloggte ich auf dem Kybersetzung-Vorgänger dies:

Ich habe immer noch viel zu tun, d.h. die Updates werden in den kommenden Tagen noch auf sich warten lassen. Hinzu kommt, dass bluephod.net leider seinen Betrieb eingestellt hat. Damit will ich natürlich nicht andeuten, dass ich von dort Links geklaut hätte ;P ... aber traurig isses trotzdem.

Bluephod! Daran habe ich ja ewig nicht mehr gedacht. Aber "schön" zu sehen, dass es auch damals Phasen erhöhten Stresses in meinem Leben gab. Von wegen "Gammelstudent"! (Hat ja niemand behauptet.) Der nämliche Blogbeitrag geht dann noch mit ein paar Links weiter, von denen heute natürlich keiner mehr funktioniert, bis auf diesen hier: The Phronistery. Dieses bis ins Jahr 1996 (!) zurückreichende englischsprachige linguistische Kuriositätenkabinett enthält unter anderem ein "17,000-word dictionary of rare, cool, and unusual words", Spezial-Lexika, Zahlwort-Trivia sowie das bis heute gelegentlich aktualisierte Sub-Blog Glossographia. *bookmark*

PS: Meine alte Ausgabe des Duden Bd. 8 ("Die sinn- und sachverwandten Wörter") schlägt als Synonym für "Stress" das Wort "Managerkrankheit" vor. Was soll das?

Sonntag, 22. September 2024

Die besten Weblogs (Doppelausgabe)

Heute möchte ich zwei Blogs empfehlen, die ich schon längst hätte empfehlen sollen, zumal mir die sympathischen Köpfe dahinter persönlich bekannt sind.

1.) Der Filmkenner und Historiker Csaba Lázár, der mein Redaktionskollege bei der Kinosendung war, die ich mal am Rande erwähnt habe, rezensiert seit vielen Jahren auf CineCsaba alte und neue Heimkino-Veröffentlichungen. Seine Kritiken sind unendlich kompetenter und umfangreicher als die meinigen und treffen so gut wie immer ins Schwarze.

2.) Das Frankfurter Urgestein Stefan Geyer hält in seinem Geyst-Blog Stadt-, Alltags- und literarische Beobachtungen fest. Zwar nur noch sehr sporadisch, aber es gibt ein stattliches Archiv. Stefan ist wie ich ein leidenschaftlicher Rumlatscher, und insbesondere die Rubrik "Spaziergangstagebuch" ist einen Blick wert.

Sonntag, 11. Februar 2024

Die besten Weblogs

In den vergangenen vier Jahren wurde diese Rubrik nur dreimal "bespielt", was den schleichenden Untergang des Mediums Blog greifbar widerspiegelt. Womöglich ist dies denn auch der letzte Eintrag in der Reihe, aber auch der endgültige!
Das ooh! directory (übrigens die erste Website mit der Top-Level-Domain .directory, die mir untergekommen ist) versammelt – Stand heute – 2175 Weblogs aus aller Welt, geordnet nach Kategorien von "Arts and media" bis "Society". There goes my Sunday!

Dienstag, 22. August 2023

Künstliche Köche verderben den Brei

Ich sehe einer Zukunft, in der KI eine immer größere Rolle spielt, inzwischen gelassener entgegen als noch vor einem halben Jahr. Vor einem Jahr hätte ich vielleicht noch "einer von KI dominierten Zukunft" geschrieben. Seien wir ehrlich: Gerade jene Branchen, deren feindliche Übernahme durch ChatGPT & Co. am vehementesten behauptet wird, scheinen mir derzeit auffallend ungefährdet zu sein. Wie ich in der Vergangenheit mehrfach gezeigt habe, ist das Erzeugen von Gebrauchstexten zwar simpel wie nie, die Ergebnisse sind aber, gerade im journalistischen Bereich, oft von bescheidener Qualität. Klar kannst du in Windeseile mit ein paar Prompts einen Blogbeitrag erstellen, der es von der Entropie her mit einem durchschnittlichen Wikipedia-Artikel aufnehmen kann, stilistisch wird er aber selten über das Niveau eines solchen hinausgehen, davon abgesehen, dass am Ende immer noch faktische Fehler und Unstimmigkeiten enthalten sein werden. Kurzer Besuch der Reiseseite, die ich hier schon einmal hinsichtlich groben Chatbot-Einsatzes begutachtet habe:

Die besten Discos/Clubs der Welt
Es gibt keine eindeutige Liste der 20 besten Discos der Welt, da dies stark von persönlichen Vorlieben und aktuellen Trends abhängt. Es gibt jedoch einige bekannte und beliebte Discos weltweit, wie zum Beispiel das

  •   Europa:Berghain in Berlin, das Pacha in Ibiza, das Fabric in London
  •   Asien das Zouk in Singapur

[...]
Es gibt auch viele andere großartige Discos auf der ganzen Welt, die je nach Musikstil und Atmosphäre unterschiedliche Erfahrungen bieten. Es ist wichtig zu beachten, dass sich die Clubszene in Asien ständig weiterentwickelt und neue Discos eröffnen können,

Peinlich. Wenn fürderhin jemand orakelt, semi-professionelle und leidenschaftliche Reiseblogger könnten ihr Hobby demnächst an den Nagel hängen, weil neue, mit Hilfe von Sprachmodellen generierte Angebote ihnen die Reichweite wegnehmen, dann lache ich mir 'nen Ast.

Kaum bedroht sehe ich auch die Arbeit von Kochbuch-Autor(inn)en. Ich beanstande im Folgenden nicht die Möglichkeit an sich, Gerichte von Künstlicher Intelligenz "erfinden" zu lassen. Die Verbandelung von Kulinarik und moderner Informatik kann ein witziges Experiment sein. Ich beziehe mich explizit auf Rezeptsammlungen: Jeder, der seine sieben Zwetschgen beisammen hat, wird ein klassisches, mit Herzblut kompiliertes und mit Könne designtes Kochbuch jenem Schmarrn vorziehen, den beispielsweise das in Dänemark ansässige Unternehmen Magic Media zum Preis von 5,95 $ (!) pro PDF vertreibt.

"Taste of Vanuatu": "A Journey Through the Island’s Cuisine! Delicious Island Fare" und "A Collection of Vanuatu Recipes" versprach eine Kollektion von 25 Rezepten. Das interessierte mich natürlich, denn über Vanuatu weiß ich nur wenig, und Inspirationen für den eigenen Herd entdecke ich immer gern. Vorab: Ich vermag nicht zu sagen, ob die Gerichte tatsächlich existieren. Sie lesen sich mach- und essbar und einigermaßen pazifiktypisch; zusammengestellt hat sie ausweislich des Impressums ein "David Bule", über den man im gesamten Internet nichts findet. Die Illustrationen stammen von "Paramte Poompuang", und den oder die gibt es nun, zumindest laut Google, gar nicht. Vermutlich wird das von Magic Media verwendete Bildgenerierungs-Tool intern so genannt, und was das ausspuckt, bewegt sich irgendwo zwischen aberwitzig und uncanny.


Das schaut ja erst einmal nicht sooo unrealistisch aus, aber man beachte bitte die Hände!


Ich würde so ein leicht schräges Essensbild als auflockerndes Flavour-Element durchgehen lassen, wären nicht auch die "Fotos" der einzelnen Gerichte teilweise extrem daneben. Dabei sieht manches sogar recht schmackhaft und präsentabel aus, etwa der Coconut Cream Fish:


Die Darstellung von Tuluk zum Beispiel könnte indes gar nicht weiter von der Wirklichkeit abweichen.


Regelrecht verstörend wird es bei Suppen und Desserts:


Ich glaube, das hier sind meine Favoriten: Lobster Mornay und Bananenkuchen. The horror, the horror!

 

Es ist offensichtlich, dass die KI-Resultate nicht nur nicht nachbearbeitet, sondern nicht einmal angesehen wurden. Ein geistig gesunder Mensch wird doch unmöglich einen Blick auf die obige Monstrosität werfen und denken: 'Jepp, das ist Banana Cake, wie wir ihn kennen und schätzen!'

Dass die "Redaktion" hier einfach alles, was der Rechner ausspuckt, reinlaufen lässt, zeigt sich auch bei den Texten. Fast alle Beschreibungen beginnen mit irgendeiner Variation von "XY is a traditional dish from Vanuatu, an island nation in the South Pacific". Der Rest: lieblos, unpersönlich, lahm. Das ist Schrott, Dreck, Ausschuss, und mir tun alle leid, die fast sechs Dollar (welcher Dollar eigentlich?) dafür ausgegeben haben.

Ich könnte an dieser Stelle noch etliche weitere Beispiele aus Publikationen wie "Taste of USA Vegetarian" oder "Taste of Argentina" zeigen, nach denen ihr euch alle siebzehn Finger lecken würdet. Besonders albtraumhaft ist "Taste of Germany" für stolze 11,95 $ (dafür aber auch mit 112 Seiten Umfang), wo wirklich keine Illustration zum Rezept passt. Okay, eins muss ich euch zeigen: den süddeutschen Klassiker Leberkäse. Und vielleicht eine nicht-euklidische Brezel dazu?


Ich wiederhole mich nur ungern, aber: Wenn noch irgendwer schnattert, dass die schreibende und buchgestaltende Zunft in Bälde nichts mehr zu lachen habe, dann lache ich erst richtig.

"Babe, are you ok? You've barely touched your Milanese carried by a thousand maggots."

Montag, 31. Juli 2023

Dinner time!

Via TYWKIWDBI: Wann wird in US-amerikanischen Haushalten zu Abend gegessen? Eine Berechnung auf Grundlage von Erhebungen des American Time Use Survey 2018 bis 2022 ergibt folgenden Graphen (ich hoffe, es ist okay, den hierher zu kopieren):


18 Uhr 19 als Spitzenzeit überrascht mich. Nach dem, was ich in amerikanischen Filmen und Serien gesehen habe, hätte ich vermutet, dass viel später diniert wird. Der Datensatz lässt sich nach Bundesstaaten aufdröseln; demzufolge versammelt man sich in Pennsylvania am allerfrühesten am Esstisch, durchschnittlich um 17 Uhr 37, was ein Kommentator im verlinkten Blog damit zu erklären versucht, dass es in Pennsylvania eine hohe Population von Amish ohne Strom gibt. Diese Annahme lässt sich mit Blick auf die nackten Zahlen kontern: In Pennsylvania leben zwar mit 23,7 % die meisten Amish der USA, ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung des Staates beträgt aber nur 0,67 %, was sogar von Ohio (0,69 %) und Indiana (0,92 %) übertroffen wird, deren Essenszeiten im Mittelfeld liegen. Texas ist übrigens Schlusslicht (19 Uhr 02), geschlagen nur vom District of Columbia (19 Uhr 10). Über die Gründe kann man spekulieren. ("Is it an age thing? A sunlight thing?")

Gäbe es auf meinem Blog so etwas wie Publikumsinteraktion, würde ich jetzt fragen: Wie ist das bei euch, wann esst ihr Abendbrot? Überhaupt hätte ich gern entsprechende Daten für Deutschland.

Freitag, 23. Juni 2023

KYB RST ZNG

Das gute Stadtkind-Blog dokumentiert seit Jahren Abwandlungen des Run-D.M.C.-Logos, die, meistens als Sticker, in Frankfurt zu sehen sind, sich aber auch in anderen Städten, ach wo: überall in Deutschland finden lassen. Die Hochphase begann 2015, aber wie man im Blog sieht, gab es erste Variationen des Bandlogos bereits 2010. Mittlerweile kursieren viele Kreationen, bei denen das ursprüngliche Prinzip gar nicht mehr verstanden und/oder umgesetzt wird. Dieses von mir fotografierte Beispiel (ich weiß nicht, ob es in der verlinkten Sammlung schon auftaucht) demonstriert, was ich meine:


Hätte man das H eine Zeile nach oben gezogen, wäre in der Mitte noch Platz für das A in "HACK". Davon abgesehen stört mich, dass es überhaupt eine dritte Zeile gibt. Da hat man sich schon sehr weit von "RUN DMC" entfernt.

Mittwoch, 7. Dezember 2022

Recycling im Krankenlager

Schließlich hat "es" mich doch noch erwischt und ich bin mit mittelschwerem Covid-19-Verlauf ans Bett gefesselt. Damit dies nicht einer dieser typischen (aber gebt's zu: bei mir sehr seltenen!) "Sorry fürs Nicht-Bloggen"-Beiträge wird, habe ich kurz im Archiv meines alten Blogs (2006-2012) gekramt und ein paar eventuell nicht uninteressante Beiträge aus dem Jahr 2010 herausgesucht, die ich hier unredigiert und unbearbeitet reposten möchte. Dafür reicht meine Kraft gerade noch.

#891 --- 22.10.2010, 10:44
Hier fehlt eine Überschrift
Erst 7 Postings gab es diesen Monat - meine Leser sind zurecht enttäuscht. Man glaube mir aber, dass ich im Moment ein wenig gestresst bin. Ich muss mehrere hundert Seiten in Word 2007 formatieren, ein Seminar vorbereiten, einen Job und eine Wohnung suchen, und morgen fahre ich zum dritten Mal innerhalb von zwei Monaten nach Frankfurt (diesmal zu einer Titanic-Online-Autoren-Konferenz - da muss ich dabei sein). Ich habe aber schon ein paar Ideen für zukünftige Beiträge, keine Sorge.

#872 --- 15.09.2010, 11:38
Die besten Weblogs
Heute: Ein Blog mit gesammelten Entschuldigungen von Bloggern fürs Nichtposten, von "Ich hatte einen leichten Herzinfarkt" bis "Ich habe an einem Megan-Fox-Sim gearbeitet". Sorry I Haven't Posted.

#912 --- 07.12.2010, 17:18
Winter
Wir befinden uns, das muss einmal erwähnt werden, immer noch im Herbst! Dabei kommt es mir im Moment so vor, als würde der Winter gerade zu Ende gehen, machen sich doch die Schneemassen schon wieder daran, mirnixdirnix zu tauen. (Ich kann mir nie merken, was es mit der Anomalie des Wassers auf sich hat. Schmilzt Eis bei 0° oder +4° Celsius?)
Deshalb soll es hier im Blog wenigstens schneien.
(Anm. 2022: Mit einer simplen Javascript-Einbindung, snow.js, ließ ich auf meinem Blog vor grünem Hintergrund weiße Flöckchen rieseln. So was war halt einer der Vorteile einer privaten, also richtig privaten Homepage.
Das mit dem Flattr-Button war ein Witz.)

#883 --- 30.09.2010, 12:30
Fragen, die ich mir selbst stelle
Heute: Was sind eigentlich das kleine und das große Einmaleins?
Antwort: Das kleine Einmaleins sind alle Produkte aus zwei Zahlen von 1 bis 10, das große Einmaleins geht bis 20. Das hatten wir natürlich auch in der Schule, aber es wurde nicht so genannt. Ohje, ich erinnere mich noch an Mathestunden mit Herrn Birnbaum, die damit begannen, dass jeder Schüler nach einer Quadratzahl bis zu 202 gefragt wurde. Da half wirklich nur Auswendiglernen ...

#904 --- 21.11.2010, 13:36
Glas
Ich habe den Eindruck - und diesen ließ ich gestern durch eine andere Person bestätigen - dass seit diesem Jahr erheblich mehr Glasscherben auf den Fuß- und Radwegen liegen als zuvor. Ich bilde mir ein, es begann konkret im Sommer, zur Zeit der Fußball-WM. Die Menschen entwickelten eine neue Gute-Laune-Straßenkultur ("Kultur"), zu der auch das ausgelassene Flaschenschmeißen gehört. Das war während der WM '06 noch nicht so krass. Es wird Zeit für eine Kampagne gegen diese Unsitte. Angelehnt an den verrückten Amerikaner mit seiner "The rents are too damn high!"-Partei soll sie lauten: "There's too much glass on the damn streets!"

#920 --- 21.12.2010, 17:36
Die großen Fragen der Menschheit - gestellt von BILD.de
>> Warum schliddern unsere Busse?
>> Überrollt uns die Noro-Virus-Walze?
>> Müssen wir Deutsche wieder für ganz Europa blechen?
>> Wem gehört der Hintern-Hit aus dem Internet?
>> Zerhackte Riesenstorch Inselbewohner?
>> Wer schreibt die Dialoge für Sex-Filme?
>> Verschlimmerte Mondfinsternis Winter-Chaos?

Sonntag, 14. August 2022

Traurige Domainübernahme

In meinem Feedreader befindet sich immer noch die ursprüngliche Adresse des Kultblogs von René W., dessen Schicksal ja allgemein bekannt sein dürfte. Seit ein paar Monaten wird n*rdcore[Punkt]de wieder betrieben und sogar mit Inhalten befüllt. Wann immer ein neuer Beitrag von dort in meinen Feed gespült wird, erschrecke ich leicht, nur um kurz darauf wehmütig zu werden. Hinter der vertrauten URL steckt ein seelenloser Technik-Kaufberater, die Texte lesen sich wie von einem Bot generiert. Leider bin ich zu faul, meine Blog-Abonnements sorgfältiger zu pflegen.

Sonntag, 22. Mai 2022

Die besten Weblogs

Heute: Cipherbrain, die Kryptographie-Kolumne von Klaus Schmeh auf den ScienceBlogs. Klaus Schmeh habe ich sogar schon einmal erwähnt, nachdem ich vor fast zehn Jahren sein Sachbuch "Nicht zu knacken" gelesen hatte. Danach ist mein Interesse an Verschlüsselung und geheimen Codes irgendwie abgeflaut; ich war an Input aus diesem Gebiet übersättigt. Dennoch kommt es einem Wunder gleich, dass ich noch nie über "Cipherbrain" gestolpert bin, zumal es zwei Leser des Blogs waren, die 2020 zusammen mit einem Mathematiker die Briefe des Zodiac-Killers entschlüsseln konnten.
Viele der vorgestellten Chiffren und Rätsel waren mir völlig neu bzw. sind es, denn ich habe das Archiv bisher nur überflogen. Da kommt eine so fesselnde wie langwierige Lektüre auf mich zu. Auf "Cipherbrain" bin ich übrigens letztlich gestoßen, weil ich nach Carl von Rabenhaupt gegoogelt habe, der im Dreißigjährigen Krieg einen codierten Brief verschickt hat. Wie ich jedoch überhaupt auf C. v. Rabenhaupt gekommen bin, fällt mir beim besten Willen nicht mehr ein.
 

Sonntag, 23. Mai 2021

Heute vor vierzehn Jahren

Also gut, weiter geht es mit dem fröhlichen Stöbern im Archiv. Am 23. Mai 2007 schrieb ich dies in meinen Kybersetzung-Vorgänger:

Hallo, Atzen! 
1. Diese unsagbar lauten Straßenarbeiten vor unserem Wohnhaus könnten ruhig noch früher anfangen - wie wär's mit um 5 oder so, HÄH?!
2. Die snapfish-Gratis-Aktion hat tatsächlich funktioniert, zumindest zum Teil. Meine 4-Cent-Tasse kam heute an. Motiv: Seal of Approval, mit einem *prust* Seehund, haha ... Mh.
3. Ein neuer GROßBUCHSTABE soll bald eingeführt werden. Wozu??? So ein SCHEISS.
4. Auf Magisterprüfungsnoten zu warten kann fast so nervig sein wie das Warten auf die last.fm-Weeklies.
5. Das Auto von Kai Diekmann wurde angezündet, hihi. Ein kleines foreshadowing (mir fällt das deutsche Wort nicht ein) auf Heiligendamm?

Gänzlich wertlos ist dieser im Netznirvana verschwundene Cringepost nicht, zeigt er doch, dass das Jugendwort "Atzen" bereits ein Jahr vor der Gründung des Partyrapduos "Die Atzen" kursierte. Interessant ist auch meine (womit begründete?) Abneigung gegen die ẞ-Majuskel, von der ich heute ein großer Befürworter bin.
Die Tasse, die ich bei der "Snapfish-Gratis-Aktion" (2) erstand, kann man hier bewundern. Ich finde sie entgegen meiner kaum verhohlenen Skepsis immer noch originell. Und Snapfish existiert nach wie vor. Mit "Last.fm-Weeklies" wissen vermutlich nur noch wenige (alte) Leute etwas anzufangen. Der "weekly report" des immer noch existierenden Musikdienstes war die wöchentlich ausgegebene Statistik der zuletzt gespielten und gescrobbelten Lieder/Künstler und für Statistikfans offenbar ein wiederkehrendes Highlight. Spotify hat, glaube ich, ein ähnliches Feature. Magister war ein dem heutigen Master entsprechender akademischer Grad.
Mit "Heiligendamm" (5) ist natürlich der von zahlreichen Protestaktionen begleitete G8*-Gipfel ebendort gemeint. (* Damals war Russland noch dabei.) Eine gute deutsche Entsprechung zu foreshadowing kenne ich immer noch nicht.

Samstag, 28. November 2020

Die besten Weblogs

Ich liebe es, dass ich diese Rubrik im Jahr 2020 immer noch befüllen kann, wenn auch sehr selten. Zumal das Blog, das ich vorstellen möchte, bereits 2018 ins Leben gerufen wurde. Aber erst jetzt bin ich darauf gestoßen.

The 'One SNL a Day' Project bietet genau das, was es verspricht: Der Autor, "Stooge", hat sich vorgenommen, jeden Tag (!) eine Ausgabe von "Saturday Night Live" zu schauen, zu rezensieren und zu bewerten. Stand heute hat er es bis zur 9. Episode der 38. Staffel geschafft, er dürfte das Projekt also nächstes Jahr abgeschlossen haben. Dafür gibt es von meiner Seite Respekt und Neid. Falls es jemanden interessiert: Ich selbst habe alle Folgen ab 30x01 bis zur aktuellsten (46x06) gesehen, außerdem Staffel 19 bis 27 komplett; durch 28 und 29 arbeite ich mich gerade durch, von Season 17 und 18 kenne ich nur einzelne Ausgaben. (Die "Beschaffung" dieser Show ist außerhalb Amerikas fast ein Ding der Unmöglichkeit.) Auf YouTube gibt es freilich viele Sketche aus vergangenen Jahren abzurufen, aber das ist für mich nicht dasselbe. Gespannt bin ich, ob das Blog auch nach dem faktischen Ende weitergeführt werden wird (dann halt mit einem Recap pro Woche). Nun heißt es aber erst mal: Archive binging!

Montag, 5. Oktober 2020

Betr.: Törtlis, Beratung, Röster, Blogger

Neulich habe ich endlich gelernt, was der Unterschied zwischen Tortelloni und Tortellini ist. Beziehungsweise: Mir ist überhaupt erst klar geworden, dass es einen Unterschied gibt. Dieser besteht, wie man sich denken kann, in der Größe: Tortellini sind kleiner als Tortelloni. Erfreulich ist die seit Jahren ansteigende Vielfalt an Supermarkt-Tortelloni, womit ich natürlich die Nassfertiggerichte im Kühlregal meine (Steinpilz, Kürbis, Ziegenkäse und und und); bei Trockenfertiggerichten hat man meist nur die Wahl zwischen Vier-Käse, Spinat-Ricotta und Schweinefleisch.

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In meinem Viertel gab es eine Aids-Beratungsstelle, die irgendwann geschlossen wurde. Als ich dies mitbekam, wusste ich nicht, was ich diesbezüglich empfinden sollte. Einerseits ist es immer traurig, wenn eine etablierte Einrichtung, besonders im sozialen Bereich, ihre Pforten schließen muss, andererseits kann man ja froh sein: Offenbar besteht kein Bedarf mehr an Aids-Infos, weil die Gesellschaft ausreichend aufgeklärt ist und/oder die Krankheit so gut wie verschwunden ist.

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Hinweis für Fans der österreichischen Küche: Marillen- bzw. Zwetschgenröster, die beliebten Palatschinken-Toppings, findet ihr in eurem Supermarkt möglicherweise nicht bei den Konfitüren, sondern in der Kompott- und Dosenobstabteilung! Rein zufällig sah ich in meinem Stamm-Rewe neulich die Gläser ebendort.

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Die Benutzeroberfläche von Blogger hat sich in den vergangenen Monaten wieder einmal geändert. Der Wechsel von der klassischen zur neuen Version war lange Zeit optional; währenddessen waren verschiedenste Macken zu erdulden. Mittlerweile nutze ich die aktualisierte Oberfläche und komme damit zurande, allein eine Sache stört mich: Beim Erstellen eines Beitrags wird standardmäßig ein Leerzeichen am Anfang eingefügt, das ich jedes Mal entfernen muss. Was soll das?

Sonntag, 29. März 2020

Die besten Weblogs

Heute eine Fundstücksammlung, die vergangene Woche nach Jahren der Inaktivität ein wenig Nachschub geliefert hat ... was ich gar nicht mitbekommen hätte, wenn ich nicht immer noch einen altmodischen Feedreader verwenden würde: The "Blog" of "Unnecessary" Quotation Marks". Mich wundert, dass ich diese Seite hier nicht vorgestellt habe, als es dort noch regelmäßige Updates gab. Der Vollständigkeit halber und als kurzzeitige Ablenkung sei die Verlinkung hiermit nachgeholt.



Sonntag, 8. Dezember 2019

Die besten Weblogs

Heute: Bahnsozialstudie.de. Erlebnisse mit der Deutschen Bahn, aber keine Angst: Es geht nicht ausschließlich um nervige Passagiere, Störungen im Betriebsablauf und crazy Durchsagen! Neugierigen Vielfahrern wie mir beschert die (unregelmäßig befüllte) Seite den einen oder anderen Aha-Moment. Die Einträge drehen sich um wenig bekannte Zugtypen, Streckentipps, außergewöhnliche Verbindungen und manches mehr.

Sonntag, 23. Juni 2019

Außergewöhnliche Printprodukte: Hurt You Bad

Kurz nach ihrem Erscheinen 2012 habe ich mir die Erstausgabe der gedruckten Version des inzwischen toten britischen Graffiti-Blogs "Hutyoubad" bestellt. Man muss solche Experimente unterstützen, dachte ich mir.


Hurt You Bad #1 – Concealed Intentions umfasst 104 durchgehend farbige Seiten auf wertigem Papier und versteht sich laut Editorial als "graffiti magazine with little to no graffit in it". Street art gibt es trotzdem zu sehen, Techniken werden vorgestellt, Künstler/-innen portraitiert und interviewt, auch Fiction kommt vor, in Form eines kurzen Drehbuchs. Dazwischen finden sich großzügig angelegte Strecken mit Straßenfotografie.



Highlight des Hefts ist das in 16 Bildern gezeigte Making-of des Kunstwerks "Pig to Paris", bei dem ein Schweinekopf auf kreative Weise umgeformt wird.


Warum ich erst jetzt, rund sieben Jahre später, darüber schreibe? Weil ich die ganze Zeit auf eine zweite Ausgabe gewartet habe, anhand derer ich etwas genauer analysieren wollte, was "Hurt You Bad" sein will. Ich denke aber, man kann endgültig davon ausgehen, dass die Geschichte auserzählt ist. Schade. 

Montag, 18. März 2019

Abgeschlossen, ausgeschlossen

Als Freund klassischer Whodunits von Autoren wie G.K. Chesterton, Robert van Gulik und natürlich Arthur Conan Doyle sehne ich mich schon seit geraumer Zeit danach, endlich in die Welt des John Dickson Carr einzutauchen. Dieser amerikanische Kriminalautor perfektionierte in Dutzenden Romanen und Kurzgeschichten das Genre des Rätselkrimis und gilt als Meister des Locked Room Mysterys. Insbesondere seine unter dem Pseudonym Carter Dickson verfassten Erzählungen um den Detektiv Henry Merrivale würde ich zu gerne lesen, doch die wenigen ins Deutsche übersetzten Werke sind kaum in die Finger zu kriegen, und die Originalfassungen weisen ein so exzentrisches bis nahezu unverständliches Vokabular auf, dass ich mir die Lektüre schlicht nicht zutraue. Woher ich das wissen will? Durch eine Beitragsserie auf dem hervorragenden Blog TYWKIWDBI, in welcher der Autor sprachliche Eigentümlichkeiten in den Henry-Merrivale-Mysteries bespricht. Diese Eigentümlichkeiten sind zumeist antiquierte oder heutzutage gänzlich anders gebrauchte Wörter, manche davon durch den Kontext erschließbar, andere muss man nachschlagen, und mehr als einmal stößt der Blogger – immerhin ein Muttersprachler – an seine Grenzen: "'... like one of those nature-study motion pictures where they show a flower coming up whingo overnight.' I found nothing on this..." Zu Einzelwort-Kuriositäten gesellen sich Phrasen wie "to play the rip", "tight as an owl" oder "needs must when the devil drives", so dass ich zu den unübersetzten Herren Carr-Dickson vorerst Abstand halte. Vielleicht intensiviere ich erst mal meine Suche nach einer der deutschsprachigen Ausgaben.

Donnerstag, 17. Mai 2018

Lesetipp: "Das Internet muss weg"


Offenlegung: Ich habe dieses Buch bestellt, um es für die TITANIC-Humorkritik zu besprechen. Schnell wurde klar: Das ist kein Stoff für die Humorkritik, denn die erfolgreiche Netzpersonality Schlecky Silberstein hat hier kein ulkiges Surrogat ihres Blogs zusammengehauen, sondern eine kluge Bestandaufnahme des Internets vorgenommen, jenem "riesengroße[n] Schritt, von dem sie in 100 000 Jahren sagen werden: Das war die erste Zeitenwende der Menschheit." Warum und wie uns das Netz peu à peu fertigmacht, beweist Silberstein anhand der teuflischsten Mechanismen der letzten Jahre, beginnend mit der Einführung des Like-Daumens bzw. Gefällt-mir-Buttons 2009, die seiner Meinung nach den Tipping-point darstellt. Aber nicht nur um die psychischen Mahlströme, in die uns die sozialen Medien ziehen (Geständnis: Unter FOMO = "fear of missing out" leide auch ich), geht es in den 14 flott zu lesenden Kapiteln, sondern auch um weltpolitische Bedrohungen wie Fake News, Alt-right, Trollfabriken, den Arbeitsplatzkiller Automatisierung und Social bots. Der verheerenden Wahrnehmungsverzerrung von Teilen der Gesellschaft "dank" Filterblase wird ebenso Platz eingeräumt wie Onlinemobbing (Stichwort "Gamergate").
Die Spanne zwischen Manuskriptabgabe und Bucherscheinen war merklich kurz – Respekt! Trotzdem ist so ein Thema natürlich der Rasanz aktueller Entwicklungen unterworfen, und man muss es schade finden, dass der Facebook/Cambridge-Analytica-Skandal in seiner ganzen irrwitzigen Bandbreite nicht mehr berücksichtigt werden konnte. Der Abschnitt über Datensammelwut ("Wenn es nichts kostet, sind Sie das Produkt") ist übrigens der schwächste, denn der Autor macht es sich allzu einfach damit, mit dem Finger auf böse Krakenunternehmen zu zeigen, ohne die Systemfrage zu stellen.
Überhaupt sehe ich nicht alles so düster, wie es hier gezeichnet wird. Gewiss, Aspekte der Digitalisierung wie der Tod des klassischen Journalismus oder die Unfähigkeit nachwachsender Generationen, Vier-Augen-Gespräche zu führen (!), lassen einen schon die Hände über dem Kopf zusammen schlagen. Aber ist die Menschheit deswegen komplett verloren? Glaube ich nicht, zumal Christian Brandes (so der Klarname hinter dem Pseudonym, mit welchem ich einfach nicht warm werden mag) uns am Ende selbst ein Schlückchen Optimismus gönnt: "Mein Lieblingsszenario verneigt sich vorm Homo sapiens als endlos flexible Anpassungsmaschine: In diesem Szenario weiß jeder Mensch, wie das Internet funktioniert. Jeder Mensch versteht die Funktion seines eigenen Belohnungssystems [...,] kennt den Wert seiner Daten und versteht das System der Interaktionsanreize."
Die Lektüre der vorliegenden 271 Seiten könnte ein Anfang sein, dieses Szenario Wirklichkeit werden zu lassen.

Wer das Taschenbuch haben möchte, melde sich bitte via Kommentar. Bei mehreren Interessierten entscheidet der Nettigkeitsgrad des Kommentars.

Freitag, 30. März 2018

Bye-bye, Digg Reader! Welcome, Feedly!


"Gibt es ein Leben nach dem Google Reader?", fragte ich im Mai vor fünf Jahren, bevor ich den Digg Reader entdeckte, der mir von Juli 2013 bis zum 26.3.2018, dem Tag seiner endgültigen und erst kurz vorher angekündigten Einstellung, treue Dienste erwies. Diesmal ist der Wechsel zu einem neuen RSS-Reader zum Glück rasch und einfach abgelaufen, nämlich zu Feedly. Damals lediglich als Firefox-Extension zu haben, kann dieser Reader inzwischen als ganz normale Seite im Browser aufgerufen werden. Man meldet sich ganz simpel über sein bestehendes Google-, Facebook- oder Twitterprofil oder ein eigens erstelltes Feedly-Konto an. Der OPML-Import ist ein Kinderspiel, die Anordnung der Blogbeiträge legt man je nach Gusto fest ("Popular", "Latest" ...), bei der Ansicht hat man die Wahl zwischen "Title-Only View" (selbsterklärend), "Magazine View" (Titel + Teaser + Bild), "Cards View" (selbe Elemente, aber in "Kachel"-Darstellung, schaut gut aus) und "Article View" (meine Präferenz). Zudem gibt es eine für Redaktionen etc. sicher reizvolle "Share with teammates"-Option.

Damit ist Feedly sogar noch ein bisschen komfortabler als der gute, alte Digg. Hätte ich keine Alternative gefunden, wäre ich vermutlich dazu übergegangen, die von mir verfolgten Seiten einmal am Tag direkt aufzurufen. Der Grund: Die Zahl der Blogs ist mittlerweile nochmals geschrumpft. Mit Wehmut denke ich an all die ehemals so Produktiven, die im Laufe der Zeit aufgegeben haben: das Sprachlog, "USA erklärt", das Fernsehblog, Lupino, Britcoms.de – und was ist eigentlich mit Nerdcore los?! Irgendwann bin ich der last man standing, ich sag's euch ...

Mittwoch, 15. November 2017

Die besten Weblogs

Heute: Salon du Fromage. Ja, doch, hm, die Notizen des Herrn Andreas Lugauer könnten allen gefallen, die auch diese meine Gedankendeponie zu schätzen wissen.