Mittwoch, 28. Februar 2018

Kurz notiert: Trumps Spickzettel

Vor einer Woche hat Donald Trump im Weißen Haus Überlebende des jüngsten High-School-Shootings empfangen. Dabei fingen die Kameras eine Art Erinnerungsstütze mit Konversationsfragmenten ein, die der Präsident in Händen hielt. Ein Punkt auf dem Notizzettel lautete "I hear you". Mich hat gewundert, dass diverse deutschsprachige Medien (u.a. n-tv) diese Phrase mit "Ich höre euch zu" oder "Ich höre Ihnen zu" übersetzt haben, denn das ist eine ziemlich ungenaue Wiedergabe dieser "Floskel, deren Bedeutung zwischen 'Ich höre euch zu' und 'Ich respektiere euch' schwankt; sie wird oft benutzt, um ein Gespräch am Laufen zu halten, auch wenn nicht alle einer Meinung sind" (Süddeutsche Zeitung) bzw. "bedeutet im Deutschen so viel wie: Ich höre dir zu, ich verstehe dich, ich respektiere dich. Im englischen Sprachgebrauch wird der Satz ähnlich einer Floskel der Zustimmung und Empathie verwendet." (FAZ) "Ich verstehe, was ihr meint" und "Ich sehe euren Standpunkt" wären zwei Vorschläge, die ich ins Rennen um das angemessenste Äquivalent schicken würde. Dass die eine Sprechergemeinschaft in drei Wörtchen etwas auszudrücken vermag, wofür bei der anderen ein vielsilbiges Gestammel nötig wird, darüber könnte man eine nicht dünne Monographie schreiben, aber dieser Blogpost ist mit "Kurz notiert" überschrieben, weswegen er auch jetzt (eh schon viel zu spät) endet.

Dienstag, 27. Februar 2018

Word of the week

Gestern bin ich zum ersten Mal in meinem Leben dem englischen Wort busyness begegnet. Klar, dass ich zunächst stutzte, es gar für einen Tippfehler hielt. Wenn Adjektive, die auf -y enden, mit -ness substantiviert werden, wird das y in der Regel zu i: happy > happiness, lazy > laziness usw. Nach einer Weile leuchtete es mir ein: Die Bedeutung von business hat sich mittlerweile (parallel zu seiner Aussprache) so weit von "Geschäftigkeit, Betriebsamkeit" entfernt (vgl. das deutsche Lehnwort), dass man, um Verwechslung zu vermeiden, ausnahmsweise busyness schreibt, wenn man "the state of being busy" meint.

Sonntag, 25. Februar 2018

Ende der Schicht

So, ich bin mit "Mind Control" durch und habe damit Stephen Kings "Mr. Mercedes"-Trilogie beendet, was ein uneingeschränkt weiterzuempfehlendes Lesevergnügen war, auch wenn das Finale dann doch ein wenig hinter der Qualität des herausragenden, ungemein fesselnden zweiten Teils zurückblieb. Damit, dass die Trottel vom Heyne-Verlag den Originaltitel "End of Watch" mit "Mind Control" "übersetzt" haben, wird natürlich bestätigt, um nicht zu sagen: gespoilert, was sich in "Finderlohn" bereits andeutete: dass hier nämlich nun ein übernatürliches Element hinzukommt, welches in Teil 1 und 2 fehlte. Darauf muss man sich halt einlassen. (Ich fühlte mich gelegentlich an den Film "Dämon – Trau keiner Seele" erinnert.) An klassischen Krimisujets mangelt es trotzdem nicht, und eine Prise Tragik rundet einen modernen Klassiker in Kings Spätwerk ab, an dessen sympathisches Hauptfigurentrio man noch lange mit einem bittersüßen Tränchen im Knopfloch zurückdenken wird.

Dienstag, 20. Februar 2018

Ein produktiver Tag in der Abreißkalender-Redaktion

- "Krawuttke, wo bleibt Ihr Tagesblatt zum Thema Chill-out?"
- "W-w-wiewas?"
- "Verdammt, Krawuttke, das Blatt für den 8. Februar: Wissenswertes über Chill-out!"
- "Weiß ich doch, Chef ... das ... das ist schon längst fertig."
- "Und warum liegt es dann noch nicht auf meinem Schreibtisch?"
- "Ich ... äh ... ich musste noch eine letzte Recherche anstellen. Wir wollen das Thema schließlich in allen Facetten beleuchten und weniger bekannte Hintergr--"
- "Ja ja, schon gut. Bringen Sie mir einfach die fertige Seite!"
- "Alles klar, kein Problem, gaaar kein Problem. Ich muss es nur noch ausdrucken. Geben Sie mir fünf Minuten, der Drucker hat wieder Papierstau, Sie wissen ja ..."
- "Krawuttke!"
- "Sofort, Chef!"
[Aus Krawuttkes Büro ertönt hektisches Tastengeklapper.]
- "Was machen Sie denn da drinnen?!"
- "Ich g-g-gebe dem Drucker manuelle Befehle, damit der Papier- äh -stau ... behoben ... ein Override, sozusagen, ja? Und da kommt auch schon der fertige Artikel!"


Sonntag, 18. Februar 2018

O Tannenschaum

Zum dritten Mal innerhalb kurzer Zeit muss ich mich dem Thema "Lieder, die dieselbe Melodie wie andere Lieder haben" widmen.

Es geht um den State Song des US-Bundesstaates Maryland. Dieser hat es nämlich in sich. Er beginnt mit "The despot’s heel is on thy shore, Maryland! His torch is at thy temple door, Maryland!" (gemeint ist Abraham Lincoln) und endet mit "She is not dead, nor deaf, or dumb — Huzza! She spurns the Northern scum! She breathes! she burns! she'll come! she'll come! Maryland! My Maryland!" Insbesondere wegen der Passage mit dem "Abschaum aus dem Norden" soll "Maryland, My Maryland" noch dieses Jahr einen aktualisierten Text erhalten oder durch etwas ganz Neues ersetzt werden; darüber wird im Moment konstruktiv diskutiert. Eine längst überfällige Reform und gerade unter Trump und "nach Charlottesville" mehr als ein symbolischer Akt (n.b.: Noch bis zum Jahr 2000 wehte die Konföderiertenflagge über dem State House von South Carolina).

Was mich beim Lesen eines Artikels über diese Angelegenheit am meisten überraschte, war, dass die auf dem Prüfstand stehende Hymne nach der Melodie von "O Tannenbaum" gesungen wird! Und nicht nur diese, sondern auch die Hymnen von Florida, Iowa und Michigan sowie der Stadtsong von Albany und einiges mehr. Sicher, wir alle erinnern uns an die Simpsons-Folge "Das Schlangennest", wo ein Schulchor die Ode "O Whacking Day" zu ebenjener Melodie intoniert, aber ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass damit u.a. traditionelles Liedgut der Pfadfinder parodiert wird.

Freitag, 16. Februar 2018

Kollektivschuld

Als ich den deutschen Trailer für "Mission: Impossible 6" sah, musste ich an einer Stelle stutzen.

Alec Baldwin: "Aber sein Team wäre tot."
Angela Bassett: "Ja, wären sie."

"Sein Team wären tot"? Kann man das sagen? Da stimmt doch was nicht!

Im Originaldialog heißt es "Yes, they would", wobei sich "they" auf "his team" bezieht, und das ist selbstverständlich korrekt. Sogenannte collective nouns wie group, staff, police und eben team sorgen im englischen Sprachraum für notorische Verwirrung. Benutzt man den Singular oder den Plural eines Verbs (ggf. nebst entsprechendem Pronomen), wenn ein Substantiv in der Einzahl eine Gruppe von mehreren Individuen/Items bezeichnet? Wie das "Oxford Dictionaries"-Blog 2011 festgehalten hat, gibt es (oder gab es zumindest anno 2011) dabei leichte Unterschiede zwischen British und American English. In den Staaten tendiert man wohl eher dazu, den Singular der finiten Verbform zu verwenden, was grammatisch am "konsequentesten" ist, während im Britischen Englisch "it’s absolutely fine to treat most collective nouns as either singular or plural". Einige wenige Wörter wie police verlangen laut dem verlinkten Blogeintrag ausschließlich den Plural, doch schon in der Zeit der Niederschrift schien diese Vorschrift im Aufweichen begriffen zu sein. Langer Rede kurzer Sinn: Das Wort team pluralisch zu interpretieren und zu behandeln, ist vollkommen legitim.

Das Übersetzungsteam haben hat das nun aufs Deutsche übertragen. Diese Inkongruenz liegt ehrlich gesagt außerhalb meiner persönlichen sprachlichen Komfortzone*, aber in Stein gemeißelt ist das Gesetz, wonach einem Nomen im Singular ein Verb im Singular zu folgen hat, keineswegs. Die Formulierungen "Die schätzungsweise große Anzahl von Menschen arbeiten in den Schattenbereichen des Berliner Arbeitsmarktes und gehören zu den schwächsten Gruppen" und "Ein Teil der Umsätze werden bereits jetzt mit internationalen Aufträgen erwirtschaftet" sind in offiziellen politischen Verlautbarungen getätigt worden, und kaum jemand stört sich daran außer Sprachkolumnistinnen wie Brigitte Grunert, die am Ende ihrer darauf Bezug nehmenden Tagesspiegel-Glosse vom 14.7.2007 jedoch einräumen muss, dass selbst der Duden anmerkt: "Oft wird aber nach dem Sinn konstruiert und das Verb in den Plural gesetzt."

Klarheit schafft eine Handreichung des Instituts für Germanistik der Uni Wien:
"a) Wenn das Subjekt im Singular steht und dennoch eine Mehrzahl bezeichnet, oder das Subjekt aus mehreren Teilen besteht kann es zu Konflikten bezüglich der Kongruenz im Numerus kommen.
Eine Reihe von Leuten hat (auch: haben) sich beschwert.
Ein Kilogramm Erbsen wurde (auch: wurden) gekocht.
Das Gelächter, die Heiterkeit klangen (auch: klang) aufgesetzt.
→ Die finite Verbform kann in diesen Fällen sowohl im Singular als auch im Plural stehen. Eine feste Regel gibt es nicht.
b) Wenn einem Mengenbegriff im Singular wie Anzahl, Gruppe, Hälfte, Hand voll, Haufen, Heer etc. das Gezählte im Plural folgt, dann steht das Verb überwiegend im Singular:
Eine Menge faule Äpfel lag unter dem Baum.
Es war wie immer eine Menge Leute da."

Auch bei Maß- und Mengenangaben sowie Brüchen und Prozentangaben im Plural ist es nicht unüblich, das Prädikat in den Singular zu setzen, und umgekehrt:
"Zwei Liter Bier reichen (auch: reicht) nicht aus, um mich betrunken zu machen.
Drei LKW Sand sind (auch: ist) genug für unsere Zwecke.
Hundert Gramm Zucker sind (auch: ist) zu schon zu viel.
[...]
Drei Fünftel Strom wird (auch: werden) atomar erzeugt.
50% Zucker wird (auch: werden) dem Produkt entzogen." (Beispiele von der Uni Wien)

Jedenfalls freue ich mich auf den neuen "Mission Impossible".

* Der Fairness halber muss man sagen, dass das beanstandete Zitat aus dem Filmtrailer kein einzelner Satz war, sondern es sich um zwei Sätze handelte und der zweite auf den ersten referierte. "Sein Team wären tot" hätten die Übersetzer/-innen vermutlich dann doch nicht ins Dialogbuch geschrieben.

Mittwoch, 14. Februar 2018

Der Jokus ist schlecht

Es folgt ein Nachtrag zur "Eliten"-Schelte der Bild am vergangenen Samstag. Was davon zu halten ist, hat das "BildBlog" bereits klargestellt; ich möchte mich allein auf den Witz konzentrieren, mit dem jener Meinungskasten aufmachte:


Ich finde den Vergleich unpassend. Meiner Erfahrung nach hat Joghurt eine verhältnismäßig lange Haltbarkeit entgegen dem, was man von einem Milcherzeugnis erwarten würde. Oft ist Joghurt noch Wochen nach dem angegebenen Datum genießbar, und Schimmel bildet sich viel später als bei manchem Obst, bei Brot, bei einigen Marmeladen oder bei Antipasti vom Markt, um einige Beispiele zu nennen, die mir spontan einfallen. 
Da wäre mehr drin gewesen, vielleicht irgendwas mit "links- und rechtsdrehenden Kulturen" oder mit "sauer" oder "Quark"?

Montag, 12. Februar 2018

Karneval-Stars, die es tatsächlich gibt (V)

  • Der Brautvater
  • Zwaa Batschkappe
  • Rumpeltruppe Cali
  • Die Bierhähne
  • Bauer Zitzele
  • Die Rasende Seniorin
  • Fräulein Baumann
  • Kuhl un de Gäng
  • Rotkäppchen Blech-Bänd
  • Betzi Boys 
  • Mike "der Bademeister" Haldorn
  • HüperBel
  • Faschingsgilde Timelkam
  • Tanzgruppe Kniebachschiffer
  • Orsinger Schnatterquintett
  • Ne Weinselige
  • Ne ärme Deuvel
  • De Noggeler
  • De Frau Kühne
  • Der Bruder von Trump
  • Kapelle Kamelle
  • Bass & Bässer

Donnerstag, 8. Februar 2018

Vom Pferd erzählt

Im aktuellen Focus schreibt Helmut Markwort in seinem "Tagebuch":
Überall ist zu lesen, dass das Bundeskriminalamt (BKA) quasi staatliche Trojaner in Handys schmuggelt, um Mitteilungen zu überwachen. In Wahrheit waren die Trojaner die Opfer, und die Griechen waren die Täuscher, die Betrüger. Es ist der größte Propagandaerfolg der listenreichen Griechen, dass die reingelegten, ausgerotteten Trojaner auch zum Symbol für Täuscher werden. Niemand wird je schreiben, das BKA setzt Griechen zur Überwachung ein.
Und warum wohl wird das niemand schreiben, auch der Focus nicht? Weil sonst kein Leser verstehen würde, worum es geht. Mensch, Markwort! "Trojaner" ist einfach eine Verkürzung von "Trojanisches Pferd", das nennt man Sprachökonomie. Die Griechen selbst haben mit dieser Entwicklung nichts zu tun; von "Propaganda" zu reden ist mithin Propaganda.

Dienstag, 6. Februar 2018

Videospieltipp: What Remains of Edith Finch

Ausnahmsweise habe ich mir dieses Erkundungsspiel nicht über Steam, sondern für die Xbox One heruntergeladen, und ich bin über die Maßen froh über diese Entscheidung! Nicht nur konnte ich das Spiel so auf dem großen Bildschirm in voller Pracht genießen (mit meinem angestaubten Laptop hätte ich sicher heftige Abstriche in Sachen Graphik machen müssen), auch gibt es regelmäßig immersionsverstärkendes Vibrationsfeedback über den Controller. 

Wie in "Gone Home" kehren wir in "Edith Finch" in die Stätte unserer Kindheit und frühen Jugend zurück und erforschen ein phantastisch verwinkeltes, mit allerlei Verstecken, Geheimgängen und liebevollen Details ausgestattetes Anwesen. Dabei kommen wir, als jüngster Abkömmling der Finch-Familie, dem Schicksal unserer zahlreichen, allesamt auf tragische Weise ums Leben gekommenen Geschwister und Vorfahren auf die Schliche. Diese Rückblicke erfolgen in Form außergewöhnlicher Minigames und gehören in Sachen Storytelling zum Cleversten, was ich in den letzten Jahren erleben durfte. 

Dem ubiquitären Lob (Metacritic-Wertung 88) schließe ich mich an. Präsentation, Steuerung, Spielzeit (angenehm kurz!) und Geschichte haben dafür gesorgt, dass ich mich noch lange daran erinnern werde. Wer morbide-melancholischen Adventures irgendetwas abgewinnen kann, muss "What Remains of Edith Finch" spielen!

(vom Fernseher abfotografiert, daher kommt die tatsächliche Qualität nicht zu 100% rüber)

Sonntag, 4. Februar 2018

Wochenbuch KW 5

Ich habe lange nichts über D. Trump geschrieben. Und warum auch? Man kann den Mann ja einfach ignorieren; in den Dritten Weltkrieg hat er unseren Planeten immerhin noch nicht geritten. Trotzdem sei hier für die Nachwelt kurz notiert, wie der Stand der Dinge ist. Im Februar 2017 war die allgemeine Stimmung ungefähr diese: Jaaaa, es ist schon sehr schlimm, aber warten wir's mal ab, in einem Jahr sieht's bestimmt ganz anders aus, es wird sich alles irgendwie normalisieren und einpegeln, denn kein Mensch schafft es, jeden einzelnen Tag für einen Aufreger zu sorgen! [Schnitt ins Hier und Jetzt] Tja, man hat's nicht für möglich gehalten, doch die Aufreger, Ausrutscher, Unverschämtheiten, Peinlichkeiten und Eklats kommen tatsächlich im Tagestakt – zumindest durchschnittlich: Wenn mal zwei Tage Ruhe geherrscht hat, gibt es dafür an einem Tag drei präsidiale Entgleisungen, wie neulich, als gleichzeitig 1) die "shithole countries", 2) die "Call of Duty"-Kampfjets und 3) die Absage des London-Besuchs wegen des "Peanuts"-Botschaftsgebäudes in den Medien waren. (Liebe Menschen der Zukunft: Wenn euch diese Stichworte nichts mehr sagen – seid froh!) Man stelle sich vor, während der Amtszeit irgendeines Trump-Vorgängers wäre ans Licht gekommen, dass 130.000 $ aus der Wahlkampfkasse als Schweigegeld an eine Pornodarstellerin gezahlt worden sind, von welcher sich der Präsident mit einer Ausgabe des Forbes-Magazins (mit IHM auf dem Cover) hat verhauen lassen. Es wäre der Skandal des Jahrzehnts gewesen, Rücktritt oder Impeachment die Folge. Aber im "new normal" anno 2018 stellt das gerade mal eine kuriose Begebenheit am Rande dar. Was für ein Wahnsinn.


Dämlich ist's, wenn man für ein Rezept eine winzige Menge einer Zutat benötigt, deren übliche Handelsgröße jedoch unpraktisch hoch ist. Ich brauchte letztens für ein Gericht exakt 10 Gramm Speisestärke und musste dafür eine 400-Gramm-Packung kaufen. Was mache ich nun mit den restlichen 385* Gramm? (* Ein bisschen habe ich verschüttet.)

Apropos Zutaten: Wie herrlich ist bitteschön das Wort "Kaiser-Natron"? Fast so herrlich wie die Wörter "Kaiserwetter" und "Kaisergemüse"!

Derzeitige Top 4 meiner Hass-Journalisten:
1. Don Alphonso
2. Julian Reichelt
3. Ulf Poschardt
4. Moritz von Uslar
(Warum nur vier? Ja, warum müssen es denn immer fünf sein?! Außerdem steckt in den vier infamen Schraten gut und gerne das Empörungspotenzial von zehn mittelschlimmen Journis.)

Hin und wieder stößt man in der Presse auf Erfreuliches:
Mir war gar nicht klar, dass Bingo auch in hiesigen Altenheimen eine große Nummer ist. Bisher kannte ich dieses Klischee nur aus amerikanischen Serien und Filmen.

Erfahrung der Woche: Altglas in einen frisch geleerten Container zu werfen! Die sind unten mit einer Art Filz gepolstert, so dass das Flaschen- und Gläserhineinschmeißen fast gar keine Geräusche verursacht.

Peinlich-Moment der Woche: Wir saßen im höher gelegenen, über etliche Stufen zu erreichenden Teil einer Gaststätte. Als die Kellnerin die Bestellung aufnahm, sagte ich: "Ich habe vergessen, was auf der Tafel mit den Tagesspezialitäten stand. Können Sie die bitte noch mal aufzählen?" Die nette Frau hatte sie allerdings nicht im Kopf und machte sich extra die Mühe, hinunterzulaufen, das Tagesangebot auf einem Zettel zu notieren und mir vorzulesen. Doch leider musste ich kleinlaut zugeben, dass mir keines der vier Gerichte zusagte. Auch meine Begleiter bestellten allesamt von der regulären Karte. Die Kellnerin nahm's mit Humor.

Enttäuschung der Woche: die Teesorte "Balance Zimt, Kardamom & Wacholder" von StickLembke. Das darin enthaltene Süßholz übertönt die schönen übrigen Bestandteile. Immer wieder hole ich mir versehentlich Tee mit Süßholz, weil ich mir nicht die Mühe mache, im Laden die Inhaltsangaben auf der Packung zu studieren, und immer wieder merke ich, dass ich Süßholz gar nicht mag.

Now playing: Nobuo Uematsu - Distant Worlds: Music from Final Fantasy (Album)

Freitag, 2. Februar 2018

Vokabel der Woche

Mit dem Zitat "Mich stören Bauchnabeldebatten" ist das Interview mit Niedersachsens Präsident Stephan Weil im aktuellen Spiegel überschrieben. "Mich stören nicht enden wollende Bauchnabeldebatten", geht der genaue Wortlaut, aber was genau Bauchnabeldebatten sind, wird nicht erklärt. Heutzutage sind Journalisten rasch dabei, mit "Wie bitte?" oder Repliken à la "Nicht enden wollende waaaaas?" zu kontern, wenn sie über einen unbekannten Ausdruck stolpern, aber die beiden Spiegel-Interviewer scheinen sich an der Formulierung des SPD-Mannes nicht zu stören, ja sie halten das Wort "Bauchnabeldebatte" sogar für so verbreitet bzw. aussagekräftig, dass sie es in die Überschrift packen.

Die Neologismen-Sammelseite "Die Wortwarte" hat das Kompositum am 25.8.2014 entdeckt: Cem Özdemir benutzte es in einem Tagesspiegel-Gespräch im Zusammenhang mit der Bekämpfung des IS (bzw. der IS, wie man damals interessanterweise noch sagte). Der ergooglebare Erstbeleg datiert allerdings auf den 30.8.2010, als Günther Nonnenmacher in der FAZ das mystische Wort in Bezug auf die Bundeswehrreform verwendete. Auch hier findet sich leider keine brauchbare Definition.

Apropos: Die "Lackschuh-Indianer" sind mir seit dem März 2017 nie wieder begegnet.