Donnerstag, 14. November 2019

Warum ist es am Rhein so grau? (Ausflugsbericht)

Ich wollte unbedingt mal wieder einen Klettersteig bezwingen. Wenn man in Frankfurt wohnt und nicht mehr als drei Stunden Anfahrtszeit erübrigen kann oder mag, muss man nehmen, was man kriegt, und das ist nicht viel. Im Rhein-Lahn-Kreis immerhin lockt der als "Steig mit alpinem Charakter" beworbene Rabenacksteig bei Sankt Goarshausen, den ich am Montag in der Früh ansteuerte. Der Klettersteig selbst ist (gewiss nicht nur für mich, der ich jahrelang durch die Sächsische Schweiz verwöhnt worden bin) recht unspektakulär und, obschon "nur für geübte Wanderer" empfohlen, rasch erledigt. Das Spannendste war, als ich einmal vom Weg abgekommen war und über einen Elektrozaun springen musste. Von oben hat man dann einen netten Blick auf den Fluss, wegen des Wetters an diesem Tag allerdings wenig pittoresk. Doch soll man stets das Positive an ungünstigen Umständen sehen: 1. So trüb und wolkenverhangen kannte ich den Rheingau bisher nicht, und ein eigentümlicher Reiz war ihm bei dieser Herbststimmung nicht abzusprechen. 2. Weil es obendrein kalt und windig war, hatte ich die ganze Gegend praktisch für mich allein; lediglich ein Wanderspaar kam mir entgegen.
Nach dem Rabenack-Abenteuer ging es weiter den Rheinsteig entlang. Ich orientierte mich an einer Tour, die einst in der FAZ-Rubrik "Ausflug am Wochenende" vorgestellt wurde. Sie führte über Feld und Flur an der Burg Maus vorbei, inkludierte den Bergbau- und Landschaftspfad Wellmich-Prath-Ehrental und endete im Zentrum des Loreleystädtchens. Die Strecke hätte für meinen Geschmack ruhig mehr Waldabschnitte beinhalten können. Dafür waren Schutzhütten und andere Ausruhmöglichkeiten dicht gesät. 
Hier ein paar Impressionen.

Wohin?

Vater Rhing

Hinauf ...

... hinab

Hier hätte ich Platz nehmen können.

Anzeichen von Leben

"Loreleyblick. Ein schöner Platz für alle"

Schön ist auch dieser Zugang ...

... zur Maus (leider an diesem Tag geschlossen), ...

... die man hier von schräg oben sieht ...

... und deren Gegenpart, die "Katz", über St. Goarshausen (ca. 1300 Ew.) thront.

Verhungern hätte ich nicht müssen.

Die Rheinsteighütte Nochern, eingeweiht im Juni 2006. Im Wanderbuch fanden sich sogar zwei Einträge vom Vortag.

Als ich eintrat, hörte ich gruselige Geräusche, da war meines Bleibens nicht länger.

Montankundliche Erklärtafeln säumten seinen Weg.

Dienstag, 12. November 2019

Der Frankfurter Coupon-Skandal 2019

Am vergangenen Samstag entnahm ich meinem Briefkasten das allseits bekannte, leider immer noch in Plastikfolie ausgelieferte Wochenend-Werbeprospektpaket und fand darin zu meiner Freude neue Bäcker-Eifler-Coupons vor, u.a. für sensationelle Deals wie "8 Brötchen für 2 Euro", "3 Laugenbrezeln für 1,50 €" oder "1 Kaffee Creme für 1 Euro". Am selben Tag stattete ich dem Büro, in dem ich arbeite, einen Besuch ab, wo das Werbebündel ebenfalls angekommen war. Auch darin waren Bäckerei-Coupons, die ich, weil sich niemand sonst dafür interessierte, einsteckte. Wieder daheim, erblickte ich auf den untersten Stufen im Treppenhaus einen weiteren Prospektepacken; den hatte wohl ein Mieter abgelegt, der nichts damit anzufangen wusste. Keine Frage, dass ich auch dieses Bündel einsackte. In meiner Wohnung öffnete ich die Umverpackung ... und die Eifler-Gutscheine fehlten!!! Offenbar liegen die wertvollen Märkchen nicht jeder Lieferung bei. Wer weiß, wie viele mir in der Vergangenheit schon durch die Lappen gegangen sind, weil ich einfach Pech gehabt hatte. Dies nur zur Information.

Sonntag, 10. November 2019

Nicht mehr und nicht weniger als 26 obskure Kreuzworträtsel-Lösungen

  • Garnspule: Bobine
  • Mitarbeiterstab beim Film: Cast*
  • Lottodoppeltreffer: Ambe**
  • drei Richtige im Lotto: Terne
  • ungefälliger Geschmack: Herbe
  • heimisches Wiesengras: Trespe
  • Ader im Gestein: Flaser
  • Stoffrückseite: Abseite
  • Blutwurz, Heilpflanze: Tormentill
  • Gabelhirsch: Gabler
  • Markierung in flachem Gewässer: Pricke
  • musikalischer Taktteil: Arsis
  • Bauernpachtgut in Frankreich: Ferme
  • Feinsand: Silt
  • Klaffmuschel: Mya
  • Bienenkasten: Beute***
  • venezianische Truhe: Arca
  • Volkstrachtenschultertuch: Fichu
  • tiefe Rinne, Abzugsgraben: Rigole
  • Spitzenmasche: Picot
  • Brautwerbung: Freite
  • von Tier bewegte Antriebswelle: Göpel
  • Pferdedressurübung: Levade
  • australisches Wildpferd: Brumby
  • Traufrinne antiker Tempel: Sima****
  • südslawische Kniegeige: Gusla
* verwechselt mit "Crew" 
** auch: Lösungswort für "Verbindung zweier Größen"
*** davon abgeleitet das Wort für "Bienenzüchter", vgl. 16.09.2014
**** auch: Lösungswort für "Teil der Erdkruste", vgl. 25.04.2014

Freitag, 8. November 2019

Albernes zum Wochenschluss

Neue Eselsbrücken zum Merken von Zahlenfolgen:

5 7 2 – Rom schlüpft aus dem Ei
3 3 3 – bei Essos Keilerei
1 1 1 1 – Heinrich V. sagt "Meins!"
Aans vier neun zwaa – Kolumbus sieht Amerika
1 6 1 8 – Dreißig Jahre, gute Nacht
4 – Tiberius ist hier!
1 1 2 ... ist nicht die Polizei
1 1 5: Die Feuerwehr trägt Strümpf'
1 1 0 – Hallo, ist da ein Bull'?

Mittwoch, 6. November 2019

Fragen, die ich mir selbst stelle

Heute: Was ist das Besondere an griechischem Joghurt?

Googelt man "griechischer joghurt", verweisen die ersten Treffer auf Artikel von Fit for Fun, InStyle, Men's Health u.ä. und beinhalten Schlagwörter wie "gesund", "Schlankmacher", "gute Fette" oder "kalorienarm". Wann griechischer Joghurt in Deutschland anfing zu trenden, weiß ich nicht mehr, ich schätze, vor etwa fünf Jahren (Skyr: gefühlt vor zwei Jahren). Was genau einen griechischen Joghurt ausmacht, kann ich ebenfalls nicht sagen, weswegen ich es jetzt recherchiere.

Also: Die traditionell griechische Art der Joghurtherstellung besteht darin, dass man die Molke sehr lange abtropfen lässt. Das Produkt hat am Ende des Prozesses drei Viertel seiner Ursprungsmasse verloren und eine extra cremige Konsistenz erlangt. Griechischer Joghurt enthält mehr Eiweiß als gewöhnlicher, sein Fettgehalt liegt bei 10 %. Innerhalb der EU darf Joghurt mit dieser Bezeichnung nur verkauft werden, wenn er wirklich aus Griechenland stammt, anders als in den USA, wo auch künstlich angedickter Joghurt "greek yogurt" heißen darf.

Montag, 4. November 2019

ß

Wissenswert: Das "Eszett" ist Bestandteil der französischen Druckschrift, wenigstens muss es das noch im 18. Jahrhundert gewesen sein. Ich stieß darauf an mehreren Stellen in Denis Diderots 1773 fertig gestellter Enzyklopädie:


Ich hatte bisher gedacht, es handele sich beim ß um ein ausschließlich in deutschen Texten verwendetes Graphem, weil es ja eine deutsche Erfindung ist. Doch wurde es beizeiten exportiert und gelangte unter anderem auch in italienischsprachige Bücher, wo es stets ein Doppel-s ersetzt – wie auch im Französischen, zumindest ist mir bei Diderot kein Fall untergekommen, wo das ß eine Ligatur aus s und z darstellt. Warum "dessein" nicht ebenfalls mit ß geschrieben wird, leuchtet mir nicht ein. (Deutsche Beispiele für "Deßein" aus demselben Zeitraum lassen sich durchaus ergoogeln.)

Samstag, 2. November 2019

What a jerk!

Bei Rewe entdeckt: eine "vegane Alternative zu Trockenfleisch auf Basis von Sojaproteinen" namens Soy Jerky


Es gibt drei Sorten, ich habe Teriyaki mitgenommen. Da ich noch nie Beef Jerky gegessen habe, kann ich nicht beurteilen, wie nah die Soja-Version dem Original kommt. Von der Textur und dem Geschmack her trifft sie zumindest das, was ich mir darunter vorstelle (wobei ich vermute, echtes Jerky neigt härtemäßig mehr in Richtung Hundefutter). Neben Zuckerrohrsirup, Kokos- und Sesamöl, Karamellpulver und Salz sind dem Geschnetzel noch andere Gewürze, die nur als "Gewürze" aufgeführt sind, beigemischt. Die 70 Gramm kann man gut in zwei bis drei Sitzungen wegsnacken. Hergestellt in Malaysia. 7/10

Das Produkt befindet sich, vakuumiert, in einer zusätzlichen Plastikhülle in der Umverpackung.

Donnerstag, 31. Oktober 2019

Meine 20 zuletzt gesehenen Filme (2/2)

A Cure for Wellness
Ein interessanter, unvorhersehbarer, unkonventioneller Mystery-Thriller mit einigen unangenehmen Momenten, aber ansprechender Optik (Regie: Gore Verbinski). Je weniger man über die in einer unheimlichen Hochgebirgs-Heilanstalt spielende Story weiß, desto besser.

Vice
Das Biopic über den "zweiten Mann" (so der deutsche Untertitel) Dick Cheney, der, das wird noch einmal klar herausgearbeitet, über Jahrzehnte hinweg die US-Politik geprägt hat und vor allem im post-9/11-Bush-Amerika nicht weniger als der erste Mann im Staate war, überzeugt noch mehr als Adam McKays letzte gesellschaftspolitische Satire, das oscar-prämierte Wirtschafts-Comedy-Drama "The Big Short". Ich habe mich zu gleichen Maßen echauffiert und amüsiert. So bedauerlich es ist, dass McKay seit diesem Jahr nicht mehr für Gaga-Komödien aus dem von ihm mitbegründeten Hause Gary Sanchez Productions (s.u.: "Casa de mi Padre") verantwortlich zeichnet, so sehr begrüße ich den Schwerpunktwechsel auf politische Themen. So großartig wie das Drehbuch ist auch Christian Bale als nicht totzukriegender Vizepräsident.

Der Diktator
Sacha Baron Cohens Filme habe ich seltsamerweise erst sehr spät begonnen "abzuarbeiten". 2016 (also bevor ich anfing, meine gesehenen Filme hier festzuhalten) sah ich dann "The Brothers Grimsby" und war begeistert von der kindlichen Freude an Albernheit und Grenzüberschreitung. Bei "Borat" sowie bei Cohens entlarvender TV-Reihe "Who is America?" ist mir dann sogar mehrmals vor Lachen die Luft weggeblieben. Während "The Dictator" sind bei mir zwar nicht die Tränen geflossen, doch gefiel mir abermals das Zelebrieren von Geschmacklosigkeit und die überzeichnete Figur, die Sacha Baron Cohen hier verkörpert. Wie schon bei "Grimsby" wurden zudem mehrere Rollen mit namhaften Charakterdarstellern besetzt, was die Lächerlichkeit ihres Spiels und die Läppischkeit der Handlung wunderbar verstärkt.
Falls Cohen nach "The Spy" vorhat, dauerhaft ins ernste Fach zu wechseln, bleiben mir immer noch "Brüno" und "Ali G in da House", die ich nämlich auch noch nicht gesehen habe!

Der große Trip – Wild
Wer glaubt, Reese Witherspoons Selbstfindungstrip von 2014 sei nur die weibliche Version von "Into the Wild" (2007) oder so etwas wie "127 Hours light", tut dieser von Nick Hornby adaptierten Romanverfilmung Unrecht. Die Motivation der Heldin ist nicht wie bei Jon Krakauer der Trieb, Naturgewalten zu "bezwingen" oder menschliche Grenzen auszuloten, Cheryl Strayed ist auch keine trotzige, zivilisationsmüde First-World-Aussteigerin, sondern eine schicksalsgebeutelte junge Frau, die auf den 1000 Meilen des Pacific Crest Trail (wieder) zu sich kommen und ihre Vergangenheit verarbeiten will. Bildgewaltig, packend und ergreifend.

The Crazies – Fürchte deinen Nächsten
Kaum erinnerungswürdiger Verschwörungs-Horror, den lediglich Timothy Olyphant sowie einige nett klaustrophobische Augenblicke über das Niveau einer "Akte X"-Episode heben.

El Camino: A Breaking Bad Movie
War dieser zweistündige Epilog zu einer der besten Fernsehserien aller Zeiten wirklich nötig? Nein. Habe ich mich trotzdem unterhalten und nostalgisch gefühlt? Ja. Mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen, außer dass man sich vorher vielleicht noch einmal ein "Was bisher geschah"-Video anschauen oder sich mit einem Rewatch auf den letzten Stand bringen sollte, denn "El Camino" knüpft wirklich nahtlos an das Finale von "Breaking Bad" an und ist mit teils weit zurückreichenden Verweisen und Anspielungen gespickt.

Colonia Dignidad
Auch hier ist zusätzliches Lesen angeraten. Entweder vor oder nach dem Schauen der deutschen Co-Produktion sollte man den Wikipedia-Artikel zu der 1961 gegründeten Sektensiedlung in Chile lesen. Ich habe es nach dem Ende des Films getan und wurde direkt doppelt so wütend, wie ich bereits war. Ein unfassbares Kapitel der Nachkriegsgeschichte!

Ein Mann namens Ove
In typisch skandinavischer Tradition gehen bei dieser schwedischen Bestseller-Verfilmung Tragik und Komik Hand in Hand – wobei das Komische von mir aus gern hätte überwiegen können. Skurril, makaber, rührend, aber kein Must-see.

Casa de mi Padre
Endlich wieder Will Ferrell! Diesmal spricht er durchgängig (und überraschend gut) spanisch als Held in einer Parodie auf mexikanische Western und Telenovelas. Wie auch die "Funny or Die"-Miniserien "The Spoils of Babylon" und "The Spoils Before Dying" ist diese Persiflage vollgepackt mit Stylistic sucks und Special effects failures: Es gibt gemalte Kulissen, recycelte Dauerschleifen-Hintergrundvideos, animatronische Tierpuppen (z.T. immerhin aus dem Hause Henson!), Anschluss- und Schnittfehler, schlechte Stuntdoubles und Plastikgesäße (!). Darüber hinaus kommt ordentlich Kunstblut zum Einsatz, denn mit comichafter Gewalt hält sich "Casa de mi Padre" nicht zurück.
So gefällig dieser Mix aus Persiflage und Hommage stellenweise ist, wirkt er unterm Strich doch wie ein allzu ausgewalzter Wegwerfgag. Der auf Wikipedia zitierten Einschätzung des "Hollywood Reporter" möchte ich mich daher anschließen: "It makes sense that this Spanish-lingo farce plays very much like an SNL sketch. The only problem is that it packs about as many laughs into its 85 minutes as a good skit does in eight or 10."

The Bay
Kurz vor Halloween dann noch ein so kurzer wie kurzweiliger Pseudo-Doku-Schocker, den ich seit Jahren auf der Watchlist hatte. Es geht um Umweltkatastrophen, Wasserverschmutzung, Atommüll, Erderwärmung – was den Film noch aktueller macht als im Erscheinungsjahr 2012 – und die Auswirkungen auf die Küstenfauna eines Örtchens in Maryland. Mit einer originell gewählten Killer-Spezies, die hier nicht verraten werden soll, ist "The Bay" zwar ein Creature-Feature, aber vor allem ein beklemmendes Bedrohungs-Szenario, das dem Found-Footage-Genre insofern etwas hinzufügt, als es nicht nur ein (vorgebliches) Privatvideo abspult, sondern zusätzlich Polizeistreifen-Mitschnitte, News-Übertragungen, wissenschaftliche Bewegtbildprotokolle, Überwachungskamera-Material usw. aneinanderreiht, was nebenbei gut zeigt, wie lückenlos man im digitalen Zeitalter ein Ereignis, das (wie hier) vertuscht werden soll, mit Hilfe der permanent anfallenden "Live"-Daten rekonstruieren kann.
Die niedrigen 5,6 Punkte auf imdb sind definitiv unverdient.

Samstag, 26. Oktober 2019

Filmtitel XX

Au bout des doigts → Der Klavierspieler vom Gare du Nord 
Outlaws → One Percent – 1%
Damsel → Smoking Gun
The Resident → Atlanta Medical (Serie)
Soldier → Star Force Soldier
Mercy → My Days of Mercy
Metti la nonna in freezer → Nonna mia!
Poms → Dancing Queens
Puppet Master: The Littlest Reich → Puppet Master: Das tödlichste Reich
Un homme pressé → Das zweite Leben des Monsieur Alain
Amanda → Mein Leben mit Amanda
Maleficent: Mistress of Evil → Maleficent: Mächte der Finsternis
The Art of Racing in the Rain → Enzo und die wundersame Welt der Menschen 
Intrigo: Dear Agnes → Intrigo: In Liebe, Agnes
Imitation Girl → Stargirl
Gloria Bell → Gloria – Das Leben wartet nicht
Ford v Ferrari → Le Mans 66 – Gegen jede Chance
Haunt → Halloween Haunt
En liberté! → Lieber Antoine als gar keinen Ärger

Donnerstag, 24. Oktober 2019

Meine 20 zuletzt gesehenen Filme (1/2)

Brexitannia
Ich bin ja ein Anhänger der (durch eigene Erfahrung empirisch gefestigten) These, dass es keine unysmpathischen Briten gibt. Auch die in dieser O-Ton-Collage auftretenden Männer und Frauen von der Insel machen durchweg einen netten Eindruck, selbst wenn sie unmöglichen Quatsch daherreden. Die Dokumentation – auch wenn dieses Wort das Genre nicht korrekt bezeichnet – entstand kurz nach dem Brexit-Votum 2016 und zeigt, dass einfach sehr viel Unwissenheit und Unsicherheit in der Bevölkerung herrscht(e). Neben einfachen Leuten kommen auch Gelehrte zu Wort. Ein faszinierender Einblick in die "englische Seele".

Der diskrete Charme der Bourgeoisie
Eine französische Farce, von der ich bisher nur den Titel gekannt hatte. "Farce" trifft es m.M.n. ganz gut, denn dieses Stück von 1972 bewegt sich irgendwo zwischen Satire und Groteske. Hin und wieder schert es ins Klamottige aus, es geizt auch nicht mit Frivolität. Unterm Strich würde ich behaupten, dass "Der diskrete Charme", käme er heute raus, nicht den Kultfaktor erreichen würde, den er hat. Regie führte übrigens kein Geringerer als Luis Buñuel.

Die grüne Lüge
Eine Doku, die schlechte Laune macht, was natürlich Kathrin Hartmanns Intention ist: Hier werden unbequeme Wahrheiten ins Bewusstsein gerückt (Al Gores "Unbequeme Wahrheit" habe ich übrigens immer noch nicht gesehen), wobei nicht alles als völlig hoffnungslos dargestellt wird. Zudem gibt es mit Werner Boote einen unterhaltsamen Gegenpart, der häufig den verschmitzten Advocatus diaboli gibt.

Iron Man 3
Um ein bisschen Marvel-Wissen nachzuholen, damit ich mir irgendwann mal die letzten "Avengers" angucken kann, habe ich mehr als acht Jahre nach "Iron Man 2" dem Abschluss der Trilogie eine Chance gegeben. Solides Gerummse.

Mr. Holmes
Endlich durfte auch Ian McKellen den großen Sherlock Holmes verkörpern – den alten Sherlock Holmes. Der sich zur Ruhe gesetzt habende Meisterdetektiv versucht seinen letzten Fall zu rekonstruieren, aber im Grunde gibt es gar keinen richtigen Fall, wie überhaupt alles, wofür man die Holmes-Geschichten liebt, kaum eine Rolle spielt (mysteriöse Verbrechen, Deduktion, London). Sehr behäbig.

The Walk
Zu Robert Zemeckis' biografischem Abenteuerdrama von 2015 habe ich ein paar Zeilen auf Facebook geschrieben, die ich hier reinkopieren möchte:
- Ein Film, der das Potenzial hat, mich SEHR wütend zu machen: Joseph Gordon-Levitt als französischer Straßenartist (u.a. Pantomime und Jonglage!), der sich in den Kopf gesetzt hat, ein Drahtseil zwischen die Türme des gerade erst errichteten World Trade Centers in New York zu spannen, um ungesichert darüber zu balancieren. Wenn ich so jemandem in echt begegne (Backpacker-Hostels sind das natürliche Habitat dieser Spezies), suche ich das Weite. Das ist der Typ Künstler, der nicht zur Unterhaltung performt, sondern um sich selbst etwas zu beweisen, Frauen zu "verzaubern", der Staatsgewalt eins auszuwischen (was immer "eins" sei) und zu zeigen, dass er halt "verrückt" ist. An einer Stelle brüllt er das seinem Compagnon wortwörtlich entgegen - ach ja, er spricht den ganzen Film über mit französischem Akzent.
Ich schaue bis zu Ende, weil die Aufnahmen beeindruckend zu werden versprechen.
Bittersweet sind die Auftritte von Notre-Dame und der Twin Towers.
- Lol, Paul Giamatti in einer Minirolle
- Einmal zieht sich die Hauptfigur sinnloserweise nackt aus - was wieder zu ihr passt.
- Er wollte den walk ursprünglich in einem SCHWARZEN ROLLKRAGENPULLOVER absolvieren, aber der ist vom Dach geflogen, hehe.
- Okay, ich hätte das schon gern in 3D im Kino gesehen, aber da wäre mir vermutlich schlecht geworden.
- Bechdel-Test nicht bestanden btw

Jungle
Basierend auf einer wahren Geschichte: Daniel Radcliffe verirrt sich in den Urwäldern Boliviens. Schicke Schauwerte, ein bis zwei Ekelszenen und schockierend realistische Wildwasser-Sequenzen, bei denen einem die Luft wegbleibt. Man bekommt Lust auf Abenteuerurlaub und wird gleichzeitig davon abgeschreckt.

Pirates of the Caribbean: Salazars Rache (OT: Pirates of the Caribbean: Dead Men Tell No Tales)
Der mittlerweile fünfte Teil der Reihe (ich hatte geglaubt, der sechste) macht immer noch viel Spaß, aber so langsam ist die Luft raus. Die Story, die in den ersten drei Filmen noch mit fast schon fordernder Komplexität überraschte, passt auf einen Bierdeckel. Ich fürchte, ich werde trotzdem jede weitere Fortsetzung anschauen ...
In diesem Zusammenhang eine Anekdote: Als der allererste "Fluch der Karibik" rauskam, befand ich mich gerade in Neuseeland, und ich als alter "Monkey Island"-Fan musste ihn natürlich sofort im Kino sehen. An der Kasse verlangte ich "one ticket for 'Pirates of the CaRIBbean', please", worauf die Kartenverkäuferin freundlich wiederholte: "One ticket for 'Pirates of the CaribBEan', yes." Seitdem betone ich das englische Wort für "Karibik" stets auf der dritten Silbe. Doch was musste ich vor wenigen Wochen durch einen Sketch bei "Late Night with Seth Meyers" lernen? Dass die akkurate Aussprache durchaus umstritten ist!

Happy Deathday
Kurz nachdem ich über die aktuelle "Murmeltier"-Welle geschrieben hatte, war "Happy Deathday" auf Amazon Prime verfügbar und entpuppte sich als durchaus vergnüglicher Zeitschleifen-Slasher mit dem ein oder anderen Twist. Die Heldin, die ihren eigenen Mord aufklären und letztlich verhindern muss, erlebt dabei wie Bill Murray eine Läuterung, ist anfangs noch eine (etwas überzeichnete) Zicke und am Ende empathisch, gerecht und allgemein relatable. Ob ich mir "Happy Deathday 2U" auch noch geben werde, weiß ich allerdings nicht.

Es: Kapitel 2
Während die kassensprengende erste Hälfte der neuen "Es"-Verfilmung noch Gänsehaut zu erzeugen vermochte, hat mich das "Chapter Two" vollkommen kalt gelassen. Eine einzige gruselige Stelle gibt es, und die kannte ich bereits aus dem Trailer. Der Rest ist unsubtil wie nur irgendwas. Es wird von einer übertrieben hysterischen Effekthascherei zur nächsten gesprungen, unterschwelliges Grauen, Gesellschaftskritik und Coming-of-Age-Sequenzen kann man mit der Lupe suchen. Immerhin hat Stephen King (dessen bester Roman "Es" für alle Zeiten bleiben wird) einen Gastauftritt, und Bill Hader überzeugt mit seiner Performance zwischen ernsthaftem Charakter und Comic relief.

Dienstag, 22. Oktober 2019

Traumprotokoll: Extreme Metal

Ich habe geträumt, es gäbe einen Metal-Künstler, der als "extremster Metal-Act der Moderne" galt – und ich hatte die Möglichkeit, ihn live zu erleben, da er in meine Stadt kam. "Künstler" ist dabei eigentlich schon falsch, denn das Ein-Personen-Projekt war offen gender-fluid: Mal trat er*sie martialisch maskulin und männlich grunzend auf, andere Male als Schulmädchen. Den Namen habe ich mir leider nur zur Hälfte gemerkt, irgendwas mit "Impala" (aber natürlich nicht "Tame Impala", ich möchte sagen "Darkened Impala" oder etwas in der Richtung).
Das Ganze trug sich in der Jetztzeit zu, ich war allerdings noch Student. Die Show fand denn auch in einer Spielstätte auf "meinem" Campus statt und war erwartungsgemäß gut besucht. Bereits als die ersten Klangteppiche aus den Boxen brummten, machte sich eine Mischung aus Vorfreude und Furcht breit; als die Musik gerade mal auf die halbe Lautstärke angeschwollen war, fingen einige Gäste zu weinen an. Der Stil erinnerte mich an Anaal Nathrakh, neben Industrial- waren auch Mathcore-Elemente auszumachen. Hin und wieder gab es melodische Mid-tempo-Abschnitte, und XYZ Impala machte sich einen Spaß daraus, diese so aufzubauen, dass man glaubte, sie würden ein besonders brutales Geknüppel einleiten, nur um dann sanft, gleich einer verlängerten Bridge, weiterzulaufen, so dass diejenigen, die schon zum Headbangen angesetzt hatten, plötzlich doof dastanden. Es war hohe Kunst, und nicht nur die Songs loteten die Grenzen des Erträglichen aus, sondern auch die Performances dazwischen. Einmal stach der*die Sänger*in sich einen Dolch durch beide Wangen wie bei einer ultra-taoistischen Straßenprozession in Südostasien. Ein anderes Mal katapultierte er*sie sich mit einem Wasserfontänen-Jetpack am Rücken mehrere Meter in die Luft.
Irgendwann ging die bizarre Kreatur wortlos von der Bühne und blieb minutenlang verschwunden. Ich wollte derweil auf die Facebook-Veranstaltungsseite des Konzerts schauen und stellte fest, dass ich von der Blabla-Impala-Fanpage ausgeschlossen worden war! Es war bekannt, dass man dieser nur beitreten durfte, wenn man sich als enormer devotee, als wahrer Superfan bewiesen hatte. In diesem Moment erreichte mich eine private Nachricht, in der stand: "Im Jahr 2011 hast du auf deinem Blog Tourdaten von verschiedenen Bands aus der Zeitschrift Metal Hammer veröffentlicht, und ich war nicht dabei!" Das war also die (unverschämte und zudem substanzlose) Begründung für meine Verbannung aus der Facebook-Gruppe. Ich bekam es mit der Angst zu tun und verließ die Location. Draußen hörte ich ein hexenartiges Kichern: Es war der Sänger in seiner Schulmädchen-Identität, der mich offenbar jagte! Alle paar Sekunden erblickte ich es, wie es übermenschlich schnell durch Seitengassen und Parallelstraßen flitzte. Ich stürmte ins Studentenwohnheim, schnappte mir aus meinem Zimmer panisch einen Stapel Schmutzwäsche (?) und floh in die Bibliothek, die für diese nächtliche Uhrzeit noch erstaunlich voll war. Durch immer enger werdende Gänge rannte ich, schob Personen beiseite, die Hände voller Textilien, Schulmädchen-Rufe dicht hinter mir. Bevor ich mich in einen Gemeinschaftsduschraum (?) retten konnte, wachte ich auf.

Montag, 21. Oktober 2019

Kleines Update zum letzten Kalenderwitzbildchen

Da vermutlich niemand die Kommentare unter meinen Blogposts liest (bzw. von diesen gar nicht erst Kenntnis nimmt, weil ich sie aus Spamvermeidungsgründen händisch freischalte, was sich oft um ein paar Tage verzögert), kopiere ich die Anmerkung zur 70. Folge "Humorperlen aus dem Abreißkalender" noch einmal in einen (diesen!) Extrabeitrag:
scheint mir da auf der [eigentlich beblusten] herrenbrust eine hitlerbrusthaarmaske durch, oder was bedeuten diese mir nicht recht erklaerlichen strichelschatten. und ist diese zeichnung vom [vor ein paar wochen verstorbenen] prüstel? ein verwirrender cartoon ,ich finde ihn interessant.
Der Autor, Bob Schroeder (btw: schön, Sie wiederzusehen!), hat recht: Der Cartoon ist von Andreas Prüstel; auf dem leicht zu ergoogelnden, farbigen und mit handschriftlicher Oberzeile versehenen Original erkennt man, dass die Brust keineswegs beblust, sondern tief ausgeschnitten ist.

Donnerstag, 17. Oktober 2019

Kurz getestet: Balea-Schönheitsgeheimnisse


1. Das vitalisierende Duschgel mit Yuzu riecht sehr zitronig, was nicht verwundert, enthält es doch "citric acid" (Zitronensäure), "citrus limon fruit extract" (gemeint sind wohl Extrakte der Früchte von Citrus × limon, vulgo Zitronen), "limonene" (Limonen, "ein Naturstoff aus der Gruppe der Terpene"; Wikipedia) und "hydrogenated palm glycerides citrate" (letztlich Palmölfett). Auszüge der ostasiatischen Yuzu-Frucht werden, anders als es der Vorderaufdruck vermuten lässt, für dieses Duschgel nicht verwendet, was das Etikett auf der Flaschenrückseite immerhin einräumt: "... inspiriert von den Früchten Japans". Ich mag's ganz gern.


2. Das reparierende Shampoo mit Macadamia-Öl enthält tatsächlich Macadamia-Öl, daneben Extrakte von Hänge-Birken-Blättern sowie Karamell, was man leider ein wenig zu stark wahrnimmt. (Es ist jedoch nichts im Vergleich mit dem Karamell-Duschgel, das es ebenfalls von der dm-Eigenmarke gibt.) Pickt man sich aus der langen Liste der Inhaltsstoffe wahllos einen heraus, findet man leider auch Bedenkliches: Peg-4 Rapeseedamide steht etwa im Verdacht, die Barrierefunktion der Haut zu schwächen, und Ascorbyl-Palmitat (Vitamin C) muss nicht, aber kann aus Palmöl gewonnen worden sein; darauf, dass es das in diesem Fall ist, würde ich glatt wetten.

Fazit: Beide Produkte sind angenehm und aromatisch, wenn auch Geschmackssache (vor dem Kauf Geruchsprobe nehmen!). Für den unschlagbar niedrigen Preis darf man freilich keine hochwertigen Bio-Zutaten erwarten.

Dienstag, 15. Oktober 2019

Mit Kanones auf Spatzen schießen

Pünktlich zum Beginn der Frankfurter Buchmesse möchte ich ehrlich und ohne Scham gestehen, dass ich aus Denis Schecks Literaturkanon ("Die Scheck-Liste", einsehbar und kommentiert im aktuellen Stern) nur drei Dinge gelesen habe. Ich schreibe bewusst "Dinge" und nicht "Bücher", weil auch ein Gedicht darunter ist. Hinzu kommen ein abgebrochenes, zwei pausierte und drei lediglich in Auszügen studierte Werke.
Man kann über Sinn und Unsinn eines solchen Lesekanons streiten. Wenn es heißt, dies und jenes müsse man gelesen haben, weil man es halt gelesen haben muss, habe ich in der Regel gleich viel weniger Lust auf die Lektüre. Das erinnert mich nämlich an Schule (XYZ muss man lesen, weil es Prüfungsstoff ist) und hat gleichzeitig etwas von alberner Distinktion (Stichwort Bourdieu, "Die feinen Unterschiede" (muss man gelesen haben! (ich hab's nicht gelesen))): Lesen als Abgrenzung, Kenntnis von Literatur, damit man einem speziellen Zirkel angehören darf.
Im Gegensatz zu Marcel Reich-Ranickis berühmtem Kanon scheint mir der Scheck'sche aber tatsächlich mehr leidenschaftliche Empfehlung denn bildungsbürgerliche Direktive zu sein, was ich daran festmache, dass unter den 100 Items auch Modernes, Kindliches, Abseitiges ist. Da will jemand aufrichtig Neugier aufs und Freude am Lesen machen. Und darauf kommt's doch an. Kurzum: Nicht schämen, wenn man was nicht kennt! Auch wenn ich in Sachen Weltliteratur nicht mitreden kann, meine ich doch, dass die Hunderten (Tausenden?) Titel, die ich konsumiert habe, mir in hinreichendem Maße Wissen vermittelt und den Verstand geschärft haben. Ich glaube jedenfalls nicht, dass mich ein Schnarchschmöker wie "Frau Jenny Treibel" zu einem interessanteren Gesprächspartner gemacht hätte.

Donnerstag, 10. Oktober 2019

Hans, guck in den Loft!

Es ist schon einige Monate her, dass ich das hervorragende Bestimmungsbuch für moderne Architektur "Alles nur Fassade" von Turit Fröbe gelesen habe, und selbstverständlich habe ich so gut wie alles vergessen, was da drin steht. Allerdings hat mich die Lektüre insoweit verändert, als ich jetzt mit geschärftem Blick durch Städte laufe. Ich achte verstärkt auf Häuserfronten, auf Fenster und Dächer, überhaupt recke ich öfter meinen Kopf, um mir auch mal die oberen Abschnitte von Gebäuden genauer anzuschauen. Dabei entdecke ich auch an vertrauten Orten Details, die mir bisher entgangen sind, etwa hier an der Straße "Am Hauptbahnhof" am Frankfurter Hauptbahnhof:


Laut der Wikipediaseite "Liste der Kulturdenkmäler in Frankfurt-Bahnhofsviertel" handelt es sich um den 1908 gebauten Merkurbau. Diese Säulen! Die Fenster! Die Kulturdenkmäler in diesem von vielen gemiedenen, schlecht beleumundeten Viertel sind hauptsächlich um die Wende 19./20. Jahrhundert entstanden und weisen neben neoklassizistischen Elementen auch solche des Neobarock, des Jugendstils und der Neurenaissance auf. Zu gerne würde ich solch ein Haus mal von innen sehen, die darin enthaltenen Büroräume und vor allem Wohnungen besichtigen.

Dienstag, 8. Oktober 2019

Heute hier, morgen tot

"Bild online" hielt es gestern für nötig, die Berichterstattung zu einem Massenmord in Österreich ("DAS EIFERSUCHTS-MASSAKER VON KITZBÜHEL") mit diesen zwei Aufmachern zu garnieren:

1. "Hier tanzte Nadine noch auf einer Hochzeit"
2. "Kitzbühel-Opfer Florian J.: Am Abend vor dem Massaker war er noch 'Man of the Match'"

"Meldungen" dieser Art sind nichts Neues, aber da diese Beispiele aufmerksamkeitsheischend im Verlaufe eines halben Tages rausgehauen wurden, habe ich länger darüber nachgedacht. Welchen Mehrwert hat die Erkenntnis, dass jemand gestern noch dies und das gemacht hat und dabei glücklich war? Wäre die Bluttat weniger erschütternd, wenn die Opfer kurz vorher träge auf der Couch gelungert oder im Spielcasino zehntausend Euro verzockt hätten? Es heißt nicht umsonst, er oder sie sei "aus dem Leben gerissen worden". Nicht nur einen Tag, sondern wenige Minuten nach einem freudigen Ereignis oder einer sorglosen Aktivität kann man einem Verbrechen oder einem sonstigen Unglück zum Opfer fallen, dies ist oft wesentliches Merkmal dessen, was man nicht-literaturwissenschaftlich "Tragödie" nennt.

Auf die Schlagzeile "Kitzbühel-Schmierfinken: Letztes Jahr arbeiteten sie noch bei richtigen Tageszeitungen!" warte ich gar nicht erst.

Sonntag, 6. Oktober 2019

Maussichten


Ich könnte mir vorstellen, dass dieser Absatz aus "Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes" (Clemens J. Setz, Suhrkamp 2011) von jungen Menschen in zehn Jahren kaum noch verstanden werden wird. Einen Laptop könnten sie gerade noch so kennen, aber ein Browser wird mangels Notwendigkeit keine Rolle mehr in ihrem Alltag spielen – wer steuert denn heute noch eine Webseite direkt an, wo sich doch alles auf eine Handvoll sozialer Netzwerke konzentriert, in die plattformfremde Inhalte als Screenshot oder Zitatblock, allenfalls als Links, auf die eh keiner klickt, eingespeist werden? Und die Erwähnung einer Maus oder gar eines Mauspads, zumal in den veraltend wirkenden nicht angepassten Schreibungen, wird Twenty-somethings, die schon anno 2019 mehrheitlich auf dieses Eingabegerät verzichten, vollends ratlos machen.
Aber womöglich irre ich mich. Technikbezogene Vorhersagen sind heikel, niemand sollte welche tätigen.

PS: Ich benutze meinen Laptop in diesem Moment notgedrungen ohne Maus, und ich hasse es!

Donnerstag, 3. Oktober 2019

Die besten Webcomics (2x revisited)

Anfang 2017 hatte ich vermerkt, dass Safely Endangered "nur noch sporadisch neue Inhalte" teilt, was damals auch stimmte. Inzwischen gibt es aber unter dem "Webtoon"-Dach jeden Montag und Mittwoch neuen Stoff, mithin häufiger als 2013, als ich die Reihe mit dem Hinweis "Updates unregelmäßig" erstmals vorstellte, und sie wird m.M.n. immer besser.


VGCats hingegen hat letztes Jahr aufgegeben. Das Archiv kann man freilich noch einsehen.


Samstag, 28. September 2019

Tagtraum

Ein Abrissunternehmen wurde von der Stadt damit beauftragt, ein schon lange leerstehendes Gebäude dem Erdboden gleich zu machen. Just als sich der Seilbagger mit der Abrissbirne nähert, erhält die Zentrale des Unternehmens einen Anruf vom Hochbauamt: Soeben habe sich ein Käufer gefunden, der Bau soll stehenbleiben! Panisch kontaktiert die Telefonistin per Handy den Vorarbeiter. Um Zeit zu sparen, brüllt sie "Abbruch! Abbruch!" in den Hörer, worauf der Vorarbeiter seelenruhig sagt "Ja ja, wir sind schon dabei" und achselzuckend auflegt. Er macht ein Handzeichen, kurz darauf verrichtet die Abrisskugel ihr desaströses Werk.

Donnerstag, 26. September 2019

Kurz getestet: Salsa-Nachos


Erstaunlich: Zum ersten Mal teste ich hier einen Snack aus dem Hause Chio, nämlich die neuen Tortilla-Chips Salsalicious, die als "juicy", "spicy" und "yummi" (sic) angepriesen werden. Wie ihr wisst, lege ich viel Wert darauf, dass Knabbergebäck keinen unangenehmen Nachgeschmack hat, und dieses Knabbergebäck hat keinen. Beim Kauen bizzeln die Nachos ein wenig auf der Zunge (das ist wohl mit "juicy" gemeint), die Schärfe ist nicht überwältigend, sondern sehr angenehm. Man kann die würzigen Dreiecke mit oder ohne Dip genießen, ich tat es wie auf der Packung suggested. 8/10

Werbeunterbrechung
Wenn ihr in diesem Jahr nur ein einziges Buch kauft (aber warum würde man nur ein einziges Buch in einem Jahr kaufen wollen?), dann den TITANIC-Titelprachtband "40 Jahre nur verarscht!". Er enthält sämtliche 480 Cover von November 1979 bis Oktober 2019, ist mit allerlei Erklär- und Bonusmaterial angereichert und sollte in keinem Haushalt fehlen. Sehr schön geworden ist auch das parallel erscheinende Hörbuch "Der endgültige Satire-Soundtrack", das es auf fünf CDs und vermutlich bald auch als Download gibt. (Disclaimer: Auf beiden Produkten findet sich alter Mist vom Schreiber dieser Zeilen.)

Dienstag, 24. September 2019

Gut ausgedrückt

Eine Sache, die ich sehr, sehr schlecht beherrsche, ist das Schätzen der verbleibenden Zahnpastamenge in einer Zahnpastatube. Immer wenn ich denke, das war jetzt die allerletzte Portion, die ich aus einer Tube rausholen konnte, reicht der Inhalt noch für mindestens drei weitere Putz-Sessions. Daraus könnte ich ja eine Gedächtnisstütze ableiten (etwa: "Wenn die Tube zum ersten Mal leergepresst erscheint, sind noch 3+x Portionen drin"), aber das will mir nicht gelingen. Das Gute an dieser gewiss meinem Grundpessimismus geschuldeten Lernschwäche ist, dass ich immer ausreichend Zahncreme im Hause habe.

Sonntag, 22. September 2019

The Greatest Generation

Noch einmal müssen wir in meine Schulzeit zurückreisen. Kurz vor dem Abitur zog eine Lehrerin, die uns eine Zeitlang in Chemie vertreten hatte, bezüglich unseres Jahrgangs ein Resümee, das fast wortwörtlich so lautete: "Wenn ich mir Sie so anschaue und wie ich Sie so erlebe, sehe ich ernsthaft schwarz für die Zukunft." Über diese objektiv unverschämte Äußerung konnten wir, nach Jahren permanenter Erniedrigung, freilich nur feixen. Inzwischen jedoch ist mir klar geworden, dass diese Lehrkraft recht hatte.

Möglicherweise galt das ja nur für unsere Schule, aber wir waren wirklich ein peinlicher Haufen: unpolitisch, desinteressiert, albern, sorglos, verwöhnt. (Einzig beim Ausbruch des Kosovokrieges wurde von ein paar unserer an zwei Händen abzuzählenden christlichen Schülerinnen in Kooperation mit der Reli-Lehrerin ein "Friedensraum" oder so was eingerichtet.) Niemals wären wir auf die Idee gekommen, für oder gegen etwas zu demonstrieren. Unseren Eltern ging es doch gut, warum sollte es uns irgendwann schlecht gehen? Und was focht uns die Erde an? Wir hatten ja unsere Computer. Laut den meisten unserer Lehrerinnen und Lehrer waren wir eh zu dumm, um etwas zu bewegen.

Wenn ich mir heute anschaue, wie junge Menschen versuchen, das zu retten, was die Generationen vor ihnen verbockt haben (und was meine Generation einfach hat schleifen lassen), wird mir warm ums Herz. Millionen gehen auf die Straße, weil sie erkannt haben, dass sie ihren 40. Geburtstag nicht erleben werden, sofern sich nicht sofort etwas ändert. Schwarz für die Zukunft sehe ich trotzdem, denn höchstwahrscheinlich bringen noch so viele Klimastreiks und Freitagsproteste gar nichts mehr. Aber ich freue mich über dieses neuartige, furiose Engagement.

Als Versuch einer Ehrenrettung möchte ich noch vermerken, dass mehrere meiner ehemaligen Mitschüler, die mittlerweile selbst Kinder im Grundschulalter haben, diese beim letzten "Friday for Future" unterstützend begleitet haben. Das habe ich in einer WhatsApp-Freundesgruppe gesehen, und auch darüber habe ich mich gefreut.

PS: Ursprünglich wollte ich dieses Textlein mit "The kids are alright" betiteln, aber den Satz habe ich in den vergangenen Tagen so oft gelesen, dass ich ihn als des Kybersetzung-Originalitäts-Versprechens nicht würdig erachtete.

Dienstag, 17. September 2019

Scharlachrote Buchstabe (= r)

Erinnerung an die Schulzeit, es muss in der 9. oder 10. Klasse gewesen sein. Unsere Physiklehrerin schreibt das Thema der Stunde an die Tafel: "Elektrische Widerstand". Einige Schüler, darunter ich, monieren, dass es "Elektrischer Widerstand" heißen müsse. Das sieht die Lehrkraft nicht ein und blafft uns an, es heiße schließlich "Der elektrische Widerstand", ohne -r. Wir versuchen sie zu überzeugen, dass sie dann auch den Artikel mit hinschreiben müsse. Leider werde ich erst ein paar Jahre später vom Phänomen der Gemischten Deklination erfahren, so dass ich unsere Einwände nicht mit harten Fakten untermauern kann. Die krumme Überschrift "Elektrische Widerstand" bleibt für den Rest der Stunde stehen.

Letzte Woche nun entdeckte ich bei Rewe diesen Brotaufstrich:


Er ist sehr lecker, aber auch hier stört mich das falsch gebeugte Adjektiv ungemein. Die Auseinanderschreibung von "Karottenaufstrich" ist da nur die Spitze des Eisbergs. Man könnte versuchen, die zwei Zeilen "Würzige Karotten Aufstrich" als separat stehend zu interpretieren, also etwa "Würzige Karotten: ein Aufstrich", aber würzige Karotten soll mir erst mal jemand zeigen. Karotten sind von Natur aus reichlich fad, und nur mit weiteren Zutaten (in diesem Fall u.a. Ingwer, Petersilie und Knoblauch) lässt sich aus ihnen ein würziger Aufstrich herstellen.

Vom elektrischen Widerstand habe ich weder vor zwei Jahrzehnten noch späterhin irgendwas verstanden, aber im Gegensatz zu Sprache und Lebensmitteln spielt er in meinem Leben auch keine Rolle mehr.

Samstag, 14. September 2019

Rebellion der Tabellenkalkulationen

Am Ende waren es doch keine Killerroboter, keine Y2K-Bugs, keine Geister in der Maschine, die das Aussterben der Menschheit entscheidend vorantrieben, sondern eines der am weitesten verbreiteten Programme der Welt: Excel. Weil dieses "viele Namen von Genen in Tabellen standardmäßig zu Datumsangaben" konvertiert, sind schätzungsweise 20 Prozent aller Genetik-Studien verfälscht (futurezone.at). Das hat eine bereits 2016 im Magazin Genome Biology veröffentlichte Studie von Mark Ziemann, Yotam Eren und Assam El-Osta ergeben. Beispielsweise existieren Gensymbole namens SEPT2 oder MARCH1, und diese werden automatisch als 2. September resp. 1. März interpretiert und in den Tabellen entsprechend umgewandelt. (Ich selbst werde regelmäßig Opfer dieser Mechanismen.) Eine Microsoft-Anwendung sorgt also dafür, dass die Erforschung unseres Erbguts auf der Stelle tritt, behindert sie sogar aktiv.
Für mich die Science-Enthüllung des Jahres!

Donnerstag, 12. September 2019

Brausemädchenrechnung

Eine Cola light bei Burger King hat nur 1 Kilokalorie. Und zwar in jeder Größe! 'Das geht doch gar nicht', denkt ihr? Geht wohl – mit Runden! Angenommen, eine kleine Cola light (0,25 l) hat 0,6 KCal (offizielle Angabe), dann hat eine große das Doppelte: 1,2 KCal, was abgerundet immer noch 1,0 ist. Aber wen interessiert das schon, wenn man dazu einen Triple Whopper frisst, der gleich mal mit mehr als 1200 Kilokalorien zu Buche schlägt?

Dienstag, 10. September 2019

Torsten Neunmalklug schlägt wieder zu

Im April 2017 habe ich behauptet, ich hätte an den Spiegel "den ersten Leserbrief meines Lebens" geschickt. Diese Behauptung ist unwahr, wie ich beim Durchsehen meines Privatarchivs neulich bemerkte. Zum Glück schreibe ich alles auf! Ich hatte ganz vergessen, dass ich bereits im August 2008 einen Leserbrief an die P.M. gemailt habe.

Damaliger Anlass: ein Artikel mit dem reißerischen Titel "Der große Krieg um die Zahlen". Darin wurde das römische Zahlensystem als kompliziert verdammt, es wurde gar spekuliert, ob es am Untergang des Weltreiches Schuld trug! In den 50er Jahren, so der Verfasser, mussten sich deutsche Schüler mit dem ach so unlogischen System rumplagen. Dabei waren römische Zahlen auch bei uns (in den 90ern!) Unterrichtsstoff, und niemand ist daran zerbrochen! Dies schrieb ich dem Autor und merkte an, dass das jeweilige Zahlensystem – wie auch die Schrift – nur eine Sache der Gewöhnung sei. Und dass das indisch-arabische auch nicht optimal für z.B. Französischsprechende ist: Die schreiben zwar 98 als Zehner-Einer-Kombination, aber sagen "4 mal 20 plus 10 plus 8". Zudem ist die Zeichen-Zahl-Zuordnung völlig arbiträr, und im Alten Rom musste man sich immerhin nur sieben Zeichen merken (die man ja eh schon, als Buchstaben, kannte). Und MM ist ja beispielsweise nur halb so lang wie 2000.

Als Antwort erhielt ich dies: ".... danke für das Feedback! Sie mögen nicht Unrecht haben mit Ihrem Beweisargument, dennoch ist die zugrunde liegende These dieses Beitrags über Ethnomathematik, dass der Fortschritt des Menschen mit der Vereinfachung der Rechensysteme gekoppelt ist. Schöne Grüße [...]" – Ja, das ist mir schon klar, dass das die These war! Nur: sie stimmt nicht! Kann das mal bitte jemand zur Kenntnis nehmen? Halloooo??!!

Freitag, 6. September 2019

Brain Droppings 2000

Irgendeine Zigarettenmarke wirbt gerade sinngemäß damit, dass Rauchen cool ist. Das gefällt mir schon wieder.

Irgendwie süß, dass Klaus & Klaus offenbar zusammen wohnen.
("Klaus, geh mal zur Tür, es hat gebimmelt!"; Da steht ein Pferd auf'm Flur)

Filmidee "1 Dalmatiner - Wie alles begann"

Was ist denn das für ein Gemüse hier? Ständig müst jemand. Können die nicht woanders müsen?

[Erwachsener, der zum ersten Mal ein Kind sieht] Was in drei Teufels Namen ...?!?!

Bücherschrank, aber als belesener Bodybuilder

Jeder Zoo ist ein Streichelzoo, wenn du dich traust!

Okay, beste Idee aller Zeiten:
- - seid ihr ready? - -
Pfeffermühlen als abschraubbare Bettpfosten!
Ist da vor mir noch niemand drauf gekommen? 
Das Design könnte man direkt übernehmen, und einen Slogan zur Vermarktung hätte ich auch schon: "... bringt Würze in Ihr Schlafzimmer."

Existieren Klaus & Klaus und Torfrock im selben Serienuniversum?

Wäre ich Supermarktkassiererin und ein Kunde legte eine extra-große Familienpackung Toilettenpapier aufs Band, würde ich ihm anerkennend zurufen: "Na, nun könn'Se aber scheißen, wa!?"

Das gehört zum Freibadbesuch einfach dazu: ein dampfender Teller Grützwurst mit Kartoffelstampf (Apernmauke).

Sind Gurkenflieger der Höhepunkt oder der Tiefpunkt der menschlichen Entwicklung?

Es gibt in unserer Stadt eine Pizzeria mit dem Namen "Da Nene". Ich möchte daneben ein Native-American Diner eröffnen und es "Na Dene" nennen.
Versteht ihr - wegen der nordamerikanischen Na-Dené-Sprachfamilie, hahahahaha-- *wird diskret nach draußen geführt*

Die berühmte Szene aus "The Sixth Sense", aber statt "Ich sehe tote Menschen" sagt der Junge "Da steht ein Pferd auf'm Flur!"

Sonntag, 1. September 2019

Kurz getestet: Knuspererbsen


Die Enjoy Knuspererbsen in der Geschmacksrichtung Sweet Chili von Kühne kamen bei mir nicht sonderlich gut an. Der Teigmantel wurde von weiteren Testpersonen als "fast schon süß" beschrieben, wobei nach einer Weile eine gewisse Schärfe zutage tritt, die aber schnell einer Fadheit weicht. Es will sich kein Suchtgefühl einstellen. Der Preis liegt mit 1,99 € pro 100 Gramm (Rewe) relativ hoch. Nicht zuletzt waren einige Erbsen in meiner Packung schlicht zu hart, was besonders Menschen mit lockeren Zahnfüllungen zu schaffen machen könnte. Immerhin verzichten die Sorten (es gibt noch "Paprika" und "Meersalz") auf Geschmacksverstärker, Farbstoffe und Aromen, und sie sind vegan und fettarm. 4/10

Freitag, 30. August 2019

Noch mehr Rumliegendes

Dies ist eine Fortsetzung des Beitrags "Rumliegendes" von 2012. Rotliegendes war mir, siehe ebd., ein Begriff, aber ich staunte kürzlich in einem Museum nicht schlecht, als ich dort mehrere wie folgt gelabelte Gesteinsbrocken erblickte:


Was für ein dramatischer Name für ein Mineral! "Von dem Todtliegenden unterscheidet man graues, weisses und rothes Todtliegendes", informiert uns Franz H. Walchners Buch Der practische Naturforscher: ein unentbehrliches Hand- und Hülfsbuch für Freunde der Naturwissenschaften von 1843. "Jenes folgt häufig zunächst unter dem Kupferschiefer und ruht auf dem rothen Todtliegenden, oder es bedeckt auch in Gegenden, wo diese letztere Felsart fehlt, das graue Todtliegende diese und jene abnormen Felsgebilde."
Versteh ich nicht, bin aber entzückt. Bei "rothem Todtliegenden" scheint es sich um nichts anderes als Rotliegendes zu handeln. Wikipedia kennt dieses Synonym nicht mehr.

Mittwoch, 28. August 2019

Videospieltipp: Black The Fall

Dieser gecrowdfundete Puzzle-Plattformer ist das erste Spiel aus dem Sand Sailor Studio und kann sich durchaus sehen lassen. In einer über-industrialisierten Dystopie flüchten wir in der Haut eines gesichtslosen Rabota vor Wachleuten, Lasern und automatischen Geschützen, wir umgehen Lichtkegel, legen Schalter um, setzen Maschinen in Gang oder außer Betrieb, klettern, springen, hangeln, benutzen Aufzüge, treten in Pedale, tasten uns durch dunkle Abwasserkanäle und kontrollieren zeitweise sogar einen "tierischen" Begleiter. Dabei sind Geschick, Kombinationsgabe und ein kühler Kopf gefragt, an drei Stellen musste ich sogar ein Walkthrough-Video konsultieren (u.a. an der im Foto gezeigten). Die Steuerung ist simpel und geht am besten mit dem Gamepad von der Hand. (Ich habe auf der Xbox One gespielt.)
Setting, Rätseldesign und Graphik lassen erkennen, dass hier "Inside" als Vorbild diente – was nicht das schlechteste ist! Ein wenig befremdend ist der offensichtliche Anti-Kommunismus, für den die Macher, wie einem beim Abspann klar wird, aber durchaus Gründe haben.
Ich bin in den circa fünf Stunden, die das Durchspielen gedauert hat, sehr oft gestorben, habe mich erschreckt und fasziniert, hatte Angst und Triumphgefühle und habe sogar etliche Achievements freigeschaltet.


Montag, 26. August 2019

Humorperlen aus dem Abreißkalender (68)

"Herr Prütz – haben Sie eventuell schon darüber nachgedacht Politiker zu werden?"
(Auf dem Haus im Hintergrund steht "Prütz. Brennholz-Verleih".)

Samstag, 24. August 2019

Hübsche Flaggen untergegangener Staaten: Königreich der Idrisiden


Marokko konnte in seiner Geschichte schon so manche ungewöhnliche Flagge vorweisen. Die älteste überlieferte Form (11.-13. Jh.) zeigte ein Schachbrett auf rotem Hintergrund; vom 17. bis zum 19. Jahrhundert war eine Schere auf der Flagge abgebildet; die Kriegsflagge von 1848 war blau und hatte einen Arm, der ein Schwert hält, auf der linken Seite; im 18. Jahrhundert reaktivierten einige Stämme den aus zwei übereinander gelegten Quadraten gebildeten Stern der Mariniden-Dynastie; unter den Alawiden ab dem 17. Jahrhundert wurde die rein rote Flagge geführt, die bis zur Ablösung durch die moderne Version mit dem Pentagramm anno 1915 die offizielle Flagge Marokkos war. (Heute gibt es keine einzige einfarbige Nationalflagge mehr; bis zum Fall Gaddafis hatte Libyen ein grünes Rechteck.)

Minimalistisch ging es auch auf dem Boden des heutigen Marokko zur Zeit der Idrisiden, also der von den muslimischen Prinzen Idris I. und II. begründeten Dynastie, zu. Ein weißes Seidenbanner wurde gehisst, in späterer Abwandlung durch die Almoraviden erweitert um den Spruch "Es gibt keinen Gott außer Gott, und Mohammed ist sein Prophet." (Weil der Hintergrund dieses Blogs weiß ist, wurde die Farbe auf dieser eher untypischen geometrischen Figur ein wenig eingedunkelt.)

Donnerstag, 22. August 2019

Kurz getestet: Buttermilchbrötchen

Sehr, sehr fein sind die (ich glaube neuen) Buttermilch-Brötchen von Knack & Back. Sie sind einfachst aufzubacken, schmecken köstlich und verströmen tatsächliche einen leichten Buttermilchduft. Ich würde am liebsten 10 Punkte vergeben, aber das käme einem Verrat an den Original-Sonntagsbrötchen gleich, die ich als unübertroffen und -treffbar eingestuft habe. Deshalb: 9/10