Freitag, 19. Juli 2019

Traumprotokoll: Bestandsanzeige

Im Traum hat die Amazon-Shopping-App ein praktisches Feature eingeführt: Für jedes Buch, das man auf seiner privaten Einkaufsliste hat, kann man sich die am nächsten gelegene Bibliothek anzeigen lassen, in der gerade ein entsprechendes Exemplar ausleihbar ist. Ich befinde mich unweit von einer Bücherei und möchte wissen, ob ein bestimmtes Buch dort vorrätig ist. Leider ist das mobile Netz so schlecht, dass die Karte, auf der normalerweise die Standorte von Interesse als blaue Punkte aufscheinen, nicht aufgebaut werden kann.

Hintergrund: Ich habe bei Amazon neben meinem (öffentlichen) Wunschzettel eine "Einkaufsliste" angelegt, auf der ich Bücher und sonstige Medien speichere, die ich mir nicht zu kaufen oder schenken zu lassen brauche, weil es sie – das habe ich jeweils vorher ermittelt – in einer städtischen Bibliothek gibt. Es ist also weniger eine Einkaufs- als eine "Was ich mir irgendwann mal ausleihen muss"-Liste. Da ich glücklicherweise Zugriff auf die Bibliotheksbestände von Frankfurt, Berlin und Dresden habe, komme ich tatsächlich oft in die Situation, dass ich mich frage: Hm, gab es dieses Buch jetzt hier oder nicht? Ich schätze jedoch, dass Amazon kaum Interesse daran hat, dass jemand etwas nicht über Amazon bestellt, und das mit einer Appfunktion unterstützt.

Nach dem Traum fällt mir ein, dass man die Posten auf seinen Amazon-Listen auch mit Kommentaren versehen kann – z.B. mit Vermerken, wo es was gibt.

(parallel im Techniktagebuch veröffentlicht)

Montag, 15. Juli 2019

Alles wird schlechter, Teil 29.781

"MP3-Dateien aus Musikvideos saugen, Kochclips auf das Tablet herunterladen und TV-Dokus auf dem Rechner speichern: Wer sich nicht damit zufrieden gibt, YouTube-Videos nur online anzuschauen, kann die Clips mit Hilfe von Sound- und Videokonvertern auch offline speichern", schreibt "Spiegel online". "Doch Google schiebt den Anbietern offenbar verstärkt einen Riegel vor. Mehrere der Umwandlungsdienste haben keinen Zugriff mehr auf die Videoplattform."
Das kann ich bestätigen! Einer meiner Lieblings-Onlinedienste (den ich nun nicht mehr zu nennen brauche) ist genau davon betroffen. "Entschuldigung, aus irgendeinem Grund kann dieses Video nicht konvertiert werden", kriege ich als Fehlermeldung angezeigt. Dutzende MP3s hatte ich in den vergangenen Jahren mit Hilfe dieses Wandlers erstellt, weil die entsprechenden Lieder nicht auf andere (legale) Weise zu besorgen waren. Damit ist nun Schluss: "Die Musikindustrie stört sich seit Jahren an den Streamrippern." Na klar.
Aber ich bin mir sicher, dass bereits an Mitteln und Wegen gearbeitet wird.

Samstag, 13. Juli 2019

Aufmachertrend Sommer 2019

Für die Nachwelt (die es freilich in ein paar Jahrzehnten nicht mehr geben wird) sei hier festgehalten, was Wochenzeitungen und -zeitschriften derzeit auf ihre Titel packen:
  • Focus, 8. Juni: "Ich mag Fleisch. Ich fliege gern. Ich fahre Auto. 40 Ideen, wie Sie trotzdem klimafreundlicher leben können"
  • Zeit, 11. Juli: "Der Mythos vom Verzicht. Kein Fleisch, kein Flug, kein Auto – der Mensch soll auf immer mehr verzichten. Doch die Enthaltsamkeit des Einzelnen hilft nicht weiter."
  • Spiegel, 13. Juli: "Richtig und gut leben. Die Welt retten, ohne sich einzuschränken – geht das?"
In den jeweiligen Redaktionsstuben möchte man gern mal Mäuschen sein. "Der Leser mag weder Panikmache noch erhobene Zeigefinger. Er will in seinen Handlungen und Meinungen bestätigt und dabei nur ganz sanft erzogen werden. Lasst uns also die Leute dazu ermutigen, im Wesentlichen so weiterzumachen wie bisher, ihnen ein paar leicht umzusetzende Tipps an die Hand geben, und alle fühlen sich wohl!"
Konsequent und schon wieder sympathisch fände ich ein Magazin, das folgenden Kurs einschlägt: "Lachend in den Untergang: Kreuzfahrt, Steak und Monsterjeep – so machen wir uns die letzten Jahre der Menschheit so angenehm wie möglich."

Dienstag, 9. Juli 2019

Das große Burger-Fressen

Weil ich am Wochenende Zeit dafür hatte, habe ich mir gleich zweimal hintereinander Hamburger gemacht und dabei allerlei getestet. Aber seht selbst:


Am Samstagabend briet ich mir den veganen Incredible Burger von Garden Gourmet, der neulich im großen Vergleich der FAS zum drittbesten fleischlosen Pattie gekürt wurde (auf Platz 1: der inzwischen legendäre "Beyond Meat"-Burger, den ich leider noch nicht im Handel auftreiben konnte, aber bereits in der McDonald's-Version essen durfte und für durchaus befriedigend befand). Obwohl dick "NEU" auf der Packung steht, wird er schon jetzt als "Veggie-Klassiker" angepriesen. Soja- und Weizenprotein bilden die Basis. Die Beschreibungen "unglaublich saftig" und "zarte Konsistenz" sind zutreffend. Beim Braten tritt richtiger "Fleischsaft" aus, was für unschöne temporäre Verfärbungen, um nicht zu sagen: für eine üble Sauerei in der Pfanne sorgt; möglicherweise ist das Grillen auf dem Rost die zu bevorzugende Zubereitungsweise. Wie nah der Pflanzenscheibling geschmacklich an eine Rindfleisch-Bulette heranreicht, vermag ich nicht zu sagen, da es lange her ist, dass ich eine solche verspeist habe, aber ich war sehr zufrieden, zumal der Eigengeschmack des Patties angesichts des "Flavor-overflows" durch die übrigen Burger-Schichten (dazu gleich mehr) eh zweitrangig ist. Ich habe selbstverständlich die gesamte Packung mit zwei Portionen (à 113 Gramm) vertilgt und war danach schön satt.


Am Sonntag ging es weiter mit "Deutschlands erstem Insekten-Burger" von der Bug Foundation. Die Packung enthält zwei tiefgefrorene Patties (2x98 g) aus Buffalowürmern, i.e. den Larven des Glänzendschwarzen Getreideschimmelkäfers, und kostet normalerweise 5,99 €, war aber bei Tegut für den Sonderpreis von 2,99 € zu haben! Lange habe ich abgewogen, ob es für mich ethisch vertretbar ist, Insekten zu essen. Ist es nicht bigott, ausgewählte Tiere zu verschonen und andere nicht? Wo zieht man die Grenze? Sind Geschöpfe mit Zentralnervensystem schützenswerter als welche mit Strickleiternervensystem? Andererseits wäre es auch bigott, Insekten regelmäßig totzuklatschen, sobald sie in meine Wohnung kriechen (erst vergangene Woche killte ich vier Ameisen, die es bis in meinen Flur geschafft hatten), sie dann aber als Part einer neuartigen, alternativen Zuchtmethode abzulehnen. Ich gehöre ja nicht dem Jainismus an, dessen Anhänger stets einen Handfeger bei sich führen, mit dem sie sämtliche Sitzgelegenheiten vor dem Platznehmen freikehren, um nicht versehentlich ein Tierchen zu zerquetschen. Wohl aber habe ich schon einmal bei einem Langstreckenflug die Bordverpflegungs-Option "Jain meal" gewählt, denn ebenso wie tierische Produkte ist nach jainistischem Speisegebot alles tabu, was unter der Erde wächst, sprich: auch Zwiebeln, die ich bekanntlich verabscheue. Insofern müsste ich als Jain den Insektenburger dreifach verschmähen: Neben der Hauptzutat, den Würmern (60 % der 45 % Grundmasse), sowie (religiös unbedenklichem) Soja sind den Patties nämlich 2.) Eiklar und 3.) Zwiebeln beigemengt, und Letztere schmeckt man leider deutlich heraus. Schon beim Anbraten bemerkt man ihre Anwesenheit – es stinkt, dass Gott erbarm'!
Auch versucht der Larven-Burger gar nicht, eine Fleischschnitte nachzuahmen, sondern geht von Aussehen und Konsistenz her eher in Richtung Grünkernbratling, was man positiv oder negativ sehen kann.



Aufgepeppt habe ich die Burger jeweils mit gewöhnlichen sauren Sandwichgurken, Hengstenberg BBQ Kraut by Mildessa – einem Mix aus Sauerkraut und rauchiger Barbecue-Sauce – und Leerdammer für Toast & Burger herzhaft-intensiv, dessen USP ein erhöhter Schmelzfaktor sein soll, was mir jedoch nicht aufgefallen ist. (Gerne verwende ich für Burger reiferen Cheddar, aber der Leerdammer taugt schon.) Ins Auge war mir zudem Thomy Ketchup weniger Zucker gefallen ("Mit 80% Tomaten und 35% weniger Zucker als herkömmliche Ketchups im Markt"); mit ihm bestrich ich zwei der vier oberen Brötchenhälften (die anderen mit Dijonsenf resp. der restlichen Blues Hog-Soße). Apropos: Bei den Brötchen entschied ich mich dieses Mal für die Brioche Buns der Rewe-Eigenmarke Beste Wahl (nicht im Bild). Sie sind sowohl angetoastet als auch pur einigermaßen "aufweichfest"/strukturbeständig und stellen einen ordentlichen Geschmackskontrast dar, auch wenn in einem Grillforum moniert wird, sie seien "kleiner, sehen nicht so schön aus, sind nicht so fluffig und auch vom Geschmack her enttäuschend... von der Butter, welche ja in einem Brioche-Bun enthalten sein sollte, war hier geschmacklich eher nichts festzustellen".

Ich fasse zusammen.
"Incredible Burger": 9/10
"Insekten-Burger": 2/10
"BBQ Kraut": 6,5/10
"Leerdammer für Toast & Burger": 7/10
"Ketchup weniger Zucker": 7/10
"Brioche Buns": 7,5/10

Freitag, 5. Juli 2019

Fragen, die ich mir selbst stelle

Diese Frage stelle nicht nur ich mir, sondern bestimmt auch viele andere sich: Wo soll ich dieses Behältnis entsorgen?


Das ist doch sonnenklar, mag man spontan denken, weißes Glas kommt in den Weißglascontainer. Aber so einfach ist es nicht. Bei dem Material des Odol-Mundwasserspenders handelt es sich nämlich laut Abfall-ABC des Landkreises Friesland um opalisiertes Glas, und das gehört in den Restabfall. Das hessische Äquivalent zur friesischen Restabfalltonne ist, wie weitere Recherche ergibt, die graue Restmülltonne für "alle Abfälle, die nicht verwertet werden können und nicht schadstoffhaltig sind". "Jedes Grundstück", erfährt man, "muss an die öffentliche Restmüllentsorgung angeschlossen sein und ausreichende Behälter für die Aufnahme von Restmüll vorhalten." Ich könnte auf Anhieb gar nicht sagen, ob in "meinem" Grundstück so eine Tonne steht, aber ich werde das Fläschchen schon loswerden. Geständnis: Bis jetzt habe ich es tatsächlich immer zum Weißglas gegeben.

Wissenswert ist, dass in die Braunglastonne ausschließlich braunes Glas gehört, in die Grünglastonne indes auch andersfarbiges Glas.

Mittwoch, 3. Juli 2019

Wort des Monats: "vuca"

Gerade beim Zeitungsnachlesen drüber gestolpert: Die schöne neue Arbeitswelt wird angeblich neuerdings mit einem Akronym beschrieben, das aus dem Englischen zunehmend ins Deutsche schwappt.
Weil die digitale Transformation alle Branchen trifft, probieren die Unternehmen andere Organisationsformen aus. Konzerne sollen innovativer werden, Teams agiler auftreten, Produkte schneller auf den Markt kommen. Schon seit einigen Jahren geistert der Begriff "vuca" herum – eine englische Abkürzung für eine Welt, die volatil (volatile), unsicher (uncertain), komplex (complex) und vieldeutig (ambiguous) ist. Er stammt aus dem Militär, das sich in Zeiten von Cyberattacken und asymmetrischer Kriegsführung mit einer völlig veränderten Bedrohungslage auseinandersetzen muss. Militär und Unternehmen stehen, so betrachtet, vor ähnlichen Aufgaben.
(FAZ, 22.6.2019)
Dass dieses interessante Kurzwort in meinen aktiven Wortschatz, zu dem nicht mal das Adjektiv "volatil" gehört, Einzug halten wird, bezweifle ich. Aber dass militärische und Unternehmensführung strukturell ähnlich sind und schon immer waren, leuchtet mir ein. Und überhaupt: Ist nicht die ganze Welt extrem vuca geworden?

Montag, 1. Juli 2019

Lob der Routine

Ich würde mich ja als durchaus experimentierfreudigen Menschen beschreiben. Ich probiere gerne neue Speisen aus, ich habe Dutzende, zum Teil gefährliche Länder bereist, und wenn ich ein Trampolin sehe, besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass ich draufsteige. Aber ich mag auch Routinen und Konstanten, Anker und Gerüste, die mir Halt und das Gefühl, mein Leben im Griff zu haben, verleihen. Wenn ich morgens aufstehe, weiß ich bereits grob, was bzw. wo ich abends essen werde. In Sachen Bekleidung und Hygiene überlasse ich nichts dem Zufall. Für spontanes Weggehen bin ich nicht zu haben. Routenplanung macht mir Spaß, auch wenn das heutzutage dank des technischen Fortschritts kaum lange im Voraus notwendig ist. Ich hatte noch nie Geldprobleme, weil ich von frühester Jugend an gelernt habe, vorausschauend und sorgsam mit meinen Finanzen umzugehen. Ich schreibe Einkaufszettel und vermeide die Anhäufung von Schmutzwäsche und Pfandflaschen in meiner Wohnung.

Ja, ich gebe zu: In gewissen Aspekten mag auch ich nachlässig sein und zum Chaos neigen. Aber wenn ich mir etwas vornehme, rücke ich ungern davon ab. Aktuelles Beispiel: Gestern hatte ich mir in einem "Rewe To Go" eine Banane gekauft, die ich heute zu essen gedachte. (Mindestens eine Portion Obst pro Tag muss schon sein.) Leider vergaß ich die Banane zu Hause. Also ging ich heute Nachmittag vom Büro zu meiner Wohnung zurück, um die Banane zu holen und zu verspeisen. Ich hätte die Frucht ja auch morgen oder nach der Arbeit essen können, aber in meinem Kopf war das Vorhaben "am Nachmittag des 1. Juli eine Banane essen" fest zementiert. Irgendwo eine Ersatzbanane zu besorgen, wäre nicht infrage gekommen.

Das erklärt möglicherweise, warum ich seit sieben Jahren durchgehend, im Abstand von höchstens drei Tagen dieses Blog mit Content befülle. Denn auch Kybersetzung ist ein Anker in meinem Leben, und zwar einer der wichtigsten.

Samstag, 29. Juni 2019

Linsenweisheit


Diese Linsenchips der Hamburger Heimatgut GmbH habe ich nicht in einem völkischen Reformhaus, sondern in meinem Stamm-Rewe gekauft – für deutlich mehr Geld, als ich einst für ein ähnliches Produkt der Firma Funny-frisch hingelegt habe. Neben dem hohen Preis (für gerade mal 75 Gramm) und dem blöden Namen fällt das geringe Haltbarkeitsdatum negativ auf. Auf der Plusseite punkten die Prädikate bio, vegan und glutenfrei. Wer's braucht ... Sehr gut gefällt mir das Wortspiel auf der Rückseite der Packung: "Lins' doch mal was ich hier für dich habe". Und das Wichtigste: Die Sorte Sweet Chili überzeugt geschmacklich. Die Linsennote ist intensiver als bei dem vormals getesteten Funny-frisch-Produkt, womit ich kein Problem habe. Dass die Chips, welche u.a. Ingwer, Liebstöckel, Kurkuma und Lakritz, dafür aber kein Palmöl enthalten, ziemlich schnell sättigen, entschädigt für den wenigen Inhalt. 7/10

Mittwoch, 26. Juni 2019

Kurz notiert: Umtriebige Künstler

Manchmal finde ich erst nach Ewigkeiten, meist zufällig, heraus, dass irgendjemand, der etwas Bekanntes geschaffen hat, auch für etwas anderes bekannt ist. Jüngstes Beispiel: Kris Straub, Zeichner des witzigen, leider zur Zeit pausierenden Webcomics Chainsawsuit, ist der Schöpfer der Online-"Kurzgeschichte" "Candle Cove" (vollständig hier zu lesen), des wohl berühmtesten Creepypastas – meines Wissens das erste, welches es zu einer filmischen Adaptation gebracht hat, nämlich (noch vor dem "Slenderman"-Film von 2018) zu einer TV-Serie bzw., genauer, zur ersten Staffel der Anthologie-Show "Channel Zero". Besagte Season (nach "Candle Cove" erschienen noch drei weitere auf Creepypastas basierende Storys) habe ich mir neulich mit wohligem Schauder angeschaudert, äh: -geschaut. Ich hoffe, der geistige Vater dieser modernen Gruselmär wurde angemessen dafür entlohnt. (Wie ich sehe, hat dieser Cartoonist auch noch etliche andere Projekte am Start.) 

Montag, 24. Juni 2019

Namen, die man nur in den Todesanzeigen der FAZ findet

Einmal mehr eine Person, die vor der Abschaffung des Adelsstandes – und zwar lange davor! – geboren wurde. Ob es die letzte in dieser Reihe gewesen sein wird?

Sonntag, 23. Juni 2019

Außergewöhnliche Printprodukte: Hurt You Bad

Kurz nach ihrem Erscheinen 2012 habe ich mir die Erstausgabe der gedruckten Version des inzwischen toten britischen Graffiti-Blogs "Hutyoubad" bestellt. Man muss solche Experimente unterstützen, dachte ich mir.


Hurt You Bad #1 – Concealed Intentions umfasst 104 durchgehend farbige Seiten auf wertigem Papier und versteht sich laut Editorial als "graffiti magazine with little to no graffit in it". Street art gibt es trotzdem zu sehen, Techniken werden vorgestellt, Künstler/-innen portraitiert und interviewt, auch Fiction kommt vor, in Form eines kurzen Drehbuchs. Dazwischen finden sich großzügig angelegte Strecken mit Straßenfotografie.



Highlight des Hefts ist das in 16 Bildern gezeigte Making-of des Kunstwerks "Pig to Paris", bei dem ein Schweinekopf auf kreative Weise umgeformt wird.


Warum ich erst jetzt, rund sieben Jahre später, darüber schreibe? Weil ich die ganze Zeit auf eine zweite Ausgabe gewartet habe, anhand derer ich etwas genauer analysieren wollte, was "Hurt You Bad" sein will. Ich denke aber, man kann endgültig davon ausgehen, dass die Geschichte auserzählt ist. Schade. 

Freitag, 21. Juni 2019

Ado und ade

1.
Ist der Titel des Shakespeare-Lustspiels "Much Ado About Nothing" mit "Viel Lärm um nichts" gut übersetzt? Ich finde nicht. Man muss dabei vielleicht anmerken, dass es bei August Wilhelm von Schlegel noch "Viel Lärmen um nichts" heißt, was mir aber auch nicht zu 100 % gelungen erscheint. Die Entsprechung von ado sollte eine sein, die auch in der Übersetzung der Wendung without further ado funktioniert. "Aufhebens" ist ganz nett und ähnlich antiquiert wie ado: "Viel Aufhebens um nichts"; "ohne weiteres/viel Aufheben(s)" – passt. Eine wörtliche Übersetzung wäre "Getue", was ich aber nicht so schön finde wie "Gehabe", wobei das nun wieder die Hauptbedeutung "Geziere", "gekünsteltes Benehmen" trägt. Im Sächsischen gibt es das Verb "mähren": Jemand, der sich mit einer Sache unnötig viel Zeit lässt, "mährt (sich nicht aus)". "Viel Gemähre um nüschd" könnte eine mundartliche Umsetzung des Stücks heißen.

2.
Auf koreanischen Speisekarten findet man oft die Kategorie "Ade". Es handelt sich dabei um das von lemonade abgetrennte Schein-Suffix -ade, welches als selbstständiges Lexem fruchthaltige Sprudelgetränke im Allgemeinen bezeichnet. Niedlich und clever!

Dienstag, 18. Juni 2019

US-Snack-haul 2019 (9)


Reese's Stuffed with Crunchy Cookie unterscheidet sich nicht nur dahingehend von den anderen Reese's-Produkten (vgl. Teile 1 und 3), dass es mit "Crunchy Cookie" "stuffed" ist (wobei der Kern im Wesentlichen seiner Linie treu bleibt), sondern auch in der Größe: Es sind in dieser Packung zwei Big Cups in "King Size" enthalten. Die Schokokrümel im Innern bräuchte es meinetwegen gar nicht, aber schaden tun sie auch nicht. Himmlisch! 9/10

PS: In der letzten Ausgabe habe ich geschrieben, dass ich "Golden Oreos" in Deutschland noch nicht gesehen habe. Seitdem stolpere ich in jedem popeligen Bahnhofslädchen darüber.

Freitag, 14. Juni 2019

Wer Filme dreht, soll zum Arzt gehen

Nachdem ich neulich einen Filmtrailer sah, in dem w i e d e r  e i n m a l  die Phrase "from visionary director XY" (ich glaube, es war Nicolas Winding Refn) eingeblendet wurde, fasste ich den Entschluss, einen Sammelbeitrag zu schreiben, in dem ich alle Regisseure (es sind ja in der Regel Männer) aufführe, die als "visionär" vermarktet werden. Dann googelte ich und stieß ziemlich schnell auf einen gut zwei Jahre alten Artikel auf der Seite "Screen Crush": "20 Trailers that prove 'visionary director' is the most meaningless phrase in movie advertising". So konnte ich mir die Recherche sparen.

Es würde mich interessieren, wie die jeweiligen Regisseure dazu stehen. Ist es ihnen peinlich, sind sie stolz drauf, haben sie überhaupt Einfluss auf die Trailertexte? Schämen sollten sich jedenfalls jene, die ganz offensichtlich nicht besonders visionary sind; sie werden's schon wissen! "[S]ome of them are so bad that their association with the phrase devalues it completely." Für mich gibt es nur einen Regisseur, dem ich dieses Attribut zugestehe: Christopher Nolan. Prinzipiell würde ich aber dazu raten, für ein paar Jahre gänzlich auf diese Formulierung zu verzichten.

Mittwoch, 12. Juni 2019

Die Reifeprüfung (nicht bestanden)


Letzte Woche gab es bei Rewe ein Kilogramm (1 kg) Aprikosen für unschlagbare 1,79 €. Oder waren es gar 1,49 €? Egal, jedenfalls war es ein großer Fehler, der Kaufversuchung zu erliegen. Nach mehr als sieben Tagen sind diese Früchte (Ursprungsland: Italien) immer noch nicht nachgereift. Ungenießbar sind sie! Warum in meinem Körbchen trotzdem die ein oder andere Marille fehlt? Weil ich es mit meinem eisernen Willen tatsächlich geschafft habe, mehrere Gramm von diesem Ausschussobst runterzuwürgen. Sauer macht ja angeblich lustig.
Schäm dich, Rewe!

Sonntag, 9. Juni 2019

Fern-östlicher Duschwahn


Manchmal muss man sich was gönnen! Aber was heißt "gönnen"? Erstens ist das hier abgebildete Produkt nicht sooo teuer, zwotens hatte ich eh noch einen Gutschein für Douglas übrig. Dort habe ich kürzlich intensiv von den Duschprodukt-Testbecken Gebrauch gemacht. Tolle Sache! Von Rituals gibt es mehrere Duschschaum-Sorten, eine wohltuender und lieblicher duftend als die andere. Mitgenommen habe ich dann The Ritual of Sakura, enthaltend "organic rice milk & cherry blossom". Ein paar verquaste Worte auf dem Spender geben dieser japanischen Spezialität, die eine ungewohnte, Rasiergel ähnliche Konsistenz hat und von der man intuitiv immer zu viel in die Handfläche presst, einen esoterischen Anstrich, den man aber easy ignorieren kann.

Freitag, 7. Juni 2019

Meine zehn zuletzt gesehenen Filme

Lords of Chaos
Der Film zu dem Buch, das ich leider immer noch nicht gelesen habe (Michael Moynihan & Didrik Søderlind, 1998), zeichnet am Beispiel der Geschehnisse um Mayhem/Dead/Burzum etc. in den 1990ern die Geschichte des norwegischen Black Metal nach und macht dabei leider vieles falsch. Etliches wird verharmlost und/oder mit unangemessener Situationskomik "aufgelockert", manche Szenen sind unnötig gory, wichtige Aspekte werden ausgelassen, die Chronologie wird mehrmals durcheinandergebracht, und überhaupt sollten an der Materie Interessierte unbedingt hinterher ausgiebiges Fact-checking betreiben (aber bitte nicht auf dem – obschon unterhaltsamen – YouTube-Kanal des Idioten Vikernes). Zu loben ist Rory Culkin, der mir schon in der tollen Miniserie "Waco" positiv aufgefallen ist, in der Rolle des Euronymous.

Der Buchladen der Florence Green (OT: The Bookshop)
Ein Feel-good-movie mit deutschem Feel-good-feeling verheißenden Titel, dessen Ende dann doch ein bisschen zu bittersüß war. Davor gibt es Höhen und Tiefen, britische ländliche Lebensart und Hochgesänge auf die Lesekultur. Die Hauptfigur wird von der immer wieder bezaubernden Emily Mortimer verkörpert.

Deadpool 2
Der erste Teil hat mir schon enorm viel Spaß gemacht, die Fortsetzung kann es mindestens mit ihm aufnehmen. Manches Mal ist man zwar geneigt zu denken "Jetzt reicht's aber auch mal mit den Metagags und dem Vierte-Wand-Durchbrechen!", aber dann muss man sich in Erinnerung rufen, dass Deadpool der einzige Marvelheld ist, der sich bewusst ist, dass er sich in einem Comic befindet, und so haben die zahlreichen internen Querverweise und das Aufbrechen des eigenen Universums eben ihre Existenzberechtigung, zumal ja auch eine stringente und nicht eben banale Geschichte erzählt wird. Es gibt (teils kaum wahrnehmbare) Gastauftritte, fetzige Musik, Action und eine Pointe nach der anderen. Genial!

Der Himmel über Berlin
Muss man ja auch mal abgehakt haben! In Erinnerung bleiben: viele Berlin-Bilder als Achtzigerjahre-Zeitzeugnisse; der jüngst verstorbene Bruno Ganz, der hier unbeabsichtigt und ganz sacht in einigen Episoden quasi auf seine spätere Paraderolle verweist; der schon vor längerer Zeit verstorbene Peter Falk, der sich selbst spielt; lange Passagen, in denen man nichts als Wortfetzen versteht. "Meditativ" ist ein einer Kritik entnommenes Prädikat, das mir zu diesem Engelsdrama von Wim Wenders passend erscheint.

Don't Worry, He Won't Get Far on Foot
Schon vor längerem habe ich über die Hintergründe geschrieben, nun habe ich Gus Van Sants Biopic über den Witzbildzeichner John Callahan endlich gesehen. Ich hätte mir mehr Einblicke in die konkrete Arbeit des portraitierten Künstlers und ins Cartoonbusiness an sich gewünscht. Der Fokus liegt indes auf dem Teufel Alkoholismus, den AA und dem Zwölf-Punkte-Programm. Die potenziell unterhaltsamen Nebencharaktere sind regelrecht verschenkt. Joaquin Phoenix macht seine Sache gut.

Living in Oblivion
Eine kaum bekannte Low-Budget-Komödie über Low-Budget-Filme von 1995, gedreht von Tom DiCillo, der jahrelang als Kameramann für Jim Jarmusch gearbeitet hat. Man sieht, hier weiß jemand, von was er da erzählt. Im Wesentlichen ist es eine Aneinanderreihung von Sketchen, gegen Ende wird's aber etwas tiefgründiger. Außerdem wird mit Farbe bzw. dem Nichtverwenden von Farbe gespielt. Und: Peter Dinklage!

Ghost Stories
Noch ein episodischer Film, genauer: drei Horrorgeschichten ("Ghost Stories" halt), die durch eine Investigations-Rahmenhandlung verknüpft sind, welche wiederum am Ende wenig befriedigend und viel zu surreal aufgelöst wird. Dieser vierte Teil oder Epilog wäre meiner Ansicht nach nicht nötig gewesen. Die drei Geistergeschichten beinhalten sehr klassische Motive und Themen, sind aber ordentlich gänsehauterzeugend inszeniert, besonders die erste. Die britische Produktion wirbt mit Martin Freeman als Hauptdarsteller, obwohl der erst in Fall Nummer drei auftaucht.

Oklahoma City
Diese Dokumentation über das Oklahoma City bombing, den bis heute schwersten Fall von domestic terrorism in den USA, sah ich zufälliger- und unheimlicherweise am Jahrestag des Anschlags. Sie ist wie zu erwarten schwer verdaulich, hat mir aber mir bisher nicht bekannte Hintergründe vermittelt, vor allem jenen, dass die Initialzündung für die Tat McVeighs tatsächlich das Waco-Massaker war (von welchem der eingangs erwähnte TV-Mehrteiler handelt).

Hotel Ruanda
Und noch ein düsteres Kapitel der Neuzeit, über das ich weniger weiß als ich sollte. Anlässlich des 25. Jahrestags habe ich auf Amazon Prime diese von bereits 2004 stammende fiktionalisierte Wiedergabe der Rettungsaktionen eines Hotelmanagers (brillant: Don Cheadle) in Kigali während der Zeit des Völkermords an den Tutsi gesehen. Sollte jede/r tun!

Holmes & Watson
Zum Schluss dann noch etwas Lustiges und gleichzeitig Unlustiges. Man kann getrost behaupten, dass "Holmes & Watson" der wohl schlechteste Film mit Will Ferrell ist. Aber selbst der mieseste Will-Ferrell-Film ist launiger als jede andere Durchschnittskomödie, zumal der wunderbare John C. Reilly als zweite Hälfte des legendären Duos einen soliden Job macht. Die Crux ist: Hätte man die beiden nicht Sherlock Holmes und Dr. Watson genannt, wäre eine einigermaßen witzige Parodie auf Rätselkrimis und period pieces im Allgemeinen rausgekommen. Sherlock Holmes so darzustellen, wie es Ferrell mit seinem typischen, normalerweise herrlichen Ferrell-acting tut, funktioniert einfach nicht, weil die Figur Holmes von Haus aus komische Charakterzüge trägt, die in anderen Verfilmungen bereits gelungener ausgelotet und persifliert worden sind. Hier ist er einfach nur ein überheblicher, begriffsstutziger Geck mit Inspektor-Gadget-Anleihen. Die Pippi-Kacka-Scherze und die aus awkwardness resultierenden Fremdscham-Momente wirken ebenfalls komplett fehl am Platze. Ärgerlich! Auf der Habenseite stehen die einigermaßen durchdachte Handlung (trotz Logiklöchern und historischen Fehlern) und die superbe Besetzung (Kelly Macdonald; Ralph Fiennes; Hugh Laurie).

Mittwoch, 5. Juni 2019

Formaggio follows function

Erinnert ihr euch noch an meinen Tipp, Käsekrümel einzuschmelzen, aushärten zu lassen und als Knabbersnack zu genießen? Ein vergleichbares Endprodukt gibt es als Italo-Import fertig zu kaufen! Weil ich einen gewissen Betrag für eine sog. qualifizierte Plus-Bestellung bei Amazon erreichen musste, blätterte ich mich durch das Lebensmittelsortiment und stieß dabei auf etwas, das ich mit Vergnügen dazuorderte:


Groksi! Allein der Name ist super. Die 60 Gramm sind rasch verspeist, was allerdings nicht ganz einfach ist. Wegen der Kleinteilig-, ja: Krümeligkeit des Produkts muss man einen Teelöffel zum Verzehr bemühen. Vielleicht ist aber auch einfach bloß die Packung auf dem Transportweg gequetscht worden. 8/10

Montag, 3. Juni 2019

Kurz notiert: Japanische Namen

Aus der FAZ vom 1. Juni 2019:

"[...] formt sich in Japan ein Bestreben, international zur herkömmlichen Schreibweise von Namen zurückzukehren. [...] die Reihenfolge von Vor- und Familiennamen soll sich ändern. Der Ministerpräsident hieße dann im Deutschen oder im Englischen nicht mehr Shinzo Abe, sondern Abe Shinzo.
Traditionell setzen die Japaner erst den Familiennamen (im Beispiel: Abe) und dann den Namen (Shinzo), den Deutsche – für Japan unpassend – als 'Vornamen' oder als 'Taufnamen' bezeichnen. Im Englischen oder Deutschen aber drehen Japaner ihre Tradition um und passen sich meist an das westliche Muster an, erst den Vornamen und dann den Familiennamen zu verwenden. Japan hebt sich dadurch von anderen asiatischen Völkern und Staaten ab. China, Taiwan, Süd- und Nordkorea folgen auch in ausländischen Sprachen ihrer Tradition und setzen den Familiennamen an den Anfang. So ist Chinas Präsident aus der Familie Xi im Deutschen Xi Jinping und Südkoreas Präsident aus der Familie Moon im Deutschen Moon Jae-in." (Anm.: Das bessere Beispiel wäre hier freilich die nordkoreanische Kim-Linie gewesen.)

"Diese Sonderrolle Japans in der Namenschreibung hat historische Wurzeln. Während der Modernisierung und Öffnung des Landes nach der Meiji-Restauration in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts blickte Japans Elite intensiv nach Europa, um zu lernen und Wissen zu sammeln. Damals habe der westliche Stil Fuß gefasst [... und] sei dann durch Englischunterricht verbreitet worden.
Heute lässt sich der sprachliche Sonderweg Japans im Kreis seiner Nachbarn als Zeichen des typischen japanischen Pragmatismus sehen, um Verwirrung zu vermeiden."

Ich befürworte diese – noch zögerlich anlaufenden – Bestrebungen, das klassische Muster zu reaktivieren. Allzu kompliziert ist es ja nun wirklich nicht.

Freitag, 31. Mai 2019

US-Snack-haul 2019 (8)


Selbst bei uns in Deutschland gibt es ja zur Zeit eine erweiterte Palette an Oreo-Sorten, die goldene habe ich allerdings noch nicht erspäht. Ihre Füllung ist mit Vanille-Geschmack, wobei ich mit verbundenen Augen nicht sagen könnte, was da genau anders ist als beim schwarz-weißen Original. Wie letzteres sind auch Golden Oreos praktisch vegan ("May contain milk"), auch wenn kein spezielles Label explizit darauf hinweist. 7/10

Mittwoch, 29. Mai 2019

Stimmt so?

Ich sah eine amerikanische Serie, und darin passierte Folgendes: Ein Mann hat gerade in einem Hafen-Diner gegessen und möchte bezahlen. Die Summe beträgt 18,50 $. Der Gast wühlt in seinem Portemonnaie und erklärt dann, sichtbar peinlich berührt, dass seine Kreditkarte gerade nicht funktioniere und er nur 20 $ in bar dabei habe. "Ich weiß, das ist nicht besonders viel Trinkgeld", entschuldigt er sich. In der nächsten Episode trifft er die Servierkraft in einem Waschsalon wieder und überreicht ihr als Wiedergutmachung bzw. "Nachzahlung" einen 10-$-Schein! Dazu muss man wissen, dass der Mann das Vertrauen der Frau, über welche er eine Ermittlung anstellt, gewinnen will und die Begegnung im Waschsalon kein Zufall war. Dennoch fand ich das bemerkenswert. Während man in Deutschland 20 Euro für den perfekten Betrag halten würde, wenn ein Essen 18,50 € kostet, geben 20 US-$ für eine 18,50-Mahlzeit – in einem übrigens nicht sonderlich edlen Lokal – Anlass zu Scham und Erklärungsdruck. In anderen Filmproduktionen sah man schon Fünfziger den Besitzer wechseln und Knausrigkeitsvorwürfe nach einem 20-Dollar-tip aufbranden.

Es ist aber auch kompliziert! Reist man in ein fremdes Land, ist man gut beraten, sich im Vorfeld intensiv mit den dortigen Trinkgeldgepflogenheiten zu befassen. Hätte ich jemals vor, die USA zu besuchen, würde ich stundenlang YouTube-Tutorials zum Thema (die es garantiert gibt) studieren. Anderswo ist es eine grobe Verfehlung, überhaupt Trinkgeld zu geben. Manchmal heißt es auch "Tipping ist in der Regel unerwünscht, in westlichen Restaurants gilt es hingegen als unhöflich, nichts zu geben". Kann man sich nicht mal auf einen weltweiten Standard einigen? Was macht die UNO eigentlich den ganzen Tag?

In Deutschland habe ich mir angewöhnt, bei Gaststättenbesuchen möglichst genau 10 Prozent zu geben, und habe dafür noch nie säuerliche Blicke geerntet. Im Taxi runde ich auf den übernächsten Euro auf, Bringdienstpersonen drücke ich je nach Lieferzeit 1 oder 2 Euro extra in die Hand. Was in gehobenen Hotels fürs Koffertragen oder was gegenüber Möbelpackern angemessen ist, wüsste ich nicht; zum Glück komme ich eher selten in die Verlegenheit, mir darüber Gedanken zu machen.

Montag, 27. Mai 2019

Kennen Sie Mangosteen?

In der Feinskostabteilung von Galeria Kaufhof (die bei uns immer noch so heißt, obwohl es ja offiziell nur noch die "Galeria Karstadt Kaufhof" gibt) entdeckte ich eine mir bis dahin unbekannte Obstsorte mit dem Namen Mangosteen. Als "Königin der Früchte" wurde sie angepriesen. Ich wollte wissen, ob diese hochmütige Betitelung einer Geschmacksprobe standhalten würde, und kaufte zwei Früchte zum wahrlich royalen Preis von 3 Euro.


Die Mangosteen, die man auch Mangostane schreiben kann, lässt sich nur unter Zuhilfenahme kräftigen Werkzeugs öffnen. Ratsam ist, sie wie ein Frühstücksei zu "köpfen". Sodann kann man das an Lychees erinnernde Fruchtfleisch operativ entfernen. Das macht Spaß. Mehr als zwei Teelöffel voll kommt dabei nicht ans Tageslicht. Köstlich ist es allerdings, nicht zu süß, nicht zu sauer, am ehesten mit der schon genannten Lychee vergleichbar. Die auf der Malaiischen Halbinsel heimische Frucht ist reich an Antioxidantien und spielt in der traditionellen südostasiatischen Medizin eine wichtige Rolle.

Samstag, 25. Mai 2019

26 obskure Kreuzworträtsel-Lösungen (mit Bonus!)

  • Schleppanker: Warp (Homonym zu "Kettgarn", vgl. Eintrag vom 5.3.17)
  • Hebebaum: Spake
  • Schmelzwasserrinne: Asar
  • abgedeckter Getreidehaufen: Feime
  • Sofortgeschäft: Loko
  • Grasspitze: Spier
  • Hochgebirgsschuttstrom: Mure
  • synthetische Faser: Diolen
  • Palmenart: Ita
  • Kapuzineraffe: Sai
  • jap. Heiligtum: Ese
  • Lukeneinfassung (seem.): Süll
  • ein Fechtangriff: Filo
  • Bitterholzgewächs: Oba
  • ein km Garn in Gramm: Tex
  • Gemsbüffel: Anoa
  • gefangene Fischmenge: Hol 
  • Morast: Ried
  • Tafelaufsatz im MA.: Nef
  • kurzgehörnte Gebirgsziege: Tahre
  • dünne Baumwollschnur: Gimpe
  • Schiffsanlegebalken: Dalbe
  • Backtrog: Molle
  • südam. Knollenfrucht: Oca
  • Tiefseebereich: Hadal
  • Einraumhaus: Gaden

Bonus. Regelmäßig werden im Kreuzworträtsel weibliche Personennamen abgefragt, die mir in der echten Welt noch nie begegnet sind. Seit einer Weile sammle ich auch diese. Hier sind die ersten sechs:

  • Frauenkosename: Kikki
  • Frauenkurzname: Wendi
  • Frauenkurzname: Marga
  • Frauenname: Etta
  • Frauenname: Gesa
  • Frauenname: Oliva

Freitag, 24. Mai 2019

Unlimited frustration

Inzwischen nutzen ja alle Menschen Spotify, jawohl, alle Menschen. Außer ich. Weil ich Amazon-Fan und Prime-Kunde bin, habe ich auf das Pferd "Amazon Music Unlimited" (das vormals "Prime Music" hieß, soweit ich mich erinnere) gesetzt und höre darüber die meiste Musik.

Doch ein kurzer rant sei mir gestattet: Dieser Musikdienst, und im Speziellen die dazugehörige App, ist das Schlechteste an ganz Amazon! Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Die Suchfunktion taugt nichts! Gibt man den Namen einer Band ein, tauchen manchmal irgendwelche Alben mit Titeln, in welchem Bestandteile des Bandnamens vorkommen, noch vor Releases nämlicher Band auf. Die Synchronisation ist oft fehlerhaft. Sollte die Anwendung im Browser ausnahmsweise wissen, bis wie weit ich beim letzten Mal mit der App gehört habe, bringt es nichts, auf den zuletzt gehörten Titel zu klicken, weil sodann alles, was man bis dahin gehört hat, wiedergegeben wird; entsprechende Alben werden mithin in umgekehrter Track-Reihenfolge gespielt. Pausiert man ein Stück, kann man beim nächsten Öffnen der App nicht an der pausierten Stelle weiterhören, sondern wird an den Anfang zurückgeworfen. Das handling und die ganze usability ist unintuitiv und macht einfach keinen Spaß. Bei Alben gibt es die Funktionen "Zu Meine Musik hinzufügen", "Zur Playlist hinzufügen" und "Zur Wiedergabeliste hinzufügen": WO IST DA DER UNTERSCHIED? Die Empfehlungen sind stets für den Arsch; noch nie habe ich auf diese Weise etwas Interessantes entdeckt (Oh, wie ich die goldenen last.fm-Zeiten vermisse!).

Immerhin die Auswahl von Interpreten ist recht ordentlich, und ich vertraue darauf, dass Amazon an einer Verbesserung arbeitet.

Mittwoch, 22. Mai 2019

A glimpse into my future

Bei Tegut gab es letzte Woche die guten Erdnuß(sic!)-Locken von Lorenz für sensationelle 99 Cent statt für die üblichen 1,99 €. Müßig zu erwähnen, dass ich da zugriff. Als ich diese Woche (notgedrungen) wieder bei Tegut einkaufen ging, sah ich, dass die besagten Flips noch immer im Angebot waren. Ich schnappte mir also eine weitere Tüte. Nach dem Bezahlen überprüfte ich den Kassenbon und sah zu meinem Entsetzen, dass die Erdnussflips mit den regulären 1,99 € berechnet worden waren. Also ging ich noch einmal zur Kasse und erklärte, dass an dem entsprechenden Regal ein rötliches Schild eine 50-prozentige Preissenkung ausweise. "Das muss wohl noch von letzter Woche da hängen", sagte die Kassiererin und überließ mich meinem Schicksal.

Weil es mir auf das Geld nicht ankam, nahm ich die Knabberei trotzdem mit. Ich stellte mir beim Gehen allerdings vor, wie ich mich verhalten hätte, wenn ich, sagen wir, zwölf Jahre älter wäre: Schon aus Prinzip hätte ich darauf bestanden, den niedrigeren Preis zu entrichten, und wäre dieser (garantiert lautstark vorgetragenen) Forderung nicht nachgekommen worden, hätte ich mit gerichtlichen Schritten gedroht, welche ich notfalls sogar zu gehen bereit gewesen wäre. Es zuckt manchmal arg verführerisch in mir, das latente Querulantentum.

Freitag, 17. Mai 2019

Videospieltipp: Ori and the Blind Forest

Ich gebe zu: Dieses Spiel ist nicht gerade ein Geheimtipp und nicht gerade neu (In der Tat soll dieses Jahr die Fortsetzung erscheinen, hurra!), aber ich habe es erst diese Woche durchgespielt. Es hat nämlich dafür, dass es ein Jump'n'Run ist, eine unerwartet lange Spielzeit. Ich habe 17 Stunden und 50 Minuten gebraucht, hatte allerdings auch den Anspruch, 100 % der Karte freizulegen (was nur 4,87 % aller Spieler geschafft haben), sämtliche Boni zu finden und den Fertigkeitsbaum komplett zu meistern. Zu diesen Dingen motiviert das Metroidvania-Prinzip ungemein. Auf mittlerem Schwierigkeitsgrad ist die Reise auch ausreichend fordernd, ich wurde mehr als einmal zum Fluchen veranlasst, war aber nie frustriert.

Der Soundtrack wirkt nur in wenigen Passagen repetitiv, ansonstens untermalt er die oft emotionale Stimmung aufs Beste. Graphisch ist "Ori" eine Pracht; ich bin froh, es auf der Xbox One am großen Fernsehbildschirm gespielt zu haben. Die Steuerung mit dem Gamepad ist komfortabel. Fazit: Ein bonbonbuntes, prächtiges Knuddel-Abenteuer mit einprägsamem Figuren- und "Level"-Design, tollen Spielmechanik-Ideen und teils schweißtreibender Action. Holt es euch!


Mittwoch, 15. Mai 2019

Kurz getestet: 2 (neue) (nicht-amerikanische) Essereien


1. Strong Chips von Lay's in der Sorte Wasabi und mit dem höchsten Schärfegrad "extra hot". Letzteres ist maßlos übertrieben. Ich hatte mich schon auf eine geschmackliche Herausforderung eingestellt (ja ja, ich weiß, Schärfe gilt nicht als Geschmacksrichtung, es ist ein Schmerz), doch darüber kann ich nur lachen! Reguläre Wasabinüsse brennen weitaus mehr. Nichtsdestotrotz knabbern sich die Chips – wie alle anderen dieser Marke – gut weg, um so mehr bei begleitendem Bierkonsum (truth in advertisement!). Es gab im Supermarkt außerdem noch, ebenfalls unter dem neuen Label "Strong", die Sorte "Chili & Lime", die ich allerdings gleich verschmähte, denn auf deren Verpackung stand der Hotness-Zeiger auf dem gelben, i.e. "milden" Feld. 7/10


2. Fitte Schnitte Rote Bete - Karotte von Ibis. Den blöden Namen verzeihe ich, denn man muss ja heutzutage froh sein, wenn "Rote Bete" richtig geschrieben wird. Ein leckeres, herzhaftes veganes Toastbrötchen mit 34% Gemüseanteil. Ob es tatsächlich neu ist, weiß ich nicht, zumindest ist es mir letzte Woche zum ersten Mal aufgefallen. 8/10

Montag, 13. Mai 2019

US-Snack-haul 2019 (7)


"Die Blues Hog Tennessee Red Sauce ist eine pfeffrige Sauce mit gewissen Essig Anteilen, welche häufig auf den Tellern im Süden der USA gefunden wird. Diese Sauce passt hervorragend zu Schwein und Rind, auch für Sandwiches oder als Marinade für Hähnchen oder Wild ist sie hervorragend geeignet. Zusätzlich kann die Sauce auch als Mopping-Sauce für den Smoker genutzt werden." So schreibt, etwas ungelenk, die Seite grillstar.de, und ich kann mir – ohne zu wissen, was "Mopping" ist – die genannten Einsatzmöglichkeiten gut vorstellen. Ich probierte sie zunächst an einem veganen Schnitzel "Hähnchen-Art" aus und war sehr angetan. Schärfe und Säure sind fein aufeinander abgestimmt und wirken barbecue-ig. Wie man auf dem Foto vielleicht erkennen kann, ist sie leider ein bisschen zu dünnflüssig. Ich mag Grillsoßen lieber etwas dicker, daher nur 6,5/10 Punkte.

Donnerstag, 9. Mai 2019

US-Snack-haul 2019 (6)


Eine Großfamilienpackung (1 kg) Pfannkuchenmehl zum Niedrigstpreis durfte ich mir nicht entgehen lassen. Nur 225 Gramm des All American Pancake Mix' von Mississippi Belle benötigt man für sechs normal große oder zehn fun-size Pancakes (angeblich sogar bis zu 12), dazu ein Ei, etwas Öl und 210 ml Milch. Sie gelingen gut und erreichen eine unerwartete Fluffigkeit. 7/10


Dienstag, 7. Mai 2019

Ich habe Victoria Jacksons Autobiografie gelesen, damit ihr es nicht müsst

Victoria Jackson (*1959) war von 1986 bis 1992 Teil des Ensembles von "Saturday Night Live" und übernahm dort regelmäßig die Rolle dessen, was man im amerikanischen Englisch bimbo oder ditz nennt, also dem blonden Dummchen, wie man es heutzutage zum Glück kaum noch in Comedyshows zu sehen bekommt. Mit ihrem Look sowie einer kindlich-naiven Quakstimme war sie prädestiniert dazu bzw. wurde halt type-gecasted, wobei sie auch über hohes akrobatisches Geschick und musikalisches Talent verfügt(e), so dass sie regelmäßig Ukulele spielend oder radschlagend auf der Bühne glänzte. Johnny Carson war ein Fan von ihr, 20 Mal war sie in seiner Late-Night-Show zu Gast.

Weil ihre Karriere in der Unterhaltungsbranche nach 1992, wie bei so vielen SNL-Alumni, nicht so recht Fahrt aufnehmen wollte, begann sie sich allmählich auf ungute Art zu politisieren und wurde Anfang der Zehnerjahre zu einem der prominenteren Gesichter der Tea-Party-Bewegung. Über diesen Werdegang hat sie 2012 ein Buch geschrieben ("Is My Bow Too Big?"), welches ich vor kurzem endlich ausgelesen habe. Ich lese grundsätzlich alle Biografien aus dem "Saturday Night Live"-Umfeld, und diese Geschichte interessierte mich ganz besonders, denn ich finde es zu gleichen Teilen spannend und unbegreiflich, wenn jemand peu à peu ideologisch "abdriftet". Beispiel Dennis Miller: War der Comedian in seiner Zeit als "Weekend Update"-Anchor noch keinem konkreten Spektrum zuzuordnen, begriff er sich nach 9/11 plötzlich als konservativer Patriot und ging die Jahre darauf schließlich full FOX News mindset.

Auch bei Victoria Jackson war dieses zweifellos traumatische Datum offensichtlich ein Erweckungserlebnis. Jedoch scheint mir in diesem speziellen Fall die Veranlagung zum Rechtsruck noch tiefer zu liegen, nämlich in einer von früh an verabreichten Überdosis Religion. Die Jacksons waren strenge Baptisten, und weil das Familienleben im Wesentlichen harmonisch ablief und kaum Anlässe bot, die diversen schrägen Dogmen infrage zu stellen, hat sich Victoria nie davon emanzipiert. Im Gegenteil: Bibelcollege und selbstauferlegte "Reinheit" bis in die wilde New Yorker Ära hinein waren logische Folgen. Und noch die übelsten fundamental-christlichen Urteile (Abtreibung ist Mord! Homosexuelle kommen in die Hölle!) galten ihr als unanfechtbar. Dann kam der 44. Präsident der Vereinigten Staaten und das Fass lief über. Bereitwillig ließ sie sich in die Verschwörungs- und Hetz-Maschinerie der far-right einspannen: Selbstverständlich zweifelt sie Obamas Staatsbürgerschaft an, die Vorbereitung eines muslimisch-kommunistischen Umsturzes wirft sie ihm vor, nicht weniger als Jesu erneute Ermordung befürchtet sie von der "liberalen Elite". "Socialist agenda" und "anti-American ideology" sind weitere gern verwendete Schlagwörter. Dass Andrew Breitbart (in dessen Haus sie sogar übernachten durfte) seine Anhänger anhielt, Obama lediglich als "Kulturmarxisten" zu titulieren, nimmt sie immerhin zur Kenntnis, verwendet aber mehrfach und allen Ernstes das Wort jihadist. Klar, in diesem Dunstkreis gelten ja schon Bernie und Ocasio-Cortez als Ultrastalinisten, weil sie stinknormale sozialdemokratische Visionen wie das Recht auf kostenlose Ausbildung und Gesundheitsversorgung haben.

Entsprechend zermürbend und enervierend gestaltet sich die Lektüre, und einzig die Passagen über die Welt des Showbiz haben mich bei der Stange gehalten. Fast schon schade ist zudem, dass das Buch mitten in Obamas erster Amtszeit endet. Ich wüsste gern, was Frau Jackson von Donald Trumps Wahlsieg 2016 und den Folgen gehalten hat. Ist für sie der Messias gekommen? Findet sie, dass seitdem alles in ihrem Sinne läuft? Oder dass im Gegenteil alles nur noch schlimmer geworden sei, weil in Wahrheit linke Massenmedien die Fäden ziehen? Vielleicht hat sie sich ja in einer ihrer Glossen dazu geäußert, die auch noch zu lesen mir aber die Kraft fehlt. 2017 hat sie sich zumindest – Quelle: Wikipedia – via öffentlicher Ankündigung endgültig aus der Politik zurückgezogen ("The article blamed her politics for her lack of career success"). Man wünscht ihr Glück.

Sonntag, 5. Mai 2019

US-Snack-haul 2019 (5)


Hunderte Male in Filmen und Fernsehserien gesehen, musste ich die klassischen Cheerios nun auch einmal ausprobieren, und was soll ich sagen? Die armen, armen Kinder, denen das allmorgendlich vorgesetzt wird. Zuckerreduktion ist ja schön und gut, aber dann muss man Frühstückscerealien auf andere Weise interessant machen, finde ich. Auch schön und gut ist, dass Cheerios ballaststoff-, vitamin- und mineralienreich sind. Geschmacklich aber sind diese Vollkorn-Hafer-Ringe fader noch als Pressspan. Wikipedia: "In Europa wurde das Produkt eine Zeit lang [...] mit größerem Zuckeranteil und oft anderen Getreidearten vertrieben, setzte sich aber in dieser Form auf dem europäischen Festland nicht durch." Ha, dem Klischee nach hätte es anders herum sein müssen. Man glaubt kaum, dass so ein frugaler Gesund-Fraß im Land von Cap'n Crunch & Co. derart erfolgreich ist. Bei meinem nächsten serving wird's, s. Serviervorschlag, Beerenobst dazu geben. 3/10

Freitag, 3. Mai 2019

Filmtitel XIX

Zimna wojna → Cold War – Der Breitengrad der Liebe
Peppermint → Peppermint: Angel of Vengeance
Unfriended: Dark Web → Unknown User: Dark Web
Spider-Man: Into the Spider-Verse → Spider-Man: A New Universe
Looking Glass → The Watcher
Second Act → Manhattan Queen
Sir → Die Schneiderin der Träume
Monsieur & Madame Adelman → Die Poesie der Liebe
Siren → Mysterious Mermaids (Serie)
Spin City → Chaos City (Serie)
A.P. Bio → Mr. Griffin – Kein Bock auf Schule (Serie)
The Upside → Mein Bester & ich
Cold Pursuit → Hard Powder
After → After Passion
Hellboy → Hellboy – Call of Darkness
La dernière folie de Claire Darling → Der Flohmarkt von Madame Claire
The Hustle → Glam Girls – Hinreißend verdorben

Donnerstag, 2. Mai 2019

US-Snack-haul 2019 (4)

Die erste Enttäuschung: 3 Musketeers ist im Wesentlichen das amerikanische Milky Way – soweit ich das beurteilen kann, denn es ist zig Jahre her, dass ich zum letzten Mal ein Milky Way gegessen habe, den objektiv schlechtesten Riegel diesseits der Milchstraße.
3 Musketeers ist jedenfalls etwas länger als Milky Way und weist eine glatte Oberfläche auf. Ich vergebe passende 3/10 Punkte.



Dienstag, 30. April 2019

Zurück in die Auskunft

Schon lange wollte ich etwas über eine Meldung schreiben, die man in der App oder bei der Online-Verbindungsauskunft der Bahn zu sehen bekommen kann: "Verbindung liegt in der Vergangenheit". Darüber ließe sich vortrefflich philosophieren. Allein: Ich wäre nicht der Erste, der sich mit diesem mystischen Satz beschäftigte. Schon 2006 gab es eine Bemerkung dazu im seligen jetzt-Magazin, und auch in diversen "Typisch deutsch!"-Büchern und -Glossen wird diese (seien wir ehrlich: letztlich unmissverständliche) Phrase behandelt. Stellen wir uns also vor, dieser Blogpost liegt in der Vergangenheit. Und das tut er ja auch.

Montag, 29. April 2019

Gaston revisité

Gaston Lagaffe, der sympathisch vertrottelte, dauermüde frankobelgische Bürobote, war früher eine meiner Lieblings-Comicfiguren. Als 2015 sämtliche Gaston-Strips unter dem Titel "Der Ganze Gaston" in einem edlen Schuber erschienen, setzte ich sie sogleich auf meine Amazon-Wunschliste. Letzte Woche überprüfte ich routinemäßig die aktuelle Preislage, doch siehe: Der Sammelband war nicht nur nicht für weniger Geld, sondern überhaupt nicht mehr zu haben! Stattdessen wird seit ein paar Wochen eine auf 20 Bände angelegte Neuedition herausgegeben. Ob darin auch die neuen Comics mit Gaston enthalten sein werden? Seit 2014 hat der kultige Schlaks nämlich wieder regelmäßige Gast(on)auftritte, nachdem ab 1997, mit dem Tod seines Schöpfers André Franquin, welcher verfügt hatte, dass niemand anders seine Figuren zeichnen dürfe, Schluss war; irgendein Verlags- oder Rechtewechsel hat's möglich gemacht. Apropos Franquin: Dessen Spirou-und-Fantasio-Gesamtausgabe (Fantasio war lange Zeit Gastons Chef) hätte man auch gerne im Regal stehen!

Nun ergab es sich, dass ich gestern auf einer Comicmesse war, und dort fiel mir was in die Hände? Nein, leider nicht "Der Ganze Gaston", dafür aber ein Gaston-Taschenbuch aus dem Carlsen-Verlag namens "Den Nagel auf den Kopf getroffen" – für 1 Euro! Beim Lesen überkamen mich durchaus angenehme Nostalgiewogen, doch muss ich konstatieren, dass ich die inhaltliche Qualität über die Jahre hinweg verklärt hatte. Das Prinzip der Gaston-Gags ist immer dasselbe, viele Pointen sind reichlich lahm, zudem hatte ich mir eingebildet, dass es hin und wieder auch längere Geschichten gegeben hat (?). Vielleicht sollte man als Erwachsener besser nichts konsumieren, was man einst als Kind und Jugendlicher abgefeiert hat ...

Donnerstag, 25. April 2019

US-Snack-haul 2019 (3)


Die beliebten Reese's Peanut Butter Cups in der praktischen "Snack size" im noch praktischeren Vorratssackerl, welches meiner hoffentlich korrekten Zählung nach 14 Stück enthält, waren ein must in meiner Bestellung. Tja, was soll ich dazu noch sagen? Ich halte mich mit der Vergabe der vollen Punktzahl wohlweislich zurück, denn 10 von 10 würde ja bedeuten, dass ich mir nicht vorstellen könnte, dass etwas noch Leckererereres existiert! Und da ich keine halben Punkte vergebe: auch hierfür 9/10

Sonntag, 21. April 2019

US-Snack-haul 2019 (2)

Weiter geht es mit etwas Trinkbarem:


Sierra Nevada Sidecar, ein wunderbares IPA, mit Orangenzesten gebraut, jedoch nicht zu fruchtig, die Agrumennote ist von perfekter Rundheit. Kommt aus North Carolina und hat erfrischende 5,3 Volumenprozent. 9/10

Freitag, 19. April 2019

Wer knackt die Nuss?


Eine weitere Eigenheit der Abreißkalender-Redaktion ist festzustellen: Sie hat eine sehr großzügige Definition der Begriffe "Rätsel" und "Spaß".
Um euch nicht den Spaß zu verderben, habe ich die Lösung des Rätsels, wo der berühmteste Leimener aller Zeiten (Spitzname: "der Leimener") geboren ist, vom Scan dieses Kalenderblatts entfernt.

Donnerstag, 18. April 2019

US-Snack-haul 2019 (1)

Weil bei einem auf amerikanische Lebensmittel spezialisierten Importartikel-Onlineshop, bei dem ich schon öfter bestellt hatte, großer Ausverkauf war, habe ich mir zum Spottpreis ein größeres Paket packen lassen:


Nur zu gerne hätte ich auch Produkte aus der Sparte Fruchtgummi / "Sweet & Sour" dazugenommen, z.B. Laffy Taffy, Razzles, Sour Patch Kids oder Life Savers, aber nach einem Blick auf die jeweilige Zutatenliste konnte ich das einfach nicht; da sind zum Teil so viele Zusatzstoffe – und zwar teils richtig üble – drin, dass mir der Appetit vergangen ist. Da bleibe ich lieber bei Süßigkeiten auf Erdnuss- und/oder Schokobasis, wie dieser hier:


Unverschämt lecker ist dieses zur Osterzeit passende "Ei", das Peanut Butter Egg aus dem Hause Reese's, das ungefähr die Größe von drei klassischen Butter-Cups hat. Schade, dass ich davon nur eins in den Warenkorb gepackt habe. 9/10

Weitere Kurztests folgen in den kommenden Tagen und Wochen.

Montag, 15. April 2019

Manchmal muss es einfach etwas Perverses sein

Schon 2018 habe ich das feine Gericht Erbsen-Fusilli mit Sauce Hollandaise kreiert, worauf in sozialen Netzwerken teils mit Häme, teils mit Ekel reagiert wurde. Ich fand's knorke, und heute gab es, als Upgrade quasi, diese Köstlichkeit: Pfannengnocchi in der Sorte "Spinat" mit, genau: Sauce Hollandaise.
Zur Nachahmung empfohlen.