Dienstag, 28. Februar 2017

Backen

Beim Spazieren durch meine Hood entdeckte ich neulich folgenden Bäckerei-Slogan:

wir backen. du könig. 

Darüber kann man sich schon mal den einen oder anderen Gedanken machen. Dies hat zum Beispiel Diana Marossek auf ihrem Sprachforschungs-Blog getan, welches ich auf der Google-Suche nach dem reichlich nichtssagenden Werbespruch fand: 

"Was will man uns damit eigentlich sagen?
Vielleicht die naheliegendste Bedeutung: 'Wir backen. Du BIST der König' (Verbvermeidung) oder doch sowas wie 'Wir backen, du König!' ???? Eindeutig ist anders."

Ich hätte noch eine dritte Interpretation anzubieten: "Wir sind Backen. Du bist der König." Ob Gesichts- oder Gesäßbacken gemeint sind, weiß allein der König der Kette "Back König", deren Filialschilder die fragliche Zeile ziert .

Sonntag, 26. Februar 2017

Pfennigfuchser auf Reisen

Ich bin gestern viereinhalb Stunden mit dem ICE in der 1. Klasse gefahren und habe dafür dank Bonuspunkte-Upgrade und BahnCard-25-Rabatt nur 21,75 € bezahlt. Dabei ging mir folgende Kalkulation durch den Kopf: Jemand, der gerne mehrere Tageszeitungen liest, legt die Strecke im Grunde kostenlos zurück! Für 1.-Klasse-Reisende liegen nämlich gratis aus: die Süddeutsche (3,40 € am Samstag), die Welt (2,70 € am Samstag) die Bild (0,80 €) und das Handelsblatt (3,40 €). Damit sind wir bei 10,30 Euro, die ein Pressefan womöglich ohnehin ausgegeben hätte. Aber das war's ja noch nicht! Jeder Gast bekam vom Zugbegleiter eine 10-Gramm-Tüte "Haribo Goldbären" und einen "Keks'n Cream Choco" (NEU!) von Leibniz geschenkt. Die Gummibärchen kann man mit 6 Cent veranschlagen, der Doppelkeks kostet circa 15 Cent. Man hätte übrigens auch mehrfach zugreifen können. Die Hälfte des Fahrpreises ist nun schon allein mit Lese- und sonstigem Futter abgedeckt. Weitere fünf Euro sind abzuziehen, weil das Ticket mit der "City"-Option zur Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs im Start- und Zielort berechtigt (bei durchschnittlich 2,50 € für eine Einzelfahrt in einer deutschen Großstadt). So, und die restlichen sechs Euro vertrinkt man halt, öffnet einem das 1.-Klasse-Billett doch die Pforte zur zaubrischen "DB-Lounge", wo man sich an Kaffee und Kaltgetränken gütlich tun kann. Dass es seit einer Weile freies Wlan im ICE gibt, habe ich noch nicht mal berücksichtigt.

Sonntag, 19. Februar 2017

Das müssen wir noch rüben

In einem früheren Blogeintrag hatte ich notiert, dass mir insgesamt drei verschiedene Sorten Zuckerrübensirup bekannt seien: "Grafschafter Goldsaft", "Naschkätzchen" und "Über-Rübe". Nie und nimmer hätte ich gedacht, dass mir in meinem Leben noch ein vierter begegnen würde. Doch genau dies geschah am gestrigen Tage.


Da es sich um ein ökologisch produziertes Lebensmittel handelt, musste ich etwas tiefer in die Tasche greifen als für seine Konkurrenz, doch seien wir ehrlich, ich würde vermutlich sogar 20 Euro hinlegen, um einen neuen Vertreter des herrlichen Brotaufstrichs Zuckerrübensirup verköstigen zu dürfen. Nun ja, der Preis für das 320-Gramm-Glas liegt immer noch weit unter 3,- Euro. Trotzdem habe ich mich beim heutigen Frühstück geärgert: Weder an "Naschkätzchen" noch an "Über-Rübe", geschweige denn an "Grafschafter Goldsaft" kommt das Produkt der Biozentrale heran. Die Konsistenz geht zwar in Ordnung, aber geschmacklich sticht eine deutliche Blutnote hervor. Das ist leider nix für mich. Immerhin der Serviervorschlag ist originell: Man soll den Sirup in ein Heferl gießen und eine unverarbeitete Zuckerrübe daneben legen.

Freitag, 17. Februar 2017

Wissensvorsprung für Deutschsprechende

Seit der Titel des nächsten Star-Wars-Films – "Episode VIII: The Last Jedi" – bekannt gegeben wurde, rätselten Fans auf der ganzen Welt, ob es darin um einen oder mehrere Jediritter gehen würde, kann the Jedi doch sowohl "der Jedi" als auch "die Jedi" bedeuten. Nun ist es amtlich: Es geht um mehr als einen, denn der deutsche Titel heißt "Die letzten Jedi". Ein bemerkenswerter Vorgang, denn nur dank der Tatsache, dass andere Sprachen verschiedene Artikel für Einzahl und Mehrzahl haben, musste Lucasfilm das große Geheimnis vorzeitig lüften. Hihi! Mal sehen, welche heiteren Vorab-Spekulationen Episode IX aufwerfen wird. Erinnern wir uns an die Verkündung des Titels "The Force Awakens": Man befürchtete fast, dass dieser bei uns albern reimend "Die Macht erwacht" lauten könnte!

Meine erste Interpretation war übrigens die singularische, doch fragte ich mich sogleich, ob die drei mysteriösen Wörter dann eher mit "Die letzte Jedi" zu übersetzen seien, denn für mich war ganz klar Rey, die junge Heldin aus Episode VII, gemeint. Aber offenbar sind Jedi generisch maskulin. Gibt es eigentlich den Forschungszweig der Feministischen Fiktionallinguistik?

Sonntag, 12. Februar 2017

Freitag, 10. Februar 2017

Gestern auf dem Wochenmarkt

Am Stand mit den Antipasti & Co.
Ein Mann beäugt und betatscht sehr kritisch die ausgelegten Knoblauchzwiebeln. 
"Was ist das für Knoblauch?", fragt er. 
Die Händlerin: "Getrockneter."
Der Mann: "Wo ist der her?" 
Händlerin: "Frankreich." 
Mann: "Was kostet einer?" 
Händlerin: "1 Euro 30." 
Mann, nach weiterer gründlicher Begutachtung der Ware: "Der kommt aus dem Ausland, nicht?" 
Händlerin: "Ja." 
Mann: "Aber nicht aus China!" 
Händlerin: "Nein." 
Mann (ab)

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Hinweis in eigener Sache: Nicht auf dem Wochenmarkt, aber auf dem Buchmarkt gibt es seit heute "Akte D - Die Wahrheit über Deutschland". Geschrieben haben es der österreichische Autor / Cartoonist / Fotograf / Radrennfahrer / Biologe / Landschaftsarchitekt Sebastian Klug und ich.

Donnerstag, 9. Februar 2017

Wie mich der Brexit einmal in die Vergangenheit und durch Europa reisen ließ

Als ich heute das Video von den schottischen Abgeordneten sah, die im Britischen Unterhaus die Europahymne pfeifen, erinnerte ich mich an ein Projekt, in das ich aus irgendwelchen ominösen Gründen als Schüler der 4. Klasse involviert war: Im Rahmen eines EU-Awareness-Abends mit Kulturprogramm war unsere Klasse dazu auserkoren, die Eurovisionshymne zu singen. Jawohl, singen! Es gab einen Text zu der sonst nur als Melodie bekannten Melodie, und ich bin mir ziemlich sicher, er begann mit den Worten "Wir reisen durch Europa, von Hamburg bis nach Amsterdam ..." Googelt man diese Zeile, erhält man allerdings nur sechs Treffer. Einer davon ist ein Artikel von "Allgäu Online" aus dem Jahr 2000, in dem es ebenfalls um ein Europaprojekt an einer Grundschule geht; ein anderer die seit sieben Jahren unbeantwortete Frage auf "Yahoo! Clever": "Ich hab vor kurzem nochmal die Eurovision gehört und dabei viel mir text ein den wir in der Schule zu diesem Lied hatten ... kann mir jemand weiterhelfen? Textansatz: Wir reisen durch europa von hamburg bis nach amsterdam ..."

Eingebildet kann ich mir meine kindliche Gesangsperformance also nicht haben. Doch warum gibt es so wenige Zeugnisse von dieser Aktion? Klar, es war die Prä-Internet-Ära, aber immerhin fand die Veranstaltung nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, sondern in einer vollbesetzten Kirche! Warum eigentlich in einer Kirche? Und was waren die anderen Programmpunkte? Meine Grundschulzeit ist übrigens nicht erst, seit ich erwachsen bin, ein einziger Nebel aus verschwommenen Flashbacks – schon seinerzeit hätte ich in einer sagen wir Heimatkundestunde nie sagen können, was wir in der Stunde davor behandelt hatten. Habe ich je Hausaufgaben gemacht? Für eine Arbeit gebüffelt? Wie habe ich Rechnen gelernt? Ich war mit den Gedanken permanent woanders. Und plötzlich stehe ich auf einer Bühne und trällere Völkerverbindungsverse der mittleren Kohl-Jahre. (Sogar ein kleines Solo hatte ich: Dazu musste ich den Namen einer europäischen Stadt deklamieren.) Dann beginnt auch schon die elende Gymnasialzeit und mit ihr der berüchtigte "Ernst des Lebens".

Mittwoch, 8. Februar 2017

Traumprotokoll: Filmkonsum

Ich hatte im Bett noch einen Podcast über wissenschaftliche Berater bei Filmproduktionen gehört, in dem unter anderem der Dinosaurierforscher zu Wort kam, der an der "Jurassic Park"-Reihe mitgearbeitet hat. Kurz vor dem Einschlafen dachte ich bei mir: 'Ich könnte eigentlich mal wieder den dritten Teil gucken, den habe ich bisher nur einmal gesehen.' Im Schlaf, also im Traum, beschloss ich, mit dem Gucken schon mal anzufangen. In der Eröffnungssequenz tobte ein langhalsiger Dino menschenverschlingend durch und um einen städtischen See, welcher mich an das Gewässer vor dem Capitol in Washington, D.C. erinnerte. 'Augenblick mal', dachte mein Traum-Ich wütend, 'diese Szene kam doch ursprünglich überhaupt nicht vor! Ich werde den Film wohl besser anschauen, wenn ich bei vollem Bewusstsein bin.'

Dienstag, 7. Februar 2017

Eine Li-La-Laune der Natur

Ich liebe den Fakt, dass die Firma Milka zu Reklamewecken tatsächlich eine echte Kuh einfach hat anmalen lassen. Wie viele Versuche wohl dafür nötig waren, bevor es den Beteiligten buchstäblich zu bunt wurde? Man kann sich lebhaft vorstellen, wie ein halbes Dutzend violett beschmierter Simmentaler mit Betäubungspfeilen im Rumpf verstört über die Alm hoppelte, bis der Regisseur schließlich brüllte: "Jetzt holt's mir halt vier kräftige Burschen daher, und dann halten die dem Rindsviech die Haxn fest, bis die Farbe trocken is!" Gesagt, getan.
Wenig später klopfte es an der Tür des Mostbacher-Seppls: "Du, Sepp, 's tut mir leid, es geht um deinen Sohn, den Franz. Der hot da mitgeholfen bei so an Werbefuim, und dabei is eine Kuh plötzlich ganz narrisch worden und hat dem Franzl den Huf an d'n Schädel g'haun, und jetzt schaut der so deppert drein und kann nimmer reden ..." Als Entschädigung erhält die Familie Mostbacher bis heute jeden Monat eine kostenlose Europalette Luflée. Die Original-Milka-Kuh starb indessen wenig später an einer Schwermetallvergiftung. Seitdem werden die tierischen Werbeträger mit Videobearbeitungs-Software eingefärbt.

Sonntag, 5. Februar 2017

Spaß mit Synonymen


Slogan dieses ganz sicher herausragend anspruchsvollen Films: "Payback... the best form of revenge."
Auf dem Plakat für den deutschen Markt läse ich gern die Unterzeile "Rache ... die beste Form der Rache".

Donnerstag, 2. Februar 2017

Bekanntmachung

Liebe Leserinnen und Leser,

auch in diesem Monat werdet ihr an dieser Stelle kein einziges Wort über Fernbusse lesen. 

Danke für eure Aufmerksamkeit.
Euer Torsten

Mittwoch, 1. Februar 2017

Webcomics revisited

Es ist wie ein Fluch: Fast immer, wenn ich einen Webcomic empfehle, stellt dieser kurze Zeit später seine Updates ein. Zeit zu fragen: Was kann ich mir denn überhaupt noch ankucken für meine tägliche Dosis Comicspaß?

Endgültig beendet sind oder scheinen zu sein:

Completely Serious Comics
1111 Comics
Thoughtshake Comics
Doghouse Diaries
Gunshow
Abstruse Goose
Maneggs
Last Place Comics
Space Avalanche
Three Word Phrase
For Lack of a Better Comic

Mögen die Links all jene zum Archive-bingen einladen, die diese Serien nicht kennen.


Nur noch sporadisch neue Inhalte gibt es bei:

Amazing Super Powers
Safely Endangered
Two Guys and Guy
The Earth Explodes
Left-Handes Toons
Anyone for Rhubard? (wo es allerdings Anfang des Jahres ein kurzes Aufbäumen in Form der Reihe "Unimportant Moments in History" gab)
Moonbeard (Just heute erschien ein neuer Strip, juchhu!)

Von den Seiten, die ich vor sechseinhalb Jahren hier verlinkt habe, sind mittlerweile gänzlich verschwunden: White Ninja Comics (was SEHR traurig ist; wenigstens ein Buch, das ich einst kaufte, hält die Erinnerung wach), Plastic Brick Automaton (wir ganz Alten kennen es noch als "Lego Robot"), Truck Bearing Kibble.


Zuverlässig frischen Stoff liefern:
Poorly Drawn Lines (Montag, Mittwoch, Freitag)
Optipess (mindestens 1x pro Woche)
xkcd (Montag, Mittwoch, Freitag)
Cyanide & Happiness (täglich)
SMBC (täglich)
The Gentleman's Armchair ("wheneverly")
Extra Fabulous Comics (durchschnittlich 1x pro Woche, seit einiger Zeit übrigens mit "stylistic suck")
Owlturd Comix (mehrmals pro Woche)
Loading Artist (durchschnittlich 1x pro Woche)
Toothpaste for Dinner (täglich)
Invisible Bread ("every Tuesday and Thursday and sometimes Wednesday")
Channelate (mindestens 1x pro Woche)
Buttersafe (Dienstag & Donnerstag)
Chainsawsuit (mehrmals pro Woche)
Mr. Lovenstein (mehrmals pro Woche)

Wer mir weitere Empfehlungen empfehlen mag, möge sie mir via Kommentarfunktion empfehlen!