Sonntag, 30. September 2018

Brain Droppings cont'd

Dass Jesus für sein Gleichnis mit dem Nadelöhr ein Kamel gewählt hat, war schon genial. Ein Dromedar, das durch ein Nadelöhr geht, kann man sich ja gerade noch vorstellen. Der zweite Höcker macht den Unterschied!

Kakadus and don'ts

Leider immer noch vielerorts verpönt: Blutung stillen in der Öffentlichkeit

Kaulquappen vs. Kauleisten

Der Schweizer Stimmungsmusiker Richard "Rickch" Ästli feierte unter dem anglisierten Namen Rick Astley internationale Erfolge.

Verfassungs-Shorts
(mit Eingriff [in die Grundrechte])

"Ich bin ein erfolgreicher Pferdezüchter. Hier ist mein Portfohlio."

Gabor Steingart, aber als Remake von "Werner - Beinhart!"

Bundeshalshaut

They're formin' in a straight line
They're goin' through a tight wind
The kids are losin' their minds
Bahn-Chef Lutz

Heimliche Überwachung - not even Wanz

Wie unsere Füße wohl heute aussehen würden, wenn der Homo sapiens niemals Schuhe erfunden hätte?

Früher gab es beim Fliegen nicht so viele spaßfeindliche Vorschriften. Da durften sogar Kinder ins Cockpit, dem Piloten über die Schulter schauen, auch mal das Steuer übernehmen, Loopings schlagen, auf andere Flugzeuge schießen... Simpler times!

Immer wenn ich am Friseursalon "Karthago" in Frankfurt-Bornheim vorbeigehe, denke ich: Warum nicht "Khaarthaargo"???

Freitag, 28. September 2018

Wie süß ist das denn?! (Teil 6)

Als eine Art Bonustrack möchte ich heute auf eine schöne doppelseitige Übersicht in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 12. August 2018 verweisen.


Der Artikel behandelte das gesamte Spektrum natürlicher und synthetischer Süßung und führte zunächst einmal die Dreiheit Einfach-, Zweifach- und Mehrfachzucker ein. Vorgestellt wurden sodann die Monosaccharide Galactose (Schleimzucker), Glucose (Traubenzucker), zu welchem ersterer beim Stoffwechsel umgewandelt wird, sowie Fructose (Fruchtzucker). Zu den Disacchariden, welche die ungefährt doppelte Molekülzahl haben (ich verstehe die Chemie dahinter nicht), zählen Lactose (Milchzucker), Maltose (Malzzucker) und natürlich der good old Haushaltszucker Saccharose. 

Weiter ging es mit den Zuckeralkoholen, welche in diesem Blog bislang noch gar keine Rolle gespielt haben: Lactit, Sorbit, Maltit, Mannit, Isomalt, Erythrit und Xylit. Diese präziser als Zuckeraustauschstoffe bezeichneten Alditole "werden unter anderem als Feuchthaltemittel und Konservierungsmittel verwendet", sie sind alle von der EU zugelassen und tragen E-Kennzeichnungen. Bedenklich sind Erythrit ("bei einem verhältnismäßig hohen Konsum") und Xylit ("für einige Tiere lebensbedrohliche Folgen").

Die eigentlichen Süßstoffe auf der rechten Seite kennt man allesamt aus meiner kleinen Reihe, nur wurden hier zusätzlich die Strukturformeln mitgeliefert, denn das FAS-Publikum hätte sich gewiss mit nicht weniger zufrieden gegeben.

Donnerstag, 27. September 2018

Kaltgestellt

Eine heutzutage fast vergessene Köstlichkeit, die in meiner Kindheit eine große Rolle spielte: Kaltschale. An heißen Sommertagen wurden diese süßen Instant-Tütensuppen (im Bild: Erdbeer von Dr. Oetker) rubbeldiekatz angerührt, eine halbe Stunde im Kühlschrank belassen und dann – gerne als Hauptmahlzeit zum Mittag – serviert. Am besten fand ich immer die Sagostückchen.

Montag, 24. September 2018

Traumprotokoll: Kondensmilch

Ich war von Oliver Maria Schmitt zu einem Abendessen am Mainufer eingeladen worden. Auf einem extra herangeschafften kleinen Klapptisch kredenzte der Titanic-Herausgeber einen deftigen Gemüseeintopf, als Dessert sollte es Pflaumenkompott geben. Bevor wir mit dem Dinieren anfingen, sagte ich, dass zu dem Kompott sehr gut gezuckerte Kondensmilch passen würde, und schlug vor, eine Tube der tschechischen Marke "Piknik" von zu Hause zu holen, es würde nur fünf Minuten dauern und sich auf jeden Fall lohnen. Ich rannte also los, doch hatte ich den Weg schändlichst unterschätzt. Es dauerte nicht fünf Minuten, sondern eine gute halbe Stunde, bis ich etwa die Hälfte der Strecke zurückgelegt hatte, und dann verirrte ich mich auch noch, passierte eine Kathedrale, die mir zuvor noch nie aufgefallen war, sowie ein altes Gerichtsgebäude, das gerade abgerissen wurde. Vor dem imposanten und mir völlig unbekannten Bau stand eine umgekippte Hinweistafel, auf der vermerkt war, welche Berühmtheiten der Jurisprudenz hier drin gewirkt hatten. Ich dachte noch 'Naja, der Eintopf ist inzwischen eh kalt, da kann ich auch schnell googeln, wer diese Personen sind', doch dazu kam es nicht mehr, denn in dem Moment wachte ich auf.

Samstag, 22. September 2018

Durchzählen, bitte!

In diesem Jahr sind folgende Video-/Computerspiele erschienen bzw. werden noch erscheinen:
- Tomb Raider III
- Hitman 2
- Battlefield V
Nun wird sich selbst jemand, der nur grobe Ahnung von der Materie hat, fragen: "Hä, es gab bis jetzt erst zwei 'Tomb Raider'-Spiele?" – Gab es freilich nicht. "Tomb Raider III" ist auch nicht der offizielle Titel; der lautet "Shadow of the Tomb Raider", und es handelt sich um den dritten Part des Lara-Craft-Reboots, das 2013 mit "Tomb Raider" (selber Name wie das Original von 1996) begann und zwei Jahre später mit "Rise of the Tomb Raider" fortgesetzt wurde. Wenn ich richtig gezählt habe, ist es allerdings das insgesamt 14. installment der ikonischen Action-Adventures (Vetreter anderer Genres, Spin-offs sowie mobile games habe ich außen vor gelassen).
Mir erscheint dieses Vorgehen als Griff in die Trickkiste, um einem angestaubten Franchise zumindest oberflächlich eine Frischzellenkur zu verpassen. Genau so wurde auch im Falle "Hitman" vorgegangen: Nachdem seit dem Jahr 2000 "Hitman: Codename 47", "Hitman 2: Silent Assassin", "Contracts", "Blood Money" und "Absolution" erschienen waren (again: Den Puzzle-Ableger "Hitman Go" und das Handyspiel "Sniper" ignoriere ich), wurde 2016 ein Neustart vorgenommen, der tabula-rasa-mäßig und simpel "Hitman" hieß und dessen Fortsetzer noch 2018 als "Hitman 2" veröffentlicht werden soll.
Halbherzig, oder auch ein wenig gaga, ist die Benamsungspolitik in der "Battlefield"-Reihe. Zwischen "Battlefield 4" und dem upcoming "Battlefield V" (nur echt mit römischer Ziffer) wurde vor zwei Jahren "Battlefield 1" geschoben, wobei man Electronic Arts zugute halten muss, dass 1. der Schauplatz des Shooters der Erste Weltkrieg (WW1) ist und es 2. bis dahin noch kein Spiel namens "Battlefield 1" oder schlicht "Battlefield" gegeben hatte – das erste von 2002 hieß "Battlefield 1942".
Ach ja, und dann wartet die Zockercommunity natürlich noch auf "Fallout 76" ... wo die Zahl halt gar nix mit irgendeiner Serienteilnummerierung zu tun hat, sondern auf den Ausgangsort der Handlung, Vault 76, verweist.

Sonntag, 16. September 2018

Zwei Lebensmittel-Kürzest-Tests


1. Bei Rewe drei Tortillachips-Sorten einer mir völlig unbekannten Marke entdeckt. Antica Cantina Chili (es gab noch Käse und Barbecue) hält leider nicht, was die prachtvolle Verpackungsbedruckung verspricht. Viel zu mild und maisig kommen die – immerhin stabil-knackigen – Knusperdreiecke daher. Das Mundgefühl geht in Ordnung, aber nach einer Dritteltüte hatte ich vorerst genug. Hergestellt in Deutschland und vertrieben durch Leighton Foods, Dänemark, enthalten die Chips Palmöl und Glutamat. 4/10

2. Ich bin bekanntlich weder ein Kokosnuss- noch ein Vanilleverächter, weswegen ich den veganen Kokos Aufstrich mit Vanille aus dem Hause dm-Bio ohne größeres Abwägen einsteckte. Jedoch ist die (angenehm rapshonigartig cremige) Masse auf Agavendicksaft-Basis zu anstrengend für den regelmäßigen Frühstücksgenuss. Ohne es genauer begründen zu können, fühle ich mich spätestens nach einem halben Brötchen mit dem Zeug überfordert, saturiert, bedient. Deshalb ebenfalls 4/10

Freitag, 14. September 2018

Word of the week

Positiv an der Ära Trump ist ja, dass man auch als deutschsprachiger Beobachter kontinuierlich und en passant seinen Wortschatz erweitert. Das Wort op-ed habe ich diese Woche gut ein Dutzend Mal gehört, bevor ich es gelesen habe, und jedes Mal verstand ich so etwas wie "Abed" (wie es halt auf gut US-Amerikanisch ausgesprochen wird).
Die New York Times hat ein anonymes op-ed aus der Feder eines "senior officials" in der Trump-Regierung veröffentlicht, Details siehe Medien. Ein op-ed ist ein Meinungsstück, es steht für opposite editorial und lässt sich wohl am besten mit "Gastkommentar" übersetzen. Es ist ein Essay oder auch eine Kolumne mit dem Hauptcharakteristikum, dass es eben nicht aus der eigenen Redaktion kommt und somit ein Gegenstück zu einem Editorial ist und auch sein soll.
Letzte Unklarheiten im journalismus-fachsprachlichen Dschungel beseitigt dieser (englische) Artikel im Des Moines Register.

Montag, 10. September 2018

Ich war noch niemals in New York (2018/19-Edition)

Am 29. September beginnt die 44. Staffel von "Saturday Night Live", und ich habe es zum nunmehr neunten Mal nicht geschafft, Tickets für die Live-Aufzeichnung zu ergattern. Langsam verliere ich den Mut, zumal die Show in den vergangenen drei Jahren wirklich deutlich an Qualität abgenommen hat. Einzig Heidi Gardner und Kyle Mooney waren Lichtblicke; ob sie auch Teil des diesjährigen Ensembles sein werden, steht noch nicht mal fest. 


Freitag, 7. September 2018

Das Gegenteil von Betrug

Für ein Rezept benötigte ich lediglich vier Artischockenherzen. In einem handelsüblichen Glas befinden sich mehr als vier, also kam ich auf die brillante Idee, mir die "Früchte" einzeln von der Antipastitheke des Rewe-Marktes zu holen. Als ich dort ankam und sah, dass es an jenem Tag auch an der regulären Salattheke Artischockenherzen gab – als Bestandteil eines Salates, der u.a. noch Tomaten und Oliven enthielt –, kam ich auf die verwegene Idee, mir einfach aus diesem Salat vier Artischockenherzen herauszufischen. Damit würde ich sowohl den für die Antipasti-Auswahl typischen Beifang an Öl sparen als auch bares Geld, liegt doch der 100-Gramm-Preis für Antipasti ein wenig über dem für Salat. Bevor ich die vier kleinen Gemüse-Innereien in dem dafür viel zu großen, für normalen Salattransport vorgesehenen Plastikgefäß verstaute, kam ich auf die genialische Idee, stattdessen einen (deutlich kleineren!) Becher von der Antipastitheke zu nehmen.
Ich trug nun also eine Schale zur Kasse, die etwas enthielt, das aussah wie etwas, das dort reingehört, aber billiger war als das, was üblicherweise darin vorzufinden gewesen wäre. Sogleich wies ich die Kassiererin auf dieses Chaos hin: "Das ist von der Salattheke!" Die Kassiererin sagte mit gebotenem Ernst: "Das sollten Sie nicht tun." Darauf ich: "Aber die Umwelt!" Darauf sie: "Hm."

Donnerstag, 6. September 2018

Filmtitel XVIII

Four Christmases → Mein Schatz, unsere Familie und ich 
Maid in Manhattan → Manhattan Love Story
Life of the Party → How to Party with Mom
Tout le Monde debout → Liebe bringt alles ins Rollen
Halal Daddy → Halaleluja – Iren sind menschlich!
The Layover → Mister Before Sister
On Wings of Eagles → Wings of Freedom
One of Us → Retribution
Don't Worry, He Won't Get Far on Foot → Don't Worry, Weglaufen geht nicht
Coexister → Ein Lied in Gottes Ohr
Normandie nue → Ein Dorf zieht blank
Tag → Catch me!
Blockers → Der Sex Pakt
Bachelorette → Die Hochzeit unserer dicksten Freundin
Wedding Daze → Blind Wedding – Hilfe, sie hat ja gesagt
Crazy Rich Asians → Crazy Rich 
The Predator → Predator – Upgrade

Montag, 3. September 2018

Wohnst du noch oder haust du schon?

Schon klar, dass ich hiermit kein besonders heißes Eisen anpacke, dass ich sozusagen offene Türen einrenne, aber ich halte die Tatsache, dass würdiges Wohnen in Deutschland zum Luxus geworden ist, für den größten Missstand der Gegenwart – auch weil ich mich noch deutlich an andere Zeiten erinnern kann. Um die Jahrtausendwende herum hatten schätzungsweise 85% der Familien in meinem Umfeld ein eigenes Haus. Wer es sich irgend leisten konnte (und dafür reichten i.d.R. schon zwei Berufstätige), baute oder kaufte sich eine schöne Hütte. Und heute? Heute muss man ohne Übertreibung buchstäblich MILLIONÄR/-IN sein, um etwas Besseres als eine Mietwohnung in der Stadt zu halten. Und selbst eine Mietwohnung in der Stadt ist zu fairen Preisen kaum zu finden. Popelige WG-Zimmer schlagen mit Summen zu Buche, die vor zehn Jahren für eine privat genutzte Zweiraumbutze angemessen waren. Das ist doch Wahnsinn! Und dann kommen vom Schicksal begünstigte Babyboomer-Arschlöcher wie Don Alphonso daher und werfen Millennials vor, dass sie vor dem globalen Platzen der Immobilienblase keine klugen, zukunftsträchtigen Investitionen getätigt haben. Oder noch g'schissener: "besorgte Bürger", die es schaffen, selbst für dieses Totalversagen der Regierungsparteien die bösen Refugees verantwortlich zu machen.