Freitag, 31. Oktober 2014

Coulrophobia

Clowns verbreiten dieser Tage Furcht und Terror: in Halloween-Verkleidung, in Frankreich und in der laufenden Staffel von "American Horror Story". 

Ich lasse mal offen, ob ich ein Fan von Clowns und Clowninnen bin oder nicht. Jedenfalls warte ich schon seit Mai d.J. auf einen Anlass, folgenden Zeitungsschnappschuss (unkommentiert) zu teilen:

(Süddeutsche Zeitung)

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Es sind die kleinen Dinge

Gestern Abend hatte ich Appetit auf Süßes. Der Optionen gab es viele, doch ich bediente mich weder aus dem Naschkorb noch aus dem Kühlschrank, sondern griff in eine dunkle Ecke meines Küchenschrankes. Dort fand ich eine Tüte Vanillepuddingpulver (mind. haltbar bis 03/2014). Also aß ich Vanillepudding.

Der Stock

Im November 2010 fand ich in irgendeinem Lustige-Bildchen-Thread dieses lustige Bildchen:


Jaaaa, da hat man sich noch drüber mokiert, "forever alone", haha.

Vier Jahre später jedoch stellt das Wochenmagazin Focus dies vor:


Ein allen Ernstes "Selfie Stick" genanntes Utensil, das die Firma Rollei für 55,- Euro vertreibt. Im Gegensatz zu dem Behelfsteil der Dame im oberen Foto hat der Stick einen Auslöseknopf im Griff; man muss bei seiner Kamera bzw. seinem Smartphone also nicht den Selbstauslöser programmieren und unnötig lange in einer entwürdigenden Pose verharren. Wobei, Entwürdigung nehmen Menschen, denen so ein Stock bisher in ihrem Leben fehlte, liebend gern in Kauf. Oder?

Dienstag, 28. Oktober 2014

Warum mich Humorforschung ermüdet

Aus Hurley/Dennett/Adams: Inside Jokes. Using Humor to Reverse-Engineer the Mind. Cambridge: MIT Press 2011.

Ein an anderer Stelle in diesem Buch zu findendes Zitat von E.B. White bringt es auf den Punkt: "Analyzing humor is like dissecting a frog. Few people are interested and the frog dies of it."

Samstag, 25. Oktober 2014

There, I fixed it

Nennt mich Heimwerkerkönig!


1. Zwei Lamellen von einer meiner Wohnzimmerjalousien waren (warum auch immer) abgebrochen. Mit handelsüblichem Tesafilm, auch Klebeband genannt, konnte ich die Lamellenenden wieder befestigen.


2. Der Jalousienlamellenwendestab in meinem Schlafzimmer war entzweigebrochen. Mit handelsüblichem Paketband, auch Duct tape genannt, konnte ich die Stabteile wieder vereinen. 



3. Aus der Unterseite meines Toilettenspülkastens tropfte es. Mit handelsüblichem Isolierband, auch Panzerband genannt, konnte ich das Leck abdichten.

Es ist gut möglich, dass ich die Bezeichnungen für die verschiedenen Klebebänder total durcheinandergehauen habe. Sollte mich jemand verbessern, kann ich diesen Blogpost aber immer noch fixen (mit Gaffaband).

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Das G-Wort

Solange ich denken kann, wird das Wort "geil" als saloppes, vor allem jugendsprachliches Synonym zu "toll, stark, schnafte, phat" verwendet. Es ist schlechterdings erstaunlich, dass die leicht anrüchige Note dieses Ausdrucks immer noch nicht verschwunden ist. "'Geilheit' und mehr noch die Adjektivform 'geil' stellen in diesem Zusammenhang populäre umgangssprachliche Ausdrücke dar, deren Gebrauch in offiziellen Zusammenhängen allerdings als vulgär gilt", sagt schon Wikipedia. Üblicherweise wird die Sprachgemeinschaft immer nachsichtiger im Umgang mit derben Wörtern. Wer wollte es einem Altkanzler verübeln, die Härten des Lebens als "Scheiße" zu branden. Doch könnte man sich vorstellen, Helmut Schmidt "geil" sagen zu hören? Schwerlich. Offenbar ist die sexuelle Komponente dieses Adjektivs noch zu sehr im Bewusstsein; immerhin ist laut Duden "(oft abwertend) gierig nach geschlechtlicher Befriedigung, vom Sexualtrieb beherrscht, sexuell erregt" die Primärbedeutung. (Nummer 2 verweist schönerweise nach wie vor auf die landwirtschaftliche Sphäre – Stichwort "geil gewachsen".)

In der brüllig-prolligen Werbewelt hat man sich freilich an "geil" gewöhnt. Aber wann fing die Vergeilung dieser Welt an? Nicht erst mit dem Technikmarkt Saturn ("Geiz ist geil"). Irgendwann in den 90ern muss es gewesen sein, als ich – selbst noch ein kleiner Bube – eines kleinen Buben im Fernseh gewahr wurde, der (keck flüsternd!) ein Puddingerzeugnis oder was mit dem Prädikat "geil" adelte; und das, wenn ich mich richtig erinnere, nachdem er zuvor von Erwachsenen für die Verwendung des four letter words gerüffelt worden war!

Nur durch einen Buchstaben vom Wort "geil" unterscheidet sich "weil". Eine harmlose Konjunktion, die mich aber gleichfalls als kleiner Bube im Werbezusammenhang zutiefst verwirrte. In einem Danone-Spot äußerte ein Kind über den beworbenen Joghurt: "... weil er ist gesund." Ich konnte nicht fassen, was ich da hörte. Das Blag hätte genauso gut sagen können "... weil gesund er ist", ich wäre nicht weniger stark verletzt worden in meinen grammatikalischen Gefühlen. Ein "weil"-Satz mit Verb in Zweitposition ("V2-Stellung"), das war für mich absolut undenkbar, unsprechbar, unmachbar. Lag es an meiner spezifischen Spracherziehungsbiographie (Vater Sachse, Mutter Pommeranerin)? War "weil" in anderen Teilen Deutschlands (z.B. Danone-Land) schon länger Hauptsatzeinleiterin? Oder hat die Firma Danone aus Marketinggründen angefangen mit dieser Entgleisung, bei der sich mir noch heute die Fußnägel aufrollen? Die Germanistik weiß da bestimmt inzwischen mehr.

Dienstag, 21. Oktober 2014

Traumprotokoll: Öffnungszeiten & Sterbehilfe

Nach Monaten des Nichtträumens hatte ich heute gleich mehrere Träume, von denen ich zwei im Gedächtnis behalten konnte.

1.) Ich wollte schwimmen gehen, musste aber vorher noch Supermarktbesorgungen machen. Problem: Sowohl Badeanstalt als auch Markt schlossen um 22 Uhr. Es war bereits 20 Uhr oder so. Ich wollte unbedingt bis um zehn in der Schwimmhalle bleiben, konnte also nicht danach noch einkaufen gehen. Vorher wollte ich allerdings auch nicht einkaufen gehen, denn es hätte extrem genervt, die Waren mit ins Schwimmbad zu nehmen. Den Umkleidespind mit Wirsing und Eiscreme vollpacken – wie affig wäre das denn? Zum Glück verfügte der Supermarkt über folgendes innovative Feature: Man konnte seine Einkäufe in einem Spezialbereich verstauen und auch noch nach Ladenschluss abholen! (Ich glaube, zu diesem Spezialbereich verschaffte man sich mithilfe des Kassenbelegs Zugang.)

2.) Ich eröffnete einer Reihe von Freunden und entfernten Bekannten, dass ich beschlossen hätte, assistiert aus dem Diesseits zu scheiden. Niemand hatte irgendwelche Einwände; sogar der herzensgute und lebensbejahende Stephan Rürup begrüßte mein Anliegen. Marina Weisband erklärte sich dann dazu bereit, mich mit einem in Gift getränkten Zahnstocher umzubringen. Das sei eine kurze und schmerzlose Methode. In mehrere Stellen meiner Körperoberfläche pikte sie das Hölzchen. Von "kurz und schmerzlos" konnte dabei keine Rede sein. Nach einer Weile der Qual sagte ich, dass ich von meinem Todeswunsch zurücktrete, doch Frau Weisband stach immer und immer wieder zu. Schwer geschwächt und aus vielen kleinen Löchern blutend gelang mir schließlich die Flucht auf einer Eisscholle.

Sonntag, 19. Oktober 2014

Die verschwundene Frage


Ist es euch aufgefallen? Irgendwann am Anfang des laufenden, vielleicht auch schon Ende des letzten Jahres, hat die Zeit aus dem Fragebogen in ihrer Rubrik "Kinder-Zeit" die Frage "Bei welchem Wort verschreibst du dich immer?" gestrichen. Diese Frage erschien mir schon immer ein bisschen schräg. Kein Kind schreibt bewusst etwas falsch. Wenn das Kind weiß, dass es sich bei einem Wort immer verschreibt, wird es doch spätestens beim Nachdenken über die Frage danach versuchen, das Wort korrekt zu schreiben, notfalls mit Hilfe von Duden oder Geschwisterkind. Wenn das befragte Kind dann z.B. als Antwort eingeschickt hätte: "Bei dem Wort 'Millionär' verschreibe ich mich immer", hätte die Redaktion dann erwidert: "Nein, liebes Kind, zeig doch bitte einmal, wie du dich bei dem Wort verschreibst. Schließlich wollen wir Erwachsenen uns amüsieren und uns eine Privatmeinung zum Thema Bildungsnotstand herausbilden!"?
Jetzt jedenfalls dürfen die Kleinen den Fragebogen ausfüllen, wie ihnen die Feder gewachsen ist. Und das ist gut so, denn es geht um den Inhalt; Kinder haben uns etwas mitzuteilen!
(Manchmal freilich sind kindliche Orthographiepannen halt doch zum Schmunzeln.)

Freitag, 17. Oktober 2014

Albernes zum Wochenschluss

Drei Szenen mit Penis

- "Hier, Wachteleier – die bringen ordentlich Tinte auf'n Füller. Und mit 'Tinte auf'n Füller' meine ich 'Sperma auf'n Penis'!"
- "Hast du auch nur die leiseste Ahnung von Geschlechtsteilen?"
- "Nein. Und jetzt iss deine Wachtelhoden!"

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Lehrerin: "So, heute erkläre ich euch das Ohmsche Gesetz. Dafür klappe ich mal die Tafel auf und – au weia, wer hat denn ..."
Dicker Schüler mit dicker Brille (steht auf, deutet auf die Tafel und hyperventiliert beinahe): "Da steht 'Penis'! Kuckt, Leute, da hat jemand 'Penis' draufgeschrieben!!!" (fällt um und wälzt sich lachend auf dem Boden)
Rest der Klasse: "Hahahahaha!"
Lehrerin: "Beruhigt euch! Beruhigt euch!" (wischt verzweifelt auf der Tafel herum)
Schulleiter (erscheint, vom Lärm angezogen): "Was ist denn hier los?"
Dicker Junge (deutet auf Tafel): "Da! Da! Lesen Sie doch!"
Schulleiter: "Hahahahaha!"

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- "Sie wollten mir noch verraten, was Ihr besonderes Talent ist ..."

- "Na schön: Ich kann innerhalb von zehn Sekunden, nachdem ich einen Raum betreten habe, die Zahl aller Gegenstände nennen, in die ich meinen Penis stecken kann."
- "Huch, das ist in der Tat außergewöhnlich ... und außergewöhnlich frivol. Kein Wunder, dass man Sie bei 'Wetten, dass..?' abgelehnt hat."
- "Ja, schade. Bei den meisten Abendgesellschaften ernte ich mit dieser 'Nummer' ohnehin mehr Entsetzen als Bewunderung."
- "Wir sitzen zwar schon eine Stunde in diesem Restaurant, aber: Nennen Sie doch mal die Zahl der potentiellen Gegenstände in dieser Örtlichkeit!"
- "Vierundzwanzig."
- "Interessant. Auch die Pfeffermühle?"
- "Ja klar. Kann man ja aufschrauben."
- "Und der Hirschkopf da an der Wand?"
- "Ich schäme mich nicht zu sagen: ja."
- "Wie sieht es mit Sofaritzen aus?"
- "Da zähle ich nur die Sofas. Das heißt, ein Sofa mit vier Ritzen und also vier Penisreinsteckmöglichkeiten kriegt die Zahl eins."
- "Was ist mit der kleinen dekorativen Trompete da oben?"
- "Ja, auch die. Ich habe nicht behauptet, dass ich sonderlich gut bestückt bin. Ich bin nur übermäßig versext."
- "Ich glaube, ich frage dann mal nach der Rechnung ..."

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Verwandtschaftsbezeichnungs-Vorschlag

Den ewigen Missstand der deutschen Sprache, über kein Wort für die Zwei- bzw. Einheit von Tante und Onkel zu verfügen, möchte ich hiermit bereinigen. Statt "Ich besuche meine Tante und meinen Onkel" oder ähnlich Umständliches formulieren zu müssen, sage man fürderhin: "Ich besuche meine Para-Eltern." Der Bindestrich muss leider sein, da das Aufeinandertreffen von a und e hässlich zu lesen ist. "Nebeneltern" als deutsche Entsprechung könnte ich mir auch vorstellen, auch wenn dieses Wort zu viele es für meinen Geschmack enthält. Eltern, Großeltern, Para-Eltern – das rollt gut von den Lippen.
Extravorschlag: Neffen & Nichten könnte man mit dem neuen Wort Beikinder zusammenfassen. ("Und warum nicht, analog, 'Parakinder'?" – Was weiß ich, so ist das nun mal! Außerdem wird so vermieden, dass Kinder in wortspielerischer Absicht als Parasiten gescholten werden.)

Mittwoch, 15. Oktober 2014

In weiteren Meldungen

(zum Vergrößern klicken)

Sandro ist ein komischer Hund. Als der Yorkshire-Terrier vor vier Jahren aus seinem Heim im niedersächsischen Elze verschwand, hatte das Tier nur drei Beine; eines war ihm von seinem Herrchen versehentlich mit dem Rasenkantenschneider abgetrennt worden. Nun ist er, Sandro, zurück bei seinem Besitzer – und hat wieder vier Beine wie am ersten Tag. +++
Wilhelmine ist ein komisches Pony. Als die Ponydame (78) vor vier Jahren aus ihrem Ponyhof im niedersächsischen Gronau (bei Elze) verschwand, sprach sie kein einziges Wort Englisch. Nun ist das Tier überraschend und buchstäblich wieder aufgetaucht – im thüringischen Fluss Oelze und in Gestalt einer Forelle. +++
Herr Kauz ist ein komischer Mensch. Als der niedersächsische Journalist vor vier Wochen aus seinem Büro der "Tier macht Sachen"-Redaktion verschwand, schrieb er ein ausgeprägtes Simpeldeutsch. Nun ist er von seinem vierwöchigen Spanischkurs im elsässischen Illzach zurückgekehrt – und schreibt nur noch Spanisch ("Animal hace cosas").

Dienstag, 14. Oktober 2014

Errungenschaften

(Gleich geht's um Video- und Computerspiele. Wen das nicht interessiert, der/die möge jetzt die Augen schließen.)

In seinem satirischen Lexikon "The Devil's Dictionary" definiert Ambrose Bierce das Wort "achievement" so: "The death of endeavor and the birth of disgust." Das kann man natürlich auf Achievements im modernen Sinne anwenden: Jene kleinen Awards, die man in vielen Games für das Erfüllen gewisser Aufgaben erhält, lassen manchen das eigentliche Spiel völlig aus den Augen verlieren und zu stumpfen Planerfüllungsrobotern verkümmern. Eine Unsitte ist es, Auszeichnungen dafür zu geben, dass man einen Spielabschnitt abgeschlossen hat, dass man es also geschafft hat, einfach nur das Spiel bis zu einem bestimmten Punkt zu spielen. Tutorium abgeschlossen – "Achievement unlocked!" / Ersten Gegner besiegt – "Achievement unlocked!" / Spiel gespeichert – "Achievement unlocked!" Albern!

Dieser unschönen Trends ungeachtet mag ich Achievements sehr gern. Die Batman-Spiele der "Arkham"-Reihe beispielsweise haben mir dank der anspruchs- und reizvollen Neben-Herausforderungen so manche kurzweilige Postgame-Phase beschert. Die aufwendigste, albernste, sinnloseste, frustrierendste, aber auch spaßigste Zusatzmission, die ich je erlebt habe, war "Apollo Zwerg" in dem exzellenten Spiel "Half-Life 2: Episode 2". Dabei muss man einen Gartenzwerg (!), den man am Anfang findet, bis zum Ende mit dem Gravitron mitschleppen und dann in eine Rakete setzen. Als ich das Achievement erhielt, gehörte ich zu den wahnsinnigen 1,4% der bei Steam Registrierten, die das ebenfalls geschafft hatten. Das war am 26.4.2008. Inzwischen haben ganze 3,6% aller Spieler das Gartenzwerg-Achievement freigeschaltet, darunter auch der Bloggerkollege han_man, dessen Treiben ich im Allgemeinen wärmstens empfehlen kann.

Achievements sollte es auch im Real Life geben. Diesen Gedanken hatte ich nicht als erster, vgl. diese Seite.

Samstag, 11. Oktober 2014

Buchmesse (II)

Die berühmten steinernen Schildis von Helsinki. In den Holzhallen hinten links (nur teilweise im Bild) konnte man Bären- und Elchfleisch in Dosen kaufen.

Ach ja, Finnland: In dessen Hauptstadt hat es mich auch einmal verschlagen. Ein Freund und ich waren dort, um zum Jahreswechsel 2007/08 insgesamt vier Metalkonzerte anzugucken und -zuhören. Wir wohnten bei einem sympathischen Pärchen, das sich trotz Arbeitslosigkeit eine übertrieben große Wohnung leisten konnte; aber was heißt hier "trotz"? Im Wohlfahrtsstaat Finnland wird man, sobald man kein regelmäßiges Einkommen bezieht, solange mit Geld überschüttet, bis man sich aus Anstand und Scham wieder dem Arbeitsmarkt andient. Sogar für jedes Haustier (s. unten) kriegt man noch mal 600 Euro pro Monat oder so.
Helsinki ist eine ausnehmend öde Stadt, vor allem wenn es bereits 15 Uhr zu dämmern beginnt. Die berüchtigte finnische Lethargie spürten wir besonders am Silvesterabend, als wir von Konzert #4 in die Wohnung zurückkamen und dort etwa 20 geladene Partygäste im Halbschlaf auf dem Fußboden liegend vorfanden. Da war es gerade kurz nach eins. Immerhin lernten wir dort den schon völlig besoffenen Regisseur der finnischen Version  von "Big Brother" kennen ("One phone call and I can get you in the container!"). 
Alles ist in Finnland zweisprachig: Jeder Haltestellenname, jeder öffentliche Hinweis steht zusätzlich in Schwedisch da, obwohl der Anteil der Schwedischsprachigen nur rund 6% beträgt. Ausländische Kinofilme werden im Originalton mit finnischen und schwedischen Untertiteln gezeigt.

Nachts haben sich die Katzen immer an meine Beine gekuschelt. Das war schön.

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Buchmesse (I)

Ich: "Was ist denn auf diesen Baguettes drauf?"
Männliche Kaltmamsell: "Auf denen hier Schinken und Zwiebeln und auf diesen hier Garnelen und Käse. Also einmal nicht-vegetarisch und einmal vegetarisch."

Montag, 6. Oktober 2014

Warum ich gerne Japanisch sprechenden Menschen zuhöre

Wichtiger Bestandteil der japanischen Sprache sind die so genannten Ideophone, in der englischsprachigen Literatur "mimetics" genannt: Lautspielereien, die meist als verdoppelte Silbenpaare auftauchen, was für fremde Ohren ganz ulkig klingt. Man unterscheidet dabei zwischen Giongo und Gitaigo.

Giongo ist Onomatopoesie im engeren Sinne, also v.a. Naturlaute wie kokekokkoo "Kikeriki!" oder zaazaa (Regengeräusch), aber auch kusyon "Hatschi!". Gitaigo ist die interessantere, aber auch schwerer zu fassende Gruppe. Sie umfasst Wörter, die innere Zustände widerspiegeln. Die Silbenfolge gakugaku etwa wird verwendet, um das Zittern der Beine zu verbalisieren, kankan drückt große Verärgerung aus. Zwei etwas bekanntere Beispiele: 1. Nico Nico Douga, das japanische YouTube-Äquivalent, enthält nikoniko "lächeln", 2. Doki Doki Panic, die Vorlage für das zweite Super-Mario-Bros.-Spiel, enthält dokidoki, was für heftiges Herzklopfen steht.

Eine kurze Einführung in die Materie gibt der Aufsatz "Sounds of the Heart and Mind. Mimetics of Emotional States in Japanese" von Debra J. Occhi in Languages of Sentiment: Cultural Constructions of Emotional Substrates (Hrsg. v. Gary B. Palmer & Debra J. Occhi), Amsterdam/Philadelphia 1999 (bei GoogleBooks verfügbar). Darin erfährt man auch, dass japanische Schulkinder Giongo in Katakana lernen und Gitaigo in Hiragana, sowie dass es auch eine alternative Einteilung der mimetics in drei Kategorien gibt. Eine zitierte Wissenschaftlerin meint: "giongo/gitaigo are the hardest parts of the Japanese language for non-native speakers to grasp", und "they cannot be explanied satisfactorily to non-native speakers by native speakers" (S. 157). Schön isses allemal. (Offenlegung: Ich kann kein Japanisch.)

Sonntag, 5. Oktober 2014

Samstag, 4. Oktober 2014

Betr.: Filmkenntnis, Wölfe, passiv-aggressive Mails

Moderne Zeiten. Junge Leute kennen Filme nur noch unter den Dateinamen, wie man sie auf Sharingseiten findet. Zitat: "James Franco hat mich spätestens seit 'Howl.2010.PROPER.LIMITED.DVDRip.XviD-AMIABLE' überzeugt."

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Notiz vom 14.2.2012

Sächsische Zeitung: "Erstmals gibt es einen sicheren Beweis für einen Wolf südlich der Autobahn 4." – *gasp* Haben uns die Alten nicht davor gewarnt? Erzählten sie uns nicht vom Winter 1893, als angeblich ein ganzes Rudel der Schwarzpelze die mystische Demarkationslinie A4 überschritt? "Bleib stets unterhalb der A4, dann wird dir nichts geschehen", mahnten unsere Mütter, wenn sie uns zu Omas Waldhütte schickten. Jetzt ist es also soweit. Geißlein von Deutschland, verschanzt euch in der Raststätte eures Vertrauens!

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Betreffzeile einer Mail von thalia.de: "Warum haben Sie Ihren Gutschein noch nicht eingelöst?" – Oh, Entschuuuuldigung! Was kommt als nächstes? "Ihr Gutschein löst sich nicht von alleine ein!" Oder: "Es passieren Unfälle. Heute löst einer seinen Gutschein nicht ein, morgen brennt seine Wohnung aus ..."


Donnerstag, 2. Oktober 2014

Zum Semesterstart

Vor jedem neuen Semester schaue ich mir interessehalber das Vorlesungsverzeichnis meiner Alma mater an. Vieles bleibt ähnlich, manches ändert sich. Im Wintersemester 2014/15 bietet das Institut für Germanistik den Kurs "Einführung ins Programmieren für Sprachwissenschaftlerinnen und Sprachwissenschaftler" an. Und im Kommentar dazu versucht man sogar, witzig zu sein: