Samstag, 28. November 2009

Roomies

Durch eine Folge der Serie Undeclared (doofer deutscher Titel: American Campus) habe ich gelernt, dass in amerikanischen Studentenwohnheimen, in denen sich in der Regel zwei gleichgeschlechtliche Studenten ein Zimmer teilen, folgendes üblich ist: Wenn einer der Zimmerbewohner einen Partner mit auf die Bude nimmt, muss der andere sich irgendwo - z.B. im Aufenthaltsraum - einen Alternativ-Schlafplatz suchen. Wie unverschämt! Ich würde mich weigern, meinen teuer bezahlten Raum nicht zu betreten, nur weil mein Mitbewohner eine Krawatte an die Klinke gehängt hat. Sollen die sich halt ein Stundenhotel suchen. Oder sich beim Akt beobachten lassen. Wer in einem Studentenwohnheim wohnt, hat eh jedes Privileg auf Sex verwirkt. Erbärmlicher ist nur noch, bei seinen Eltern zu wohnen. Ich rede hier natürlich nicht von deutschen Studenten. In den Wohnheimen, die ich kenne, hat zumindest jeder ein eigenes Schlafzimmer. Ich selbst habe grundsätzlich keine Probleme damit, in einem Mehrbettzimmer zu nächtigen - bei Gott, ich teilte mir mal eins mit sieben Australiern (und wie jeder weiß sind Australier die größten Proleten unter der Sonn'). Aber ein bisschen Ruhe tut, gerade in Prüfungszeiten, Not.

Bonus-Text für Nerds Es muss noch erwähnt werden, dass sich Judd Apatow, der Erfinder von Undeclared sowie dessen quasi-Vorgänger Freaks & Geeks, sich mal einen dorm room mit Adam Sandler geteilt hat - Filmmaterial aus diesen Tagen ist in dem Film Funny People (doofer deutscher Titel: Wie das Leben so spielt) (Regie: Apatow) zu sehen. Adam Sandler habe ich eine Zeit lang mit Ben Stiller verwechselt, und tatsächlich wird in einer Undeclared-Episode, in der Sandler einen Gastauftritt hat, dieser von Oliver Rohrbeck synchronisiert, dem deutschen Stamm-Sprecher von Ben Stiller. Laut dem Oracle of Bacon kommen Ben Stiller und Adam Sandler sogar in einem gemeinsamen Cast vor, nämlich dem von dem Film Happy Gilmore. Das Drehbuch dazu schrieb Tim Herlihy, ein langjähriger Autor bei Saturday Night Live. Adam Sandler war in vier Staffeln bei SNL zu sehen, aber auch Ben Stiller hatte darin einige Cameos, u.a. als Tom-Cruise-Parodist.

Samstag, 21. November 2009

Yes, ve cen!

Es folgt nun ein sehr herablassender Nörgelbeitrag, der mir aber am Herzen liegt.
Vor über einem Jahr wurde Barack Obama zum Präsidenten der USA gewählt, und noch immer gibt es deutsche Nachrichtensprecher und andere Medienleute, die den Namen  Barack wie B'äreck aussprechen (Betonung auf der ersten Silbe). Klar kann man von Krethi und Plethi derartige Kenntnisse nicht verlangen, die sollen sich lieber mit der Politik des eigenen Landes beschäftigen, aber wer sich Journalist nennt, kann durchaus mal ein bisschen recherchieren; dank der digitalen Vernetzung kann man dies ja auf unterhaltsame Weise tun, zB indem man amerikanische Late-Night-Shows guckt oder Blogs wie USA erklärt liest. 
Die Aussprache des Englischen ist in der Tat das schwierigste an dieser Sprache. Leider wird an unseren Schulen versäumt, auf die starken phonetischen Unterschiede zwischen Deutsch und Englisch hinzuweisen. Man sollte den Lernern in den ersten Unterrichtseinheiten ganz deutlich vor Augen führen, dass selbst Verschlusslaute wie /k/ und /t/ im Englischen in gewissen Positionen anders klingen als ihre deutschen Entsprechungen, von Lauten wie /w/ und dem berüchtigten th ganz zu schweigen. Dies sehen die Lehrpläne nicht vor, und so kommt es, dass man englischsprechende Deutsche überall sofort erkennt (mitunter erkennt man sogar den Dialekt (Sächsisch!)). Amis machen sich lustig über uns! (Beweiscomic)
Bemerkenswert, aber verständlicher ist, dass englische Fremdwörter unserer Muttersprache angepasst werden, vgl. bluff ("Blöff"), pumps ("Pömps"), Excel ("Éxl"), flush ("Fläsh"), hovercraft ("Huverkraft") oder route (na gut, ich lernte gerade, dass hierbei zwei Aussprachen richtig sind, wobei ich "raut" viel öfter zu hören glaube). Peinlich ist es, wenn selbst Unternehmen sich uneinig bzgl. der korrekten Lautung sind (T-Mobile, Red Bull (bei letzterem schwankt der Akzent)).
Ich möchte aber nicht nur mit dem ausgestreckten Finger auf "uns Deutsche" zeigen, sondern - ha! - mit dem ausgestreckten Finger auf englische Muttersprachler zeigen. Man denke daran, wie die so manches Fremdwort aussprechen. Der Firmenname Braun klingt wie "Braan", [ˈFolksva:gen] wird zum "Wolkswägen", Porsche zu "Porsch". Beim Louvre schwindet das "r", im Familiennamen LeFavre vertauscht man das "r" und das "v" einfach (Metathese), Van Gogh klingt wie "vän go", das erste "A" im Bandnamen ABBA wird lang, ebenso das "i" in pizza und Nissan. Sehr schön ist auch der "orángutan(g)"! Und natürlich reimt sich Merkel auf Urkel. Man sieht also, wir leben in einer bunten Welt, wo jeder spricht, wie ihm das Schnäblein wuchs, und das ist auch gut so. Der Turm zu Babel ist nun mal gefallen, also sollten wir das beste draus machen. Dennoch heißt es [bəˈrɑːk], verdammt!

Samstag, 7. November 2009

Das F-Wort

In der letzten Folge von South Park (13.12 "The F Word") wurde ein höchst interessantes Phänomen behandelt, nämlich der Bedeutungswandel des US-amerikanischen Schimpfwortes fag (< faggot). Es lässt sich momentan am besten mit "Schwuchtel" übersetzen, die Bedeutung verschiebt sich aber anscheinend in Richtung "rücksichtslose, laute Person" allgemein und wird von den South-Park-Kids speziell für die scharenweise auftauchenden, lärmenden Harley-Fahrer verwendet. Hier passt das deutsche Wort "Schwuchtel" nun überhaupt nicht mehr, denn dieses wird (noch?) ausschließlich für Homosexuelle gebraucht. Die Übersetzer werden also wieder einmal vor ein nervenraubendes Problem gestellt werden.
Interessant ist, dass homosexual nicht die ursprüngliche Bedeutung von fag ist; das Wort hat - wie in dieser Episode dargestellt - eine bewegende Geschichte hinter sich. Im "Etymologischen Wörterbuch der englischen Sprache" von Ferdinand Holthausen (1927) steht noch folgendes: "fag schwer arbeiten, ermüden, < fa'got (oe) Bündel". Genaueres kann man auch an mehreren Stellen im Internet nachlesen, kurzgefasst ging das alles wohl so: Grundbedeutung "Reisig-, Feuerholzbündel" > "alte Frau" (Hexe, die auf dem Scheiterhaufen brennt? oder, naheliegender, Frau, die Feuerholz sammelt) sowie "arme Person" (die sich mit dem Sammeln von Feuerholz Geld verdient); beziehungsweise Nebenentwicklung vom Kollektivum zum einzelnen "Stock, Holzstück", daher vielleicht der britische Slangausdruck für "Zigarette" (< "kleiner Stock"); außerdem kommt von der Tätigkeit des Holzsammelns das oben aufgeführte Verb. Einmal im Bereich der Pejorative angekommen, kann fag(got) schließlich für jede beliebige Randgruppe herhalten. Wenn es aber nun mit dem allseits beliebten douche(bag) bedeutungsgleich wird, muss douche eine neue Bedeutung erhalten, denn Synonymvermeidung ist ein Prinzip des Sprachwandels.

P.S.: Das Blog ist jetzt wieder werbefrei und damit hübscher anzusehen. Man verdient mit den Google-Ads eh nur Peanuts.

Freitag, 6. November 2009

Schöne Ärzte

Ich habe jetzt angefangen, Dr. House zu schauen, eine überdurchschnittlich gute Serie. Und schon in der ersten Folge äußert die Titelfigur eine Theorie, die auch ich seit Jahren vertrete! Seine Assistentin fragt ihn, warum er sie eingestellt habe, worauf er antwortet: weil sie attraktiv ist! Sie ist natürlich darob beleidigt, aber die Erklärung ist: Ein attraktiver Mensch hat es grundsätzlich leichter im Leben. Er oder sie kann Model werden, ins Fernsehen gehen, sich einen reichen Partner suchen etc. Wer aber dennoch den steinigen Weg des Medizinstudiums einschlägt, um fortan in 12-Stunden-Schichten anderen zu helfen, zeigt Ehrgeiz, Charakterstärke und Intelligenz. Außerdem muss er/sie sich dauernd vor den Kollegen und Konkurrenten behaupten, weil er/sie ja notorisch unterschätzt wird. House und ich sagen: Wer einen schönen Arzt oder eine schöne Ärztin vor sich hat, kann sich freuen, denn da steckt Kompetenz drin. Und woran erkennt man schlechte Mediziner? Mhhh, das habe ich noch nicht rausgefunden.
P.S.: Dr. House mag keine Zwiebeln. Wie ich!

Mittwoch, 4. November 2009

Die geilste Wissenschaftsmeldung,

die ich seit langem gelesen habe, habe ich heute gelesen, und sie geht so: Zwei (wie man hört, in der Teilchenphysik-Szene nicht 100%ig ernst genommenene) Forscher behaupten, oder implizieren zumindest, dass das Higgs-Boson seine eigene Entdeckung zu verhindern versucht, indem es aus der Zukunft zu uns reist und wundersame Sachen anstellt. So geschehen z.B. im September letzten Jahres, als es im LHC einen Kurzschluss gab, worauf dessen Wiederinbetriebnahme verschoben werden musste ... bis er in ein paar Wochen wieder läuft. Und man wird sehen, was dann für ein "Zwischenfall" eintreten wird.
(Zeit, scienceblog)

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Menschen, auf die man verzichten kann

In der berüchtigten Rubrik "Herz & Schmerz" der Studentenzeitung caz bin ich diese Woche auf eine besonders bizarre Anzeige gestoßen, die ich in ihrer gesamten Länge (kursiv gesetzt) wiedergeben möchte (alle Fehler wurden beibehalten): 

ER sucht SIE/IHN 
– Das sind schon mal die Allerschlimmsten! "Hey, nur 50% der Weltbevölkerung als potentielle Partner reichen mir nicht, ich will ALLE." Um wen handelt es sich? 
195/85kg/NR/Blond sucht Partner (gerne auch Pärchen) für gemütliche Stunden in meiner geräumigen 2-Z-Wohnung. Ich bin sportlich – Badminton, Golf&Tennis – ein vollblut Workaholic und auch ehrgeizig (240 LP im Erststudium). 
Wow. Wirklich? So etwas schreibt man in eine Partnersuch-Annonce? Streeeeeber! Aber der Typ hat noch mehr zu bieten: 
Spreche fließend Englisch (auch dialekt), kann französisch (Sprache+Anwendung) 
– oh là là! –
und habe diverse Hobbies und Verpflichtungen. Bspw. Admin einer sehr großen Video-Plattform 
(Übersetzung: Hitler-Mod im Porno-Forum)
oder die Fotokunst. 
Jetzt wird's gruselig; jüngere Leser bitte weggucken: 
Ich bin für alles offen – NS + KV nach Absprache – würde aber sehr gern einige Bilder des wunderschönen Abends machen und ggf. auf meiner HP veröffentlichen.
Ich fasse zusammen: Ein baumhoher Besserwisser mit schottischem Akzent lädt Sie in seine Zweiraumwohnung ein, um sich als menschliche Toilette benutzen zu lassen, macht davon Fotos und stellt diese dann ins Internet. Wo ist die Campus-Polizei?

Sonntag, 13. September 2009

Filmtitel V (Serien-Spezial)

Abgesehen von aktuellen Highlights wie "My Big Fat Greek Summer" (OT: My Life in Ruins), "Wie das Leben so spielt" (Funny People) oder der uralten Tom-Hanks-Komödie "Scott & Huutsch" (Turner & Hooch) habe ich diesen Monat keine vergurkten Filmtitel aufgespürt. Grund genug, einen Blick auf die TV-Landschaft zu werfen. Unter welchen Titeln manche US-Serien zu uns kommen, ist haarsträubend.
  • The Avengers --> Mit Schirm, Charme und Melone
  • Terminator: The Sarah Connor Chronicles --> Terminator: S.C.C.
  • The Dukes of Hazzard --> Ein Duke kommt selten allein
  • Freaks and Geeks --> Voll daneben, voll im Leben
  • Undeclared --> American Campus - Reif für die Uni?
  • The Fall Guy --> Ein Colt für alle Fälle
  • Two and a Half Men --> Mein cooler Onkel Charlie [nur in Österreich und der Schweiz]
  • My Wife and Kids --> What's up, Dad?
  • Mr. Terrific --> Immer wenn er Pillen nahm
  • Get Smart --> Mini-Max [in der Kabel-1-Wiederaufführung 2009 allerdings unter OT]
  • Dynasty --> Der Denver-Clan
  • The War at Home --> Hinterm Sofa an der Front [in Österreich und der Schweiz: Familienstreit de Luxe]
  • 8 Simple Rules (for Dating my Teenage Daughter) --> Meine wilden Töchter
  • I Spy --> Tennis, Schläger und Kanonen
  • Parker Lewis Can't Lose --> Parker Lewis - Der Coole von der Schule
  • Riptide --> Trio mit vier Fäusten

Samstag, 15. August 2009

Leela und die Enzyklopoden (2)

Weiter geht's. Es sei noch erwähnt, dass ich auf die Neologismen der Eco-Feminists und den Slang von Judge Snoop Dogg nicht eingehen werde. Herrje, als Übersetzer wäre ich wohl daran verzweifelt.

00:32:15
Leela und die Eco-Feminists nach dem Sabotageakt.


Leela: Unfortunately, the media's gonna put a negative spin on this, like when we killed that guy.

Leela: Hört mal, die Medien werden dem Ganzen 'nen negativen Stempel aufdrücken, genau wie bei dem Kopflosen.


"like when we killed that guy" ist natürlich witziger, aber unter Wahrung der Synchronizität nicht ins Deutsche zu übertragen. Von daher eine okay-ishe Lösung.

00:32:35
Zoidberg will Leelas Blutegel verspeisen.

Leela: Zoidberg?
Zoidberg: Leela. Me saving things the leech. Not the eating of it.
Leela: Zoidberg, I'm very surprised at you slightly.


Leela: Zoidberg?
Zoidberg: Äh, Leela. Ich habe den Egel gefr- äh: gerettet. Du glaubst doch nicht ...
Leela: Zoidberg, ich bin schon sehr verwundert über dich.


Zoidbergs Gestammel wirkt auf Deutsch nicht so gestammelt; und das "slightly" von Leela hätte auch mit in die Übersetzung eingehen sollen.


00:45:07
Fry als Nachtwächter. Er hört ein Geräusch.

Fry: What's going on in there? A scary noise?

Fry: Aaah, ist da jemand? Oder niemand?

Besser: "Was ist da(s)? Ein grusliges Geräusch?"


00:59:10
Zapps Raumschiff fliegt auf den Riesengorilla zu.


Zapp: Captaining 101: Go for the nose.

Zapp: Befehl 101: Ins Nasenloch!

101 ist die Kenn-Nummer für Einführungskurse an amerikanischen Universitäten. Übersetzungsvorschlag: "Regel Nummer 1: Immer der Nase nach!"


01:02:15
Leela: Don't give up yet. I've got one more trick up my sleeve.
Amy: That's exactly the number we need!


Leela: [...] Denn ich habe immer noch ein Ass im Ärmel.
Amy: Das ist die Ansage, die wir brauchen.


"Anzahl" statt "Ansage" wäre schon besser.


01:13:34
Ausbruch aus dem Gefängnis.


Leela: We're boned, Bender.
[... später]
Amy: Dogs! The boning continues!


Leela: Das war's dann wohl.
[... später]
Amy: Oh nein! Sie schicken Spürhunde!


Wie wäre es mit "Wir sind am Arsch" und später dann "Spürhunde! Jetzt sind wir im Arsch!" - Das wäre auch gleichwertig ordinär. :)


01:22:17
Zapp will die Flüchtlinge festnehmen.


Zapp: Kif, round them up. And spare me the weary sigh for once.

Zapp: Kif, umzingle sie, und erspar mir diesen armseligen Anblick. 

Es geht hier um das genervte Seufzen Kifs, das er nach jedem Befehl / Kommentar von Zapp Brannigan hören lässt.

Ende.

P.S.: Eine gute Nachricht, Freunde! Futurama geht 2010 weiter

Freitag, 14. August 2009

Leela und die Enzyklopoden (1)



Das vorerst letzte, drei neue Folgen umfassende Futurama-Direct-to-DVD-Abenteuer (OT: Into the Wild Green Yonder) scheint mir sprachlich noch abgedrehter zu sein als seine Vorgänger. Ja, man ist geneigt sich zu fragen, ob die englische Sprache in Sachen Ausdruckskraft und Variation der deutschen nicht doch überlegen ist. Man kann sich noch so sehr bemühen, (umgangssprachliche) Äquivalente zu finden, aber Wendungen wie "Sic them, Agnew" (deutsch: "Angriff, Agnew!"), "So dig this, Fry" ("Jetzt hör mal zu."), "Damn skippy" ("Ja klar doch.") oder "Drop the boot" ("Vollgas!") verlieren in der Synchro doch irgendwie an Farbe. Manche Übersetzungen klingen wirklich "ganz stimmig":

01:02:24
Zapp und Kif beobachten durch das Fenster die Männer im Go-Go-Käfig.

Zapp: Something's very wrong here ... and yet a little bit right.

Zapp: Irgendetwas stimmt hier nicht ... obwohl's ganz stimmig ist.

Ich bin mir aber nicht sicher, ob der Deutsch-Hörer auch merkt, dass hier angedeutet wird, dass Zapp Brannigan mindestens bi-curious ist. Und auch wenn Fry, nachdem er erfahren hat, dass die Stimmen in seinem Kopf die Gedanken von anderen Wesen sind, ruft: "Oh mein Gott, oh mein Gott, ich hab's gewusst!", klingt das nicht so subtil-lapidar wie "Oh my God, oh my God ... well, that was pretty obvious." Nun aber zu den restlichen kleinen und größeren Patzern.

00:03:22
Zoidberg untersucht den verletzten Fry.

Farnswoth: Is he badly hurt, Dr. Zoidberg?
Zoidberg: I-- I don't quite know how to say this. Fry is dead.
alle: Oh, God! No!
Fry (erwacht): Ow! (stöhnt)
Zoidberg: Wait, not dead. The other thing.

Farnsworth: Wie schlimm hat's ihn erwischt, Dr. Zoidberg?
Zoidberg: Ich - ich weiß nicht, wie ich's sagen soll. Fry ist tot.
alle: Nein! Das kann nicht sein!
Fry (erwacht): Au! (stöhnt)
Zoidberg: Moment, nicht ganz. Nur ein bisschen.

Der Witz ist, dass Zoidberg ein so schlechter Arzt ist, dass er "tot" und "lebendig" nicht auseinander halten kann.

00:06:54
Fry hört Stimmen in seinem Kopf.

Fry: Who said that? I am not insane. Stop it! Stop talking in me!

Fry: Wer hat das gesagt? Ich bin nicht verrückt. Oh verdammt, sofort aufhören!

Besser: "Hört auf in mir zu reden!"

00:07:25
Fry fragt Hutch über die Stimmen aus.

Fry: So, what's with the obnoxious, shrieking voices? Are my fillings picking up The View?

Fry: Also was sind das eigentlich für schreckliche Stimmen? Empfangen meine Füllungen Radio?

Die Anspielung auf eine Talkshow mit gackernden Frauen geht in der deutschen Fassung verloren. Mir fällt aber auch keine Entsprechung ein ...

00:07:47
Hutch kommuniziert mit Fry im Gedanken.

Hutch: Testing, testing. Do you read me?

Hutch: Test, Test, zwo drei. Kannst du mich lesen?

"Do you read me" ist Militärsprache; "hören" hätte gereicht.

00:14:34
Bender meldet sich zum Pokerturnier an.

Donbots Frau: Bender, no. You can't beat the best players in the universe. You're not lucky enough.
Bender: Oh, no? I'm 40 percent lucky. The scrap metal I'm made from included a truckload of horseshoes from the luckiest racehorses in Mexico ... who had just been sent to a glue factory.

Donbots Frau: Bender, nein. Du kannst diese Meisterschaft gar nicht gewinnen. Du hast nicht genug Glück.
Bender: Ach nein? Ich bin zu 40% aus Glück. Ich bestehe zum Teil aus einer LKW-Ladung Hufeisen der glücklichsten Rennpferde Mexikos ... die gerade auf dem Weg in die Pferdemetzgerei waren.

Abgesehen davon, dass "Leimfabrik" durch "Pferdemetzgerei" ersetzt wird, geht ein weiterer Gag verloren. Die alte Frage, ob Pokern ein Glücks- oder ein Geschicklichkeitsspiel ist, wird in der englischen Version nämlich auf freche Art beantwortet.

00:27:05
Farnsworth: Ohh, twaddle-squat. There's no scientific consensus that life is important.
Bender: Yeah. Life, shmife.

Farnsworth: Ach, Firlefanz. Es gibt keinen wissenschaftlichen Konsens, dass Leben wirklich wichtig ist.
Bender: Ja, meine Rede.

Klarer Fall von Unübersetzbarkeit. Ich selbst versuche schon seit Jahren - erfolglos - das abfällige Kommentieren nach dem Schema xxx-schmxxx im Deutschen zu etablieren.

Das war der erste Teil. Morgen kommt der Rest.

Sonntag, 12. Juli 2009

Filmtitel IV (mit Bonus: Buchtitel)

Diesmal sind auch einige italienische Titel in der Liste. Ich bin des Italienischen nicht mächtig, aber auch dem ungeübten Auge fällt auf, dass da irgendetwas nicht stimmen kann.
  • What Happens in Vegas --> Love Vegas
  • Tremors --> Im Land der Raketenwürmer
  • Mo' Money --> Meh' Geld
  • Toxic Avenger --> Atomic Hero
  • Cradle 2 the Grave --> Born 2 Die
  • Il Grande Silenzio --> Leichen pflastern seinen Weg
  • Ghosts of Girlfriends Past --> Der Womanizer - Die Nacht der Ex-Freundinnen
  • The Promotion --> Topjob - Showdown im Supermarkt
  • Che: Part One --> Che - Revolución
  • Paura nella città dei morti viventi --> Ein Zombie hing am Glockenseil
  • Airplane --> Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug
  • Bride of the Monster --> Die Rache des Würgers
  • Se sei vivo spara --> Django - Leck Staub von meinem Colt
  • Buon funerale amigos... paga Sartana --> Sartana - Noch warm und schon Sand drauf
  • Revenge of the Pink Panther --> Inspector Clouseau - Der irre Flic mit dem heißen Blick
  • Don't Be a Menace to South Central While Drinking Your Juice in the Hood --> Hip Hop Hood – Im Viertel ist die Hölle los
  • Spy Hard --> Agent 00 – Mit der Lizenz zum Totlachen
  • The Return of the Living Dead --> Verdammt, die Zombies kommen
  • Welcome to the Dollhouse --> Willkommen im Tollhaus
Das letzte ist schon richtiggehend dreist. Zu toppen ist das nur noch von der Stephen-King-Geschichte Children of the Corn, die im deutschen (zumindest in der Filmfassung) zu Kinder des Zorns wurde. Wo wir schon bei Literatur sind, sei auf den Joseph-Heller-Klassiker Catch-22 hingewiesen. Das Wort "Catch-22" bezieht sich auf ein fiktives paradoxes militärisches Gesetz und ist in der Bedeutung einer Situation, in der man nicht gewinnen kann, als geflügeltes Wort in den englischen Wortschatz eingegangen. Dass der Roman im deutschen Sprachraum unter dem Titel Der IKS-Haken erschien, ist fast schon putzig, aber kaum bekannt.
Der Zeichner bob wusste bereits vor fünfeinhalb Jahren folgendes zu berichten:

>>ich wiederum konsultiere mein vor ein paar jahren mitgebrungenes richard brautigan-poesiebüchel, "die pille gegen das grubenunglück von springhill" (rororo), welches im original zwar ähnlich, aber irgendwie auch wieder ganz anders, nämlich "the pill versus the springhill mine disaster" heisst.
dem überträger, günter ohnemus, ist die malaise dabei noch aufgefallen, er schreibt dazu im kleingedruckten:
(Das "gegen" im Titel dieses Buches ist eine unkorrekte Übersetzung des "versus" in der Originalfassung, die dem Übersezter merkwürdigerweise erst sehr spät aufgefallen ist. Zu spät, denn er mag diesen Titel inzwischen so gern, daß er sich außerstande sieht, ihn noch zu ändern - ganz im Sinne von Richard Brautigans Gedicht

Der Amelia Earhart Pfannkuchen
Ich kann einfach kein Gedicht finden
für diesen Titel.
Ich habe jahrelang nach einem gesucht,
und jetzt geb' ich auf.)


wobei, praktischerweise, zwar nicht brautigans gedicht, wohl aber brautigan selbst seit einigen jahren (genau seit 1984) tot, verstorben und in seinem eventuellen widerspruchswillen nicht unerheblich eingeschränkt ist.<<

Samstag, 4. Juli 2009

Unübersetzbare Wörter

Unübersetzbare Wörter - gibt es die überhaupt? Sagen wir so: Es gibt Wörter, sehr viele sogar, die sich in anderen Sprachen nicht mit einem Wort wiedergeben lassen (über die Definition von "Wort" will ich mich jetzt nicht auslassen ...), sondern eine Paraphrasierung nötig machen. Solche obskuren Wörter - es gibt sogar ein entsprechendes Lexikon zu kaufen - entstehen infolge starker Bedeutungsverengung. Offenbar besteht manchmal das Verlangen, äußerst spezielle Sachverhalte in ein einziges Lexem zu packen. Aufgrund dessen Aussagen über die Lebenswelt der Sprecher zu treffen, ist mittlerweile nur noch bedingt zulässig; die sich hartnäckig haltende Mär von den "Schnee"-Wörtern der Eskimos wurde ja schon längst entmystifiziert. Und wer würde uns Deutschen einen Hang zum Sadismus vorwerfen, weil es für unsere "Schadenfreude" in anderen Sprachen keine Entsprechung gibt?
Trotzdem ist es mitunter amüsant, solche Wörter aufzuspüren. In seinem Roman Schlangenfieber listet Robert Twigger einige Wörter aus der zentral-ost-malayo-polynesischen Sprache der indonesischen Insel Buru auf:
  • abo: im Dunkeln seinen Weg ertasten
  • ahak: einen Schrei ausstoßen wie ein Adler im Flug
  • bofel: der Wasserwirbel einer Schlange, die aus einem Fluss auftaucht
  • boso: sich den Anus waschen
  • epkasiak: bei einem Streitgespräch die Seite vertreten, die im Unrecht ist
Weitere Wörter kann man in diesem Online-Wörterbuch finden. (Da steht allerdings, dass bofel lediglich ein Wirbel oder eine Aufwölbung im Wasser ist; nix mit Schlange.)  
Das Französische scheint eine besondere Affinität zu solchen "Spezialausdrücken" zu haben. Dies ist mir schon während der Schulzeit aufgefallen. Ich legte damals eine kleine Vokabelsammlung an, die ich zum Glück bis heute aufgehoben habe und Ihnen nun auszugsweise präsentieren kann:
  • resucrer qc.: etwas wiederzuckern
  • un traversin: eine Schlummerrolle
  • le cahier de texte: ein in der frz. Schule spezielles Heft, in das die Schüler eintragen, welche Hausaufgaben sie aufhaben (NICHT: "Hausaufgabenheft"!)
  • le mercuchrome: rotes Desinfektionsmittel für Wunden
  • une dérive: ein Querruder
  • un feutre: ein Filzhut
  • un charcutier: ein Wurstwarenhändler
  • une merguez: stark gewürzte Bratwurst
  • Bof!: Ausdruck der Gleichgültigkeit
Naja, so toll sind die Beispiele auch nicht, aber wenigstens veranschaulichen sie, was für einen nutzlosen Mist man zum Teil in der Schule lernt. Besser sind da schon die Wörter von Max Goldt, die er in seinem Text Der Mann, der sich wie die Kühe fühlt und die Frau, die nicht weiß, wann sie Middach kochen soll anführt:
  • hongroyer: Leder ungarisch bearbeiten
  • rembucher: Wild wieder in den Wald zurückjagen
Nach dem Hören dieser Kolumne bin ich überhaupt erst darauf gekommen, mich mit dem Thema zu befassen.
Die Amerikaner sind auch sehr kreativ, insbesondere was Neologismen im sexuellen Bereich angeht. Ich bin gespannt, wie das für South Park zuständige Synchronstudio das Wort queef in Episode 13.04 übersetzt. Auch gut: gaydar (aus gay + radar), guyliner (= Eyeliner für Kerle), das inflationär gebrauchte bi-curious (ich hörte mal irgendwo die holprige Übersetzung "bi-neugierig"), booty call (= ein Anruf, meist zu vorgerückter Stunde, mit dem Ziel, spontane erotische Arrangements zu treffen) oder dry-humping (is' klar, nicht?). Aber damit sind wir bereits in die Sphäre des Slangs eingedrungen, und darum es sollte es ja gar nicht gehen.

Dienstag, 23. Juni 2009

Zwei kurze Bemerkungen

1. Das hat zwar nur bedingt etwas mit Übersetzungen zu tun, ist aber wert, festgehalten zu werden. Falls Sie den Film Bank Job noch nicht gesehen haben, holen Sie das jetzt nach.
Okay? Gut. Jetzt schauen Sie sich bitte den deutschen Trailer an (zum Beispiel auf YouTube).
Was fällt einem auf? Richtig: der deutsche Verleih möchte den Eindruck erwecken, es handle sich um eine Komödie im Stil von Ocean's Eleven (ich glaube, dieser Titel wird sogar auf der Rückseite der DVD-Schachtel genannt). Durch geschicktes Schneiden, Hinzufügen eines coolen Songs (T-Rex - "Get it on") und das Einbinden der einzigen zwei-drei witzigen Szenen des gesamten Films erhofft man sich, ein entsprechendes Publikum anzusprechen. Allerdings ist Bank Job beileibe keine Gangster-Comedy, sondern ein durchgängig ernster Thriller mit dramatischer Musik und bedrückenden Wendungen.
2. Ich wage zu bezweifeln, ob das Beibehalten der Umlautpunkte (im Englischen umlaut genannt) bei Brüno eine gute Idee war. Die Hauptfigur dieses sicher uninteressanten Streifens ist Österreicher, und im Bemühen um Nachahmung der deutschen Sprache haben die Macher halt die Pünktchen auf das u gesetzt (vgl. den Wikipedia-Artikel zum Thema Röckdöts). Nun habe ich neulich im Radio jemanden gehört, der das ü in Brüno tatsächlich wie ein /ü/ aussprach - so klingt der Name fast schon französisch. Was für ein Quatsch. 

Donnerstag, 4. Juni 2009

Filmtitel III

Heute: Spezialausgabe - Originaltitel, die um einen bekloppten deutschen Untertitel erweitert wurden.
  • Pulse - Du bist tot, bevor du stirbst
  • Slither - Voll auf den Schleim gegangen
  • The Rocker - Voll der (S)Hit
  • Botched - Voll verkackt!
  • Gridlock'd - Voll drauf
  • Fools Rush In - Herz über Kopf
  • Wedding Planner - Verliebt, verlobt, verplant
  • Wag the Dog - Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt
  • Bride Wars - Beste Feindinnen
  • Hot Fuzz - Zwei abgewichste Profis
  • Alien Autopsy - Das All zu Gast bei Freunden
  • Carrie – Des Satans jüngste Tochter
  • A Boy and His Dog – In der Gewalt der Unterirdischen
  • WALL·E – Der Letzte räumt die Erde auf
  • Burn After Reading – Wer verbrennt sich hier die Finger?
  • 10 Items or Less – Du bist wen du triffst
  • Great White Hype – Eine K.O.Mödie
  • Mr. Wrong – Der Traummann wird zum Alptraum
  • Mrs. Doubtfire – Das stachelige Kindermädchen
Diese Liste wird garantiert fortgesetzt; gerade im Horror- und Komödienbereich gibt es unzählige Beispiele für die zweifelhafte Kreativität mancher Verleih-Mitarbeiter.

Dienstag, 2. Juni 2009

Mirácoli


Eine solche Mirácoli-Packung, wie sie hier zu sehen ist, enthält neben den Spaghetti, dem Parmesan1 und dem Tomatenmark ein Tütchen mit der Aufschrift "Original Würzmischung für den unnachahmlichen Mirácoli-Geschmack".
Die Produktbezeichnung ist noch in vier weiteren Sprachen abgedruckt. Seltsam sind dabei die französische und die niederländische. Erstere lautet "Mélange secret d'herbes et d'épices méditerranéennes" ("Geheime Mischung mediterraner Kräuter und Gewürze"), zweitere "Geheime mengeling van zuiderse kruiden en specerijen" ("Geheime Mischung südlicher Kräuter und Gewürze"). [Interessant: "specerijen" geht wie das schöne deutsche Wort "Spezereien" und wie "spice" und "épice" auf dasselbe Wort zurück.] Die englische und die dänische Bezeichnung gleicht jeweils der deutschen, nur das "Original" fehlt ("Seasoning mix for the inimitable Mirácoli Taste" resp. "Krydderiblanding. Den rigtige Mirácoli smag"), wobei ich nicht weiß, ob das dänische "rigtig" die genaue Entsprechung zu "unnachahmlich" ist.
Es lässt sich also folgende Tabelle erstellen:



Das einzige, was allen fünf verschiedensprachigen Tütchenbeschriftungen gemein ist, ist das Element "Mischung". Was sich die Gestalter bei den zT stark abweichenden Übersetzungen gedacht haben, kann ich nicht einmal vermuten. Vielleicht hat es etwas mit Konsumentenpsychologie zu tun, vielleicht ist es nur Nachlässigkeit. 

1 Hier irre ich. Laut Wikipedia ist "[d]er Name des beigefügten Trockenkäses – Pamesello [...] ein Kunstwort und soll an Parmesan erinnern, der im Käse jedoch nicht enthalten ist."

Dienstag, 21. April 2009

Filmtitel II

Ohne großartige Einleitung geht es weiter, heute auch mit ein paar weniger bekannten Filmen. Comedy of Terrors und The Harder They Fall kenne ich überhaupt nur vom Originaltitel her, nämlich von Simpsons-Parodien.
  • The Comedy of Terrors --> Ruhe Sanft GmbH
  • Drillbit Taylor --> Ein Mann für alle Unfälle
  • Eastern Promises --> Tödliche Versprechen
  • The Brave One --> Die Fremde in Dir
  • The Seven-Per-Cent Solution --> Kein Koks für Sherlock Holmes
  • The Harder They Fall --> Schmutziger Lorbeer
  • Les Cousins --> Schrei, wenn du kannst
  • The Other Sister --> Ganz normal verliebt
  • Wild Hogs --> Born to be Wild - Saumäßig unterwegs
  • The Emperor Waltz --> Ich küsse Ihre Hand, Madame
  • The Wedding Singer --> Eine Hochzeit zum Verlieben
  • Antitrust --> Startup
  • The Sweetest Thing --> Super süß und super sexy
  • The Rose Tattoo --> Die tätowierte Rose
  • Analyze That --> Reine Nervensache
  • Bend it like Beckham --> Kick it like Beckham
  • Sidewalks of New York --> Seitensprünge in New York
  • The Masque of the Red Death --> Satanas - Das Schloß der blutigen Bestie
Der letzte Eintrag ist eine Verfilmung der gleichnamigen Geschichte von Edgar Allan Poe, auf Deutsch "Die Maske des Roten Todes". Was den Verleih dazu bewogen hat, dieser klassischen Erzählung den Touch eines ganz billigen Horror-B-Movies zu geben, wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben.

Sonntag, 19. April 2009

Filmtitel I

Es folgt nun der erste Teil einer schier unendlich langen Liste missglückter Eindeutschungen von Filmtiteln. Dabei handelt es sich gar nicht immer um Eindeutschungen, in manchen Fällen hat man – warum auch immer – neue Titel in der Originalsprache gebastelt. Mein Lieblingsbeispiel dafür ist Cool & Fool - Mein Partner mit der großen Schnauze (OT: einfach nur The Man), dicht gefolgt von Final Call - Wenn er auflegt, muss sie sterben (OT: Cellular). Derlei funktioniert auch auf Französisch: das demnächst anlaufende Drama Le premier jour du reste de ta vie wurde bei uns zu C'est la vie

Ich möchte betonen, dass es manchmal wirklich dringend geboten ist, fremdländische Titel zu "übersetzen" (bzw. einen alternativen Titel zu finden, denn man muss nicht alles 1 zu 1 transponieren – so puristisch bin ich nicht). Beispielsweise war mir, bevor ich den Film sah, nicht klar, dass "Will Hunting" in Good Will Hunting ein Personenname ist; ich hatte gedacht, das wäre eine pervertierte Form von "The good will be hunting" oder so. Auch "Jurassic" ist nicht unbedingt ein Wort, das man in der Schule lernt (das Buch von Michael Crichton erschien bei uns immerhin als Dino Park).

ABER: Der Verleih sollte sich gründlich überlegen, ob der Titel auch "funktioniert". Es gibt Filme, die ich mir nur wegen des deutschen Namens nie anschauen würde. Forgetting Sarah Marshall – mh, geht. Doch was wurde daraus? Nie wieder Sex mit der Ex! Allgemein scheint man bei romantischen Komödien auf besonders "witzige" Übertragungen erpicht zu sein. Man versucht sich zum Teil an Wortspielen, wo im Original gar keine sind (Town & Country --> Stadt, Land, Kuss). Wenn aber die Vorlage ein Wortspiel beinhaltet, ignoriert man das geflissentlich (Made of Honor --> Verliebt in die Braut). Manchmal geht sogar der Sinn komplett verloren. In Sergio Leones Westernklassiker Il buono, il brutto, il cattivo geht es um drei Revolverhelden, auf Deutsch heißt der Streifen aber Zwei glorreiche Halunken. Hier also die unkommentierte Liste der schönsten deutschen Titel:
  • Body of Lies --> Der Mann, der niemals lebte
  • The Boat That Rocked --> Radio Rock Revolution
  • Taken --> 96 Hours
  • In Bruges --> Brügge sehen ... und sterben?
  • The Holiday --> Liebe braucht keine Ferien
  • Knock on Wood --> Die Lachbombe
  • Meet the Parents --> Meine Frau, ihr Vater und ich
  • You, Me and Dupree --> Ich, du und der Andere
  • Me, Myself and Irene --> Ich, beide und sie
  • Marvin's Room --> Marvins Töchter
  • Billy Two Hats --> Begrabt die Wölfe in der Schlucht
  • Lost Horizon --> In den Fesseln von Shangri-La
tbc

Donnerstag, 16. April 2009

Liebe, Hass und das Zeug dazwischen

Anglisten müssten sich mal folgenden Themas annehmen. Mir ist aufgefallen, dass die Wörter "lieben" und "hassen" zunehmend inflationär gebraucht werden. Wenngleich ich vor 50 Jahren noch nicht gelebt habe, halte ich es für unwahrscheinlich, dass es üblich war, Sätze wie "Ich hasse Bärlauch" oder "Ich liebe den Geruch von Lösungsmittel" zu äußern. Vermutlich hat diese Tendenz im (Amerikanischen) Englisch ihren Ursprung. Es ist dort üblich, dass eine Mutter zu ihrem Kinde spricht "I love you, honey" und das Kind antwortet "I love you too, mom". Filmübersetzer haben das dann eins-zu-eins übertragen, und heute stößt sich niemand mehr daran.
Trotzdem: Es klingt komisch! "Ich liebe dich" ist etwas, das man zu seinem Partner sagt, und nicht zu einem Kind! Die meisten Übersetzer haben anscheinend die schöne Verbalphrase "jmd. lieb haben" vergessen. Genau so ungewohnt klingt das Wort "hassen". Ist das nicht zu extrem? Hass ist die stärkste negative Emotion (ich weiß nicht, ob es tatsächlich eine Emotion ist, aber Sie wissen, was ich meine) - in Verbindung mit trivialen Sachen wie Lebensmitteln mutet es unverhältnismäßig an. 10 Dinge, die ich an dir hasse (OT: 10 Things I Hate About You) heißt eine US-Komödie mit Heath Ledger. Ich weiß aber nicht, worum es darin geht ...
Was ich auch hasse, ist, wenn eine Person einer anderen Person Fotos von ihren Kindern zeigt, und Person B sagt in jedem Fall was? Richtig: "Ohhh, (s)he's beautiful!!!" Im Deutschen mag "süß" gerade noch angehen, aber "hübsch" oder gar "wunderschön"? That's just wrong ... Es kann natürlich sein, dass die genannten Beispiele für uns Deutsche so fremd klingen, weil wir einfach gefühlskalt sind. Insofern wäre es womöglich ein Schritt zur Besserung, wenn wir unseren Gefühlen nach englischem Vorbild verbal freien Lauf lassen würden. Andererseits: wenn man nur noch in Extremen redet, alles nur entweder liebt oder hasst oder wunderschön oder abstoßend findet - das ist doch auch albern!

Sonntag, 29. März 2009

Shooter


Dieser solide Actionthriller mit einem soldiden Mark Wahlberg wurde solide ins Deutsche übertragen. An zwei Stellen musste ich jedoch gehörig stutzen.
Einmal wird jemandem davon abgeraten, "im Büro" anzurufen, was in der entsprechenden Szene sehr ulkig klingt. Im Original ist hier vom Bureau die Rede, also vom Federal Bureau of Investigation. In einer anderen Szene erzählt jemand etwas von Attentaten in der Vergangenheit und erwähnt gewisse "Schützen auf dem Grashügel". Verschwörungsfans werden sofort wissen, dass hier auf den Grassy Knoll angespielt wird, also auf jenen Hügel am Dealey Plaza in Dallas, von dem aus weitere Schüsse auf JFK abgefeuert sein sollen. Für alle anderen ist diese Information völlig unverständlich / sinnlos.
Man sollte sich als Synchronstudio überlegen, wie viel Wissen über amerikanische Politik man dem deutschen Publikum zutrauen kann. Klar, durch CSI-Serien u. ä. kennt man schon die wichtigsten Einrichtungen wie die NSA, Homeland Security und vielleicht sogar die IRS (Steuerbehörde) und das ATF (Alcohol, Tobacco and Firearms). Aber wenn mehrere solcher Abkürzungen - und dazu noch exotische wie DOE (Department of Energy) - in einem Film vorkommen, verliert man irgendwann die Übersicht. Eine kurze Paraphrase oder auch eine Übersetzung ist dann m. M. n. besser; im letzten Fall könnte man etwa "Energiebehörde" sagen. Ganz unangebracht wäre die Wiedergabe mit deutschen Äquivalenten, wie man es in US-Krimis aus den 70ern oft hört. Andererseits fragt man sich, warum der Verteidigungsminister in 24 immer mit "Mister Secretary" statt einfach "Herr Minister" angesprochen wird. "Secret Service" sollte man aber so lassen, denn eine deutsche Entsprechung gibt es nicht (die gab es mal, aber das ist eine andere Geschichte ...), und "Geheimdienst" wäre falsch, denn der Geheimdienst der USA ist die CIA (in Deutschland der BND). Uff, jemand müsste mal eine Liste erstellen ...

Donnerstag, 19. März 2009

Bender's Game


Bei dem dritten von insgesamt vier neuen Futurama-Spielfilmen (in Deutschland als DVD-Premiere) kann ich mich relativ kurz fassen. Im Grunde gibt es an der deutschen Fassung von Bender's Game überhaupt nichts zu beanstanden! Man kann hoffen, dass dieses Niveau auch bei dem kommenden Abenteuer beibehalten wird. Ein paar Kleinigkeiten habe ich aber um des Klugscheißens Willen doch gefunden:

00:20:55
Bender in der Roboter-Psychiatrie

Psychiater: "I understand you're having trouble separating fantasy from reality."
Bender: "Says who? Was it the bugbear? Is he talking about me again?"

Psychiater: "Wie ich höre, haben Sie Schwierigkeiten, Fantasie und Wirklichkeit auseinander zu halten."
Bender: "Wer sagt das? War es das Schreckgespenst? Erzählt es wieder Unsinn über mich?"

In der deutschen Version von Dungeons & Dragons heißen "bugbears" "Grottenschrate".

00:35:48
Bender: "Death to ogres! Death to ogres!"

Bender: "Tod allen Monstern! Tod allen Monstern!"

Eine weitere Haarspalterei, die nur DnD-Geeks auffallen dürfte: ein "ogre" ist ein "Oger".

00:52:01
im Wald

Leela: "What else can we slay? Is that a hobbit over there?"
Bender: "No, that's a hobo and a rabbit. But they're making a hobbit."

Leela: "Was können wir noch erlegen? Ist das da drüben ein Hobbit?"
Bender: "Nein. Das sind 'n Hase und 'n Maulwurf, also was ganz ähnliches."

Natürlich lässt sich das Wortspiel schwer adäquat ins Deutsche übertragen, aber das mit dem Hasen und dem Maulwurf ergibt irgendwie keinen Sinn.

01:18:28
Ignus: "Search your feelings. You know it to be true."

Ignus: "Erforsche deine Gefühle. Du weißt, dass es wahr ist."

"Gefühle erforschen" klingt sehr ungewöhnlich. "Schau in dein Herz" o. ä. wäre hier besser gewesen.

Das war's auch schon. Wie gesagt - eine gelungene Umsetzung. Wer allerdings Freude an archaisierendem Englisch hat, welches die Mittelalter-Atmosphäre noch besser transportiert, sollte der Originalversion den Vorzug geben.

Montag, 16. März 2009

The Now is Future!

So, der Themenbereich dieses Blogs wird nun um "missglückte Werbeslogans" erweitert. 


Ich weiß nicht, ob das hier abgebildete Produkt aus Deutschland stammt. Falls ja, können wir uns vielleicht demnächst, wenn König Pilsener international agiert, auf den Claim "The Beer of the Kings" freuen.
Danke an die Hinweisgeberin M.!

Sonntag, 8. März 2009

Pfeffer, Peperoni und co.

In seinem Buch Wenn man einen weißen Anzug anhat schreibt Max Goldt:

Ich entsinne mich einer vegetarischen Rezeptesammlung, aus dem Englischen übersetzt, in der für eine Art Ratatouille 500 Gramm grüner Pfeffer veranschlagt wurden. Unterm Tische derer, die das wortgetreu ausgeführt haben, wäre ich gern Mäuschen gewesen. Gemeint war mit Sicherheit grüner Paprika. Der heißt auf englisch auch "green pepper".

Befasst man sich weiter mit der Gattung (!) Paprika, stößt man auf eine ganze Reihe sprachübergreifender Unklarheiten. Das, was wir Deutschen als Paprika(schote) bezeichnen, ist die Art (!) Capsicum annuum. Dummerweise gibt es von dieser Art auch noch diverse Fruchttypen, u.a. die länglichen Chilischoten verschieder Schärfe und Farbe. Natürlich meinen wir, wenn wir von "Paprika" sprechen, gewöhnlich den Glocken- oder Blockpaprika-Typ, der im Englischen neben capsicum auch bell pepper heißt (vgl. die Simpsons-Episode "Dial 'N' for Nerder", wo Homer süchtig danach wird). Das englische Wort paprika gibt es auch, doch bezieht sich dieses lediglich auf das Paprikapulver, übrigens genau wie im Schweizer Sprachraum. Verkompliziert wird die Sache noch dadurch, dass die Gattung Pfeffer (lat. piper) im Englischen ebenfalls pepper heißt. Die Erklärung für diese Polysemie ist laut Wikipedia: "The misleading name 'pepper' (pimiento in Spanish) was given by Christopher Columbus upon bringing the plant back to Europe. At that time peppercorns, the fruit of Piper nigrum, an unrelated plant, were a highly prized condiment." Und was ist nun mit green, white und black pepper? Ganz einfach: Grüner, weißer und schwarzer Pfeffer sind alles Unterarten der eben genannten Spezies Piper nigrum, die auf Englisch auch wieder black pepper heißt.

Nun fragt man sich: "Wieso essen Kinder in US-Filmen so gerne Peperoni-Pizza?" Das sind natürlich Übersetzungsfehler! Peperoni (amerikanisch: pepperoni) ist nichts anderes als Salami, wobei Salami auch mit salami bezeichnet wird. Immer noch nicht verwirrt genug? Schauen wir in das Forum von leo.org: "Curiously, some pizzerias will offer both 'salami' and/or 'pepperoni' on their pizzas." Bleibt noch zu klären, wie man auf Englisch wirkliche Peperonis bestellt. Hierfür nimmt man das auf eine mexikanische Stadt zurückgehende Wort jalapeño. Und jetzt kommt's: In Deutschland kennt man Jalapeños ebenfalls, und sie werden – so Wikipedia – "oft im Kino zusammen mit Nacho-Chips unter dem Namen Peperoni verkauft". Sie gehören wiederum zur schon genannten Art Capsicum annuum, die, wie ich soeben lese, auch auf Deutsch "Spanischer Pfeffer" heißt. Oh Mann ...

Mittwoch, 4. März 2009

Threadspotting

Heute verweise ich nur auf einen heiteren Thread, den ich im Forum von pokerstrategy.com entdeckt habe: Stilblüten deutscher Dolmetscher. Ich muss zugeben, dass Simultandolmetscher ein Beruf ist, den ich mich nicht auszuüben trauen würde ...

Dienstag, 3. März 2009

Lock, Stock and Two Smoking Barrels



Vor einigen Jahren schaute ich mir die sehr gute Gangsterkomödie Bube Dame König grAS an, und dies war eines der wenigen Male, bei denen ich im Nachhinein bereut habe, die Originalversion (OT: Lock, Stock and Two Smoking Barrels gewählt zu haben. Abgesehen davon, dass der Handlung wegen ihrer für Guy Ritchie typischen Verworrenheit nur schwer zu folgen war, sprachen die meisten Charaktere übelsten Cockney-Dialekt inkl. Rhyming Slang und mir bis dahin völlig unbekannten Redewendungen.
Wie ich nun erfahren habe, wurde der Film im Großen und Ganzen sehr professionell ins Deutsche übertragen. Details kann man in dem interessanten Buch Filmsynchronisation aus übersetzungswissenschaftlicher Sicht: Eine kontrastive Synchronisationsanalyse des Kinofilms "Lock, Stock and Two Smoking Barrels" von Christopher Kurz nachlesen. Darin werden auch Synchro-Schwierigkeiten wie Lippenbewegung etc. besprochen. Ferner gibt der Autor eine kurze Geschichte der Synchronisation wieder, in der folgendes Highlight aus der Serie Die 2 (OT: The Persuaders) aufgeführt wird: Good morning, Mr Miller. wird zu Na Meisterchen, schon frisch im Schritt? Da musste ich sehr lachen. Vielleicht besorge ich mir mal die DVD und stöbere nach mehr solchen Irrsinnigkeiten ...

Freitag, 27. Februar 2009

That's a lot of porn...

Heute habe ich zum ersten Mal eine externe Festplatte mit einer Speicherkapazität von 1 Terabyte (TB (gewöhnt euch schon mal an dieses Kürzel!)) gesehen, und zwar in einem Prospekt des Mediamarktes Media Markt. Kostenpunkt: nur 89 €! Ich habe zwar gelesen, dass so etwas schon vor 5 Jahren von der Firma LaCie auf den Markt gebracht wurde, aber das ist wohl an mir vorbeigegangen. Klar, man hat schon im letzten Jahrtausend, als private Harddrives im Gigabyte-Bereich Standard wurden, immer wieder von Terabytes gemunkelt, bei der NASA oder im Schülerrechenzentrum Dresden wurden solche Laufwerke gesichtet ... aber jetzt ist es plötzlich so weit! Ich kann's immer noch nicht fassen. 
Doch ich prophezeie: Bald wird es externe Festplatten geben mit *gasp* 1,5 TB Speicherplatz! Oder gar *woah* interne Festplatten mit 1 TB Speicher. Ach, gibt es ja auch schon, 2007 von Hitachi eingeführt. Wie viele Floppy Discs das wohl sind? Hunderte. Buchstäblich Hunderte.

Dienstag, 24. Februar 2009

Die Ära des Tentakels (3)

Der letzte Teil, uff!

00:55:31
Leela, Amy & Zapp im Bein des Roboters

Amy: "Leela, you're crushing me with your rock-hard butt."
Leela: "Sorry."
Zapp: "I can only imagine what rock-hard part of Leela is crushing me."


Amy: "Leela, du erdrückst mich mit deinem steinharten Arsch." 
Leela: "Entschuldige."
Zapp: "Na sowas, ich will gar nicht erwähnen, welches steinharte Teil ich dazu beitragen könnte."

Es wäre hilfreich gewesen, wenn der Übersetzer sich den Film auch mal angeschaut hätte, dann hätte er nämlich gesehen, dass Zapp von einem Metallkolben geschlagen wird, den er für ein "steinhartes Teil" von Leela hält. So ist die deutsche Version sogar noch schlüpfriger geworden.

01:01:03
Yivo erscheint und spricht

Yivo: "Attention, beings of Universe Gamma."
Zoidberg: "Where?"
Yivo: "Here."
Zoidberg: "I had a hunch."


Yivo: "Hört her, Wesen des Universums Gamma."
Zoidberg: "Wo?"
Yivo: "Hier."
Zoidberg: "Ach so ist das."

Wieder eine Diskrepanz zwischen Ton und Bild! Man sieht eindeutig, wie stolz Zoidberg ist, dass er eine Vermutung darüber hatte, in welchem Universum er sich befindet. Besser wäre also gewesen: "Ich hab's geahnt!"

01:11:00
Die Abgesandten des Gamma-Universums besuchen Yivo

Yivo: "Who is it? - Oh, hi, honey-poo. What's up? The movie's not for another hour."

Yivo: "Wer ist da? - Hallo mein Süßer, was gibt's? Der Film läuft keine Stunde mehr."

Mannmannmann, das ist doch echt ein Anfängerfehler. Hier muss man auch den Sprecher kritisieren. Er merkt nicht, dass der Satz gar keinen Sinn ergibt. Aus einer Eingebung heraus wählt er dann aber eine Betonung, die eher zu dem Satz "Ich habe eine Überraschung für dich!" passen würde. Zudem hätte ich ein geschlechtsneutrales Kosewort genommen, immerhin spricht Yivo quasi das ganze Universum an: "Wer ist da? Oh, hi Schatz, was ist? Der Film fängt doch erst in einer Stunde an."

Es gibt noch einige kleinere Sachen, auf die ich aber nicht näher eingehen möchte, etwa dass "goo" unübersetzt bleibt oder dass Prof. Farnsworth seine Angestellten siezt. Manches ist auch schlicht und einfach nicht übertragbar, zB Zoidbergs "shell phone" oder die ganze Geschichte mit dem Pronomen "shklee" ("no shklit"). Ein Beispiel für eine sehr gelungene Übersetzung ist die "Sternrieche" für das "Calamatarium".

So, in ein paar Wochen gibt es dann eine Analyse der nächsten Futurama-DVD Bender's Game!

Samstag, 21. Februar 2009

The Saddest Music in the World

Ich habe das Gefühl, dass man sich bei Untertiteln noch weniger Mühe gibt als bei Synchrondrehbüchern. Mir kommt sofort ein Film in den Sinn, den ich am 1. November 2006 sah:

Diese sehr verstörende, in grobkörnigen S/W-Bildern gefilmte kanadische Tragikomödie spielt zur Zeit der Großen Depression. Dummerweise steht jedes Mal, wenn vom "Great War" die Rede ist, in den Untertiteln "Erster Weltkrieg" - als ob man damals schon wusste, dass demnächst WK II ansteht ... Ganz schwach!

Donnerstag, 19. Februar 2009

96 Stunden

Heute hatte der Action-Thriller Taken mit Liam Neeson seinen deutschen Kinostart. Seltsam dabei ist, dass der Film hierzulande unter dem Titel 96 Hours läuft. 

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Film mit einem englischen Originaltitel vom deutschen Verleih einen völlig anderen, aber ebenfalls englischen Titel erhält (bei Gelegenheit werde ich mal eine Liste mit besonders kreativen Adaptionen erstellen). Die Beweggründe liegen dabei stets im Dunkeln. Hat man etwa gedacht, die Leute werden bei dem Namen Taken an die gleichnamige Mini-TV-Serie erinnert? Abwegig. Eher denken sie an die Action-Komödie Nur 48 Stunden (OT: 48 Hrs.) aus dem Jahre 1982 und sagen sich: "Mhh, 96 Stunden sind ja doppelt so viel wie 48, dann ist das bestimmt nur halb so spannend."

Mittwoch, 18. Februar 2009

Die Ära des Tentakels (2)

Und es geht weiter ...

00:26:29
Wernstrom & Farnsworth im Oval Office

Wernstrom: "It's the greatest scientific opportunity since you sent men to the moon in 1969."
Nixon: "I always regretted that. Nothing up there but dry rocks and those revolting onion men."


Wernstrom: "Es ist die größte wissenschaftliche Herausforderung seit Sie 1969 Männer zum Mond geschickt haben."
Nixon: "Das hab ich immer bedauert. Dort oben gibt es nur Trockeneis und erst recht nichts zu trinken."

Ich sehe beim besten Willen keinen Grund, diesen grotesken Witz wegzulassen. "Dort oben gibt es nichts als Geröll und diese scheußlichen Zwiebelmenschen."

00:29:48
Bender in der Selbstmordzelle

Computerstimme: "Please select mode of death."
Bender: "Clumsy bludgeoning, please."
Computer: "You have selected clumsy bludgeoning. For an additional $10, would you like your eyes scooped out with a melon-baller?"
Bender: "What the heck, I'll treat myself."


Computerstimme: "Bitte wählen Sie die Art Ihres Todes."
Bender: "Einfaches Niederknüppeln, bitte."
Computer: "Sie haben einfaches Niederknüppeln gewählt. Für weitere 10 $ können Sie Ihre Augen mit einem Melonenkugelschneider entfernen lassen."
Bender: "Ach, zum Teufel, ich mach es selbst!"

Ein weiterer vergeigter Gag. Richtig wäre natürlich: "Ach, zum Teufel, ich gönn' mir mal was!"

00:41:06
Die Wissenschaftler kommen erneut ins Oval Office

Nixon: "You again? This better be damned important; I'm right in the middle of a Cosmo survey."

Nixon: "Sie schon wieder! Hoffentlich ist es sehr wichtig, ich bin gerade mitten in einer Kosmos-Überwachung."

Wow, das ist ja schon vom selben Schlag wie die Übersetzung von "Deep Blue" (der Schachcomputer) zu "Tiefblau". Cosmo ist natürlich die Kurzform von Cosmopolitan. Wenn man den Zuschauern nicht zutraut, diese Zeitschrift zu kennen (obwohl es die auch in Deutschland gibt), kann man durchaus eine Analogie nehmen: "Hoffentlich ist es wichtig, ich mach gerade 'nen Brigitte-Test!" Oder so.

00:44:25
Die Liga der Roboter

Calculon: "The League of Robots hasn't killed a human in over 800 years. And that was a very sick Girl Scout."

Calculon: "[...] die Liga der Roboter hat den letzten Menschen vor 800 Jahren getötet. Und das war 'ne ziemlich irre Pfadfinderin."

Vielleicht verstehe ich irgendetwas falsch, aber ich dachte, es soll betont werden, dass das letzte Opfer der Roboterliga besonders wehrlos war. Wieso also nicht "sick" einfach mit dem nahe liegenden "krank" übersetzen? Oder war hier Zensur am Werk?

Die übrigen Stellen folgen im dritten und letzten Teil der Analyse!

Dienstag, 17. Februar 2009

Die Ära des Tentakels (1)

Nachdem Futurama im Jahr 2002 abgesetzt worden war, gelang es dem Sender Comedy Central drei Jahre später, die Rechte für die bisherigen Staffeln zu erhalten - mit der Option, neue Folgen zu produzieren. 2008 begann schließlich die Ausstrahlung von insgesamt 13 neuen Episoden. Es handelt sich dabei um vier zusammenhängende Spielfilme, die hierzulande als DVDs erscheinen. Die Ära des Tentakels (OT: The Beast with a Billion Backs) ist der zweite Film. 

Vorbemerkung: Die Synchronisation von Futurama oblag bis zu dessen Tod im Jahre 2006 Ivar Combrinck, der auch für Die Simpsons und Family Guy verantwortlich war. Dass Combrinck verstarb, war zwar bedauerlich, denn er war ein hervorragender Sprecher (Duffman, Zapp Brannigan u.v.m.), doch die Kritik, die er für seine Drehbücher geerntet hatte, war größtenteils berechtigt. Legendär sind zB seine Übersetzung des Rollenspiels Dungeons & Dragons als "Verliese und Drachen" (Futurama) oder "eine Träne im Raum-Zeit-Gefüge" ("a tear in the space-time-continuum", Die Simpsons). Eine Liste sämtlicher Übersetzungsfehler der ersten vier Futurama-Staffeln gibt es hier

Für die neuen Folgen / Filme ist nun das Studio Dubbing Brothers Germany Gmbh zuständig, und gebessert hat sich nicht allzu viel. So wurde etwa bei der ersten DVD (Bender's Big Score) ein unangemessener Gossenslang verwendet. Darauf hat man bei der Snychronisation von Die Ära des Tentakels nun zwar verzichtet, aber einige grobe Patzer findet man wieder. Und zwar die hier:

(Info: Ich werde die Originalstellen immer rot färben und die deutschen grün.)

00:04:52
Amy erzählt, dass sie in die Familie ihres Lebensgefährten Kif aufgenommen werden soll

Kif: "Oh, and our parents will be meeting for the first time ever."
Bender: "Oh, that's even more awkward than Fry's two bimbos meeting each other."


Kif: "Oh! Oh! Und unsere Eltern werden sich zum ersten Mal gegenüber treten!"
Bender: "Och, das ist ja noch ätzender als das Treffen der beiden Tussies von Fry."

"awkward" sollte hier mit "peinlich" übersetzt werden, wie es bereits kurz zuvor in derselben Szene korrekt getan wurde. Bender freut sich ja regelrecht auf die peinliche Begegnung! (Wenigstens wurde "bimbos" nicht mit "Bimbos" wiedergegeben; das hab ich auch schon erlebt.)

00:05:48
Kif trifft Amys Eltern

Mrs. Wong: "Oh, Kif's parents come late and we have to stand around in swamp getting eaten alive by damn bugs?" (erschlägt einen der Käfer)
Kif: "Mrs. Wong, no. The final stage of my species' life cycle is a colony of flying hookworms. You just squashed part of my father."
Kifs Vater (formiert sich und grüßt die Eltern): "Welcome."
Mrs. Wong: "Sorry. I guess you get plenty of bugs to spare, though."
Kifs Vater: "That was my left testicle."


Mrs. Wong: "Kifs Eltern kommen zu spät und wir stehen im Sumpf herum und werden von diesen blöden Käfern aufgefressen!" (erschlägt einen der Käfer)
Kif: "Mrs. Wong, nicht! Das letzte Stadium des Lebenszyklus' meiner Art ist eine Kolonie von fliegenden Hakenwürmern. Sie haben gerade einen Teil meines Vaters zerquetscht."
Kifs Vater (formiert sich und grüßt die Eltern): "Willkommen. "
Mrs. Wong: "Entschuldigung. Sie werden doch noch einige Käfer übrig haben ..."
Kifs Vater: "Das war mein linker Hodensack."

Vielleicht nur eine Kleinigkeit, aber wieso "Hodensack"? Es ist viel witziger, wenn man annimmt, dass die Anatomie von Kifs Art relativ normal ist, auch wenn sie die Form eines Käferschwarms hat. Man beachte außerdem, dass Amys Eltern in der deutschen Fassung völlig akzentfrei sprechen. Aber das ist vielleicht besser so. Man versucht ja auch neuerdings, Hermes' jamaikanisches Englisch irgendwie wiederzugeben, doch das hört sich für mich wie ein generischer "Ausländer mit rollendem R" an.

00:16:20
Fry zweifelt, ob er bei seiner polygam lebenden Freundin einziehen soll

Zoidberg: "Take the deal, Fry. If there's a delicious cake, isn't it better to have one slice than none at all?"

Zoidberg: "Probier's einfach, Fry. Wenn es dort einen köstlichen Kuchen gibt, ist es dann nicht besser, ein Stück zu bekommen als gar nichts?"

Das "dort" ist überflüssig.

00:20:58
Bender im Krankenhaus

Bender: "I can't remember anything except a blinding light and a searing ass-pain. I better check my black box."
Bender (Mitschnitt der Blackbox): "The light, it's blinding! And the ass-pain, it's searing!"


Bender: "Ich erinnere mich an überhaupt nichts außer an ein gleißendes Licht und ein Brennen im Arsch. Ich muss mal meine Blackbox checken."
Bender (Mitschnitt der Blackbox): "Das Licht, es blendet! Und die Schmerzen im Arsch, es brennt so!"

Benders Erinnerungen entsprechen - wortwörtlich - dem Mitschnitt der Blackbox (und nachdem er sich selbst gehört hat, sagt er: "Aha, so war das also."), und das sollte man auch so rüberbringen, um den Witz zu wahren. Faustregel: Wortwiederholungen immer beibehalten! 

So, das war's erstmal. Teil 2 meiner Analyse folgt morgen.

Montag, 19. Januar 2009

Live aus meinem Zimmer!

Hallo Leute, ich räume gerade gründlichst mein Zimmer auf, eine Tätigkeit, der ich einmal im Jahr nachgehe. Jetzt liegen auf dem Boden mehrere Stapel mit Dingen, die ich a) aufheben oder b) entsorgen werde. Es sind leichte Ansätze von Messietum erkennbar. Es fällt mir sehr schwer, mich von einigen Sachen zu trennen, vor allem Nostalgie erweckende Zeitschriften (komplette Jahrgänge des legendären Club Nintendo-Magazins, aber auch von TIME und Mosaik, sowie Einzelausgaben von Amiga Games, GameStar, PowerPlay (inkl. der grünen Lösungshefte zum Rausnehmen (die habe ich immer aus der Bibliothek geklaut)), PC Player (daraus ging später die PC Action hervor, wenn ich mich recht erinnere), Cinema und CHIP). Hinzu kommt Nerdkram wie Comics, Gamepads, Mäuse (mit Ball!), ferner: gebrannte CDs, die ich nie wieder hören werde, ein Stapel Pressehefte zu Kinofilmen, Vorlesungsmitschriften sowie technisches Zubehör / Hardware (ein internes Analogmodem, 4 MB EDO-RAM (!), eine Grafikkarte) und natürlich Kabel und Adapter en masse. Vieles fliegt instantly achtkantig auf den Müll! Zum Beispiel alte Überraschungseifiguren, Kindersonnenbrillen, ein hölzernes Kreuz (wtf?), ein kaputtes Diktiergerät ... aber ich fange an, Sie zu langweilen ...

Fazit: Nachlassverwalter ist bestimmt ein interessanter Beruf.


PS: Von der Fernsehsendung Ich bin ein Star, holt mich hier raus liest oder hört man nie den richtigen Namen, alle schreiben oder reden nur vom inoffiziellen Titel "Dschungelcamp". Genau wie kein Mensch "Kinder-Überraschung" sagt; jeder sagt "Überraschungs-Ei".