Dienstag, 16. Januar 2018

Leave no pun behind

Ich ärgere mich jedes Mal, wenn die Gelegenheit, ein Wortspiel zu machen, nicht genutzt wurde. So etwa vor ein paar Monaten, als ich ein SWR2-Feature über bedrohte Klänge und ausgestorbene Geräusche hörte. Der Beitrag begann mit einem Einblick in die wissenschaftliche "akustische Spurensuche" im nächtlichen Dschungel: Zu hören war ein südamerikanischer Ochsenfrosch. Dann hieß es: "Steffen Reichle und Carmen Quiroga gehören zum 'Rapid Assessment Team', einer Gruppe von internationalen Biologen, die ein Stück bolivianischen Regenwalds erkunden und bewerten sollen". Verdammich, dachte ich, warum heißt diese Lurchbelauschungsgruppe denn nicht "Ribbit Assessment Team"?!?!?!

Samstag, 13. Januar 2018

Let's cook Matschburger

Durch die vergangene Staffel von "American Horror Story" wurde ich nicht nur sprachlich verroht, ich habe auch etwas Neues aus der notorisch faszinierenden amerikanischen cuisine kennen gelernt: Sloppy Joes. Es handelt sich dabei um nichts anderes als Hackfleischsoßenburger – genial und doch so naheliegend! Als ich die schwelgerisch inszenierte Zubereitung und Verschlingung dieses Gerichts in der genannten Serie beobachtete, fragte ich mich direkt, ob es das auch als fleischfreie Variante gibt. Freilich gibt's das! Man findet mit entsprechenden Suchwörtern zahlreiche Anregungen, unter anderem ein veganes Rezept von Jamie Oliver. Rote Linsen dienen als Hack-Ersatz, Knoblauch, Paprika, Möhren, Kräuter u.a. runden die Sache ab, limettensaftgetränkte Avocadoscheiben kommen on top. Man braucht keine besonderen Kochfertigkeiten, nur etwas Zeit. Omnomnom, sag ich euch!

Donnerstag, 11. Januar 2018

Sternenstaub zu Sternenstaub

Frage: Was haben Georgi Dobrowolski, Wiktor Pazajew und Wladislaw Wolkow gemeinsam?
Antwort: Den Todestag (29.6.1971) sowie den Todesort. Dieser wird in der deutschen Wikipedia mit Karaganda im heutigen Kasachstan angegeben. Näher an der Wahrheit ist jedoch – und das ist die Besonderheit – das, was die englischsprachige Wikipedia angibt: outer space. Tatsächlich sind die genannten Herren die bisher einzigen drei Menschen, die im Weltall gestorben sind. Die Opfer anderer Raumfahrtkatastrophen wurden allesamt innerhalb der Erdatmosphäre getötet: die Challenger-Crew unmittelbar nach dem Start, die Columbia-Besatzung beim Wiedereintritt. Auch Wladimir Komarow, der als erster während einer tatsächlichen Raumfahrtmission Umgekommener gilt (die vorigen Unglücke ereigneten sich bei Tests/Simulationen), lebte noch solange, bis er mit seiner Rückkehrkapsel im Oblast Orenburg aufschlug. Die Kosmonauten Dobrowski, Pazajew und Wolkow hingegen erstickten in über 100 Kilometern Höhe. "Ein Frischluftventil hatte sich beim Absprengen des Service-Moduls nach erfolgtem Bremsmanöver noch im All zu früh geöffnet, so dass die Atemluft aus der Rückkehrkapsel entwich." (Wikipedia)
Falls mein Lebenslicht an einem anderen Ort als auf der Erde erlöschen sollte, bitte ich um korrekte Angabe in meiner Biographie. Aber natürlich auch so.

Dienstag, 9. Januar 2018

Nervenkitzel Produktbegutachtung?

Bevor ich Shampoo, Duschgel, Weichspüler etc. kaufe, lasse ich es mir nicht nehmen, das ins Auge gefasste Produkt noch im Laden zu öffnen, einerseits um eine Riechprobe zu nehmen, andererseits – im Falle von Waschmittel (seit dem Waschmittelflaschenvorfall) – um zu überprüfen, ob sich die Flasche überhaupt öffnen lässt. Ich habe dabei bisher stets ein leicht schlechtes Gewissen gehabt und diese Schnelltests nur in unbeobachteten Momenten durchgeführt. In der Online-Community "Kleiderkreisel" wurde diese delikate Angelegenheit ausgiebig diskutiert. Die Meinungen gehen weit auseinander, von "find ich ätzend und wenn ich es beobachte unterbinde ich das auch immer" über "Mal dran schnuppern ist ok, aber Versiegelung öffenen oder es gar benutzen geht gar nicht!!" bis "Das mach ich auch... bevor man etwas kauft, das nach Vanillepudding riecht". Die überwiegende Intuition scheint aber meiner zu entsprechen: dass Duftschwaden aus Behältnissen zu pressen noch vertretbar ist, in Niveadosen rumzurühren indes "meeeegaeklig".
Was tatsächlich akzeptabel ist, erfuhr ich neulich in einem Stern-Bericht über die Kette dm. "Wer möchte, soll so ausgiebig wie ungeniert Shampoos aus Tuben drücken, Finger in Cremetöpfe tauchen oder Teststifte auf Lippen schmieren. Langmut gehört zum Geschäftsmodell", heißt es darin. Mit dem Segen von Drogeriechef Götz Werner dürfen wir uns also benehmen wie die Schweine. Mysophobe sollten besser ausschließlich Waren von ganz hinten aus den Regalen nehmen.

Freitag, 5. Januar 2018

Brave New Fucking World

Letztes Jahr ist mir aufgefallen, dass in der dritten Staffel der Serie "Fargo" des US-Senders FX wiederholt das Wort fuck zu hören war, was in den anderen Seasons und meines Wissens bei FX-Shows allgemein bis dahin unüblich war. In dem vor kurzem zu Ende gegangenen "American Horror Story: Cult" wurde nun derart oft und derb geflucht, dass ich mich zu recherchieren angespornt fühlte, ob mit der letzten Herbstsaison neue Regularien in kraft getreten seien. 
Dank einem Reddit-Thread weiß ich: Für amerikanische Kabelsender gibt es grundsätzlich gar keine Regularien, im Gegensatz zu Network-Sendern, die sich strikt an die Vorgaben der Federal Communications Commission (FCC) halten müssen. Deswegen darf bei HBO und Showtime auch so beherzt in die verbale Schmuddelkiste gegriffen werden, wie man es etwa von "Game of Thrones" kennt. Warum also die Einschränkungen bei FX? Anders als HBO ist FX kein komplett werbefreier "premium-cable channel"; die Kunden zahlen etwas weniger, der Sender muss sich mit Werbespots querfinanzieren – und die Werbepartner möchte man natürlich nicht mit anstößiger Sprache vergrätzen. Doch seit einzwei Jahren sieht man das anscheinend lockerer: "It's that the standards reflect the times. And in 2016, our collective vocabulary is edgier than ever", heißt es in einem lesenswerten Hintergrundartikel der Chicago Tribune anlässlich einer f-bomb bei "American Crime Story". Die Werbetreibenden sehen oder vielmehr hören also heutzutage schon mal über gesteigertes Rumgefluche hinweg, zumal "given the late time slot and the established audience" (Reddit) bei einer Show wie "AHS". Hinzu kommt: Seit September 2017 können FX-Abonnenten gegen eine Zusatzgebühr die werbefreie Variante "FX+" genießen. FX möchte damit HBO (und auch Amazon & Co.) die Stirn bieten, so die offizielle Begründung für die Einführung dieses Angebots; mittelfristig will man wohl gänzlich von Werbekunden unabhängig sein, welche an Sprache und Inhalt des Programms herummäkeln könnten. Dieselbe Strategie fährt übrigens seit Juni 2017 AMC, deren Hit "The Walking Dead" seit Beginn der aktuellen Staffel ebenfalls nicht länger das F-Wort vermeidet.
Ich finde ja rarer gesäte und damit umso wirkungsvollere Kraftausdrücke reizvoller, interessant ist aber auch die Frage, wie sich die erhöhten dirty-word-Frequenzen in der jeweiligen deutschsprachigen Synchronisation widerspiegeln. Wird jedes fucking mit "verfickt" übersetzt? Das wäre lächerlich, schlampig und unangemessen.

Mittwoch, 3. Januar 2018

Mein magisches Plagiat

Einer meiner "Greatest Hits" – "Vier (lustige) Ideen für 'Verstehen Sie Spaß?'-Streiche" (Hörversion hier) – beinhaltet folgenden Punkt:
"Eine Oma (= Lockvogel) bittet einen Passanten, ihr eine Tasche über die Straße zu tragen. Just als der Passant die Tasche in die Hand nimmt, sorgt ein darin befindliches ferngesteuertes Gerät dafür, daß die Tasche plötzlich 10 000 Kilogramm wiegt (Anm.: Gerät muß noch erfunden werden)."

Leider habe ich diese Idee unbeabsichtigt von einem der wichtigsten Wegbereiter der modernen Bühnenmagie geklaut, der sie bereits im Jahre 1856 hatte: Der Franzose Jean Eugène Robert-Houdin wurde von Napoleon III. nach Algerien geschickt, wo er mittels einer Zaubershow dabei helfen sollte, die hiesigen, gegen die Fremdherrschaft rebellierenden Marabouts milde zu stimmen. Es gelang ihm, und zwar maßgeblich mit diesem Trick: Er platzierte eine kleine Holztruhe vor sich auf dem Boden und forderte einen starken Mann aus dem Publikum heraus, diese hochzuheben, was einem solchen zunächst mühelos gelang. Robert-Houdin machte daraufhin eine melodramatische Geste in Richtung des Freiwilligen: "Sie sind nun schwächer als eine Frau." Heimlich aktivierte der Magier einen starken Elektromagneten, der sich unter der Bühne befand und nun dafür sorgte, dass die Truhe, welche eine Eisenplatte auf ihrem Grunde barg, keinen Zentimeter mehr zu bewegen war.

Mir gefällt meine Variante ein wenig besser, zumal Robert-Houdins Nummer mit dem überflüssigen dick-move schloss, dass die Metallgriffe der Truhe auf eine weitere Aktivierung durch den Trickster hin von Strom durchflossen wurden, worauf der arme Algerier schreiend und konvulsivisch zuckend niederging.

(Quellen: David Blaine - "Mysterious Stranger", Villard 2002; boston.com)

Sonntag, 31. Dezember 2017

Ein Jahr geht, ein anderes kommt

Zwei der für 2017 angedachten "neuen Rubriken", die ich meinem Publikum vor einem Jahr versprochen hatte, konnte ich leider doch nicht introduzieren; eine aus Zeitgründen, die andere aus Unrealisierbarkeit. Ich bin aber zuversichtlich, dass beides 2018 klappt. Klappen wird auch die Beobachtung einer totalen Mondfinsternis am 27. Juli – außer man hält sich zu diesem Zeitpunkt in Nordamerika auf. Lediglich in der Antarktis und knapp darüber sichtbar sind hingegen die partiellen Sonnenfinsternisse am 15. Februar und am 13. Juli. Menschengemachte Spektakel sind u.a. die Olympischen Winterspiele in Südkorea und die Fußball-WM in Russland.

Von runden Gedenktagen wimmelt es geradezu: Leonard Bernstein, Rita Hayworth, Helmut Schmidt, Kurt Waldheim, Nelson Mandela und Ingmar Bergman haben 100. Geburtstag, Claude Debussy, Gustav Klimt, Lili Boulanger (die Erfinderin der Boulangerie?) und Georg Cantor sogar 100. Todestag. In Mumbai wird mit dem "World One" das höchste bewohnbare Gebäude der Welt fertiggestellt. Nach dem chinesischen Horoskop betreten wir das Jahr des Erd-Hundes. "2018 wird das Jahr der Okö-Kryptowährungen", orakelt Wired und meint vermutlich "Öko-Kryptowährungen", es wird aber auch das "Jahr der Liebe" ("Wallstreet online") und muss (!) "das Jahr der Reformen werden", fordert die Süddeutsche Zeitung. Außerdem: "Freie Wähler Bernau fordert, dass 2018 das Jahr der Bernauer Ortsteile werden soll" (moz.de). Für Fans von Brückentagen ist 2018 wohl auch sehr reizvoll. Mir gefällt, dass das Jahr an einem Montag beginnt. 

Noch rasch die Natur des Jahres abgehakt. Sehr bodenständig geht es in vielen Kategorien zu: Die Steckrübe ist das Gemüse des Jahres (exzellente Wahl, mjamm!), der Ingwer die Heilpflanze, die Esskastanie der Baum, die Wildkatze das Wildtier, der Wiesenchampignon der Pilz und der Vogel der Star des Jahres, Quatsch, andersrum. Schmetterling des Jahres ist der Große Fuchs, Wildbiene des Jahres die Gelbbindige Furchenbiene, Einzeller des Jahres sind die Tintinnen ("eine Gruppe gehäusebauender Wimpertiere", mehr weiß Wikipedia im Moment noch nicht darüber), Höhlentier des Jahres ist der Schwarze Schnurfüßer, Staude des Jahres ist die Tagliatelle, äh: die Taglilie, der Boden des Jahres ist der Alpine Felshumusboden, und der Ehrenpreis "Blume des Jahres" geht an den Langblättrigen Ehrenpreis.

Liebe Leserin, lieber Leser, stolpere frohen Mutes und erhobenen Hauptes in die frische kalendarische Großeinheit -- woah, da fällt mir ein, dass ich bis jetzt weder einen neuen Wochenplaner noch einen Tagesabreißkalender besorgt habe!

Freitag, 29. Dezember 2017

Skurrile Sammlungen: Sammelkarten

Als ich Kind war, lagen jeder Ausgabe der Zeitschrift Micky Maus Sammelkarten bei. Ich habe mir die Micky Maus nur selten gekauft, aber die örtliche Bibliothek bezog das Heft, und ich bin fast jede Woche dorthin gegangen, um die begehrten Gimmicks aus dem frisch eingetroffenen Exemplar zu klauen, hehe. Auch von Freunden bezog ich meinen Stoff gelegentlich. Nach einigen Jahren hatte ich einen beachtlichen Stapel zusammen – und der befindet sich noch heute unter meinem Hab und Gut.


Dem Gedanken verpflichtet, dass es wohltuend ist, zum Jahreswechsel alte Zöpfe abzuschneiden bzw. sich von wertlosem Papiermüll zu trennen, werde ich die Karten demnächst wegwerfen ... oder an die Person, die am schnellsten "Hier!" ruft, verschicken. Ebay ist jedenfalls keine Alternative. Bevor der Stoß aber über den Jordan geht, liste ich alle Kategorien auf, aus denen ich Sammelkarten besitze. Mein Vergangenheits-Ich hat sie seinerzeit nach einer gewissen Systematik sortiert.

  • Sportler
  • Olympiade
  • Tennis-Superstars
  • Micky Maus Staralbum
  • Star-Album
  • Berühmte Detektive
  • Zirkus-Stars
  • Stars aus Film und Fernsehen
  • Stars aus Pop und Rock
  • David Hasselhoff (!)
  • New Kids on the Block
  • Städte
  • Weltraum I: Der Flug zum Mond
  • Raumfahrt
  • Weltraum III
  • Stars der Lüfte
  • Motorräder
  • Umwelt-Mobile
  • Rennboote
  • Schiffahrt
  • Berühmte Schiffe
  • Züge der Welt
  • Traumautos auf unseren Straßen
  • Traumwagen der Straße
  • Klassische Sportwagen
  • Oldtimer
  • Die schönsten Oldtimer
  • Show auf Rädern
  • Show Cars
  • Show Cars – Sensationen auf Rädern
  • Dragster
  • Super-Flitzer
  • Trucks
  • Moto-Cross
  • Sport & Fun
  • Stunts
  • Gefährliche Stunts
  • Walt Disney World
  • Euro Disneyland
  • Toontown
  • Berühmte Pferderassen
  • Pferde
  • Pferde 2
  • Tiere und ihre Jungen
  • Tierkinder
  • Tierkinder II
  • Haustiere
  • Katzen
  • Hunde – Freunde auf vier Beinen
  • Hunde
  • Lustige Tiere
  • Affen
  • Greifvögel
  • Wale und Delphine
  • Gefährliche Tiere
  • Bedrohte Tiere
  • Bedrohte Alpenwelt
  • Tiere im Regenwald
  • Regenwald
  • Tropischer Regenwald
  • Leben im Eis
  • Leben im Korallenriff
  • Welt unter Wasser
  • Lebendige Wüste
  • Naturwunder
  • Wunder der Natur
  • Wunder der Welt
  • Wunder der Welt 1 (!)
  • Wunder der Welt II (!!)
  • Rätsel der Welt
  • Rekorde, Rekorde!
  • Rekorde
  • Disneys Film-Parade / Disney Filmparade / Disneys Filmparade
  • Disney-Autogramme
  • 65 Jahre MICKY MAUS
  • Disney-Stars
  • Disney Babys
  • Disney-Witze
  • Disney-Zeichenkurs
  • Disney Galerie
  • Die schönsten Filme von Walt Disney
  • Walt Disneys neuer Film: Arielle, die Meerjungfrau
  • Walt Disneys neuer Film: Jäger der verlorenen Lampe
  • Bernard & Bianca
  • Bernard & Bianca II
  • Walt Disneys Peter Pan
  • Peter Pan
  • Die Schöne und das Biest
  • Walt Disneys Dschungelbuch
  • Das Dschungelbuch
  • Aladdin
  • Talespin
  • Gummibären
  • Chip & Chap
  • Darkwing Duck
  • Die Dinos
  • Dinosaurier
  • Dinosaurier – Herrscher aus ferner Zeit

Mittwoch, 27. Dezember 2017

Hasst du Töne?

Höhere Mächte verhindern derzeit, dass Musik und ich zusammenkommen. Erstens: Einmal im Jahr raffe ich mich dazu auf, mich vor mein Keyboard zu setzen, da funktioniert das Netzteil nicht mehr. Zwotens: Ich ringe mich endlich dazu durch, mich bei einem Musik-Streamingdienst anzumelden, wenig später ist die Kopfhörerbuchse meines Smartphones kaputt – ein Defekt, der es nicht rechtfertigt, mir schon wieder ein neues Telefon zu kaufen, aber ärgerlich genug ist, um die Streamingdienst-Mitgliedschaft zu überdenken.

Dienstag, 26. Dezember 2017

Traumprotokoll: Lampenfieber

Eine ganz neue Kategorie von Versagensalbträumen feierte heute ihren Einstand: "Kalte Füße vor der Theaterpremiere". Ich muss präzisieren: In diesem Traum war ich kein Schauspieler im eigentlichen Sinne, sondern ein Synchronsprecher. Aufgeführt wurde nämlich ein Theaterstück eines fremdländischen Ensembles, dessen fremdsprachige Zeilen von der Gruppe, der ich angehörte, live übertönt wurden. Das Publikum sah also die Gastspieler agieren und deren Lippen bewegen, hörte aber die hinter den Kulissen eingesprochenen Stimmen der Synchronriege. (Gab/Gibt es etwas derartiges schon?)
Meine Bredouille: Ich war lediglich zur allerersten Probe erschienen, hatte nach einem Blick ins Dialogbuch erkannt, dass meine Rolle nur sehr wenig Text hatte, und war danach aus Blasiertheit nie zu einem der folgenden Treffen gekommen. Erstaunlicherweise war ich nicht ersetzt worden und hatte nun den Salat; insgesamt war mein Part nämlich doch umfangreicher als gedacht, und gerade die Stellen im hinteren Teil hatte ich noch nicht einmal gelesen. (Abermals konnte ich im Traum lesen. Unter anderem fiel mir ein Rechtschreibfehler in meinem Text auf: "Beicht" statt "Bericht".) Die Regisseurin, welche mich an eine Musiklehrerin aus meiner alten Schule erinnerte, beschwor mich zischend, ja keinen Fehler zu machen. Ich markierte meine Zeilen mit einem gelben Marker, sah aber nach einer Weile, dass dieser nichts markierte, sondern alles überfärbte und also unkenntlich machte. Da beschloss ich, dass der Traum zu Ende sei.

Sonntag, 24. Dezember 2017

(Christ-)Kindheitserinnerung

Eines Jahres haben mein Bruder und ich uns gewünscht, dass heuer nicht der Weihnachtsmann, sondern ausnahmsweise das Christkind die Geschenke am Heiligabend bringen möge. Wir hatten im Fernsehen und von den (sehr wenigen uns bekannten) Gleichaltrigen aus christlichen Haushalten von dieser Alternativkreatur erfahren. Tja, und da stand dann halt einfach ein Sack mit Präsenten vor der Tür. Das war vielleicht lame!

Einer Telefonumfrage von 2012 zufolge kommt zu 91% der österreichischen Familien das Christkind! Meine Interpretation: In 91% der österreichischen Familien ist man schlicht zu faul für Schauspiel- und Verkleidungszinnober. Andererseits haben die ja den wunderbaren Krampus.

Samstag, 23. Dezember 2017

Jingle bellum

Ich wollte gerade überprüfen, ob man, so wie man den Text der DDR-Nationalhymne zur Melodie des Deutschlandliedes singen kann und umgekehrt, den Text von "Alle Vögel sind schon da" zur Melodie von "Morgen kommt der Weihnachtsmann" singen kann und umgekehrt (ja, kann man). Dabei habe ich zum ersten Mal den ungeheuerlichen Ursprungstext von "Der Weihnachtsmann" aus dem Jahre 1835 gelesen:

"Morgen kommt der Weihnachtsmann,
Kommt mit seinen Gaben.
Trommel, Pfeife und Gewehr,
Fahn und Säbel und noch mehr,
Ja ein ganzes Kriegesheer,
Möcht’ ich gerne haben."

Was zur Hölle, Hoffmann von Fallersleben? Die zweite Strophe schwingt immerhin ins angenehm Bizarre:

"Bring’ uns, lieber Weihnachtsmann,
Bring’ auch morgen, bringe
Musketier und Grenadier,
Zottelbär und Panthertier,
Roß und Esel, Schaf und Stier,
Lauter schöne Dinge."

Zottelbär und Panthertier! Das dürften sich meine Kinder gerne wünschen. Ich würde natürlich einen mahnenden Vortrag darüber halten, dass Bären und Panther zwar als Jungtiere niedlich und verspielt sein mögen, ausgewachsen aber viel Pflege, Auslauf und Lebendfutter benötigen und dazu neigen, ihre kleinen menschlichen Halter/-innen unbarmherzig zu zerfleischen.
In diesem Sinne ein friedvolles Weihnachtsfest!


Donnerstag, 21. Dezember 2017

Proposals

Vor fünfeinhalb Jahren notierte ich dies:
"Neulich las ich einen Artikel über Heiratsanträge. Die seien ja eigentlich nicht mehr nötig heutzutage, aber es gehöre halt irgendwie dazu blablabla, war die Essenz. Unvermeidlich war in jenem Text das Wort 'Fremdscham'. Und tatsächlich: Ist etwas Peinlicheres vorstellbar als ein Heiratsantrag mit negativem Ausgang? Es ist ja schon unerträglich mitanzusehen, wenn jemand einen 'Korb' bekommt. Ich wurde einmal Zeuge davon, wie ein Kommilitone eine französische Gaststudentin fragte, ob sie mit ihm nach dem Seminar noch etwas trinken gehen möchte. Sie wies ihn ab mit der Entschuldigung, sie fahre am nächsten Tag zurück nach Frankreich. Ich wäre am liebsten im Erdboden versunken."

Methoden, einen Antrag zu machen, gibt es Tausende. Entsprechende Videos gehen regelmäßig "viral". Ich habe mir nach dem Lesen des Artikels im Juni 2012 etwas ausgedacht, das meines Wissens noch nie publikumswirksam ausprobiert worden ist: Wenn man ein wenig nerdig drauf ist, lasse man seine/n hoffentlich gleichgesinnte/n Angebetete/n das Videospiel "Super Mario World" (oder, besser: ein Romhack davon) auf einem Emulator spielen. In einem jener darin vorkommenden markanten Infoboxen bzw. Message Blocks

befindet sich dann, weil man es so "programmiert" hat, die spezielle Frage. Alternativ kann man einen Schriftzug aus Münzen in die Landschaft setzen. Gern geschehen.

Dienstag, 19. Dezember 2017

Das gute Zitat (Doppelausgabe)

"People who make that 'ahhh' sound after taking a sip of their drink. For fuck's sake, you're an adult. What on earth compels you to make that goddamned sound? You did not just swim fifty meters under water, there's absolutely no way that swallowing a tiny sip of liquid left you with no air in your lungs. If you're not gasping for air, then why are you still making that sound? Oh, you want to let me know that you're enjoying that drink. Well, ever considered to simply TELL ME THAT you insipid shitstain?"

"Also, people who put those stupid stick figure family stickers on their cars. Hey, random guy in the SUV ahead of me: I don't know you, and therefore I give two shits about how many people are in your family, nor do I care to see them individually represented in stick figure form. What do you want, some kind of cookie for reproducing? Congratu-fucking-lations, asshole, you plowed the putrid depths of your wife's womanhood enough times to impregnate her. You are truly a Prometheus in your unique reproductive abilities. Fuck off." 

----- aus dem inzwischen in den Untiefen des Forenarchivs von "Something Awful" versunkenen Threads "Trivial Things That Unreasonably Enrage You"