Donnerstag, 23. November 2017

Mittwoch, 22. November 2017

Exklusiv: VIP-News brisant wie nie!

Die "Panorama"-Seite der Süddeutschen Zeitung widmet ihre tägliche Promispalte heute zur Gänze Boris Becker – anlässlich dessen 50. Geburtstag. Unter anderem erfährt man, dass seine Tochter Anna Ermakowa "genaue Vorstellungen von ihrem zukünftigen Traummann" hat: "'Was mir wichtig wäre, sind Ehrlichkeit, Freundlichkeit, und er muss mich zum Lachen bringen', sagte das Nachwuchsmodel dem britischen Magazin You." WOW!
Das kommt vom Sensationsgehalt jedoch nicht an die Meldung heran, die ich am 7.2.2003 in meiner Lokalzeitung vorfand: "Heike Makatsch hat es offen ausgesprochen: Sie findet die Unterlippe von Hugh Grant zu dünn." Erst sieben Jahre später, am 9.3.2010, stieß ich auf eine ähnlich festhaltenswerte Nachricht: "Sophia Loren findet ihre Lippen zu dunkel." Das hat zwar ebensowenig mit Boris Becker zu tun wie das Makatsch'sche Lippenbekenntnis, ist aber auch schon wieder sieben Jahre her und damit reif für eine Wiederveröffentlichung; ich möchte mir diese ganzen Notizen schließlich nicht umsonst gemacht haben!

Dienstag, 21. November 2017

Berichte aus der groben Stadt (2)

Über der vielbefahrenen Straße hatten sie ein Transparent aufgehängt: "Runter vom Gas – Schulanfang". Erst in einem halben Jahr würde es ausgetauscht werden: "Ferienzeit. Jetzt bitte wieder in der zulässigen Höchstgeschwindigkeit fahren!" Die ABC-Schützen tollten unbedarft darunter hinweg. "Was steht'n da? Da geht's doch bestimmt um uns", mutmaßten einige von ihnen angesichts der stilisierten Kinder auf dem verkehrserzieherischen Banner. Da, ein Ball!

Samstag, 18. November 2017

Meine zehn zuletzt gesehenen Filme (Spätsommer/Herbst '17)

Blair Witch 
"The Blair Witch Project" von 1999 gilt als Meilenstein sowohl im Horrorgenre als auch in der Filmerfahrungsbiographie einer ganzen Generation. Mit Minibudget und ohne Dialogbuch gedreht, war es Vorreiter der heute überstrapazierten Gattung des "Found footage" und obendrein eine der ersten Produktionen, die das noch junge Internet nutzte, um "viral" zu gehen, wie man damals noch nicht sagte. Ich kann wahrheitsgemäß und mit Stolz behaupten: Ja, ich war dabei, habe mich im Kinosaal gegruselt wie später höchstens noch bei "The Ring" (dazu etwas beim nächsten Mal!).
17 Jahre später versucht Regisseur Adam Wingard, das Franchise wiederzubeleben, und schickt abermals eine Gruppe von Teenagern in den Wald, die mit (alter und neuer) Kameratechnik auf Hexenjagd geht. Die naheliegenden Zweifel stellen sich als durchweg gerechtfertigt heraus: Die ursprüngliche Subtilität fehlt, nichts bleibt im Vagen, alles ist over the top. Wurde meine Angstlust trotzdem befriedigt? Ja.  

Predestination
Eine echte Achterbahnfahrt. Ich beginne voller Vorfreude mit dem Schauen, weil ich (lediglich) weiß, dass es um Zeitreisen geht; nach einer halben Stunde denke ich so: 'Hm, die halten sich ein bisschen zu lange mit dem persönlichen Background der Hauptfigur auf. Sind die sicher, was sie da tun?'; beim Abspann dann: pures Geflashtsein, weil die ganze Erzählung in sich "Sinn" ergibt, keine Sekunde war verschwendet, alles fügt sich zusammen. Hier liegt die Betonung von "Zeitreisedrama" eindeutig auf "Drama".

Being Charlie - Zurück ins Leben
Dieses Drama hingegen hat mich kalt gelassen. Die Charaktere, allen voran der im Zentrum der Geschichte um Drogenentzug und Heranwachsen stehende Charlie, sind einem mangels Sympathie einfach völlig wurscht.

The Circle
Ich fasse mich kurz, bevor ich mich in Rage schreibe: "The Circle" ist eine der miesesten Literaturverfilmungen, die ich je gesehen habe. Die Vorlage habe ich nicht gelesen; wie ich hörte, weicht sie in einigen Punkten vom Film ab, doch da der Autor Dave Eggers am Drehbuch mitgeschrieben hat, gehe ich von ähnlich "hoher" "Qualität" aus und spare mir die Lektüre.
Bei "The Circle" handelt es sich um eine hippe und erfolgreiche Techfirma, bei der jede/r eine Anstellung ergattern will. So auch die junge Mae (Emma Watson), der das tatsächlich gelingt, aber wer hätt's gedacht: Die Betriebsatmosphäre hat sektenhafte Züge, das Unternehmen hegt Allmachtsfantasien, und der charismatische Gründer (Tom Hanks) überredet unsere Heldin zu einem Social-Media-Experiment à la "Truman Show", was aber weder satirisch überspitzt wie in genanntem Vorbild ist noch halb so schockierend-eskalierend wie in einer durchschnittlichen Folge "Black Mirror". Das Szenario ist ein paar Jahre in die Zukunft verlegt worden und wirkt dabei gerade wegen der "Echtheit" überhaupt nicht bedrohlich, sondern schlechterdings banal. Richtig unrealistisch sind die Protagonist(inn)en sowie ärgerliche Details wie die dämlichen Smartphone-Töne, die auszuschalten offenbar niemand in dieser ach so futuristischen Umgebung in der Lage ist. Hinzu kommen Entscheidungen wie jene, den seelischen Zustand von Maes bester Freundin mit Holzhammer-Kostüm- und Make-up-Veränderungen deutlich zu machen, weil man dem Schauspieltalent von Karen Gillan nicht vertraute. Auch sind sämtliche für "The Circle" arbeitenden Personen asexuell. 
Ach, jetzt habe ich doch viel mehr geschrieben, als ich vorhatte ...

Life
Nachdem mich der Trailer zum Gähnen gebracht hatte, war ich von diesem klaustrophobischen Sci-Fi-Schocker dann doch angetan. Sicher: Dass die "Alien"-Reihe Pate gestanden hat, merkt man dem Ergebnis von vorne bis hinten an – egal. Er hat mich mit seiner konsequenten Düsternis sogar mehr gepackt als "Covenant", was gewiss auch an dem hervorragenden Soundtrack lag. Und was für ein Schluss!

The Book of Henry
Teils vernichtende Kritiken musste dieser Genrespagat zwischen Tragödie, Thriller und Kinderfilm einstecken. Wahrscheinlich sind die tonale Unentschiedenheit und die drastische Kehrtwende in der Mitte des Films der meisten Kritiker Sache nicht. Den Vorwurf, dass man gewisse Themen (ich verrate aus Spoilervermeidungsgründen nicht, welche) zu leichtfertig behandele, lasse ich gelten. Allein, wenn es ein Werk der Fiktion schafft, mich zum Weinen zu bringen, sehe ich über dramaturgische Schwächen und inhaltliche Unzulänglichkeiten hinweg (wegen der Tränen auf der Netzhaut). Zumal mit Naomi Watts und Jaeden Lieberher ("Es") zwei perfekte Rollenbesetzungen gelungen sind.

Abgang mit Stil (OT: Going in Style)
Drei Freunde (darunter Morgan Freeman und Michael Caine), die fast alles verloren, aber nichts mehr zu verlieren haben, beschließen, sich an ihrer Hausbank zu rächen, und planen einen Überfall. Was nach einer simpel gestrickten Klamotte klingt, macht am Ende wirklich Spaß. Ein warmherzig gezeichnetes Ensemble und höchst erfreuliche Nebenrollen heben diese temporeiche Heist-Comedy über den Durchschnitt. Regie: Zach Braff.

Jürgen - Heute wird gelebt
Sozusagen in der Drittverwertung durfte Heinz Strunks zweites Ich Jürgen Dose neulich via öffentlich-rechtlichem Auftritt seinen Bekanntheitsgrad abermals steigern. Gott sei dank wurde Jürgen von seinem Schöpfer verkörpert; wenigstens einer wusste also, was er tat. Die anderen Schauspieler erschienen mir heillos überfordert, besonders David Bredin als "EuropLove"-Mitreisender "Knüppel" und der eigentlich stets zuverlässige Charlie Hübner in der Rolle des Bernd Würmer. Möglicherweise habe ich den "Jürgen"-Kosmos anhand der vorangegangenen Hörspiele zu sehr verinnerlicht, um die TV-Variante nicht befremdlich zu finden. Sei's drum. Schön, dass die ARD für so etwas Geld locker macht. 

Mord im Orient-Express (1974)
Ohne zu wissen, dass bald ein Remake in die Kinos kommt, habe ich mir den Klassiker von Sidney Lumet angeschaut, um eine weitere Bildungslücke zu schließen. Wie dieser Agatha-Christie-Krimi ganze sechs Oscar-Nominierungen erhaschen konnte, kann ich leider nicht nachvollziehen. Gerade Albert Finney als Hercule Poirot wirkt, als würde er sich hinter seinem Bart und seinem albernen Akzent verstecken, man nimmt ihn weder ernst noch ist man geneigt, ihn zu unterschätzen. Auch strahlt das zweistündige Kammerspiel eine seltsame filmhistorische Uneinordenbarkeit aus, es hängt irgendwo zwischen Old und New Hollywood, die Eröffnungssequenz zum Beispiel passt überhaupt nicht zum Rest. Die Auflösung hat mich gleichzeitig erstaunt und enttäuscht.

Kind 44
Die zweite Arbeit des "Life"-Regisseurs Daniel Espinosa in dieser Aufzählung. Ein beklemmendes Suspense-Stück über Kindermorde in Stalins Sowjetunion mit Tom Hardy. Mehr fällt mir dazu nicht ein, weswegen ich ausnahmsweise Zahlen sprechen lasse: 6/10.

Donnerstag, 16. November 2017

Berichte aus der groben Stadt (1)

Ein Mann bekommt – wie das halt so üblich ist – tagtäglich auf Facebook Freundschaftsanfragen von ganz offensichtlich nichtmenschlichen Betrugsprofilinhaberinnen, meist amerikanisch anmutende Namen mit drei Bestandteilen. Einer dieser Namen kommt ihm derart lächerlich und eindeutig fake-accountig vor, dass er die Anfrage dieser "Person" aus Quatsch bestätigt: Sandy Hottie69 Sexmouse. Es stellt sich heraus, dass die Dame mit diesem Namen tatsächlich existiert und wirklich so heißt. Die beiden chatten ein wenig und beschließen, sich im "real life" zu treffen. 
Bei diesem Treffen muss der Mann überrascht feststellen, dass die junge Dame exakt so aussieht wie auf ihrem (erotischen!) Profilbild, und wie auf jenem ist sie auch jetzt nackt. Zur Begrüßung sagt sie: "Hi, I'm looking for a sex, Semikolon Klammer zu." 
'Unglaublich', denkt der Mann, 'diese Bots werden immer realistischer.'

Mittwoch, 15. November 2017

Die besten Weblogs

Heute: Salon du Fromage. Ja, doch, hm, die Notizen des Herrn Andreas Lugauer könnten allen gefallen, die auch diese meine Gedankendeponie zu schätzen wissen.


Freitag, 10. November 2017

Eine Geschichte aus zwei Ex-Städten

In meinem fortlaufenden Tagebuch- und Weltbeobachtungsdokument befindet sich eine Notiz aus dem Anfang des Jahrzehnts, der zufolge zwei Oberlausitzer Gemeinden für den 1.1.2011 eine Fusion ankündigten: Ebersbach und Neugersdorf. Die neue Stadt solle allerdings nicht Ebersbach-Neugersdorf heißen, da sächsische Ortsnamen maximal 16 Buchstaben lang sein dürfen. Die Stadträte hätten sich deshalb auf den Namen Spreeborn geeinigt; es solle noch eine Stellungnahme einer Namenskommission eingeholt werden (etwas, das es nur in Sachsen gibt).
Doch sucht man heute nach "Spreeborn", stößt man lediglich auf Synonyme für die drei Quellen der Spree. Die neu gegründete Kleinstadt trägt tatsächlich den Namen Ebersbach-Neugersdorf! Wahrscheinlich hat man doch eingesehen, dass allzu viel Veränderung doof ist, und hat sich auf Orte mit Namensungetümen wie Morgenröthe-Rautenkranz oder Limbach-Oberfrohna berufen. Ein Rest Verwaltungschaos herrscht bis heute: In Ebersbach-Neugersdorf gemeldete Kraftfahrzeuge tragen nicht weniger als fünf verschiedene Kennzeichen (GR für Großenhain, LÖB für Löbau, NOL für Niederschlesische Oberlausitz = Landkreis Görlitz, NY für Niesky, WSW für Weißwasser und ZI für Zittau). Herrlich! Wissen muss man außerdem, dass "Neugersdorf" auf der zweiten Silbe betont wird.


Hier zu sehen: ein in diesem Jahrtausend erfundenes Stadtwappen

Mittwoch, 8. November 2017

Ja, ich mag alberne Aufgussgetränke!


Ich sage es frei heraus: Für Heißgetränke mit Süßgebäck-Flavor kann ich mich durchaus erwärmen (mit kochendem Wasser). Als vorweihnachtliches Wunder gibt es nach den Sorten "Caramel Applepie" von Teekanne und "Strawberry Cheesecake" von Meßmer nun auch die Geschmacksrichtung "Zimtschnecke", yeah! Beim Trinken stelle ich mir gerne vor, wie so ein richtiger Teesnob, der nur lose Mischungen gelten lässt und sowieso streng zwischen tea und infusions unterscheidet, der sämtliche Schritte der chinesischen, der japanischen und der ostfriesischen Teezeremonie beherrscht und Matcha-Besen in fünf verschiedenen Größen besitzt, über dieses fabelhafte Produkt die Nase rümpft. Wohl bekomm's!

Sonntag, 5. November 2017

Wochenprospekte-Haul

Kreisch! Swee! Yayyyy! Willkommen zu meinem ersten Haul-Post hier auf Kybersetzung. Ich hatte ja zuletzt viel von dem Werbeprospektpacken erzählt, der jedes Wochenende in meinem Hausflur oder in meinem Briefkasten liegt, und weil der diesmal besonders dick ausgefallen ist, dachte ich mir: Sehen wir uns doch gemeinsam an, was es in der KW 45 so alles im Angebot gibt! ;) 

Vorab: Nachdem die Werbung dreimal in Folge freitags eintraf, erreichte sie mich nun wieder am Samstag! Noch dazu am späten Nachmittag. Hier muss man die Deutsche Post entschieden rüffeln! Nun aber Folie runter, Prospekte ausgepackt. Nicht weniger als zwölf Print-Erzeugnisse sind zu begutachten.


Hier das wichtigste: "Einkauf aktuell" inklusive Fernsehprogramm vom 4. bis 10. November. Auf dem Cover ausnahmsweise keine Altersleiden, sondern eine Pizza-Hut-Anzeige. Müsste es nicht "Wir sind der Pizza Profis!" heißen? Ich glaube, ich habe in diesem Jahrtausend noch nie etwas bei Pizza Hut gegessen.


Anfangs nur eine Notlösung für Last-minute-Einkäufe, da nahe gelegen, ist Tegut für mich mittlerweile ein Ort, den ich gern besuche, weil er neben einem leicht gehobenen Segment regelmäßig echt unschlagbare Schnäppchen zu bieten hat, diese Woche etwa "True Fruits"-Smoothies für sagenhafte 1,59 €, die große Rama für 99 Cent, das Landliebe-Joghurtglas zu 88 Cent und diverse Sorten "Funny frisch"-Chips je 1,39 (wobei Knabbergebäck von "Funny frisch" erfahrungsgemäß scheiße ist). Gut.


Zu Rewe muss ich nicht viel sagen. Es ist der Supermarkt, den ich nicht nur, weil er in Frankfurt eine Quasi-Monopolstellung hat, sondern auch aus Überzeugung am häufigsten frequentiere.
So. An dieser Stelle bin ich in der Regel "durch" und werfe alle anderen Prospekte fort, weil sie mir schlicht nichts nutzen. Let's see ...



In Einrichtungs-/Möbelhäuser und Baumärkte gehe ich eigentlich gerne, nur habe ich kaum Bedarf daran. Zudem wüsste ich nicht mal, wo sich der nächste Poco befindet.


Man muss aufpassen, dass man nicht versehentlich das Rewe-Heftchen entsorgt statt das Rewe-Center-Heftchen! Rewe Center bringt mir einen Dreck! Ich wüsste zwar, wo der nächste City-Rewe ist, aber Rewe Center? Keine Ahnung. Next!


Das ist neu: Staples. War mir bisher nur durch Erwähnungen in amerikanischen Filmen und Serien ein Begriff, jetzt gibt's den also auch auf der Hanauer Landstraße. Interessant, aber: weg damit!


In der Tedi-Filiale in meinem Kiez war ich ein einziges Mal drin, und das hat mich enorm heruntergezogen. Schnell weiter.


Oha, hier kommt das Highlight der Woche und der Beweis dafür, dass es sich lohnt, das Werbebündel allwöchentlich sorgfältigst durchzuchecken: Coupons für den Bäcker Eifler (nur echt mit Artikel!), z.B. zwei Plunderstücke für 2 Euro oder drei Brezeln für 1,50 €. Saugeil!


Eine weitere Konstante ist der Woolworth-Prospekt, den ich tatsächlich hin und wieder eines Blickes würdige. Ein-, zweimal habe ich dort sogar Gegenstände des täglichen Bedarfs erstanden, einmal auch einen Schlafanzug. Allein, dass die Kette immer noch existiert (seit 1879!), sollte man respektieren.


Auch das kriege ich Woche für Woche sinnloserweise vorgesetzt. Selbst wenn ich ein Haustier hätte: Würde ich die rund 7 Kilometer Weg auf mich nehmen für ein paar preisreduzierte Artikel? Vermutlich ja. So aber ist es nur Papierverschwendung. Nebenbei: Penny, Netto, Lidl und Aldi – allesamt in Fußnähe – beehren unser Wohnhaus nie mit (potenziell wirksamen) Prospektlieferungen.


Aha, so so, erstmalig buhlt das Haus Real um meine Aufmerksamkeit und mein Geld. Will da jemand Rewe das Wasser abgraben? Das versucht auch Edeka in dieser Stadt zaghaft – ohne nennenswerten Erfolg, soweit ich weiß. Was ich (abermals) nicht weiß: wo "meine" Real-Filiale überhaupt steht.


Hit. Ich ... ich weiß nicht, was das ist.


Last und sowas von least die unregelmäßig versandte Werbung für den Billigladen Kik. Danke, kein Bedarf.

Na, war das aufregend oder was? Ich hoffe, es hat euch gefallen, und ich konnte euch ein wenig inspirieren. Welche Schätze befördert ihr demnächst aus dem Briefkasten? Schreibt's in die Commies! And don't forget to subscribe! (Ich habe absolut kein Gespür dafür, wie man den richtigen Haul-Ton trifft ...)

Donnerstag, 2. November 2017

Videospieltipp: Virginia

Wieder einmal habe ich einen Vertreter jenes Genres gespielt, das ich eigentlich nicht mehr als "Walking Simulator" bezeichnen mag, auch wenn man in diesem Fall nicht gänzlich daneben liegt, wenn man das Gameplay als "minimalistisch" bis "nicht vorhanden" einstuft. Man klickt sich von Gegenstand zu Gegenstand, von Person zu Person, von Location zu Location, bewegt seine Figur, eine FBI-Agentin, dabei per WASD durch Gebiete, die maximal die Größe eines viertel Fußballfeldes haben, und etwaige Details (z.B. Blumen und Federn; sehr symbolgeladen!) aufzustöbern, bringt nichts außer ein paar Achievements. "Virginia" ist mehr interaktiver Spielfilm denn First-person-Adventure, wofür auch seine Länge spricht: Ich war in zweieinhalb Stunden fertig. Ein besonderer Kniff ist, dass die Geschichte komplett ohne Dialoge abläuft. Untermalt wird das Entführungs-Mystery, das in dem titelgebenden US-Bundesstaat der 1990er spielt, von cinematischer Musik der Prager Symphoniker. Der Look ist grob und im besten Sinne eigenwillig. Über die Handlung möchte ich Stillschweigen bewahren, ich belasse es bei den Stichworten "Twin Peaks" und "Akte X". Das Ende ist denn auch mehr als obskur, man könnte auch "uneindeutig", "ambig", "verwirrend" oder gar "verschwurbelt" sagen; einige, die es gespielt haben, waren regelrecht enttäuscht. Enttäuscht war ich nicht, aber ich hatte hinterher das Bedürfnis nach Interpretationshilfen (die man beispielsweise hier oder hier bekommt – Spoilerwarnung versteht sich von selbst). Fazit: Diese Erfahrung lohnt sich, man sollte allerdings auf den nächsten Steam-Sale warten, denn einen Preis 9,99 € finde ich dann doch ein wenig zu hoch.

(Screenshot von fanboy.com)

Dienstag, 31. Oktober 2017

Wie man eine Kaktusfeige genießt

1. Gehen Sie in einen Supermarkt mit notorisch mieser Obstabteilung
2. Kaufen Sie eine Plastikschale mit sechs Kaktusfeigen (preisgesenkt!)
3. Vergessen Sie den Wortbestandteil "Kaktus" in "Kaktusfeige" und greifen Sie sich beherzt eine Frucht
4. Halbieren Sie diese und löffeln Sie sie wie eine Kiwi aus
5. Lassen Sie den öden Geschmack auf sich wirken, beißen Sie dabei kontemplativ auf die Kerne
6. Verbringen Sie den Rest des Tages damit, die feinen Stacheln mit einer Pinzette aus Ihren Fingern zu entfernen
7. Wiederholen Sie die Schritte 3-6. Variieren Sie ruhig die Verzehrtechnik: Bei fortgeschrittenem Reifegrad empfiehlt sich zum Beispiel, die Früchte wie Mangos zu öffnen; das gibt eine richtig schöne Schweinerei!

Sonntag, 29. Oktober 2017

"Sie haben da eine Lücke im Lebenslauf"

Dieses Jahr ist Jerry Lewis gestorben, und deswegen müssen wir kurz über "Filme im Giftschrank" sprechen. "The Day the Clown Cried" dürfte der bekannteste Film sein, den kaum ein Mensch gesehen hat; zu den wenigen Priveligierten gehören der "Simpsons"-Sprecher Harry Shearer und die Journalistin Lynn Hirschberg. Ihre Reaktionen ("I was appalled ... It's beyond normal computation." - Hirschberg) kann man in einer bei Google Books einsehbaren Ausgabe von Spy aus dem Jahr 1992 lesen. Weitere Kritiken und Aufsätze, vermutlich nicht wenige, werden allerdings erst 2025 folgen, denn 2015, zwei Jahre vor seinem Tod, hat Lewis verfügt, dass "The Day the Clown Cried" dann endlich aufgeführt werden darf. Bis dahin kann man sich online das Drehbuch durchlesen oder eine BBC-Dokumentation über das unfassbare Werk angucken. "Worum geht es denn nun, verdammt?", fragen sich alle, die nicht wissen, worum es geht. Nun, anno 1972 hatte Jerry Lewis Ambitionen, seiner Klamauk-Palette einen dramatischen Tupfer hinzuzufügen, und so drehte er, mit sich selbst in der Hauptrolle, eine Tragikomödie über einen – wait for it – Clown in Nazi-Deutschland, der durch gewisse Umstände als eine Art "KZ-Bajazzo" in Auschwitz landet, wo er schließlich à la "Rattenfänger von Hameln" blödelnderweise Kinder in die Gaskammern führt. Die Produktion wurde von Pannen und finanziellen Schwierigkeiten begleitet, Lewis soll im Spagat zwischen seinem Trademark-Slapstick und der inneren Zerrissenheit seiner Rolle völlig unbeholfen gewirkt haben, er selbst hatte bereits vor dem Drehstart arge Bedenken, kurzum: Vom Konzept bis zur Realisierung eine einzige Katastrophe, deren Resultat nicht nur seiner Ansicht nach, sondern eben auch jener der Gewährsleute, unwatchable geriet.

Kommen wir zu etwas weniger Herunterziehendem. Nicht im Giftschrank, aber direkt auf VHS statt in den Lichtspielhäusern landete 1995 "Theodore Rex", ein Buddy-Movie mit einer Polizistin und einem – wait for it – sprechenden Dinosaurier (TV-Tropes-Eintrag). Die Hauptdarstellerin Whoopi Goldberg schämte sich bereits während der Dreharbeiten dermaßen für diesen Streifen, der als "der Super-Mario-Film, nur in noch schlimmer" beschrieben wird, dass sie das Projekt vorzeitig abbrechen wollte, wovon sie wegen der Androhung einer immensen Vertragsstrafe absah. Dass für diesen Enorm-Flop, der bei imdb sagenhafte 2,4 Sterne hat, auch noch Armin Müller-Stahl gewonnen werden konnte, ist ein zusätzliches Faszinosum. Bitte schaut euch den offiziellen Trailer auf YouTube an und entscheidet selbst, ob dieses Monstrum in die Kategorie "so bad it's good" oder "so bad it's horrible" fällt.

Sehr gerne sähe ich "Nothing Lasts Forever" (der sogar einen deutschen Titel hat: "Alles ist vergänglich"), starring Bill Murray und Dan Aykroyd, produziert von "Saturday Night Live"-Erfinder Lorne Michaels, geschrieben und inszeniert von "SNL"-Autor Tom Schiller. Diese bisher nur einmal im nächtlichen US-Fernsehprogramm ausgestrahlte Fabel über ein dystopisches New York, magiebegabte Obdachlose und Busreisen zum Mond wird heute mit Terry Gilliams "Brazil" verglichen, stank bei der Pressevorführung 1984 aber derart ab, dass das Studio (MGM) "Nothing Lasts Forever" in die Schmuddelkiste packte, aus der es die momentane Rechteinhaberin Turner Entertainment selbst drei Jahrzehnte später nicht herauslassen mag. Wer weiß, was noch alles in den Verliesen von Hollywood lagert, das wir nicht einmal erahnen ...