Donnerstag, 17. Mai 2018

Lesetipp: "Das Internet muss weg"


Offenlegung: Ich habe dieses Buch bestellt, um es für die TITANIC-Humorkritik zu besprechen. Schnell wurde klar: Das ist kein Stoff für die Humorkritik, denn die erfolgreiche Netzpersonality Schlecky Silberstein hat hier kein ulkiges Surrogat ihres Blogs zusammengehauen, sondern eine kluge Bestandaufnahme des Internets vorgenommen, jenem "riesengroße[n] Schritt, von dem sie in 100 000 Jahren sagen werden: Das war die erste Zeitenwende der Menschheit." Warum und wie uns das Netz peu à peu fertigmacht, beweist Silberstein anhand der teuflischsten Mechanismen der letzten Jahre, beginnend mit der Einführung des Like-Daumens bzw. Gefällt-mir-Buttons 2009, die seiner Meinung nach den Tipping-point darstellt. Aber nicht nur um die psychischen Mahlströme, in die uns die sozialen Medien ziehen (Geständnis: Unter FOMO = "fear of missing out" leide auch ich), geht es in den 14 flott zu lesenden Kapiteln, sondern auch um weltpolitische Bedrohungen wie Fake News, Alt-right, Trollfabriken, den Arbeitsplatzkiller Automatisierung und Social bots. Der verheerenden Wahrnehmungsverzerrung von Teilen der Gesellschaft "dank" Filterblase wird ebenso Platz eingeräumt wie Onlinemobbing (Stichwort "Gamergate").
Die Spanne zwischen Manuskriptabgabe und Bucherscheinen war merklich kurz – Respekt! Trotzdem ist so ein Thema natürlich der Rasanz aktueller Entwicklungen unterworfen, und man muss es schade finden, dass der Facebook/Cambridge-Analytica-Skandal in seiner ganzen irrwitzigen Bandbreite nicht mehr berücksichtigt werden konnte. Der Abschnitt über Datensammelwut ("Wenn es nichts kostet, sind Sie das Produkt") ist übrigens der schwächste, denn der Autor macht es sich allzu einfach damit, mit dem Finger auf böse Krakenunternehmen zu zeigen, ohne die Systemfrage zu stellen.
Überhaupt sehe ich nicht alles so düster, wie es hier gezeichnet wird. Gewiss, Aspekte der Digitalisierung wie der Tod des klassischen Journalismus oder die Unfähigkeit nachwachsender Generationen, Vier-Augen-Gespräche zu führen (!), lassen einen schon die Hände über dem Kopf zusammen schlagen. Aber ist die Menschheit deswegen komplett verloren? Glaube ich nicht, zumal Christian Brandes (so der Klarname hinter dem Pseudonym, mit welchem ich einfach nicht warm werden mag) uns am Ende selbst ein Schlückchen Optimismus gönnt: "Mein Lieblingsszenario verneigt sich vorm Homo sapiens als endlos flexible Anpassungsmaschine: In diesem Szenario weiß jeder Mensch, wie das Internet funktioniert. Jeder Mensch versteht die Funktion seines eigenen Belohnungssystems [...,] kennt den Wert seiner Daten und versteht das System der Interaktionsanreize."
Die Lektüre der vorliegenden 271 Seiten könnte ein Anfang sein, dieses Szenario Wirklichkeit werden zu lassen.

Wer das Taschenbuch haben möchte, melde sich bitte via Kommentar. Bei mehreren Interessierten entscheidet der Nettigkeitsgrad des Kommentars.

Samstag, 12. Mai 2018

Antananariver-Cola

Mit steigender Nachfrage nach Zutaten für alkoholische Mixgetränke, allem voran für Gin Tonic mit dem gewissen Etwas, hat sich die Firma Fever-Tree in den letzten Jahren einen Namen gemacht; im Vereinigten Königreich hat sie im IV. Quartal 2017 sogar Schweppes als Marktführer im Softdrinksegment überholt. Auch in hiesigen Supermärkten ist sie inzwischen mit einer stattlichen Auswahl an – durchweg empfehlenswerten – Tonic Waters und Ginger Ales vertreten. Seit neuestem gibt es von Fever-Tree auch eine Cola, aber nicht irgendeine, sondern:


Madagascan Cola! Sie heißt so, weil sie neben Kolanuss und Gewürzen auch Vanille aus Madagaskar enthält. Man darf sich diesen (unbedingt eiskalt zu genießenden) Trank jedoch nicht so supervanillig wie die klassische "Vanilla Coke" vorstellen. Die Zitrusnoten sorgen für einen geschmacklichen Ausgleich, der ihn selbst für Cola-Verschmäher wie mich äußerst reizvoll macht. Das koffeinhaltige Erfrischungsgetränk mit "hochwertigen Rums, Bourbons und Whiskeys" zu mischen, habe ich noch nicht probiert, wird aber auf dem Etikett als "perfekt" angepriesen, und ich kann es mir gut vorstellen. 8/10 Punkte.

Donnerstag, 10. Mai 2018

Words of the week

Zwei englische Wörter, die ich in den vergangenen Tagen gelernt habe, möchte ich heute unter die Lupe nehmen: fenugreek und hellebore. Man könnte sich "Fenugreek & Hellebore" gut als Nebenfiguren in einem Shakespeare-Drama vorstellen, doch handelt es sich um zwei Nutzpflanzen.

Fenugreek (Bockshornklee) ist unter anderem aus der indischen Küche bekannt, wo es methi heißt, und verweist, wie man anzunehmen geneigt ist, tatsächlich auf Griechenland. Der lateinische Name lautet Trigonella foenum-graecum; Ersteres bedeutet "kleines Dreieck", Letzteres "griechisches Heu". Fenugreek ist, wie französisch fenugrec und niederländisch fenegriek, eine Verbockshornung, Quatsch: Verballhornung des Epithetons. Im deutschen Sprachraum soll es auch die Volksetymologie Fein Gretchen geben (plattdeutsch Fine Grêt). Der Name Bockshornklee wiederum nimmt Bezug auf die Form der Samenhülsen des Gewürzes.

Ein drolliger Zufall wäre es, wenn hellebore ebenfalls irgendwas mit Griechenland zu tun hätte (Hellas?). Hat es aber nicht. Immerhin die Wortbestandteile sind altgriechisch, wobei nur das Hinterglied klar zu sein scheint: bora "Fraß". Das Erstglied wird an vielen Stellen, z.B. in der englischsprachigen Wikipedia, auf das Verb helein, "töten; verletzen" (auch "nehmen; machen") zurückgeführt, während eines der wichtigsten griechischen etymologischen Wörterbücher (Frisk) die Übersetzung "von Hirschkälbern gefressen" als "wahrscheinlich" ansetzt. In dem Fall wäre das Vorderglied ellós "Hirschkalb". Der deutsche Name des Helleborus, Nieswurz, ist leicht zu durchschauen: "Der Geruch der Inhaltsstoffe führt zu einem starken Niesreiz." (Wikipedia) Ergänzend sei das Grimmsche Wörterbuch zitiert: "deren gepulverte wurzel seit alter zeit als ein starkes niesmittel (gegen wahnsinn) gebraucht wurde und jetzt noch (wie auch in alter zeit) als heftiges brech- und purgiermittel in anwendung kommt, s. [...] Luther 1, 52a (ich darff keine niessenwurtz, hab auch nicht so grosze schnuppen, das ich das nicht rieche)".

Sonntag, 6. Mai 2018

(Schmerz)empfindliche Veränderungen

Endlich hatte die Drogerie meines Vertrauens wieder Sensodyne Fluorid vorrätig. Als wäre das noch nicht Grund genug zur Freude gewesen, fiel mir zu Hause dieser Aufdruck knapp unter der Tubenfalz auf: 


Nicht etwa eine "neue Formel", sondern eine "neue Formulierung" hat man meiner Lieblingszahncreme angedeihen lassen! Worin die Neuheit konkret besteht, konnte ich nicht ermitteln, selbst die Produkthomepage schweigt sich darüber aus. Eins jedoch fiel mir beim ersten Putzen sofort auf: Der Geschmack hat sich geändert, und zwar deutlich. Wenigstens nicht zum Schlechten. Wie viel Aufregung kann ein Leben vertragen?, frage ich euch.

Freitag, 4. Mai 2018

Nähren statt Brennen

Die Rote Mosambik-Speikobra gilt als eines der fiesesten Reptilien Afrikas. Mit unheimlicher Präzision schleudert sie ihren Toxincocktail auf Menschen. Trifft dieser "ein Auge, reagiert die empfindliche Hornhaut mit starken brennenden Schmerzen. Im ungünstigsten Fall führen die Verätzungen schließlich zur Erblindung." (Spektrum.de) Was viele nicht wissen: Dieses Schlangengift ist ein traditioneller Bestandteil von Shampoos der Marke Head & Shoulders. Na gut, das ist eine haltlose Unterstellung meinerseits, aber ich habe schon so oft so qualvolle Schmerzen beim Haarewaschen mit Head & Shoulders erlitten, dass ich mir nicht vorstellen kann, was sonst dafür verantwortlich sein könnte. Selbst wenn nur eine winzige Menge in Form eines niedrig konzentrierten Wassertropfens in mein(e) Auge(n) gerät, möchte ich schreien wie ein Vieh. Als es mir zuletzt passiert ist, habe ich denn auch die noch halbvolle Flasche mit dem teuflischen Haar"pflege"mittel in den Mülleimer geworfen.

Wie un- bzw. liebreizend sind dagegen die erlesenen Zutaten der neuesten Kreation aus dem Hause Garnier! Nicht nur enthält die Sorte "Kokosmilch & Macadamia" Kokosmilch und Macadamia, sie ist auch frei von Silikonen und Parabenen und zudem nährend. Ja, man spürt regelrecht, wie das Haupthaar schmatzend an der weißen Aromatisch-Substanz sich gütlich tut. Testet's halt selbst! (Nicht bezahlter Artikel)

Mittwoch, 2. Mai 2018

Was regnet denn da?


Dieser xkcd-Comic von vergangener Woche spielt im letzten Panel auf die sogenannten Witterungsverben an, welche "trotz ihrer Häufigkeit im Sprachgebrauch in der Sprachwissenschaft wenig diskutiert" werden, "und die Meinungen zu ihrer syntaktischen Valenz und semantischen Beschreibung sind kontrovers".[1] Das Thema ist hochkomplex, schnell ist man in der Relationalen Grammatik und bei irgendwelchen "Unakkusativitätshypothesen". Im Wesentlichen geht es um die Frage, welche Rolle das es in Phrasen wie "es regnet", "es hagelt" usw. spielt.

Regnen & Co. sind unpersönliche Verben, in dem Satz "Es regnet" scheint es kein logisches Subjekt zu geben. Zumindest nicht mehr, denn historisch könnte das Pronomen es ein tatsächliches Agens, etwa eine Gottheit, ersetzt haben ("Jupiter pluit.").[2] Schön finde ich die metaphysische Erklärung: "Nach dieser Theorie steht das es für eine geheimnisvolle Macht, die nicht näher zu bestimmen sei, und gerade darin wird auch der Zweck der Impersonalien gesehen." (Hans-Jürgen Heringer) Aber zurück zum es als rein formales Subjekt. Dazu "wird u.a. Folgendes angeführt: es ist nicht kommutierbar, d.h. kann durch kein anderes sprachliches Element ersetzt werden". Dagegen möchte ich einwenden, dass Wendungen wie "Hat das geregnet?" durchaus, vor allem im norddeutschen Sprachraum, möglich und geläufig sind.

Weitere Bezeichnungen für das es in den semantisch null- und syntaktisch einwertigen Witterungsverben sind "Pseudoaktant" und – vgl. das "dummy pronoun" im obigen Comic – "Dummy-Subjekt".[3] Die Idee, dass es in der Tat, wie angesprochen, an die Stelle von Götternamen getreten ist, "als die alte Religion und die animistische Interpretation der Welt immer weniger wichtig wurden"[4], gefällt mir immer besser, je länger ich darüber nachdenke. Bei Homer heißt es ja auch: "Zeus regnet" und "Zeus donnert". Das Wetter ist halt wirklich "an entity".

1 Schmitz, Katrin: Die Witterungsverben im Französischen und Italienischen. In: Kailuweit, Rolf / Hummel, Martin (Hgg.): Semantische Rollen. Tübingen: Narr 2004.

2 Alles in diesem Absatz nach Nikula, Henrik: Unpersönliche Konstruktionen. In: Ágel, Vilmos et al. (Hgg.): Dependenz und Valenz. Ein internationales Handbuch der zeitgenössischen Forschung. Vol. 2. Berlin / New York: de Gruyter 2006. 
3 Kolehmainen, Leena: Fennosaxonische Wettervalenzen. Turbulenzen im Valenzverhalten finnischer und deutscher Witterungsverben. In: dies. / Lenk, Hartmut E.H. / Liimatainen, Annikki (Hgg.): Infinite kontrastive Hypothesen. Frankfurt a.M. et al.: Lang 2010.
4 Viti, Carlotta: Variation und Wandel der Syntax der alten indogermanischen Sprachen. Tübingen: Narr 2015.

Donnerstag, 26. April 2018

Zweierlei Wohlriechendes

1.)

Jedes Mal bekomme ich bei meinem Stammfriseur am Ende der "Behandlung" diese wunderbar zitronige Tinktur auf den Kopf geschmiert. Gestern habe ich endlich gefragt, ob ich eine Flasche davon kaufen könne. Konnte ich! Von nun an werde ich es täglich verwenden. Das türkische Wässerchen verleiht nicht nur einen viele Stunden anhaltenden Duft, es festigt das Haar auch zuverlässig, ohne es wie andere Frisurformstoffe unnatürlich zu verhärten. 

2.)

Bei dm sah ich dieses Duschgel (genauer: "2 in 1 Aromadusche & Shampoo") stehen und nahm es selbstredend mit, weil es NEU war. Es gibt noch drei andere, ebenfalls interessant aussehende und riechende Sorten, aber ich entschied mich zunächst für die herrlich erfrischende, dabei äußerst hautschmeichelnde, sanfte Nummer 02. Erst zu Hause sah ich, dass die Firma Tetesept dahintersteckt, von welcher ich meiner Erinnerung nach noch nie ein Duschbad besessen habe.

Dienstag, 24. April 2018

Filmtitel XVII

(Diesmal unter freundlicher Mitwirkung einiger Kommentatorinnen und Kommentatoren auf "Zeit online".)

The Harvest → Haus des Zorns
Centaur → Die Flügel der Menschen 
Ôtez-moi d'un Doute → Eine bretonische Liebe
La Novia del Desierto → Señora Teresas Aufbruch in ein neues Leben
Aftermath → Vendetta
Detour → To Kill a Man
In Search of Fellini → Die wunderbare Reise der Lucy
Il Decamerone Proibito → Hattu Keuschheitsgürtel muttu knabbern
I Racconti di Canterbury → Pasolinis tolldreiste Geschichten
Le Journal Érotique d'un Bûcheron → Die fröhlichen Holzfäller der nickenden Fichten
Stage Fright → Die Rote Lola
Brad's Status → Im Zweifel glücklich
7 Guardians of the Tomb → Guardians of the Tomb
You Were Never Really Here → A Beautiful Day
Only The Brave → No Way Out – Gegen die Flammen
Mission Pays Basque → Die Pariserin
C'est Quoi Cette Famille?! → Wohne lieber ungewöhnlich
Aurore → Madame Aurora und der Duft von Frühling
Bornless Ones → The Evil Ones – Die Verfluchten

Sonntag, 22. April 2018

Honig ins Maul geschmiert

Während meines halben Jahres in Neuseeland lernte ich einige kauzige Charaktere kennen. Einer davon war ein japanischer Alt-Hippie namens Abe, der mir einen der unvergesslichsten Lach-Momente meines Lebens bescherte. Freudig erregt kehrte er eines Tages von einer Shoppingtour zurück und zeigte mir voller Stolz seine neueste Erwerbung: ein rares Album der Gruppe The Platters. "Pratters!", rief er. "Pratters!" Ich sagte, dass ich mal ganz schnell aufs WC müsse, rannte ebendort hin, schloss mich ein und lachte Tränen. Warum ich das derart zum Zerreißen lustig fand, kann ich gar nicht mehr sagen – normalerweise halte ich "Falsche-Aussprache-Humor" und "Engrish-Fails" für einfallslos und dröge. Manchmal kann man seine Zwerchfellreflexe halt schwer kontrollieren.

Jedenfalls erklärte mir Abe, dass er nicht nur zum Aufstöbern popmusikalischer Kleinode regelmäßig hierher komme, sondern hauptsächlich zum Golfspielen und zum Besorgen des berühmten Manuka-Honigs, dank dem seine bald hundertjährige Mutter sich noch immer vorzüglichster Rüstigkeit erfreue. Tatsächlich wird diese neuseeländische Spezialität in der Naturheilkunde für supergesund bis antibakteriell gehalten. Ich wähle bewusst die vorsichtige Formulierung "wird für ... gehalten", denn "[d]ie Bedeutung des Methylglyoxalgehaltes" ("Methylglyoxal entsteht in der Honigwabe durch Dehydratation des im Nektar der Blüten des Manukastrauchs enthaltenen Stoffes Dihydroxyaceton") wird "kontrovers diskutiert" (Wikipedia).

Ich für meinen Teil zog nicht mal in Erwägung, mir das Zeug zu kaufen, da es mit circa 10 Euro pro Miniglas damals geradezu unerschwinglich für mich war. Und so verschwanden das Wort und der Begriff "Manuka-Honig" aus meinem aktiven und passiven Wortschatz ... bis mir letztes Jahr eine befreundete Medizinerin von Manuka-Zahnpasta vorschwärmte: Seit sie sich damit die Zähne putze, sei sie praktisch frei von Malaisen aller Art. Das musste ich nun selbst überprüfen! Ich bestellte bei Amazon einen "Manuka Health"-Dreierpack zu 26,81 € (uff!); einzelne Tuben waren zu der Zeit nicht vorrätig.


Dass in dieser Spezialsubstanz kein Fluorid drin ist, scheint mir ein gravierender Nachteil zu sein (wohl wissend, dass Fluorid selbst auch nicht unumstritten ist). Darum nehme ich sie auch nicht zur täglichen Anwendung, sondern alterniere munter mit fluoridhaltiger Wald-und-Wiesen-Pasta, vorzugsweise von Sensodyne. Als Plus ist festzuhalten, dass die 100-Gramm-Tube zusätzlich Propolis enthält, ein weiteres bienenbezogenes Wundermittel. Die Creme ist grün, hat einen interessanten Geschmack und ein eigenwilliges – nicht unangenehmes – Mundgefühl.


Neulich erreichte mich per Post eine Werbesendung des Manuka-Shops. Bestellt man dort direkt statt über Amazon, spart man ein paar Groschen und legt für einmal Zahnpasta "nur" 8,90 € hin. Ein 500-Gramm-Glas echten Manuka-Honigs kriegt man für 79,90 € und spart damit 11%. Auch Lutschbonbons gibt es. Tja, muss jeder selber wissen, ob er in diese wunderliche Welt einsteigen will. Mir ist es wie gesagt nicht gelungen, mich hundertprozentig zu committen; wer weiß, bei konsequenterer Manuka-Mundpflege wäre ich womöglich von der letzten fiesen Wintergrippe verschont geblieben. Im Südpazifik auf jeden Fall, denn dort ist Sommer, wenn in Europa Winter herrscht.

Freitag, 20. April 2018

Plane auch du Wirtschaft!

Am Mittwoch war ich zuerst bei Rewe, um ein paar Lebensmittel zu kaufen. Als ich am Regal mit der von mir gern verwendeten Zahnpasta Sensodyne Fluorid vorbeilief, wollte ich schon zugreifen, dachte aber: 'Ach, wozu? Ich gehe eh im Anschluss zu dm, hole ich sie doch dort.' Diesen Gedanken sollte ich wenig später bereuen: Im dm war Sensodyne Fluorid nicht vorrätig! Und nicht nur dort, sondern auch in einer anderen dm-Filiale ganz in der Nähe. Was für Sitten!

Mein Schimpf gilt nicht der Drogeriekette allein, denn auch im Rewe musste ich mehr als einmal erleben, dass Waren des täglichen Bedarfs einfach restlos ausverkauft waren, z.B. Kokosmilch. Wäre ich ein tumber Grantler aus der "Danke, Merkel!"-Reihe, würde ich eine Zunahme bundesweiter Lieferengpässe bei der Grundversorgung unserer Märkte imaginieren und darin ein weiteres Indiz für den Untergang Deutschlands ableiten. Naheliegender scheint mir das Übliche: Mitarbeiterabbau und infolgedessen Überforderung und Nachlässigkeit, sodass hie und da mal eine Nachbestellung versäumt wird.

Im Zuge dieser ärgerlichen Affäre habe ich übrigens gelernt, dass es sich lohnt, der Drogerie dem Supermarkt den Vorzug zu geben, wenn man Drogerieprodukte braucht: Die Tube Sensodyne war bei Rewe mit 1,99 € bepreist, während sie bei dm lediglich 1,65 € gekostet hätte (bei Tegut wiederum, wie ich vorhin sah, sogar 2,49 €)! Da ich mich um den Niedrigpreisvorteil des Einzelhandels betrogen sehe, habe ich bis jetzte aus Protest gar keine neue Zahncreme gekauft. Schließlich besitze ich noch einen höchst bemerkenswerten Ersatz, von dem ich im nächsten Beitrag erzähle ...