Mittwoch, 20. März 2019

We were promised Jetpacks

Viel wurde und wird sich hierzulande über das Flugtaxi lustig gemacht, und auch ich gebe zu, 'Ist die übergeschnappt?' gedacht zu haben, als Digitalministerin Bär zum ersten Mal davon sprach. Doch mittlerweile kann ich die bundesweite Einführung dieser Mini-Helikopter kaum erwarten, auch wenn sich das Warten lange hinziehen wird. Mit bis zu 120 km/h und vier Personen an Bord soll sich der "City-Airbus" ab 2025 über deutsche Städte hinweg bewegen, schreibt diese Woche der Focus. "Und das zum Taxipreis." Ich halte dies fest, damit man im Jahr 2025 sagen kann: Haha, 2019 hat es geheißen, die ersten Flugtaxis könnten bereits 2025 im Einsatz sein!

Ich bin skeptisch. Die Grenzen der Ingenieurskunst bereiten mir dabei gar keine Sorgen, wohl aber die vermaledeiten Gesetze. Die Mobilität betreffende Regelungen zu ändern, ist bekanntlich ein Ding der Unmöglichkeit. Man könnte schon so viel weiter sein, aber das bestehende Recht ist scheint's in Asphalt gemeißelt. Focus: "In den Städten und auf dem Land entstehen Shuttle-Dienste, die dank Digitalisierung effizienter denn je funktionieren – könnten. In der Praxis verhindern die alten Paragrafen aber beispielsweise, dass neue Pendeldienste von Tür zu Tür fahren dürfen. So muss der Shuttle-Dienst Ioki, eine Tochter der Deutschen Bahn, derzeit in Hamburg virtuelle Haltestellen ansteuern. Alle 200 Meter gibt es eine. Dort können die Fahrgäste ein- und aussteigen. Ein direkter Tür-zu-Tür-Verkehr ist nicht erlaubt. [...] Auch Fahrdienstfirmen drängen auf eine Gesetzesänderung: Bis jetzt müssen ihre Fahrer, die Personen befördern möchten, nach jeder Tour an ihren Betriebssitz zurückkehren. Diese Bestimmung schützt das Taxigewerbe, verhindert aber auch Wettbewerb."

Und hier reden wir nur von dem, was sich am Boden abspielt. Urbaner Luftverkehr ist, wie die Kopflosigkeit in puncto privater Drohnenbetrieb gezeigt hat, noch mal ein ganz anderes Kaliber. Flugtaxi-Begeisterte werden also erst einmal in die ansonsten mir enorm dröge vorkommende Pionierstadt Dubai pilgern müssen: Hier sollen schon ab 2020 deutsche Velocopter Passagiere befördern.

Montag, 18. März 2019

Abgeschlossen, ausgeschlossen

Als Freund klassischer Whodunits von Autoren wie G.K. Chesterton, Robert van Gulik und natürlich Arthur Conan Doyle sehne ich mich schon seit geraumer Zeit danach, endlich in die Welt des John Dickson Carr einzutauchen. Dieser amerikanische Kriminalautor perfektionierte in Dutzenden Romanen und Kurzgeschichten das Genre des Rätselkrimis und gilt als Meister des Locked Room Mysterys. Insbesondere seine unter dem Pseudonym Carter Dickson verfassten Erzählungen um den Detektiv Henry Merrivale würde ich zu gerne lesen, doch die wenigen ins Deutsche übersetzten Werke sind kaum in die Finger zu kriegen, und die Originalfassungen weisen ein so exzentrisches bis nahezu unverständliches Vokabular auf, dass ich mir die Lektüre schlicht nicht zutraue. Woher ich das wissen will? Durch eine Beitragsserie auf dem hervorragenden Blog TYWKIWDBI, in welcher der Autor sprachliche Eigentümlichkeiten in den Henry-Merrivale-Mysteries bespricht. Diese Eigentümlichkeiten sind zumeist antiquierte oder heutzutage gänzlich anders gebrauchte Wörter, manche davon durch den Kontext erschließbar, andere muss man nachschlagen, und mehr als einmal stößt der Blogger – immerhin ein Muttersprachler – an seine Grenzen: "'... like one of those nature-study motion pictures where they show a flower coming up whingo overnight.' I found nothing on this..." Zu Einzelwort-Kuriositäten gesellen sich Phrasen wie "to play the rip", "tight as an owl" oder "needs must when the devil drives", so dass ich zu den unübersetzten Herren Carr-Dickson vorerst Abstand halte. Vielleicht intensiviere ich erst mal meine Suche nach einer der deutschsprachigen Ausgaben.

Samstag, 16. März 2019

Oida!

In einem Wikipedia-Artikel zu einem Indien-spezifischen Thema wurde das Wort, um das es ging, ganz oben in verschiedenen Sprachen aufgeführt, so wie es halt üblich ist. Nach Hindi, Urdu, Nepali, Sanskrit und Marathi stand dort: Odia. Hä, wunderte ich mich, warum habe ich noch nie von dieser Sprache gehört? Das darf nicht sein! Nun gut, in Indien werden über 100 Sprachen gesprochen, aber wenn eine so prominent in einem Artikel auftaucht, sollte ich sie doch kennen.

Des Rätsels Lösung: Odia ist eine Alternative zu Oriya als Transliteration von ଓଡ଼ିଆ und seit der Verabschiedung eines Verfassungszusatzes im Jahr 2011 die offizielle Schreibweise. Analog wurde auch der Name des Staates, in welchem diese Sprache am weitesten verbreitet ist, von Orissa zu Odisha geändert. Ich habe natürlich gleich versucht herauszufinden, woher dieses -r- in den alten Bezeichnungen kommt, und es scheint sich um einen sog. stimmhaften retroflexen Flap als intervokalisches Allophon von -ḍ- zu handeln, grob vergleichbar mit dem "alveolaren Tap" im amerikanischen Englisch, dem r-Sound in der Mitte von better bei einigen Dialekten.

Festzuhalten ist jedenfalls, dass sich nicht nur Sprachen ändern, sondern auch Namen von Sprachen. Man sollte immer die Augen offen halten.

Donnerstag, 14. März 2019

Mein persönlicher (Quasi-)Brexit

Dies ist ein Update zum Beitrag "Mein schottischer Notgroschen". Nachdem das Online-Banking der Bank of Scotland nämlich wiederholt meine Antworten auf Sicherheitsabfragen (Haustiername, Großvatergeburtstag etc.) nicht akzeptiert hatte, ich sogar einmal mein Login via nervigen Briefwechsel resetten musste, wurde es mir letzte Woche zu bunt: Als ich beim Einloggen zwecks Kontostand-Abfrage erneut grundlos gesperrt wurde, verlangte ich in drei impulsiv getippten Zeilen die Stilllegung meines Accounts. Ein Interesse daran, mich als Kunden zu behalten, hatte man offenbar nicht: Ohne vorausgeschickte Worte gingen heute 137,72 Euro auf dem Referenzkonto meiner Hausbank ein, Betreff: "Kontoauflösung". Wie man sieht, waren die Zinserträge inzwischen um weitere 93 Cent angewachsen. Davon hole ich mir ein schönes Gebäckstück.

PS: Aus Angst vor unangenehmen Brexit-Folgen hätte ich nicht gekündigt. "Die Situation für Kunden der Bank of Scotland ist nicht ganz so angespannt. Die Bank of Scotland ist in Deutschland Mitglied im Bundesverband deutscher Banken. Die Einlagen sind bis zu einer Höhe von 250.000 Euro abgesichert." (tagesgeldvergleich.net)

Montag, 11. März 2019

Bizarre Serviervorschläge (VIII)


Ich habe nach "smallest coconut" gegoogelt und bin neben einigen verblüffenden Fotos auch auf eine in Chile heimische Frucht namens Coquito nut gestoßen. Diese vielfältig einsetzbare Miniatur-Kokosnuss hat tatsächlich ungefähr die Größe und das Aussehen der hier in Bruchstücken zu sehenden Beilage. Außerhalb Chiles sind Coquito-Nüsse offenbar lediglich über einen kalifornischen Onlinehandel namens Melissa's zu bekommen. Ein bisschen viel Aufwand, um eine mäßig exotische Hanuta-Spielart aufzutischen (oder soll ich sagen: aufzutafeln?).


Der riesige Holzlöffel ist uns schon das ein oder andere Mal begegnet. Hier soll er dazu dienen, eine üppige Menge Müsli in unser Maul zu befördern. Allein darüber, wie wir die dazugehörige Milch bzw. den Joghurt zu uns nehmen sollen, schweigt sich die Verpackung aus. Oder wird das "Land-Müsli Schoko Trio" ausschließlich zur Trockeneinnahme empfohlen?


Der heutige Kreativitätspokal geht an Rewes "Beste Wahl"-Linie. Ich bin ja der scheinbar unintuitiven Brotbelegung nicht abgeneigt, aber Mandarinenstückchen, Erbsen und Basilikumblätter mit Frisch- oder Hüttenkäse als Trägersubstanz auf Mehrkorn-Toastbrötchen – da wäre ich in tausend Jahren nicht drauf gekommen.

Dienstag, 5. März 2019

Gestorben wird immer (häufiger)

Auf Twitter warf neulich jemand anlässlich eines Prominentenablebens die rhetorische Frage in den Raum, ob 2019 das neue 2016 sei, und ich bin geneigt, ähnliche Vermutungen anzustellen. Wir erinnern uns: 2016 verging gefühlt keine Woche, in der nicht mindestens eine bekannte und/oder beliebte Persönlichkeit abtrat, und heuer führt der Nekrolog bereits Anfang März eine stattliche Zahl Verstorbener von herausragender Prominenz. Ich halte ein paar von ihnen hier fest, damit man beim späteren Wiederlesen sagen kann: "Ach ja, der/die auch!" Reif bis hochbetagt und also nicht allzu überraschend verließen uns bis jetzt u.a. Rosamunde Pilcher, Karl Lagerfeld, Arnulf Baring, Jörg Schönbohm, Rudi Assauer, Theo Adam, Bob Einstein, Klaus Kinkel und Bruno Ganz; unvorbereiteter trafen uns die Tode der in der Blüte des Lebens Stehenden Keith Flint, Franziska Pigulla und Luke Perry.

Übrigens hat man sich Ende 2016 dann auch in mehreren Medien gefragt, warum ausgerechnet in jenem Jahr so viele Promis von uns gegangen seien – was menschlich war, aber auch ein bisschen einfältig. Dümmer war dann bloß die häufig gegebene Antwort, dass viele "unserer" Idole inzwischen ein Alter erreicht hätten, in dem die Sterbewahrscheinlichkeit halt sehr hoch ist, was freilich Quatsch war, denn es starben eben auch verhältnismäßig viele jüngere VIPs. Nun also eine weitere Welle. Das kann ja noch was werden!

Sonntag, 3. März 2019

Ein ganz besonderes Audiohäppchen

Hier erlebt ihr mich bei etwas, das mir bis jetzt erst zweimal passiert ist: Ich lerne auf die harte Tour, was passiert, wenn man einen vorzutragenden Text vor dem Auftritt nicht noch einmal liest. ("Café Koz", Frankfurt, 18.02.2019)

Freitag, 1. März 2019

Mein grüner kleiner Kaktus

Neulich sah ich in Berlin ein Restaurant, auf dessen Fenster stand: "Koreanische traditionelle Gerichte". Müsste es nicht – analog zu "Traditionelle Chinesische Medizin" – korrekt "Traditionelle koreanische Gerichte" heißen?, fragte ich mich und dachte sodann an die saudumme und kreuzgefährliche "Germanische Neue Medizin", deren Name ebenso schief klingt, weswegen er von vielen, die darüber schreiben, unbewusst zu "Neue Germanische Medizin" korrigiert wird (14.100 Google-Treffer).

Warum erscheint uns "koreanische traditionelle Gerichte" falsch? Im Englischen gibt es eine feste Regel, in welcher Reihenfolge attributive Adjektive angeordnet werden, jedes Schulkind kann sie runterbeten:
1 opinion
2 size
3 physical quality
4 shape
5 age
6 colour
7 origin
8 material
9 type
10 purpose
Beispielsatz: "She was a (1) beautiful, (2) tall, (3) thin, (5) young, (6) black-haired, (7) Scottish woman." (Ich beziehe mich hier auf das Cambridge Dictionary; daneben existieren dezente Variationen bezüglich Benennung und word order.)

Der derzeit kursierende "Green New Deal" (6 vor 5!) verstößt freilich nur scheinbar gegen diese Norm, denn der "New Deal" ist ein feststehender, von Franklin D. Roosevelt geprägter Term, den die neuen Reformer aufgegriffen und, weil es um ökologische Maßnahmen geht, mit dem Attribut "grün" versehen und damit spezifiziert/abgewandelt haben, und der, wie Wikipedia weiß, sogar noch tiefer im Lexikon verwurzelt ist: "New Deal ist eine Redewendung der englischen Sprache und bedeutet so viel wie 'Neuverteilung der Karten'. Roosevelt verwandte die Redewendung im Präsidentschaftswahlkampf von 1932 zunächst nur als suggestiven Slogan. New Deal setzte sich dann in der Folgezeit als Begriff zur Bezeichnung der Wirtschafts- und Sozialreformen durch."

Nun stellt sich die Frage, wie diese Reihenfolge zu begründen ist. Handelt es sich um eine natürliche Abfolge, mithin um eine sprachliche Universalie? Und gibt es auch für das Deutsche entsprechende Regeln? Die Problematik streift Bereiche der Funktionalen Grammatik und übersteigt meine Kompetenz. Einen erhellenden Aufsatz zur ersten Übersicht habe ich immerhin im Netz gefunden, nämlich Ludwig Eichinger: Ganz natürlich - aber im Rahmen bleiben. Zur Reihenfolge gestufter Adjektivattribute. In: Deutsche Sprache 4/1991. Denn selbstverständlich hat sich die Germanistik des Themas bereits angenommen! Es gibt mehrere Konzepte (sogar eins von der Duden-Grammatik), wobei die Elemente der Nominalcluster mal semantisch, mal syntaktisch analysiert werden.

Drei von zehn Klassifikationsversuchen (Stand 1991); zum Vergrößern klicken

Mit den ganzen Feinheiten betreffend "Klammerstrukturen", "Artikelähnlichkeit" usw. möchte ich euch verschonen, zumal ich selbst nicht alles verstanden habe. Eichinger schlägt eine Dreiereinteilung vor und operiert mit folgenden Begriffen:


Innerhalb der Nominalklassifikatoren ordnen Descriptiva "äußere Merkmale" zu und Classificativa sind "bereichsangebend", woraus sich dann beispielsweise "quadratische graue metallene skandinavische Türen" ergeben. Ganz so fein gegliedert und streng hierarchisch wie im Englischen geht es also nicht zwangsläufig zu. Interessant ist die Anmerkung "häufig sind insbesondere Kombinationen von 'Länderadjektiven' u.ä. an zweiter Stelle vor dem Nomen mit Bereichsadjektiven, die durch von häufig deverbalen oder sonstwie relationalen Substantiven ausgehende Relationen enger an diese Substantive gebunden sind - bis hin zu (pseudo)terminologischen Doppelformeln", wofür der Verfasser das Beispiel "die amerikanische linguistische Forschung" gibt. Daran lässt sich dann wiederum die "Germanische Neue Medizin" anschließen, und so wollen es diese verbrecherischen Schwachköpfe sicher auch verstanden wissen: eine "Neue Medizin" als globale Bewegung, deren Vorreiterin Germania ist. Klingt trotzdem schräg.

Dienstag, 26. Februar 2019

Screenshots und Ausrisse

Aber dann wäre der Staat doch selber superreich!

Aus der Reihe "Buzzfeed-Quizze, die fehlen"

Ich fänd's lustig, wenn man den zweiten Satz weggelassen hätte.

Was für ein gemeiner Spitzname!

Warum scheut Wikipedia die Benutzung des Adjektivs "simbabwisch"?

In der "Spiegel online"-Redaktion war es spät geworden.

[schlägt den Monitor ein] WARUM NICHT "DER BRIT-STIFT"?!

Hm, wird die Aufklärung der "Causa Seehofer" gefordert oder dass Herr Seehofer selbst aufgeklärt wird ("Lieber Horst, wenn sich zwei Menschen ganz doll lieb haben ...")?

"Und damit werden wir bei Jens Spahn die längst fällige Lobotomie durchführen."

Nicht umsonst komponierte er die Prankenburgischen Konzerte.

"Och Leute, wir sind das doch durchgegangen: Der Regler für die Körperfunktionen muss immer auf 'not bleeding' gestellt werden!"

Samstag, 23. Februar 2019

Drei Kurztests

1. Veríval Porridge Kokos-Aprikose


Ausweislich dieses Blogs habe ich schon einmal ein Porridge von Veríval gegessen – warum habe ich es damals nicht ausführlicher besprochen? Auch frage ich mich, was ich mit "Umschütten in die Müslischüssel" gemeint habe: Ich erwärme die Milch standardmäßig in der Schüssel in der Mikrowelle und schütte dann die Mischung hinein. Das oben zu sehen seiende Hafer-Frühstück ist jedenfalls sehr bekömmlich, wohlschmeckend und gesund. Es enthält neben 12% Kokosraspeln und 12% gehackten Aprikosen auch noch 12% Sultaninen sowie Dattelgranulat. Gegen eine Aufpeppung mit Nüssen und/oder weiteren Trockenfrüchten spricht nichts. 7 von 10 Punkten.
Was ich übrigens noch nie probiert habe: "Overnight oats". Vielleicht wage ich mich demnächst mal daran.

2. AdeZ Pflanzenbasierter Fruchtmix


Diese bei Rewe erhältlichen veganen Milchmischgetränk-Alternativen sorgen dank zugesetztem Magnesium für Bonus-Erfrischung. Außer dem natürlichen enthalten die Drinks keinen Zucker, dafür aber Stevia, welches in meinen Augen Geschmacksknospen immer etwas übers Süßungsziel hinaus schießt. Zwei Sorten hatte ich bisher, nämlich "Happy Hafer" und "Magic Mandel". Mandelmilch fand ich schon immer spannender als Hafermilch, aber hier kommt es auf die Grundflüssigkeit gar nicht an, denn das Obst tritt in den Vordergrund: Beim Hafererzeugnis sind es 6% Bananenpüree und 0,5% Erdbeerpüreekonzentrat (könnte ruhig ein wenig mehr sein), bei "Magic Mandel" werden Fruchtsaftkonzentrate, nämlich 6,9% Traube, 3,2% Mangopüree und 1,1% Passionsfrucht, verarbeitet. Die Firma AdeZ (Wie spricht man das aus: wie AIDS?) gehört irgendwie zu Coca-Cola, zumindest steht "Mit Genehmigung von The Coca-Cola Company" auf der Flasche. Punktabzug gibt es für den Preis, den ich zwar vergessen, aber als für einen Viertelliter leicht übertrieben abgespeichert habe. 7,5/10

3. Alnatura Chips Chili-Mango


Es ist auffällig, wie oft bei Lebensmitteltests, etwa in der Süddeutschen Zeitung am Samstag, Eigenprodukte von Alnatura mies abschneiden. Bio ist eben nicht automatisch gut. Diese Chips ("von Hand gerührt, kross gebacken") überzeugen jedoch. Die südostasiatisch inspirierte Würzmischung (u.a. Nelke, Knoblauch, Ingwer, Tomate) ist interessant, auch Knusprigkeit und Mundgefühl gehen klar.
Die Kesselchips haben eine Eigenschaft, die ich als "umgekehrten Nachgeschmack" bezeichnen möchte: Ihr mildes, schmackhaftes Grundaroma löst sich nämlich beim Zerbeißen rasch auf, bis man nur noch auf stinknormalen Kartoffelcrackerkrümeln herumkaut. Was mir allerdings allemal lieber ist als ein ewig anhaltender, aufdringlicher Nachgeschmack. 7/10 Punkten.

Dienstag, 19. Februar 2019

Italien – keine Chipsnation

Schon wieder gab es bei Rewe besondere Kartoffelchips, diesmal Amica Chips von Eldorada. Weil mir die anderen zwei vorrätigen Sorten langweilig erschienen (plain und Olivenöl), nahm ich "Salsa Barbecue" mit, und auch das nur um des Testens willen, denn BBQ-Chips sind, wie bereits zuvor angemerkt, meine Sache grundsätzlich nicht.

"Senza Glutine" sind diese Chips, auch enthalten sie "-30 % di grassi". Statt (viel) Fett und Gluten stecken in ihnen allerdings gleich drei Es, nämlich der im Wesentlichen unbedenkliche Farbstoff E160c (Paprikaextrakt), der Geschmacksverstärker E635 sowie der umstrittene Zusatzstoff schlechthin, Mononatriumglutamat (E621). Lag es an letzterem, dass ich nach dem abendlichen Verzehr der halben Tüte (Gesamtinhalt: 130 Gramm) bis in den folgenden Vormittag hinein von Magenkrämpfen geplagt wurde? 

Schon der Verzehr ist höchstens mittelangenehm: Die Knackigkeit geht noch in Ordnung, aber der Nachgeschmack hält lange an und erinnert an das Aroma billiger Fertigpastasoßen. Auch angesichts des Preises (1,49 €) kann ich nicht mehr als 3/10 Punkten vergeben.