Dienstag, 17. Juli 2018

Vermischtes

Wenn man im Müslimischer von Mymuesli eine Zutatenkombo erwischt, die vor einem noch niemand gewählt hat, wird einem das am Ende des Bestellvorgangs mitgeteilt.


Letztens war es wieder soweit: Als Erster überhaupt hatte ich ein Müsli kreiert, das exakt aus Dinkel-Quinoa-Crunch, Pekannüssen, Joghurt-Orangen-Crunchy, Granatapfel und Pflaumen bestand. Klingt bärenstark, hat aber einen gewaltigen Haken: Die Fruchtstückchen bleiben an den Joghurt-Crunchys kleben und bilden so schwer zu brechende Klumpen, die den morgendlichen Genuss stark eindämmen. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass euch dieselbe Kombination "gelingt": Lasst es! Und falls sich andere Zusammensetzungen ebenfalls als inkompatibel erweisen: Teilt diese Erfahrung! Wir könnten dann gemeinsam ein "Schwarzbuch der Mymuesli-Mixturen" erstellen.

Montag, 16. Juli 2018

Und nun: ein Wetter (nicht DAS Wetter!)


Als ich diesen Screenshot von der Seite wetter.de machte (auf wetter.com war Ähnliches zu sehen), goss es bereits seit Stunden wie aus Eimern. Und nein, ich hatte nicht versehentlich die Daten für einen anderen Ort abgerufen. Das ist doch nicht mehr normal! In keinem anderen Feld wird seit einiger Zeit so viel gepfuscht. Aber spräche ich Jörg Kachelmann darauf an, würde er mich garantiert als Vollidioten beschimpfen und behaupten, dass "Risiko" sich selbstverständlich nicht auf die Niederschlagswahrscheinlichkeit bezieht, anstatt zuzugeben, dass die Metereologie womöglich doch nicht viel zuverlässiger ist als Gedärmeleserei und Vogelflugdeutung.

Update: Just am heutigen Tag schreibt Molinarius im Techniktagebuch darüber, "wie schwer es offenbar ist, [...] lokal begrenzt[e] Unwetter vorherzusagen, und wie sich die Wetterdienste dabei offenbar täuschen können".

Freitag, 13. Juli 2018

Rettet den Scheinfriedhof

Der Wikipedia-Artikel "Scheinfriedhof" (absichtlich nicht verlinkt) "ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt", wie es bedrohlich ebendort heißt. Der vorangestellten Warnung folgt ein Text, der zu interessant ist, um ihn in einer digitalen Gruft verschwinden zu lassen, weswegen ich ihn hier herüberrette.
Der Scheinfriedhof ist ein selten verwendetes Gestaltungselement der Gartenkunst. Es handelt sich um einen Platz unechter Gräber oder Grabsteine innerhalb einer Gartenanlage oder eines Parks. Der Scheinfriedhof dient also nicht der Bestattung von Toten. Er ist zu unterscheiden vom Ehrenfriedhof und Ehrenhain. Ein einzelnes Scheingrab heißt Kenotaph.
Der Scheinfriedhof zählt zu den stimmungsschaffenden Elementen im Rahmen aufklärerischer oder romantischer Gartenschöpfungen. Die Grabdenkmale können bestimmten Persönlichkeiten gewidmet sein, sie können aber auch namenlos oder mit fingierten Namen versehen sein. Der Scheinfriedhof dient der Schaffung einer feierlichen Stimmung, die dem Besucher die Vergänglichkeit menschlichen Lebens vermitteln soll, und soll als Vanitas-Symbol verstanden werden. Die Lage auf einer Insel inmitten eines ruhigen Gewässers steigert das Gefühl von Erhabenheit und Einsamkeit.
Beispiele für Scheinfriedhöfe finden sich im Irrhain in Kraftshof bei Nürnberg und im Parc del Laberint (Fals cementiri) in Barcelona. Auch die Rousseau-Inseln können aufgrund der landschaftlichen Gestaltung hier eingeordnet werden.
Vielleicht verfügt ja jemand von euch über genug Wissen und/oder Recherchedrang, um den Beitrag zu verbessern und so vor der Löschung zu bewahren.

Mittwoch, 11. Juli 2018

Kurz notiert: Schneller herzen

Seit beinahe zweieinhalb Jahren habe ich die Instagram-App auf meinem Telefon installiert, und erst letzte Woche habe ich, indem ich jemand anderem aufs Display schielte, gelernt, wie man viel einfacher und rascher einen Beitrag liken kann. Statt – wie ich es bis dahin getan hatte – auf das winzige Herz-Icon zu tüpfeln, kann man zweimal kurz hintereinander auf das zu favorisierende Bild tippen! Wie lange es jetzt wohl dauert, bis mir diese Technik in Fleisch und Blut übergegangen ist?

Montag, 9. Juli 2018

Gut Wink will Weile haben

Kurz nach meinem letzten "Facebook und Sprache"-Beitrag fällt mir schon wieder etwas auf: Benutzen zwei Chattende die wozu auch immer gut seiende Winke-Funktion, erscheint im Chatfenster folgende Meldung:


Aber hier will ich nachsichtig sein. Neben dem korrekten Partizip gewinkt akzeptiert selbst der Duden inzwischen die Form gewunken, versieht sie gar mit dem Prädikat "häufig". Ein doppelt bemerkenswerter Prozess vollzieht sich hier. Zum einen wandelt sich ein Verb vom schwachen zum starken – üblich ist das Gegenteil (backte statt buk; schaffte statt schuf; in einem Seminar, an dem ich teilnahm, fiel sogar einmal der Übersetzungsvorschlag "er schwörte" und niemand nahm daran Anstoß). Zum anderen hat die "Stärkung" noch nicht das gesamte Paradigma erfasst: Anders als bei backen, schaffen et al. hat die alternative Konjugation von winken beim Partizip II begonnen und sich vorerst darauf beschränkt. An das Präteritum "wank" (analog zu sank und stank) hat sich noch niemand herangewagt.

Kennt eigentlich noch jemand "Gruscheln"?

Freitag, 6. Juli 2018

Sommerdrinktrend 2018: Kochtails

Michele Heinrich, deutscher Bartender des Jahres 2017, hat der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung ein Interview gegeben ("[Der Long Island Iced Tea] ist unserer Meinung nach kein Cocktail, der wirklich schmeckt, sondern einfach was, mit dem man sich volllaufen lassen kann.") und fünf Cocktailrezepte vorgestellt. In der Hoffnung, einen oder mehrere davon vielleicht mal selbst zu mixen, las ich mir alle aufmerksam durch. Die Zutatenlisten waren nicht gänzlich unzumutbar (wobei ich bis dahin weder Verjus noch Falernum kannte), aber die Zubereitung ...

Das erste Rezept, "Louies Highball", beginnt so: "Kurkuma und Kardamom-Kapseln mit Bourbon bei 72 Grad für 90 Minuten im Sous-vide-Bad kochen." Ooooookay. Lieber weiter mit dem "Joyce Punch": "Bananen mit 1l Bourbon bei 75 Grad für 90 Minuten im Sous-vide-Bad ziehen lassen. Petersilie mit 1l Bourbon bei 52 Grad für 99 Minuten im Sous-vide-Bad ziehen lassen." Hm. Was ist mit dem "Flamboyant Redhead Punch"? "Estragon mit Salbei und Gin für 90 Minuten bei 52 Grad im Sous-vide-Bad infusionieren." Next: "Pete Parsley". "Gin mit Petersilienwurzel bei 72 Grad 90 Minuten im Sous-vide-Bad ziehen lassen." Zu guter Letzt der "Bruno": "Tonkabohnen mit Granatapfelkernen und Bourbon für 90 Minuten bei 72 Grad im Sous-vide-Bad ziehen lassen." Weitere Arbeitsschritte der verschiedenen Rezepturen beinhalten Trauben mit Zucker vakuumieren, Traubenmatsch zwei bis drei Tage ruhen lassen, doppeltes Abseihen sowie eine Zuckermasse aufkochen.

Nennt mich altmodisch, aber bei sommerlichen Getränken gelten für mich zwei Regeln: 1. Die Zubereitungszeit sollte die Konsumierzeit nicht überschreiten; 2. Es sollte niemals erforderlich sein, Dinge zu erwärmen, geschweige denn zu garen. Kosten würde ich die genannten Cocktails dennoch gerne.

Dienstag, 3. Juli 2018

Süß: Kartoffelkrapfen

Ich würde mich gerne mal in einem Rundumschlag so richtig auskotzen über die ganzen entsetzlichen Menschen, die mittlerweile fast jede Nacht dafür sorgen, dass ich vor Wut kaum einschlafen kann, von Trump über Seehofer über Alphonso bis Lewitscharoff und Poschardt undundund. Aber ich flüchte mich lieber in Lebensmittelrezensionen, Smiley!


Die neuen Sweet Potato Churros der in Sachen Mexican food bewährten Marke Fuego überzeugen mich nur bedingt, was vielleicht daran liegt, dass ich weder einen Airfryer noch eine echte Friteuse besitze. Im Backofen geraten die Krapfenartigen – wie übrigens auch Süßkartoffelpommes – jedenfalls nicht so bissfest, wie ich es mir gewünscht hätte, gehen eher in Richtung pappig-mehlig. Zudem weiß man nicht, ob man sie herzhaft oder süß genießen soll. Einerseits empfiehlt die Verpackung das Dippen der Churros in Nacho-Salsa, andererseits möchte man das Fettgebäck ganz klassisch mit Puderzucker bestreuen. Ich habe beides probiert, und beides funktioniert nur so halb. Außerdem beinhaltet eine Tüte zu viel für eine Person, aber zu wenig für zwei. Nach dem Verzehr fühlte ich mich einigermaßen schlecht. Da hätte ich mich ja gleich mit den ganzen entsetzlichen Menschen wie Spahn und Dobrindt und von Storch und von Uslar und Reichelt undundund befassen können!
4/10 


Sonntag, 1. Juli 2018

Kleines TMNT-Update

Erinnert ihr euch noch an das von xkcd erfundene Spiel "Wikipedia-Artikelnamen mit zur Teenage-Mutant-Ninja-Turtles-Titelmelodie singbarem Betonungsschema finden"? Nein? Macht nichts. Auch ich hatte ewig nicht daran gedacht, bis ich vergangene Woche dieses Blatt aus dem guten Manufactum-Apfelkalender in der Hand hielt:


"Weißer Sommer Taubenapfel / Weißer Sommer Taubenapfel" ertönte noch stundenlang als Variation des TMNT-Themes in meinem Hirnkastl. Einen eigenen Wikipedia-Eintrag hat diese Apfelsorte leider nicht. Wohl aber das ebenfalls ins Muster passende Lied "Kleine weiße Friedenstaube" – für mich übrigens die heimliche Nationalhymne der DDR.

Samstag, 30. Juni 2018

Ordnungsgemäß verwendete Wörter

Dieser Hinweis wurde zwar nicht mir angezeigt, sondern jemand anderem, der ihn daraufhin screenshottete und öffentlich teilte, aber er ist echt:


Ich selbst bekam dies zu Gesicht:


Die alte "scheinbar"/"anscheinend"-Verwechslung, im Jahr 2018 und bei einem der bedeutendsten Unternehmen auf dem Erdenrund! Was machen eigentlich die unzähligen Angestellten den ganzen Tag? 

Ich möchte nicht kritteln, ich stelle nur Dinge fest. Zum Beispiel stelle ich fest, dass Facebook Seitenbetreibende nicht länger mit "Bewerbe Beitrag xy für 9 €" ermuntert, sondern mit "Bewirb". Gut.

Zuvor in diesem Blog: 

Donnerstag, 28. Juni 2018

Jack in the box

Preisfrage: Was esse ich hier?


Gulasch, oder? Das kann nur Gulasch sein! Hier ein Detailausschnitt:


Ich zumindest wäre mir, hätte man mir das Gericht ohne weitere Angaben vorgesetzt, sehr sicher gewesen, es mit einem ganz normalen – wenn auch extrazarten – Rindsgulasch zu tun zu haben. Doch nein! Es handelt sich um den neuesten Trend in der Veggieküche: 


Die Frucht des in Südwestindien heimischen Jackfruchtbaums (Artocarpus heterophyllus) "hat das Aussehen und die Textur von Fleisch" (Zitat Verpackungsrückseite) und eignet sich daher hervorragend als Basis für Fertigmahlzeiten wie das hier abgebildete, welches ich letzte Woche bei Rewe entdeckte. Es gab die Geschmacksrichtungen Curry, Teriyaki und natur, und ich entschied mich für Teriyaki, denn wann kommt einem schon mal ein fleischloses Teriyaki-Gericht unter? Die Sorte "natur" empfiehlt sich als gute Grundlage für individuelle Verfeinerungen, denn der Eigengeschmack der Jackfrucht wird mit "neutral" beschrieben. Die Konsistenz und die Faserigkeit haben mich wie gesagt ehrlich verblüfft und mir das Mundgefühl von echtem verarbeiteten Tier beschert (nicht dass ich darauf stehen würde), einzig das Fehlen von Knorpeln und Fetteinlagerungen (Dinge, auf die ich gerne verzichten kann) machte mir klar, dass ich um eine vegane Alternative verspeiste. Irre!

Der 200-Gramm-Beutel wird im Wasserbad erhitzt, man kann den Inhalt aber auch in der Pfanne anbraten. Eine Portion kostet 3,99 €. Hersteller ist das auf Reis spezialisierte Berliner Lebensmittelunternehmen Lotao.

Samstag, 23. Juni 2018

Wanderer, kommst du nach Hessen ...

Die Rubrik "Ausflug am Wochenende" in der Freitags-FAZ ist Gold wert! Wo es in einer normalen Wegbeschreibung heißen würde "Gehen Sie geradeaus dem Bach entlang bis zu einem roten Gebäude, dann biegen Sie rechts ab und folgen Sie dem Wegweiser nach Falkenstein", steht bei Thomas F. Klein, dem 77jährigen Verantwortlichen der Glosse:
"Fast alle Wanderzeichen weisen ins Urselbachtal. Deshalb muss keines hervorgehoben werden. Ausgangs der Partie durch das zunächst offenere Terrain und dem kurzzeitigen Wechsel auf die – in Gehrichtung – rechte Bachseite vor einem roten Gebäude heißt es ohnedies ab der Rückkehr über den Holzsteg vorerst ohne Markierung weiterlaufen, wenn wir uns gegenüber nach 'Falkenstein' einreihen."
Man liest solche Passagen vier-, fünfmal, und wenn man ungefähr zu ahnen glaubt, was gemeint ist, wird man von (bei dieser Textsorte besonders "sinnvollen") Zeitsprüngen überrascht ("Dieser [schwarze Punkt] wird auch relevant, nachdem es vorerst geradeaus weiterging"), wird von "zwar"-Sätzen, denen kein "aber" folgt, irre gemacht oder findet sich beim gedanklichen Skizzieren von Aussagen wieder wie "Ab dem nahen Felsklotz ist allein der Punkt links über ein Pfädchen maßgeblich, das sich auch nach Kreuzen des von den Abkürzenden benutzten Weges fortsetzt". Das Wort "hinan" spielt auch oft eine Rolle.
Am Ende tut einem der Schädel mehr weh als die Waden. Trotzdem isses immer wieder schön.


Donnerstag, 21. Juni 2018

Corny jokes

Nicht nur gibt es heute alle möglichen Mainstream-Süßigkeiten als Getränk, auch jedes denkbare Schokoprodukt, von Bounty bis Teasers, existiert inzwischen in Brotaufstrichform. Gut! Corny – auf Wikipedia leicht höhnisch "als Müsliriegel beworbenes Produkt" genannt – bringt seit neuestem zwei Aufstriche heraus: Schokocreme mit Getreidecrispies und Milchcreme mit Banane, Schoko & Getreidecrispies. Sie nennen sich "Crunchy" und sind genau das, was man sich darunter vorstellt, nämlich die zu einer streichfähigen Masse verrührten Knusperriegel. Beide Sorten finde ich eigentlich langweilig, vor allem bin ich nicht unbedingt Bananenfan. Dennoch: Alle paar Tage auf einer Brötchenhälfte genossen, bildet "Crunchy" eine willkommene Abwechslung. Die Zutatenliste offenbart nichts allzu Verwerfliches. 7/10