Donnerstag, 26. April 2018

Zweierlei Wohlriechendes

1.)

Jedes Mal bekomme ich bei meinem Stammfriseur am Ende der "Behandlung" diese wunderbar zitronige Tinktur auf den Kopf geschmiert. Gestern habe ich endlich gefragt, ob ich eine Flasche davon kaufen könne. Konnte ich! Von nun an werde ich es täglich verwenden. Das türkische Wässerchen verleiht nicht nur einen viele Stunden anhaltenden Duft, es festigt das Haar auch zuverlässig, ohne es wie andere Frisurformstoffe unnatürlich zu verhärten. 

2.)

Bei dm sah ich dieses Duschgel (genauer: "2 in 1 Aromadusche & Shampoo") stehen und nahm es selbstredend mit, weil es NEU war. Es gibt noch drei andere, ebenfalls interessant aussehende und riechende Sorten, aber ich entschied mich zunächst für die herrlich erfrischende, dabei äußerst hautschmeichelnde, sanfte Nummer 02. Erst zu Hause sah ich, dass die Firma Tetesept dahintersteckt, von welcher ich meiner Erinnerung nach noch nie ein Duschbad besessen habe.

Dienstag, 24. April 2018

Filmtitel XVII

(Diesmal unter freundlicher Mitwirkung einiger Kommentatorinnen und Kommentatoren auf "Zeit online".)

The Harvest → Haus des Zorns
Centaur → Die Flügel der Menschen 
Ôtez-moi d'un Doute → Eine bretonische Liebe
La Novia del Desierto → Señora Teresas Aufbruch in ein neues Leben
Aftermath → Vendetta
Detour → To Kill a Man
In Search of Fellini → Die wunderbare Reise der Lucy
Il Decamerone Proibito → Hattu Keuschheitsgürtel muttu knabbern
I Racconti di Canterbury → Pasolinis tolldreiste Geschichten
Le Journal Érotique d'un Bûcheron → Die fröhlichen Holzfäller der nickenden Fichten
Stage Fright → Die Rote Lola
Brad's Status → Im Zweifel glücklich
7 Guardians of the Tomb → Guardians of the Tomb
You Were Never Really Here → A Beautiful Day
Only The Brave → No Way Out – Gegen die Flammen
Mission Pays Basque → Die Pariserin
C'est Quoi Cette Famille?! → Wohne lieber ungewöhnlich
Aurore → Madame Aurora und der Duft von Frühling
Bornless Ones → The Evil Ones – Die Verfluchten

Sonntag, 22. April 2018

Honig ins Maul geschmiert

Während meines halben Jahres in Neuseeland lernte ich einige kauzige Charaktere kennen. Einer davon war ein japanischer Alt-Hippie namens Abe, der mir einen der unvergesslichsten Lach-Momente meines Lebens bescherte. Freudig erregt kehrte er eines Tages von einer Shoppingtour zurück und zeigte mir voller Stolz seine neueste Erwerbung: ein rares Album der Gruppe The Platters. "Pratters!", rief er. "Pratters!" Ich sagte, dass ich mal ganz schnell aufs WC müsse, rannte ebendort hin, schloss mich ein und lachte Tränen. Warum ich das derart zum Zerreißen lustig fand, kann ich gar nicht mehr sagen – normalerweise halte ich "Falsche-Aussprache-Humor" und "Engrish-Fails" für einfallslos und dröge. Manchmal kann man seine Zwerchfellreflexe halt schwer kontrollieren.

Jedenfalls erklärte mir Abe, dass er nicht nur zum Aufstöbern popmusikalischer Kleinode regelmäßig hierher komme, sondern hauptsächlich zum Golfspielen und zum Besorgen des berühmten Manuka-Honigs, dank dem seine bald hundertjährige Mutter sich noch immer vorzüglichster Rüstigkeit erfreue. Tatsächlich wird diese neuseeländische Spezialität in der Naturheilkunde für supergesund bis antibakteriell gehalten. Ich wähle bewusst die vorsichtige Formulierung "wird für ... gehalten", denn "[d]ie Bedeutung des Methylglyoxalgehaltes" ("Methylglyoxal entsteht in der Honigwabe durch Dehydratation des im Nektar der Blüten des Manukastrauchs enthaltenen Stoffes Dihydroxyaceton") wird "kontrovers diskutiert" (Wikipedia).

Ich für meinen Teil zog nicht mal in Erwägung, mir das Zeug zu kaufen, da es mit circa 10 Euro pro Miniglas damals geradezu unerschwinglich für mich war. Und so verschwanden das Wort und der Begriff "Manuka-Honig" aus meinem aktiven und passiven Wortschatz ... bis mir letztes Jahr eine befreundete Medizinerin von Manuka-Zahnpasta vorschwärmte: Seit sie sich damit die Zähne putze, sei sie praktisch frei von Malaisen aller Art. Das musste ich nun selbst überprüfen! Ich bestellte bei Amazon einen "Manuka Health"-Dreierpack zu 26,81 € (uff!); einzelne Tuben waren zu der Zeit nicht vorrätig.


Dass in dieser Spezialsubstanz kein Fluorid drin ist, scheint mir ein gravierender Nachteil zu sein (wohl wissend, dass Fluorid selbst auch nicht unumstritten ist). Darum nehme ich sie auch nicht zur täglichen Anwendung, sondern alterniere munter mit fluoridhaltiger Wald-und-Wiesen-Pasta, vorzugsweise von Sensodyne. Als Plus ist festzuhalten, dass die 100-Gramm-Tube zusätzlich Propolis enthält, ein weiteres bienenbezogenes Wundermittel. Die Creme ist grün, hat einen interessanten Geschmack und ein eigenwilliges – nicht unangenehmes – Mundgefühl.


Neulich erreichte mich per Post eine Werbesendung des Manuka-Shops. Bestellt man dort direkt statt über Amazon, spart man ein paar Groschen und legt für einmal Zahnpasta "nur" 8,90 € hin. Ein 500-Gramm-Glas echten Manuka-Honigs kriegt man für 79,90 € und spart damit 11%. Auch Lutschbonbons gibt es. Tja, muss jeder selber wissen, ob er in diese wunderliche Welt einsteigen will. Mir ist es wie gesagt nicht gelungen, mich hundertprozentig zu committen; wer weiß, bei konsequenterer Manuka-Mundpflege wäre ich womöglich von der letzten fiesen Wintergrippe verschont geblieben. Im Südpazifik auf jeden Fall, denn dort ist Sommer, wenn in Europa Winter herrscht.

Freitag, 20. April 2018

Plane auch du Wirtschaft!

Am Mittwoch war ich zuerst bei Rewe, um ein paar Lebensmittel zu kaufen. Als ich am Regal mit der von mir gern verwendeten Zahnpasta Sensodyne Fluorid vorbeilief, wollte ich schon zugreifen, dachte aber: 'Ach, wozu? Ich gehe eh im Anschluss zu dm, hole ich sie doch dort.' Diesen Gedanken sollte ich wenig später bereuen: Im dm war Sensodyne Fluorid nicht vorrätig! Und nicht nur dort, sondern auch in einer anderen dm-Filiale ganz in der Nähe. Was für Sitten!

Mein Schimpf gilt nicht der Drogeriekette allein, denn auch im Rewe musste ich mehr als einmal erleben, dass Waren des täglichen Bedarfs einfach restlos ausverkauft waren, z.B. Kokosmilch. Wäre ich ein tumber Grantler aus der "Danke, Merkel!"-Reihe, würde ich eine Zunahme bundesweiter Lieferengpässe bei der Grundversorgung unserer Märkte imaginieren und darin ein weiteres Indiz für den Untergang Deutschlands ableiten. Naheliegender scheint mir das Übliche: Mitarbeiterabbau und infolgedessen Überforderung und Nachlässigkeit, sodass hie und da mal eine Nachbestellung versäumt wird.

Im Zuge dieser ärgerlichen Affäre habe ich übrigens gelernt, dass es sich lohnt, der Drogerie dem Supermarkt den Vorzug zu geben, wenn man Drogerieprodukte braucht: Die Tube Sensodyne war bei Rewe mit 1,99 € bepreist, während sie bei dm lediglich 1,65 € gekostet hätte (bei Tegut wiederum, wie ich vorhin sah, sogar 2,49 €)! Da ich mich um den Niedrigpreisvorteil des Einzelhandels betrogen sehe, habe ich bis jetzte aus Protest gar keine neue Zahncreme gekauft. Schließlich besitze ich noch einen höchst bemerkenswerten Ersatz, von dem ich im nächsten Beitrag erzähle ...

Mittwoch, 18. April 2018

10 Must-sees aus 100 Have-seens

Bonüschen zu gestern: Nachdem ich nun meine 100 zuletzt gesehenen Filme hier festgehalten habe, möchte ich die zehn meiner Meinung nach besten auflisten. Kuckbefehl!

  • Arrival
  • Daddy's Home
  • Dunkirk
  • Kong: Skull Island
  • Predestination
  • Rogue One: A Star Wars Story
  • The Martian
  • The Ritual
  • The Visit
  • Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
  • Zeugin der Anklage

Dienstag, 17. April 2018

Meine zehn zuletzt gesehenen Filme (I/2018)

Get Out
Okay, auf seinen Schock- und Suspensefaktor reduziert ist "Get Out" formelhafter Durchschnitt. Großes Aber. Hoch- bzw. daueraktuelle Sozialkritik findet man in diesem Genre üblicherweise so selten wie schwarze Protagonisten (so sie nicht als rasch gemeuchelte Buffos herhalten müssen), und dass Jordan Peele den Oscar für das beste Drehbuch gewonnen hat, erfreut gleich doppelt. Man merkt freilich, dass der Autor seine künstlerischen Wurzeln in der Comedy hat: Neben dem subtil satirischen Überbau finden sich auch genuin schreiend komische Dialoge. Zudem bleiben einem Gruseltropenspielereien im Gedächtnis wie etwa der als comic relief eingeführte beste Freund des Helden, der sich am Ende zum kühlköpfigen Retter in der Not mausert. Sehr erfrischend.

Eine nutzlose und dumme Geste (OT: A Futile and Stupid Gesture)
... habe ich in der vergangenen Humorkritik besprochen.

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Ein weiterer Academy-Awards-Liebling, zu dem ich nur sagen kann: The hype is real. Fantastisches Schauspiel, Tragikomik im bewundernswertesten Sinne, tolle Musik.

Geostorm
Ich hatte Bock auf eine stumpfe, aber unterhaltsame Over-the-top-Zerstörungsorgie im Stile des Geheimtipps "The Core" von 2003, aber nix war's. Die wenigen spektakulären Katastrophenszenen waren bereits im Trailer verheizt worden, und zwischen jenen entspann sich ein mäßig packender Weltraumkrimi mit vorhersehbarer Verschwörungs-Wendung und ohne jeglichen Witz. Die Pseudowissenschaft war dumm, aber eben nicht übertrieben lustig-dumm. Das einzige, worüber man staunen konnte, war die Tatsache, dass es Namen wie Gerard Butler, Ed Harris, Andy García und Alexandra Maria Lara in die Besetzungsliste geschafft haben.

The Ritual
Ein Netflix-exklusiver Horrorfilm, den man am besten völlig unvoreingenommen und -bereitet genießen sollte. Ich war durchweg begeistert (von den letzten ≈20 Minuten nicht ganz so sehr, aber das trübte den Gesamteindruck nicht) und möchte mir beizeiten die Bibliographie von Adam Nevill, dem Schöpfer der Buchvorlage, vornehmen.

Thirteen Days
Endlich den Klassiker über das mir kaum bekannte Kapitel Kubakrise nachgeholt! Sehr lehrreich und spannend, sofern man die amerikanische Perspektive, aus welcher der kurzweilige Politthriller erzählt wird, im Hinterkopf behält.

Betting on Zero
Eine Dokumentation über den höchst fragwürdigen Konzern Herbalife, den milliardenschweren – nicht lachen! – "investor, hedge fund manager, and philanthropist" (Wikipedia) Bill Ackman und seinen nicht ganz uneigennützigen Feldzug gegen ein mutmaßliches Pyramidensystem. Zufälligerweise vermeldete die Presse wenige Tage, nachdem ich den 2016er Film gesehen habe, wie dieser gleichermaßen auf dem Börsenparkett wie im Amerika der Abgehängten ausgetragene Krieg ausgegangen ist. Wer davon überhaupt nichts mitbekommen hat, sollte mal reinschauen.

Die Teuflischen (OT: Les diaboliques)
Französischer Klassiker von 1955. Wie schon bei "Zeugin der Anklage" wird man am Ende gebeten, anderen nichts über die Handlung zu verraten, einer Bitte, der ich gerne nachkomme. Ich kannte sie allerdings eh schon, da ich vor langer Zeit das US-Remake ("Diabolisch") gesehen habe. Plottwist-geschulte Millennials sehen die Auflösung eh aus weiter Ferne herangaloppieren. Als störender empfand ich die etwas lang geratene Dauer sowie die Darstellung des Antagonisten / alsbaldigen Mordopfers, ein Bösewicht, der mir als zu wenig hassenswert geschrieben und verkörpert erschien.

Der Butler
Stargespicktes, halbfiktionales Historienepos über einen langjährigen Butler im Weißen Haus mit einem Ende, das bedauerlicherweise zu schön ist, um wahr zu sein, aber wie man's halt gerne sieht.

Permanent
Schräge Frisuren sind natürlich eine allzu einfache Humorgrundlage, aber hier sind sie zugleich Grundlage für moderate Familientragik: Der Vater (wie immer grandios: Rainn Wilson) trägt ein albernes Toupet, dessentwegen er sich kaum traut, den für sein Aufbaustudium obligatorischen Schwimmkurs zu absolvieren; die Tochter trägt nach einer von Anfang an verdächtig kostengünstigen Prozedur eine alberne Dauerwelle (Südstaatenterm: permanent = perm), für die sie highschool-typisch gemobbt wird; die Mutter (jenseits der Schamgrenze: Patricia Arquette) trägt etwas albernes Undefinierbares und hätte gern ein My mehr Aufregung in ihrem Leben. Überhaupt fühlt sich die erst vor kurzem umgesiedelte Kleinfamilie irgendwie steckengeblieben und eingeengt. Beim Streben nach Veränderung sieht man den dreien gerne zu. Es herrscht eine positive Grundstimmung, allein der ein oder andere richtige Gag wäre nett gewesen. Und warum die Achtzigerjahre als Kulisse herhalten mussten, erschließt sich mir nicht.

Sonntag, 15. April 2018

Bizarre Todesanzeigen, die man nur im Kreuzworträtsel findet

Ich habe gerade ein Kreuzworträtsel vom 10. März 2018 ausgefüllt, in welchem Clint Eastwood für tot erklärt wird. Obwohl ich mir nicht zutraue, ein Promi-Ableben solchen Kalibers nicht mitzubekommen, habe ich sicherheitshalber Wikipedia konsultiert: Der 1930 geborene Schauspieler und Regisseur lebt noch.

PS: Die Frage nach einer "Direktverbindung (EDV)" nebst der Lösung "Online" ist ein weiteres Indiz dafür, dass die meisten Kreuzworträtselausdenker älter sind als Clint Eastwood.

Mittwoch, 11. April 2018

Kurz notiert: Fragwürdiges Werbe-Onomatopoetikon

Nach Flensburg hat es mich leider noch nie erst einmal verschlagen (woran ich mich bis heute nicht mehr erinnern konnte), und überhaupt weiß ich so gut wie nichts über die Perle an der dänischen Grenze. Das lokale Bier immerhin weiß ich zu schätzen, hin und wieder stehen ein oder mehrere Kästen Flensburger im Büro. Doch erst gestern ist mir aufgefallen, mit welchem Wort diese unter anderem bedruckt sind:


plop' – nur echt mit Apostroph! Als könnte man einfach einen doppelten Konsonanten auf diese Weise wegfallen lassen! Denn dass eigentlich "plopp!" gemeint ist, das charakteristische, fröhliche Bügelflaschenöffnungsgeräusch verschriftlichend, ist klar. Klar ist auch, dass man sich als Unternehmen irgendwie mit einprägsamen Eigenschreibweisen hervortun muss (vermutlich ist "plop'" sogar markenrechtlich geschützt), aber seien wir ehrlich: Doof sieht diese Form schon aus.

Dienstag, 10. April 2018

Montag, 9. April 2018

Brain Droppings, fortgesetzt

Ich erkenne manchmal Gegenstände in menschlichen Gesichtern.

Botengang für die Boateng-Gang

Nutzung des Wellnessbereichs nur gegen Ungebühr

Ich bin mir zu 100% sicher, dass es eine "This Is Us"-Pornoparodie mit dem Titel "This Is Ass" gibt.

Auch ich möchte so sterben, wie es sich die meisten wünschen: indem ein Schwarm Dasselfliegen in meine Ohren eindringt und langsam mein Gehirn aufisst.

Der Fußboden ist LeVar Burton!

Es ist eine so wunderschöne Fügung, dass die weltweit erste Telefon-Vermittlungsstelle in Connecticut eröffnet wurde.

Triff uns, wie wir Andam anen und Niko baren!

Lesebefehl an der innerdeutschen Grenze

Moderate Mordrate

Zugriff vs. Zug-Riff*
(* durch eine Eisenbahn erzeugtes musikalisches Motiv)

Plankton vs. Plank-Ton*
(* Geräusch beim Bodenturnen)

Ork-Angriff vs. Orkan-Griff

Akkustand, aber als Büdchen, an dem Akkus verkauft werden

*erst mal einen Kaffee*
Erse auch du mal einen Kaffee!

Samstag, 7. April 2018

Pie & I (Aufstriche der Völkerverständigung)

Ich weiß noch ganz genau, wie ich als in vielerlei Hinsicht unbeleckter junger Erwachsener bzw. alter Jugendlicher zwecks Work-and-Travel-Semester im englischsprachigen Ausland am anderen Ende der Welt aufschlug. Beizeiten stellte sich die Essensfrage: Wie ernährt man sich hier (idealerweise gleichzeitig) kostengünstig, kalorienreich und exotisch? Die Antwort war schnell gefunden: mit Pasteten. Der Neuseeländer liebt seine meat pies über alles, sogar ein "Supreme Pie Award" wird alljährlich vergeben, und in jedem noch so engen 24-Stunden-Shop erwartet einen ein breites Angebot der zudem irrsinnig billigen Mikrowellen-Fleischkuchen. Mit gesunder Experimentierfreude fraß ich mich quer durch das Sortiment, verlustierte mich an sämtlichen Steakstreifen-Käse-Ei-Soße-Kartoffel-Kombinationen. Nur um alles, was mit minced meat bedruckt war, machte ich zunächst einen Bogen. Weil ich nämlich auch sprachlich unbeleckt war (ich glaubte u.a., icing und frosting hätte irgendwas mit tiefgekühlten Backwaren zu tun), übersetzte ich minced meat nicht mit "Hackfleisch", sondern mit "geminztes Fleisch", Fleisch mit Minze. Klar, Pfefferminzsoße kannte man ja aus "Asterix bei den Briten", aber so etwas tatsächlich verspeisen? Zum Glück erschloss sich mir alsbald die wahre Bedeutung, worauf sich die Palette der konsumierbaren Snacks von einem Augenblick auf den nächsten mir noch erweiterte. Nach wenigen Wochen hatte ich dann aber auch mehr als genug von herzhaften Pasteten, und heute muss ich würgen, wenn ich bloß daran denke.

Letzte Woche nun verschlug es mich in das Wiener Feinkostgeschäft "Julius Meinl am Graben". Dort entdeckte ich im UK-Regal ein Glas mit der Aufschrift Mince Pie Filling. Iiiiiihhh, dachte ich und besah mir das Erzeugnis genauer. Es handelt sich um einen Aufstrich, der überhaupt kein Fleisch enthält, sondern lediglich die süßen Bestandteile dessen, was in England zur Weihnachtszeit als mince pie gereicht wird: ein Mürbe- oder Blätterteiggebäck, das mit einer dunklen Masse aus Apfelstückchen, Sultaninen, Rosinen, getrockneten Orangen und anderem saisonalen Fruchtzeugs gefüllt ist. Interessanterweise sahen ursprüngliche Rezepte noch bis ins 19. Jahrhundert tatsächlich Fleisch als Bestandteil vor, wie ich später nachlas. Deshalb verweist der Name auch heute noch auf mincemeat, während die mir anno 2003 liebgewonnenen Pasteten mit minced meat völlig obstfrei waren. ("In other contexts mincemeat refers to minced or ground meat." Wikipedia. Ohne Verwirrung geht's halt nicht.) Das komplett vegane und schmerzhaft teure Importprodukt habe ich mitgenommen und heute endlich zum Frühstück probiert.


Es schmeckt weniger weihnachtlich und weniger süß, als ich vermutet hatte. Für Leute mit Rosinen-Abneigung (von denen es, wie ich weiß, leider viele gibt) ist der würzige Aufstrich freilich nix, denn Rosinen machen den Hauptbestandteil aus. Leckere Molasse hält das Gemisch zusammen und gibt ihm seine dunkle Farbe, die an Jersey Black Butter erinnert. 

Herrje, wieso habe ich eigentlich in diesem Blog nie auf diese Spezialität der Kanalinseln hingewiesen? Also, in aller Kürze: Jersey Black Butter hat mit Butter nichts zu tun, sondern ist eine Art Apfelkraut mit Jersey Cider, Nelken, Zimt und und und. Besser streichfähig, da nicht stückig, hat sie mich – auch geschmacklich – sogar noch mehr angesprochen als der Mince-Pie-spread, doch ach!, diesseits des Channels habe ich das schwarze Gold noch nie erspäht.


Donnerstag, 5. April 2018

Häzzlischkeit

Gestern, kurz vor Betriebsschluss, ließ sich ein Fahrer der Frankfurter U-Bahn-Linie 4 zu dieser absolut frankfurt-untypischen Durchsage hinreißen: "Liebe Fahrgäste, jede Reise geht irgendwann zu Ende, und darum ist an der nächsten Haltestelle Endstation. Bitte alle aussteigen und schönen Abend noch!"
Smiley.

Dienstag, 3. April 2018

Briefe an den Schreiber

Schon mehr als einmal haben Beiträge, die ich für die Titanic-Rubrik "Briefe an die Leser" verfasst habe, für Reaktionen gesorgt: in der Wissenschaft (hier festgehalten), zuletzt sogar von einer Angeschriebenen selbst.
Das waren jetzt zwei Beispiele für erboste Erwiderungen. Es geht aber auch anders. 1.) Sich an einen kurzen "BadL" mit Regionalbezug erinnernd (der zufällig im selben Monat wie der oben verlinkte an die Fachbuchherausgeber erschien), bedachte mich ein aufmerksamer Leser kürzlich mit diesem Anschreiben:

(zur Großansicht druffklicken)

2.) Ein anderer netter Herr schickte mir Folgendes in Bezugnahme auf meinen Februar-Brief an Tonya Harding:


Darüber freut man sich als Redakteur.

Sonntag, 1. April 2018

26 neue obskure Kreuzworträtsel-Lösungen eingetroffen!

  • Kleinkärpfling: Platy
  • eiszeitlicher Sandhügel: Kames
  • Messgewand: Kasel
  • antik. Kranzgesims: Geison
  • randalierender Haufen: Korah
  • Hakenbüchse im 15. u. 16. Jh.: Arkebuse
  • gärender Most: Suser
  • Förderkübel in Bergwerken: Skip
  • Matte aus Reisstroh: Tatami
  • gesalzener Kabeljau: Laberdan
  • Karakulschafspelz: Persianer
  • Weideplatz: Hude
  • Lappen, Lumpen: Hudel
  • ägypt. Hohlmaß: Rub
  • zweimastiges Segelschiff: Yawl
  • engl. Garnmaß: Lea
  • hefeähnliche Pilzart: Kahm
  • buddh. Tempelfiguren: Nio
  • thailändisches Feldmaß (4 Ar): Gnam
  • türk. Laute: Saz
  • afrik. Trommel: Kas
  • asiat. Holzart: Sem
  • asiat. Nomadenzeltdort: Aul
  • asiat. Gibbonaffe: Unka
  • rauer Verputz: Berapp
  • unverdientes Glück: Torkel