Dienstag, 23. August 2016

Die rätselhaften Stäbchen

Gestern ging ich zu meinem von deutsch-türkischen Männern betriebenen Stammfriseur und sah etwas Absonderliches: Ein Mann, der gerade frisiert wurde, hatte zwei Stäbchen in der Nase, die aussahen wie metallische Q-Tips. In jedem Nasenloch eins. Dass es sich nicht um eine neue Art von Gesichtsschmuck oder Body-modification handelte, wusste ich, als der Friseur die Stäbe schließlich aus dem Riechorgan des Kunden zog. Ich traute mich nicht danach zu fragen, also konsultierte ich das Internet. Des Rätsels befremdliche Lösung: An den Enden solcher Stäbchen befindet sich Wachs, mithilfe dessen Nasenhärchen entfernt werden. Ob und wenn ja, inwiefern diese Technik einem handelsüblichen elektrischen Nasenhaartrimmer überlegen ist, möchte ich nicht wissen. Oder doch?

Montag, 22. August 2016

Lucky Number Seven?

Zum siebten Mal in Folge habe ich mich heute um ein Ticket für eine Aufzeichnung von "Saturday Night Live" beworben. Sowohl meine Hoffnung als auch mein Enthusiasmus sind inzwischen nicht mehr ganz so hoch wie noch 2010. Damals waren noch Kristen Wiig und Bill Hader und Fred Armisen dabei, das hätte sich richtig gelohnt! Die letzten zwei bis drei Staffeln von SNL haben mich indes meist ermüdet, und auch an Season 42 (!) stelle ich keine riesigen Erwartungen. Freuen würde ich mich natürlich trotzdem wie Bolle, wenn ich irgendwann mal in das ehrwürdige Studio 8H des Rockefeller Centers einrücken dürfte. Man wird ja wohl noch träumen dürfen!

Sonntag, 21. August 2016

Kleines Fotorätsel mit Dino


Hat dieser Dinosaurier ...
- gestern Abend allzu maßlos beim mexikanischen Buffet zugeschlagen?
- gerade erfahren, dass Jessica mit diesem Wichser Dylan zum Abschlussball gehen wird?
- einen sehr guten Insiderwitz über Asteroiden gehört?

Freitag, 19. August 2016

Ach Frankfurt ...

1.) Ein Oberklasse-Audi, an dessen Steuer eine Person sitzt, die Ähnlichkeit (!) mit Jutta Ditfurth hat, kommt aus einer Ausfahrt geschossen und lädt sich einen auf dem Gehweg fahrenden Fahrradfahrer auf die Motorhaube. Von einer Bushaltestelle in der Nähe ertönt daraufhin frenetisches Lachen und Beifallklatschen. Der – unverletzt gebliebene – Radfahrer setzt seinen Weg fort, die Audi-Lenkerin ebenso, und der schadenfrohe Buswartende wartet weiter auf den Bus.

2.) Ein lokal bekannter spastisch Gelähmter, der sich und seinen Rollstuhl stets mit den Füßen voranzieht, rollt über einen Zebrastreifen, was naturgemäß ein wenig Zeit in Anspruch nimmt. Einem wartenden Autofahrer (abermals Oberklasse-Audi, Kfz-Kennzeichen "HG") dauert dies offenbar zu lange; aggressiv fängt er an zu hupen. Der Behinderte ruft etwas zu seiner Verteidigung. Der Autofahrer äfft ihn mit Donald-Trump'schem Feingefühl nach und brüllt genervt "Ja, ja, ja, mach hin!" Der Rollstuhlfahrer schaltet nun erst recht auf stur, streckt dem Audi-Proll die Zunge raus und bleibt mitten auf dem Fußgängerüberweg stehen. Der Pkw setzt an, links an dem Rollstuhl vorbeizufahren, worauf dieser verblüffend schnell zurücksetzt; dieses Spiel wiederholt sich ein paar Mal: Immer wieder blockiert der Rolli den Weg des Automobils. Ich schaue mir das eine Minute lang an, bevor ich in den Getränkemarkt gehe. Als ich diesen später verlasse, kommt mir ein grimmiger Zausel entgegen, der einen lauten Wortschwall in einer Sprache, die ich nicht verstehe, in seine Umgebung ablässt. 'Ah, endlich wieder normale Leute', denke ich.

Dienstag, 16. August 2016

Die besten Weblogs

Supper Mario Broth (Tumblr): eine Sammlung von Details, Fundstücken, Produkten und Kuriosa aus dem Mario-Universum, die selbst mir noch nicht bekannt waren. Wie konnte mir diese Seite so lange verborgen bleiben?!?!?! Let's-a archive-binge-a!





Montag, 15. August 2016

Neulich in der "Welt online"-Redaktion

welt.de, 14.8.2016

- "Chef, die ganzen Tüddelchen auf diesen Türkennamen machen uns die schöne neue Typo kaputt!"
- "Uff, dann lass sie halt weg, fällt doch eh niemandem auf ..."

welt.de, 15.8.2016

Donnerstag, 11. August 2016

Kurzes Erlebnis mit Gummi

Ich wollte eine aufgerissene Müslitüte wiederverschließen, um die Frische zu wahren, und griff zu diesem Behufe in den Kühlschrank. Im Kühlschrank bewahre ich nämlich meine Gummibänder auf; so halten sie länger (Haushaltstipp!). Als ich einen handelsüblichen Gummi herausgeholt hatte und ihn um das Müslisackerl zurren wollte, schnipste mir der Gummi aus der Hand und verschwand im Nirgendwo. Mein erster Gedanke war: 'Ich weiß jetzt schon, dass ich lachen werde, wenn ich das Teil irgendwann wiederfinde!' Bereits heute morgen entdeckte ich den Haushaltsgummi dann und musste tatsächlich lachen. Er lag zerrissen, aber seelenruhig: neben dem Toilettenfuß. Wie er von der Küche bis ins WC fliegen konnte, fragt ihr euch? Nun, mein "bohèmer Verschlag" (O. Schubert) ist so geschnitten, dass die (minimalistische) Küche direkt neben dem Badezimmer liegt, die Tür zu welchem im Moment des Geschehens offen gestanden hatte. Tjoah, da kann man schon mal 'n büschen schmunzeln ...

Dienstag, 9. August 2016

Da mal nachhaken (aber bitte mit Würde)

Auch so eine Unsitte: in Interviews immer auf die dümmstmögliche Art nachfragen, wenn man etwas nicht kennt / etwas nicht kapiert hat / mit etwas nicht einverstanden ist. Hier ein rezentes Beispiel aus dem Spiegel:


Ähnliche Zeilen ließen sich mühelos aus anderen Wochenzeitungen zusammentragen. "Das ist nicht Ihr Ernst!" / "Eine waaaaas?" / [spuckt seinen Kaffee quer über den Tisch] "Das müssen Sie jetzt aber erklären!!!"
Ich verstehe ja, dass man als Fragesteller auch ein bisschen menschlich rüberkommen möchte und dass man sich um Variation bemüht, aber muss man das derart peinlich und ranschmeißerisch tun? In ein paar Jahren werden Interviews vermutlich so anfangen: "Boah, haben Sie viele Bücher! Haben Sie die alle gelesen?" / "Das ist also ein DNA-Sequenzierungsgerät. Huiiii! Darf ich das mal anfassen?" / "Herr Professor, vor zwei Wochen war die Welt noch in Ordnung ..."

Sonntag, 7. August 2016

Als die Postings laufen lernten

Beim Durchscrollen meiner Facebook-Timeline bis ganz zurück an den Anfang fällt mir auf, dass sich das Trope der Early Installment Weirdness auch auf mein eigenes Schaffen in jenem sozialen Netzwerk anwenden lässt. Ist "Schaffen" ein zu prätentiöses Label für das Heruntertippen alberner Internet-Postings? Mitnichten! Ich gebe mir beim Schreiben meiner Facebook-Status genau so viel Mühe wie beim Schreiben meiner Blogartikel und versuche durchaus, etwas im (Kurzzeit-)Gedächtnis des Netzes Bleibendes zu schaffen. Früher jedoch ging es wild durcheinander, ohne Aussage, ohne Pointe, ohne Tiefsinn. Ein paar beispielhafte Screenshots aus dem Jahr des Herrn 2010:

Reden wir übers Wetter.

OKAY!

Was ist damit?

Wie interessant, erzähl uns mehr!

Wahrheitsgemäße Aussage.

Immerhin eine Art Witz. Darunter: Freizeitverabredungsversuche.

Notizen aus meinem packenden Alltag (damals noch in Dresden).
Irgendwie traurig, aber auch kaum sympathisch.

Noch eine "herrlich skurrile 'Beobachtung'", und darüber Tocotronic, warum auch immer.

Meinung – wer eine hat, hat's gut.

An die Ginseng-Story erinnere ich mich immer noch mit Vergnügen.

Die restlichen Einträge aus dieser Ära sind (tote) Links und Memebildchen.
Ich würde im Übrigen nur Hardcore-Fans anraten, die Beiträge aus den ersten Jahren dieses Blogs nachzulesen; da ging es fast ausschließlich um (Film- und Fernseh-)Übersetzungen (hence the name). Seinen "Ton", der natürlich gar kein expliziter "Ton" sein will, hat Kybersetzung erst gegen 2013 gefunden.