Freitag, 17. Mai 2019

Videospieltipp: Ori and the Blind Forest

Ich gebe zu: Dieses Spiel ist nicht gerade ein Geheimtipp und nicht gerade neu (In der Tat soll dieses Jahr die Fortsetzung erscheinen, hurra!), aber ich habe es erst diese Woche durchgespielt. Es hat nämlich dafür, dass es ein Jump'n'Run ist, eine unerwartet lange Spielzeit. Ich habe 17 Stunden und 50 Minuten gebraucht, hatte allerdings auch den Anspruch, 100 % der Karte freizulegen (was nur 4,87 % aller Spieler geschafft haben), sämtliche Boni zu finden und den Fertigkeitsbaum komplett zu meistern. Zu diesen Dingen motiviert das Metroidvania-Prinzip ungemein. Auf mittlerem Schwierigkeitsgrad ist die Reise auch ausreichend fordernd, ich wurde mehr als einmal zum Fluchen veranlasst, war aber nie frustriert.

Der Soundtrack wirkt nur in wenigen Passagen repetitiv, ansonstens untermalt er die oft emotionale Stimmung aufs Beste. Graphisch ist "Ori" eine Pracht; ich bin froh, es auf der Xbox One am großen Fernsehbildschirm gespielt zu haben. Die Steuerung mit dem Gamepad ist komfortabel. Fazit: Ein bonbonbuntes, prächtiges Knuddel-Abenteuer mit einprägsamem Figuren- und "Level"-Design, tollen Spielmechanik-Ideen und teils schweißtreibender Action. Holt es euch!


Mittwoch, 15. Mai 2019

Kurz getestet: 2 (neue) (nicht-amerikanische) Essereien


1. Strong Chips von Lay's in der Sorte Wasabi und mit dem höchsten Schärfegrad "extra hot". Letzteres ist maßlos übertrieben. Ich hatte mich schon auf eine geschmackliche Herausforderung eingestellt (ja ja, ich weiß, Schärfe gilt nicht als Geschmacksrichtung, es ist ein Schmerz), doch darüber kann ich nur lachen! Reguläre Wasabinüsse brennen weitaus mehr. Nichtsdestotrotz knabbern sich die Chips – wie alle anderen dieser Marke – gut weg, um so mehr bei begleitendem Bierkonsum (truth in advertisement!). Es gab im Supermarkt außerdem noch, ebenfalls unter dem neuen Label "Strong", die Sorte "Chili & Lime", die ich allerdings gleich verschmähte, denn auf deren Verpackung stand der Hotness-Zeiger auf dem gelben, i.e. "milden" Feld. 7/10


2. Fitte Schnitte Rote Bete - Karotte von Ibis. Den blöden Namen verzeihe ich, denn man muss ja heutzutage froh sein, wenn "Rote Bete" richtig geschrieben wird. Ein leckeres, herzhaftes veganes Toastbrötchen mit 34% Gemüseanteil. Ob es tatsächlich neu ist, weiß ich nicht, zumindest ist es mir letzte Woche zum ersten Mal aufgefallen. 8/10

Montag, 13. Mai 2019

US-Snack-haul 2019 (7)


"Die Blues Hog Tennessee Red Sauce ist eine pfeffrige Sauce mit gewissen Essig Anteilen, welche häufig auf den Tellern im Süden der USA gefunden wird. Diese Sauce passt hervorragend zu Schwein und Rind, auch für Sandwiches oder als Marinade für Hähnchen oder Wild ist sie hervorragend geeignet. Zusätzlich kann die Sauce auch als Mopping-Sauce für den Smoker genutzt werden." So schreibt, etwas ungelenk, die Seite grillstar.de, und ich kann mir – ohne zu wissen, was "Mopping" ist – die genannten Einsatzmöglichkeiten gut vorstellen. Ich probierte sie zunächst an einem veganen Schnitzel "Hähnchen-Art" aus und war sehr angetan. Schärfe und Säure sind fein aufeinander abgestimmt und wirken barbecue-ig. Wie man auf dem Foto vielleicht erkennen kann, ist sie leider ein bisschen zu dünnflüssig. Ich mag Grillsoßen lieber etwas dicker, daher nur 6,5/10 Punkte.

Donnerstag, 9. Mai 2019

US-Snack-haul 2019 (6)


Eine Großfamilienpackung (1 kg) Pfannkuchenmehl zum Niedrigstpreis durfte ich mir nicht entgehen lassen. Nur 225 Gramm des All American Pancake Mix' von Mississippi Belle benötigt man für sechs normal große oder zehn fun-size Pancakes (angeblich sogar bis zu 12), dazu ein Ei, etwas Öl und 210 ml Milch. Sie gelingen gut und erreichen eine unerwartete Fluffigkeit. 7/10


Dienstag, 7. Mai 2019

Ich habe Victoria Jacksons Autobiografie gelesen, damit ihr es nicht müsst

Victoria Jackson (*1959) war von 1986 bis 1992 Teil des Ensembles von "Saturday Night Live" und übernahm dort regelmäßig die Rolle dessen, was man im amerikanischen Englisch bimbo oder ditz nennt, also dem blonden Dummchen, wie man es heutzutage zum Glück kaum noch in Comedyshows zu sehen bekommt. Mit ihrem Look sowie einer kindlich-naiven Quakstimme war sie prädestiniert dazu bzw. wurde halt type-gecasted, wobei sie auch über hohes akrobatisches Geschick und musikalisches Talent verfügt(e), so dass sie regelmäßig Ukulele spielend oder radschlagend auf der Bühne glänzte. Johnny Carson war ein Fan von ihr, 20 Mal war sie in seiner Late-Night-Show zu Gast.

Weil ihre Karriere in der Unterhaltungsbranche nach 1992, wie bei so vielen SNL-Alumni, nicht so recht Fahrt aufnehmen wollte, begann sie sich allmählich auf ungute Art zu politisieren und wurde Anfang der Zehnerjahre zu einem der prominenteren Gesichter der Tea-Party-Bewegung. Über diesen Werdegang hat sie 2012 ein Buch geschrieben ("Is My Bow Too Big?"), welches ich vor kurzem endlich ausgelesen habe. Ich lese grundsätzlich alle Biografien aus dem "Saturday Night Live"-Umfeld, und diese Geschichte interessierte mich ganz besonders, denn ich finde es zu gleichen Teilen spannend und unbegreiflich, wenn jemand peu à peu ideologisch "abdriftet". Beispiel Dennis Miller: War der Comedian in seiner Zeit als "Weekend Update"-Anchor noch keinem konkreten Spektrum zuzuordnen, begriff er sich nach 9/11 plötzlich als konservativer Patriot und ging die Jahre darauf schließlich full FOX News mindset.

Auch bei Victoria Jackson war dieses zweifellos traumatische Datum offensichtlich ein Erweckungserlebnis. Jedoch scheint mir in diesem speziellen Fall die Veranlagung zum Rechtsruck noch tiefer zu liegen, nämlich in einer von früh an verabreichten Überdosis Religion. Die Jacksons waren strenge Baptisten, und weil das Familienleben im Wesentlichen harmonisch ablief und kaum Anlässe bot, die diversen schrägen Dogmen infrage zu stellen, hat sich Victoria nie davon emanzipiert. Im Gegenteil: Bibelcollege und selbstauferlegte "Reinheit" bis in die wilde New Yorker Ära hinein waren logische Folgen. Und noch die übelsten fundamental-christlichen Urteile (Abtreibung ist Mord! Homosexuelle kommen in die Hölle!) galten ihr als unanfechtbar. Dann kam der 44. Präsident der Vereinigten Staaten und das Fass lief über. Bereitwillig ließ sie sich in die Verschwörungs- und Hetz-Maschinerie der far-right einspannen: Selbstverständlich zweifelt sie Obamas Staatsbürgerschaft an, die Vorbereitung eines muslimisch-kommunistischen Umsturzes wirft sie ihm vor, nicht weniger als Jesu erneute Ermordung befürchtet sie von der "liberalen Elite". "Socialist agenda" und "anti-American ideology" sind weitere gern verwendete Schlagwörter. Dass Andrew Breitbart (in dessen Haus sie sogar übernachten durfte) seine Anhänger anhielt, Obama lediglich als "Kulturmarxisten" zu titulieren, nimmt sie immerhin zur Kenntnis, verwendet aber mehrfach und allen Ernstes das Wort jihadist. Klar, in diesem Dunstkreis gelten ja schon Bernie und Ocasio-Cortez als Ultrastalinisten, weil sie stinknormale sozialdemokratische Visionen wie das Recht auf kostenlose Ausbildung und Gesundheitsversorgung haben.

Entsprechend zermürbend und enervierend gestaltet sich die Lektüre, und einzig die Passagen über die Welt des Showbiz haben mich bei der Stange gehalten. Fast schon schade ist zudem, dass das Buch mitten in Obamas erster Amtszeit endet. Ich wüsste gern, was Frau Jackson von Donald Trumps Wahlsieg 2016 und den Folgen gehalten hat. Ist für sie der Messias gekommen? Findet sie, dass seitdem alles in ihrem Sinne läuft? Oder dass im Gegenteil alles nur noch schlimmer geworden sei, weil in Wahrheit linke Massenmedien die Fäden ziehen? Vielleicht hat sie sich ja in einer ihrer Glossen dazu geäußert, die auch noch zu lesen mir aber die Kraft fehlt. 2017 hat sie sich zumindest – Quelle: Wikipedia – via öffentlicher Ankündigung endgültig aus der Politik zurückgezogen ("The article blamed her politics for her lack of career success"). Man wünscht ihr Glück.

Sonntag, 5. Mai 2019

US-Snack-haul 2019 (5)


Hunderte Male in Filmen und Fernsehserien gesehen, musste ich die klassischen Cheerios nun auch einmal ausprobieren, und was soll ich sagen? Die armen, armen Kinder, denen das allmorgendlich vorgesetzt wird. Zuckerreduktion ist ja schön und gut, aber dann muss man Frühstückscerealien auf andere Weise interessant machen, finde ich. Auch schön und gut ist, dass Cheerios ballaststoff-, vitamin- und mineralienreich sind. Geschmacklich aber sind diese Vollkorn-Hafer-Ringe fader noch als Pressspan. Wikipedia: "In Europa wurde das Produkt eine Zeit lang [...] mit größerem Zuckeranteil und oft anderen Getreidearten vertrieben, setzte sich aber in dieser Form auf dem europäischen Festland nicht durch." Ha, dem Klischee nach hätte es anders herum sein müssen. Man glaubt kaum, dass so ein frugaler Gesund-Fraß im Land von Cap'n Crunch & Co. derart erfolgreich ist. Bei meinem nächsten serving wird's, s. Serviervorschlag, Beerenobst dazu geben. 3/10

Freitag, 3. Mai 2019

Filmtitel XIX

Zimna wojna → Cold War – Der Breitengrad der Liebe
Peppermint → Peppermint: Angel of Vengeance
Unfriended: Dark Web → Unknown User: Dark Web
Spider-Man: Into the Spider-Verse → Spider-Man: A New Universe
Looking Glass → The Watcher
Second Act → Manhattan Queen
Sir → Die Schneiderin der Träume
Monsieur & Madame Adelman → Die Poesie der Liebe
Siren → Mysterious Mermaids (Serie)
Spin City → Chaos City (Serie)
A.P. Bio → Mr. Griffin – Kein Bock auf Schule (Serie)
The Upside → Mein Bester & ich
Cold Pursuit → Hard Powder
After → After Passion
Hellboy → Hellboy – Call of Darkness
La dernière folie de Claire Darling → Der Flohmarkt von Madame Claire
The Hustle → Glam Girls – Hinreißend verdorben

Donnerstag, 2. Mai 2019

US-Snack-haul 2019 (4)

Die erste Enttäuschung: 3 Musketeers ist im Wesentlichen das amerikanische Milky Way – soweit ich das beurteilen kann, denn es ist zig Jahre her, dass ich zum letzten Mal ein Milky Way gegessen habe, den objektiv schlechtesten Riegel diesseits der Milchstraße.
3 Musketeers ist jedenfalls etwas länger als Milky Way und weist eine glatte Oberfläche auf. Ich vergebe passende 3/10 Punkte.



Dienstag, 30. April 2019

Zurück in die Auskunft

Schon lange wollte ich etwas über eine Meldung schreiben, die man in der App oder bei der Online-Verbindungsauskunft der Bahn zu sehen bekommen kann: "Verbindung liegt in der Vergangenheit". Darüber ließe sich vortrefflich philosophieren. Allein: Ich wäre nicht der Erste, der sich mit diesem mystischen Satz beschäftigte. Schon 2006 gab es eine Bemerkung dazu im seligen jetzt-Magazin, und auch in diversen "Typisch deutsch!"-Büchern und -Glossen wird diese (seien wir ehrlich: letztlich unmissverständliche) Phrase behandelt. Stellen wir uns also vor, dieser Blogpost liegt in der Vergangenheit. Und das tut er ja auch.

Montag, 29. April 2019

Gaston revisité

Gaston Lagaffe, der sympathisch vertrottelte, dauermüde frankobelgische Bürobote, war früher eine meiner Lieblings-Comicfiguren. Als 2015 sämtliche Gaston-Strips unter dem Titel "Der Ganze Gaston" in einem edlen Schuber erschienen, setzte ich sie sogleich auf meine Amazon-Wunschliste. Letzte Woche überprüfte ich routinemäßig die aktuelle Preislage, doch siehe: Der Sammelband war nicht nur nicht für weniger Geld, sondern überhaupt nicht mehr zu haben! Stattdessen wird seit ein paar Wochen eine auf 20 Bände angelegte Neuedition herausgegeben. Ob darin auch die neuen Comics mit Gaston enthalten sein werden? Seit 2014 hat der kultige Schlaks nämlich wieder regelmäßige Gast(on)auftritte, nachdem ab 1997, mit dem Tod seines Schöpfers André Franquin, welcher verfügt hatte, dass niemand anders seine Figuren zeichnen dürfe, Schluss war; irgendein Verlags- oder Rechtewechsel hat's möglich gemacht. Apropos Franquin: Dessen Spirou-und-Fantasio-Gesamtausgabe (Fantasio war lange Zeit Gastons Chef) hätte man auch gerne im Regal stehen!

Nun ergab es sich, dass ich gestern auf einer Comicmesse war, und dort fiel mir was in die Hände? Nein, leider nicht "Der Ganze Gaston", dafür aber ein Gaston-Taschenbuch aus dem Carlsen-Verlag namens "Den Nagel auf den Kopf getroffen" – für 1 Euro! Beim Lesen überkamen mich durchaus angenehme Nostalgiewogen, doch muss ich konstatieren, dass ich die inhaltliche Qualität über die Jahre hinweg verklärt hatte. Das Prinzip der Gaston-Gags ist immer dasselbe, viele Pointen sind reichlich lahm, zudem hatte ich mir eingebildet, dass es hin und wieder auch längere Geschichten gegeben hat (?). Vielleicht sollte man als Erwachsener besser nichts konsumieren, was man einst als Kind und Jugendlicher abgefeiert hat ...

Donnerstag, 25. April 2019

US-Snack-haul 2019 (3)


Die beliebten Reese's Peanut Butter Cups in der praktischen "Snack size" im noch praktischeren Vorratssackerl, welches meiner hoffentlich korrekten Zählung nach 14 Stück enthält, waren ein must in meiner Bestellung. Tja, was soll ich dazu noch sagen? Ich halte mich mit der Vergabe der vollen Punktzahl wohlweislich zurück, denn 10 von 10 würde ja bedeuten, dass ich mir nicht vorstellen könnte, dass etwas noch Leckererereres existiert! Und da ich keine halben Punkte vergebe: auch hierfür 9/10