Dienstag, 22. September 2015

What a twist!


Dies ist einer der größten Schätze in meinem Besitz: ein Presseheft zu dem Film Unbreakable mit einer Widmung des Regisseurs.

An M. Night Shyamalan wird seit zehn Jahren kein gutes Haar gelassen; jeder neue Film bringt ihm abschätzige bis hämische Kritiken, wenn nicht gar Nominierungen für die Goldene Himbeere ein, die Szene aus The Happening, in der Mark Wahlberg mit einer Zimmerpflanze spricht, gilt inzwischen als absoluter Tiefpunkt, und auch seinem jüngst gestarteten The Visit hat die Zeitschrift Cinema lediglich einen von fünf Punkten gegeben. Doch ich möchte hiermit eine Lanze für Mr. Shyamalan brechen: *knack*

Shyamalans Problem ist, dass man ihn seit seinem hochgelobten und kommerziell erfolgreichen Gruselstreifen The Sixth Sense ausschließlich und gnadenlos eben daran misst. Das war vielleicht Shyamalans "Pech": Er hätte seine Karriere nicht mit einem so herausragenden Film beginnen dürfen. Mir ist das egal. Ich finde, M. Night Shyamalan ist ein großartiger Filmemacher mit einer unverkennbaren Handschrift: Die Kameraarbeit, der Spannungsaufbau, das Spiel mit Musik und Ton sowie die Messerspitze Humor – das alles macht seine Werke höchst atmosphärisch und unterhaltsam. Diese Handschrift ist auch in der Pilotfolge von Wayward Pines auszumachen. Shyamalan ist ausführender Produzent dieser zehnteiligen Mystery-Serie und hat es sich nicht nehmen lassen, die erste Episode zu inszenieren. Über Wayward Pines möchte ich nicht allzu viel verraten, bezieht sie ihren Reiz doch vor allem daraus, dass man anfangs auf demselben Wissensstand wie der Protagonist ist, ein Secret-Service-Agent, der in der namensgebenden unheimlichen Kleinstadt strandet, deren Geheimnis nach und nach (letztlich aber ein wenig zu rasch) enthüllt wird. Wann die Serie im deutschen Free-TV läuft und ob sie fortgesetzt werden wird, weiß ich nicht, die erste Staffel hat mir jedenfalls sehr gut gefallen.

edit: Mit zeitlichem Abstand kommt mir meine Lobeshymne nun doch ein wenig zu lobeshymnisch vor. Und The Happening war wirklich nicht besonders doll. Aber verdammt, welcher andere Regisseur hat mir denn eine Widmung geschrieben, hä?! Eben.

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