Sonntag, 16. Juni 2024

Noch mal 26 obskure Kreuzworträtsel-Lösungen

  • katalonisches Bauernhaus: Masia
  • italienischer Hoftanz: Pavane
  • alter italienischer Tanz: Piva
  • Vormundschaft: Tutel
  • best. Sprecheinheit: Lalem
  • Kindslage: Situs
  • Lenkbeil: Segerz
  • kräftiges engl. Reitpferd: Kob
  • Lebewesen der Wasseroberfläche: Pleuston
  • größte Sonnenferne: Aphel
  • mächtiger Geist im Voodoo: Loa*
  • altruss. Volksinstrument: Domra
  • Sandsturm in der Sahara: Habub
  • Ringkettenglied (techn.): Schake
  • ein Damenreitpferd: Zelter
  • Spuren des Federviehs: Geläuf
  • Jungvogel im ersten Federkleid: Pullus
  • Prüfen von Zuchttieren: Kören
  • eine Spitzenklöppeltechnik: Okki
  • Warmhaltehaube: Cloche
  • Pottwalfett: Walrat
  • Schiffsteil an Bug und Heck: Steven
  • öliger Parfümgrundstoff: Zitral
  • Erdrutsch im Gebirge: Rüfe
  • Beilagen zum griech. Ouzo: Methes
  • steinzeitliche Wohnstätte: Abri
* nicht zu verwechseln mit dem Prolog älterer spanischer Dramen!

Freitag, 14. Juni 2024

Podcast-Empfehlung

Gute Nachrichten (in eigener Sache): Nach einer beschämend langen Pause bin ich ins Podcast-Geschäft zurückgekehrt! Zusammen mit Bibliothekar und Internet personality "Sebastian (8 Jahre)" präsentiere ich: Seitenstraße – der Podcast über Bücherschränke. In jeder Folge reden wir über das Phänomen Offene Bücherschränke und stellen einander je eine literarische Kostbarkeit vor, die wir in einer öffentlichen Bücherablagestelle aufgespürt haben. Die Sendung wird in unregelmäßigen, hoffentlich nicht zu großen Abständen (und eventuell irgendwann zusätzlich außerhalb von SoundCloud) erscheinen. Viel Spaß!

Mittwoch, 12. Juni 2024

Servicepost

Auf mein PPS im Beitrag vom Samstag erreichte mich erfreulicherweise Feedback. Tenor: Das Lehnwort Service mit der Bedeutung "zusammengehöriges, mehrteiliges Essgeschirr" wird tatsächlich "vor allem in Sachsen" und dort "von älteren Menschen (bis ca. Boomer)" (Zitat Kommentator M.L.) als "Servie" ausgesprochen. Ich hatte mich also doch nicht falsch erinnert!

Sowohl mein Langenscheidt-Französisch-Wörterbuch aus der Schulzeit als auch der Duden kennt allein die Aussprache mit hörbarem Schluss-s. Warum also verschlucken es manche Deutschsprechende? Das lässt sich mit einem Phänomen erklären, das in der Linguistik als "Hyperkorrektheit" bezeichnet wird. Den Sprechenden ist bekannt, dass französische Wörter oft "stumme Buchstaben" enthalten, vor allem am Wortende. Also lassen sie, sozusagen im Übereifer, auch das finale -ce in (Tee-, Kaffee-, ...)-Service weg, weil diese Buchstabenfolge "bestimmt anders behandelt wird als in dem aus dem Englischen übernommenen Service". Eine Parallele dazu ist die Aussprache vieler Englisch-Muttersprachler von coup de grâce ("Gnadenstoß") als "cou de gra". Lieber zu wenig als zu viel artikulieren, scheint die Devise zu sein, vgl. auch "Louv" statt "Louvre", wobei hier zusätzlich der äußerst spannende Komplex des finalen Schwa im Englischen hineinspielt (man denke an "Porsch" vs. "Porschah", tertium non datur).

Bleibt die Frage, warum die "Servie"-Variante (ausschließlich?) in Sachsen verbreitet ist. Eine heiße Spur könnte sein, dass das Geschirr-Wort im Sorbischen (!) kein Schluss-s enthält: Sowohl auf nieder- als auch auf obersorbisch heißt es laut Wiktionary serwij. Wegen der räumlichen Nähe könnte es sich um eine Folge von Sprachkontakt handeln. Was freilich immer noch nicht klärt, wieso die hyperkorrekte Aussprache von Älteren bevorzugt wird. Nun gut, jüngere Leute werden sich insgesamt viel weniger häufig über Sammeltassen und Kuchenteller unterhalten als ihre Großeltern ... Dass früher andere Regeln galten, kann ausgeschlossen werden; ein Aussprachewörterbuch von 1833 gibt für service "serwihß'" an. Andererseits fand ich in einem anderen Handbuch aus ungefähr demselben Jahr die Schreibweise "Thee-Servis", und wenn man "Servis" nun wiederum französisch ausspricht, landet man bei "Servie".

Wisst ihr was? Ich werde jetzt einem der Verantwortlichen des "Atlas zur deutschen Alltagssprache" vorschlagen, in die nächste Runde eine entsprechende Umfrage zu integrieren!

Montag, 10. Juni 2024

Was blüht denn da?

Lange war ich erfolglos auf der Suche nach der perfekten Pflanzenbestimmungs-App gewesen. Dann wurde mir "PlantNet" empfohlen, und diese Empfehlung möchte ich weitergeben. PlantNet ist auch in der Gratis-Version mit allem ausgestattet, was man braucht. Bevor man eine Pflanze identifizieren möchte, muss man die Region auswählen, in der man sich befindet, wobei man dem Programm auch erlauben kann, je nach durch GPS ermitteltem Standpunkt automatisch in die entsprechende Flora zu wechseln. Die Datenbank für Mitteleuropa umfasst derzeit 4791 Arten, die weltweite gut das Zehnfache. Erst einmal ist es mir passiert, dass eine Pflanze nicht bestimmt werden konnte, weil sie in Mitteleuropa nicht vorkommt; da bin ich einfach – das hat die App von sich aus vorgeschlagen – auf "Weltweit" gewechselt, und schon wusste ich, worum es sich bei dem (in einem Stadtpark zur Zier gepflanzten) Gewächs handelte. Es macht Spaß, neue Arten kennenzulernen und sich mit der Zeit ein digitales Herbarium aufzubauen. Die Fotos, die man von den Pflanzen(teilen) macht, werden nämlich samt Identifikations-Ergebnis und Aufnahmezeitpunkt gespeichert.




Samstag, 8. Juni 2024

Auf großem Fuß

In einem Flensburger Hotel fand ich ein geniales technisches Gerät vor, das ganz wunderbar in dieses im guten Sinne altmodische Haus passte und bei dem ich mich fragte, warum es sich nicht durchgesetzt hat: einen Wasserkocher, dessen Kontaktfuß zugleich ein Tablett / eine Anrichteplatte ist.



Eine Steigerung wäre nur noch gegeben, wenn der Kontakt in die darunter stehende Kommode eingebaut wäre.

PS: Ich schätze es, wenn Hotels Wasserkocher nebst einer Auswahl an löslichen Heißgetränken bereithalten, aber wenn schon Kaffee, dann bitte richtigen Instant-Kaffee und nicht diese elenden 3-in-1-Mischungen. Ich hasse die! Mit Kaffee haben die nix zu tun: In "Nescafé 3 in 1" beträgt der Anteil an löslichem Bohnenkaffee 7,6 Prozent, in der Jacobs-Variante "immerhin" 8,0 Prozent, die Hälfte ist Zucker, der Rest Milchpulver und Gedöns – eine absolute Unverschämtheit!

PPS: Gestern erinnerte ich mich daran, dass ich in meiner Kindheit und Jugend einige Menschen kannte, vor allem ältere, die das Wort Service (nicht das englische, sondern das französische, wie in "Kaffee-, Teeservice") ohne den finalen Zischlaut aussprachen, also etwa "Servie". Ich fragte meine Kollegen, ob jemand diese Aussprachevariante auch schon mal gehört habe, worauf alle den Kopf schüttelten. Habe ich mir das nur eingebildet? Schreibt mir bitte, wenn euch "Servie" bekannt vorkommt oder ihr das Wort gar selbst so aussprecht.

Donnerstag, 6. Juni 2024

Nomen est ... ja, was eigentlich?

Vorgestern konnte ich endlich "Jeopardy! Masters" zu Ende schauen. Im dritten Halbfinal-Match wurde für 200 Punkte* folgende Frage in der Kategorie "There's 'A' noun for that" gestellt: "A person or thing that's out of place in time". Die Kandidatin Victoria Groce, die später Siegerin werden sollte, antwortete mit "What is 'anachronistic'?", was Ken als korrekt durchgehen ließ. Ich dachte in dem Moment: 'Na na na, es sind doch eindeutig nouns gefordert, also Substantive!' Wie ich soeben ergoogelte, ging es nicht nur mir so, auch im Subreddit r/Jeopardy (ich wusste gar nicht, dass es das gibt, aber ich bin eh so gut wie nie bei Reddit) sprangen mehrere Leute darauf an:


Tatsächlich, nach der Werbepause wurde die Entscheidung revidiert, nur "What is 'anachronism'?" hätte als richtig gegolten.

Dann aber schoss mir dies durch den Kopf: In der deutschen Grammatik (und in anderen, wie z.B. der altgriechischen) umfasst Nomen sowohl Substantive als auch Adjektive, es hätten also sowohl "Anachronismus" als auch "anachronistisch" gepasst und somit auch, zumindest wenn man Nomen mit noun gleichsetzt, sowohl "anachronism" als auch "anachronistic".

Wikipedia (zum Konsultieren von Fachliteratur fehlt mir gerade die Zeit) stellt dazu fest: "Similarly, the Latin term nōmen includes both nouns (substantives) and adjectives, as originally did the English word noun, the two types being distinguished as nouns substantive and nouns adjective (or substantive nouns and adjective nouns, or simply substantives and adjectives). (The word nominal is now sometimes used to denote a class that includes both nouns and adjectives.)" Mit viel Toleranz hätte man also das Adjektiv akzeptieren können. Spielte in diesem Fall eh keine Rolle. Mir war die Diskussion um Wortarten schon immer einerlei. Ich war bass erstaunt, als ich in einer der ersten von mir besuchten Linguistik-Vorlesungen lernte, dass die Einteilung von Wörtern derart umstritten und uneindeutig ist, wie sie ist. Gibt es nicht Wichtigeres und Spannenderes? (Ja, gibt es.)

* Bei "Jeopardy! Masters" wird um Punkte statt um Dollar-Beträge gespielt, weil die Preisgelder fix sind (500.000 $ für den oder die Gewinner/in, 250.000 $ für Platz 2 und immerhin 150.000 $ für Platz 3).

Dienstag, 4. Juni 2024

Serientagebuch 05/24

03.05. Baby Reindeer 1.05
04.05. Shining Vale 2.05
Baby Reindeer 1.06
Baby Reindeer 1.07
05.05. 3 Body Problem 1.05
06.05. Will Trent 1.12
Will Trent 1.13
09.05. The Simpsons 35.16
10.05. Shining Vale 2.06
13.05. Shining Vale 2.07
3 Body Problem 1.06
14.05. The Simpsons 35.17
Shining Vale 2.08
Doctor Who 14.01
Doctor Who 14.02
16.05. Quiz 1.01
Quiz 1.02
Quiz 1.03
19.05.
Doctor Who (Classic) 19.7.1
Doctor Who (Classic) 19.7.2
Doctor Who (Classic) 19.7.3
Doctor Who (Classic) 19.7.4
21.05. The Simpsons 35.18
22.05. Doctor Who 14.03
26.05. Gotham 4.08
28.05. Jury Duty 1.01
30.05. Jury Duty 1.02
Gotham 4.09

Man möchte jedem, der aufgrund des Hypes Baby Reindeer anzusehen plant, raten, um des Überrumpelungsfaktors willen völlig unvorbereitet an diese britische Dramedy heranzugehen. Gleichzeitig möchte man davor warnen, in welche menschlichen Tiefen das, was als gleichermaßen spannende, emotionale, aber auch quirky-sitcom-artige Stalker-Geschichte anhebt, nach wenigen Episoden führt. Eine entsprechende Inhaltswarnung wird zum Glück rechtzeitig vorangeschickt. Leichte Unterhaltung ist das nicht.
Dem narrativen Sog kann man sich nicht entziehen, zumal er von den aus dem Off eingesprochenen Tagebuchnotizen des Ich-Erzählers noch beschleunigt wird.

In dem gegenwärtigen Überangebot an hochkomplexen High-Prestige-Serienstoffen war Will Trent genau das willkommene Kontrastprogramm, das ich mir seit Langem herbeigesehnt hatte: ein Polizei-Procedural mit nur rudimentärem folgenübergreifenden Handlungsbogen, das einen nicht überfordert. Tatsächlich hätte die erste Staffel (eine dritte wurde kürzlich bestellt) genau so Anfang der 2000er auf jedem beliebigen Network-Sender laufen können, mit mindestens 20 statt 13 Episoden – und mit mehr "Copaganda", aber in der Hinsicht hat man gelernt, beispielsweise wurde auf die Einschüchterung von Verdächtigen mit der Aussicht auf prison rape verzichtet, das ist ja schon mal was.
Weiter werde ich die Serie allerdings nicht verfolgen, es sei denn, ich bedarf in ein paar Jahren mal wieder eines palate cleansers und habe keine Alternative zur Hand. Die Plots sind doch arg simpel gestrickt, man weiß praktisch nach zehn Minuten, wie der Hase läuft bzw. wer der Täter ist. Karin Slaughter, von der ich den einen oder anderen Thriller gelesen habe, ist als Ausführende Produzentin beteiligt, leider konnte sie sich nicht dazu durchringen, an einem Drehbuch mitzuwirken. Ins Schwarze getroffen hat man immerhin mit der Besetzung der Hauptfigur: Aussehen und Manierismen dieses Will Trent (Ramón Rodriguez) sind exakt so, wie sie beim Lesen der Atlanta-Romane vor meinem geistigen Auge entstanden sind. Beim übrigen Casting hatte man kein glückliches Händchen. Zu bemängeln ist auch der unausgegorene Tonfall: Das gelegentliche Vorkommen markiger Sprüche und witziger asides seien selbst einer grundsätzlich ernsten Krimiserie zugestanden, doch bei den mitunter reichlich düsteren Komplexen sind sie hier oft fehl am Platze.

Habe ich die erste Staffel von Shining Vale – nach anfänglicher Irritation – noch gelobt, fällt mir das in der Fortsetzung schwerer. Pah, das ist eine maßlose Untertreibung: Während der sechsten Folge war ich kurz davor, das Ding abzubrechen. Die Wendungen wurden immer hanebüchener, die Witze immer fragwürdiger, die Figuren immer depperter. Vor allem geriet der zuvor noch clevere, weil subversive Umgang mit Horrorklischees schlicht geist- und lieblos. Wenn zum dritten Mal ein Omnibus mit 100 km/h durch eine geschlossene Ortschaft rauscht und scheinbar weder über eine Bremse noch einen sehenden Fahrer gebietet und es zu einem ausgenudelten "Hit by a bus"-Jumpscare kommt, fühle ich mich als Tropenkundiger regelrecht beleidigt. Und nicht nur ich; die Quoten gingen ab der Hälfte der Staffel merklich nach unten.
Courteney Cox und Greg Kinnear können freilich nix dafearfür. Die beiden spielen, wie in meiner Humorkritik letztes Jahr lobend bemerkt, brillant.

Die dreiteilige Fiktionalisierung des "Hust-Skandals" in der britischen (i.e. der Original-)Version von "Wer wird Millionär?" stand schon lange auf meiner Watchlist, Quiz lief bereits 2020 auf ITV. Sie ist, auch wenn man den Ausgang des Gerichtsverfahrens kennt, mitreißend, zudem toll besetzt (u.a. tritt die extrem lustige Aisling Bea in einer leider ihr Potenzial nicht würdigenden Nebenrolle auf) und fernsehgeschichtlich interessant.

Ein Classic-Serial von Doctor Who hatte ich schon lange nicht mehr gesehen. Eine Story mit dem fünften Doktor sollte es nun sein, und zwar der 1982 direkt nach "Earthshock" ausgestrahlte Vierteiler "Time-Flight" (deutsch "Zeitflug"), für den sich einige Beteiligte heute schämen: "Peter Davison has said Time-Flight was the biggest disappointment from his time on the series, stating it was a 'very good story, but we had run out of money. We filmed the prehistoric landscape of Heathrow airport in Studio 8 [at TV Centre] with a model Concorde in the back of the studio. The monsters were bits of foam. We didn't do the story justice.'" Im DVD-Booklet findet sich ein Grußwort von Adric-Darsteller Matthew Waterhouse, das in dieselbe Kerbe schlägt. Nun ja, für mich sind die charmanten Billo-Effekte oft ein Mehrwert; mir wird bewusst gemacht: So sah "Doctor Who" halt mal aus, und auch deswegen ist es Kult. Zugeben muss ich jedoch, dass auch einige nicht dem Budget geschuldeten Entscheidungen fragwürdig sind: Warum zum Beispiel wählt der Master diese Verkleidung/persona? Sei's, wie es ist. Die Concorde in ein "Doctor Who"-Abenteuer einzuarbeiten, war eine schöne Idee. Wäre ja heute gar nicht mehr möglich!

Die 35. Staffel der Simpsons war, wegen des Autoren- und des Schauspieler-Streiks 2023, die kürzeste seit der ersten. Mir hat sie deutlich besser gefallen als die vorherigen, insbesondere die letzten vier Folgen kamen mir richtig "klassisch" vor. Es wurde auf das schon zur Gewohnheit gewordene krampfhafte Verhandeln von Popkultur-Phänomenen und kurzlebigen Modeerscheinungen verzichtet. Ein Schritt in die richtige Richtung!

Sonntag, 2. Juni 2024

Das gute Sonntagsvideo

Nanu? Ein Monat, in dem der erste Blogpost nicht das Serientagebuch ist? Erklärung: Ich bin immer noch on the road (wer mir auf Facebook oder Instagram folgt, ist im Bilde), und frühestens am Dienstag würde ich zum Rezensieren kommen. Einen kurzen Youtube-Tipp kriege ich aber gerade noch hin (längere Beiträge könnte ich nicht mit der Blogger-App verfassen), und der liegt mir wirklich am Herzen, denn das Video streift ein Thema, das hier im Blog schon das ein oder andere Mal auftauchte. Viel Spaß!