Donnerstag, 31. Dezember 2015

Der alljährliche Jahresausblick fürs kommende Jahr

2016 beschert Teilen der Welt eine totale (9.3.) und eine ringförmige Sonnenfinsternis (1.9.); in Europa kriegt man davon nichts mit. Das chinesische Jahr des Affen ist zugleich das Internationale Jahr der Geographie, der Kamele und der Hülsenfrüchte. Wir feiern 500 Jahre Reinheitsgebot, 150 Jahre Prager Frieden und den 200. Geburtstag des Erfinders der Sachertorte. Der Rest ist langweilig.

Wie immer spannend dagegen: die Natur des Jahres. Mit Feuersalamander, Stieglitz, Hecht, Feldhamster und Echtem Kümmel wurden die Kategorien Lurch, Vogel, Fisch, Wildtier und Arzneipflanze des Jahres recht konventionell besetzt; der Stachelbeerspanner als Schmetterling des Jahres weiß allerdings zu überzeugen, auch Sommer-Drehwurz (Orchidee d.J.), Gemeine Binsenjungfer (Libelle), Höhlenlangbein (Höhlentier) und der Lilastielige Rötelritterling (Pilz) dürfen als solide Entscheidungen gelobt werden. Der Verband Deutscher Sporttaucher, die Sektion Phykologie der Deutschen Botanischen Gesellschaft sowie die Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie lassen sich wie immer noch etwas Zeit mit der Bekanntgabe von Wasserpflanze, Alge resp. Mikrobe des Jahres (*streng räusper*).

Was wird uns sonst noch so erwarten? Sicherlich das Ableben einiger liebgewonnener Prominenter und abertausender weniger bekannter Menschen. Zudem: Terroranschläge, Naturkatastrophen, Flugzeugabstürze, diverse "Gates", Wetterkapriolen, beschissene Kinofilme, fruchtlose Debatten und schreckliche Dinge, die wir uns heute noch gar auszumalen wagen. Überhaupt wird bestimmt alles immer schlimmer und schlimmer. Trotzdem guten Rutsch!

Dienstag, 29. Dezember 2015

Euphonie

Ich habe noch nie in meinem Leben geskypet. Also: geskypet im Sinne von videotelefoniert. Wohl aber habe ich in Prä-WhatsApp- und Facebookchat-Zeiten Skype als Instant Messenger benutzt. Jedenfalls prangten einmal in der "Away"-Zeile eines Skype-Kontaktes die Worte CELLAR DOOR. Ratlos ob deren tieferen Sinn konsultierte ich Wikipedia. Dort stand: "The English compound noun cellar door (especially in its British pronunciation) is commonly used as an example of a word or phrase which is beautiful in terms of phonaesthetics (sound) with no regard for semantics (meaning)."

Aha. Cellar door. Cellar door. Cellar door. Ich bin kein Muttersprachler, aber in meinen Ohren klingt das Wort nicht überragend schön. Viel besser finde ich zum Beispiel lozenges ("Hustenpastillen"). Es gibt auch hässliche Wörter, aber die stören kaum, hört man sie doch nur den Bruchteil einer Sekunde. Fieser sind da schon manche Lieder, die man in der Regel länger als drei Minuten aushalten muss, z.B. wenn man bei jemandem im Auto mitfährt.

So geschehen vor etwa viereinhalb Jahren. Es war dies das letzte Mal, dass ich den Service der Mitfahrzentrale nutzte, und dabei erwischte ich eine ganz und gar unausstehliche Fahrerin, eine (hier passt nur das wahrlich grässlich klingende Wort) Tussi, die nicht nur extrem aggressiv fuhr, sich über jeden, der sich auf der linken Autobahnspur mit weniger als 160 km/h bewegte, lauthals beschwerte und sich obendrein zu fein war, ihren Gurt zu benutzen, sondern immer wieder inhaltlich wie formal saudumme Sätze wie "Wessis können nicht Auto fahren", "Mein Freund geht mir manchmal aufs Schwein, das ist voll der Hass" oder den Klassiker "Ich hab nichts gegen Ausländer, aber ..." äußerte. Und als hätte das nicht genügt, lief, wie bei langen Autofahrten üblich, das Radio. Mit Chartstürmern wie David Guetta oder der einen, die immer "Hello!" singt, konnte und kann ich mich ja arrangieren. Aber das allerallerdämlichste, unerträglichste Dreckslied des damaligen Sommers war ohne Zweifel "On the Floor" von Jennifer Lopez featuring Pitbull. Wer's nie gehört hat, lebt ein glückliches Leben! Es handelte sich um einen primitivst zusammengerotzten Remix des Lambadas (!) und nervte nicht nur mit hirnerweichenden Melodie-Parodien, sondern auch mit textlichen Ergüssen der Oberklasse: "It's a new generation of party people. Let me introduce you to my party people in the club. [...] Pick your body up and drop it on the floor. Let the rhythm change your world on the floor. You know we're running shit tonight on the floor. Brazil, Morocco, London to Ibiza, straight to LA, New York, Vegas to Africa. Dance the night away, live your life and stay young on the floor. Dance the night away, grab somebody, drink a little more. Lalalalalalalalalalalalalala (sic!)." Und meine widerliche Fahrerin sah nicht ein, den Sender zu wechseln oder wenigstens die Lautstärke minimal zu drosseln.

Da hört man doch lieber "Dat du min Leevsten büst". Dieses Volkslied, das wir ständig in der Schule singen mussten, ist zwar auch leicht doof, aber immerhin kommt das Wort "Kammerdör" drin vor, und das klingt ja fast wie cellar door.

Freitag, 25. Dezember 2015

Traumprotokoll: Krankenhaustoilette

In einem sehr großen Klinikgebäude, in dem ich mich als Gast aufhielt, suchte ich ein WC. Nach langen Minuten des Herumirrens gelangte ich tatsächlich in einen Trakt, der so aussah, als könnten sich sanitäre Anlagen darin befinden. Ich ging durch eine Tür in eine Schleuse, die einem jener Spiegellabyrinthe auf dem Rummel ähnelte, die engen Gänge waren zusätzlich mit hängenden, schwer zu durchdringenden Hartplastikfolien versperrt. Jedes Mal wenn ich dachte, hinter einer dieser Folien müsse sich jetzt der WC-Bereich befinden, stolperte ich stattdessen in einen Operationssaal oder in eine Quarantäne-Station, wo man mich sofort barsch zum Umkehren aufforderte. Irgendwann stand ich wieder, resigniert und mit Harndrang, im Flur. Schließlich kam ein junger Pfleger auf mich zu und sagte: "Das sah echt lustig aus, wie du da durch die Schleuse geirrt bist." – "Was, habt ihr mich etwa mit Kameras beobachtet?", rief ich aus. – "Nicht nur beobachtet, wir haben sogar alles aufgezeichnet", erwiderte der Mann. "Mach dir nichts draus, du bist halt ein Nerd, der sich in der richtigen Welt nicht zurecht findet. Und jetzt warte hier, bis sich jemand um dich kümmert." Ich wartete, sah an mir herunter und stellte fest, dass ich plötzlich Teil des Krankenhauspersonals geworden war: Ich war weiß gekleidet, trug ein Namensschild und hielt einen Pager in der Hand. Kurz darauf fragte mich eine matronenhafte Oberschwester streng, warum ich hier so untätig rumstehe und wer ich überhaupt sei. Sie entriss mir Namensschild und Pager, und abermals wusste ich nicht, wohin mit mir. Es dauerte nicht lang, da erschien die herrische Schwester erneut und wollte wissen, warum ich kein Namensschild trage. "Aber das haben Sie mir doch gerade weggenommen!", versetzte ich. – "Hahaha, da verwechseln Sie mich wohl mit jemandem!", sagte sie. "Bleiben Sie hier. Ich schicke jemanden zu Ihnen. Sie sind ja noch ein halbes Kind, hahaha!" Bevor ich darüber nachdenken konnte, was sie damit meinte, wurde ich endlich in den Toilettenbereich teleportiert. Dort musste ich allerdings erst in einer Umkleidekabine mit unzähligen anderen Menschen warten.

Dienstag, 22. Dezember 2015

Ja zum Weichspüler!

Ich war geschockt, als ich erfuhr, dass es Menschen gibt, die beim Wäschewaschen auf Weichspüler verzichten (vgl. die morgen erscheinende Titanic, S. 36ff.)! Nennt mich Softie, aber ich finde, Kleidung muss weich sein und duften. Und noch etwas gebe ich gerne zu. Für alle, die mich bisher als ganz umweltfreundlichen Zeitgenossen wahrgenommen haben, mag nun eine Welt zusammenbrechen, aber: Ich wasche gelegentlich bei 90 Grad. Nämlich Handtücher. Handtücher und insbesondere Geschirrtücher neigen dazu, unangenehme Gerüche anzunehmen, und dies lässt sich allein durch Kochwaschung unterbinden oder wenigstens hinauszögern. Am Ende bleiben die Tücher doppelt so lange frisch und man spart wiederum Wasser.

Ich kenne Leute, die hauen sämtliche Kleidungseinheiten in die Trommel und waschen sie bei 40°, obwohl auf manchen Etiketten ausdrücklich 30° oder 60° empfohlen wird. Wer bin ich, mich dem Diktat der Waschlabel zu widersetzen?!?! Nun gut, ich lese ja auch Medikamenten-Beipackzettel und Lebensmittel-Inhaltsangaben von vorne bis hinten.

Sonntag, 20. Dezember 2015

Unverschämtheiten aus deutschen Verlagsprogrammen


Auf dreistere Weise wurde das Vermächtnis der Junggrammatiker noch nicht in den Schmutz gezogen. Diese infamen Zeilen wurden vom Verlag dtv in dessen Ankündigung des Romans "Die Grammatik der Rennpferde" von Angelika Jodl geknallt ("Die ungewöhnliche Liebesgeschichte eines Ex-Jockeys aus Kasachstan und einer Deutschlehrerin"). *kopfschüttel*

Freitag, 18. Dezember 2015

In der Stadt der Eulen (Versuch eines Reiseberichts nebst Fotos)

Im Dezember des Jahres 2015 begab es sich, dass ich einen Kurztrip in die Hauptstadt Griechenlands unternahm.

Auf dem Flughafen wurde ich zum ersten Mal von einem der berüchtigten neuen "Nacktscanner" gescannt. Zur Belohnung gab es hinterher Süßigkeiten!

Das Hotel war, wie man sieht, recht ordentlich dafür, dass eine Nacht nur 30,- € kostete. Leider wurden gerade Malerarbeiten durchgeführt, weswegen dezente Farbgerüche meinen Schlafraum durchwaberten.

So sah es nachts aus. Im Hintergrund thront die zauberhaft erleuchtete Akropolis.

Der weihnachtlich hergerichtete Syntagma-Platz. Die weniger bekannten Viertel zeigte mir freundlicherweise der ortskundige Erasmus-Student und Twitterer @mitnichten.

Das obligatorische Katzenfoto

Gebäude

Eros (oben)

Bei Sonnenschein und 12° C (kälter wird's dort praktisch nie) flanierte ich über die Agora und ließ den Geist der vergangenen Jahrhunderte auf mich wirken. (Puh, wie schwulstig!)

Spektakulär: Teile des Antikythera-Mechanismus!

Noch spektakulärer: In Athen fahren O-Busse! Die habe ich zuletzt in Sarajevo gesehen.

Der Weg auf den Lykabettus, die höchste Erhebung der Stadt. Runter ging es mit einer von Metaxa gesponsorten Standseilbahn durch einen Tunnel, an dessen Wände die ganze Zeit sublime Metaxa-Werbung projiziert wurde. (Sorry für die verunglückten Farben in diesem Foto.) (Trinkt Metaxa!)

Wer war das? >:(

Zitrusfrüchte wachsen an jeder Straße. Mitten im Winter!

Das Beste aber sind die vielfältigen Gebäckstückchen, die man in Griechenland überall für wenig Geld findet. Vorne in der Auslage: irgendwas, das gefühlt zu 50% aus Honig und 50% aus Zucker besteht.

Auf dem Rückflug habe ich dann noch gelernt, dass Rosbacher Mineralwasser vom IS empfohlen wird.

Montag, 14. Dezember 2015

Die besten Weblogs

Philip Saß a.k.a. @episodenfisch verfasst komische und handwerklich einwandfreie Lyrik, vor allem seine Sonette sind von gernhardtscher Genialität: Das Gedicht der herrschenden Klasse

Freitag, 11. Dezember 2015

Hitler im Pech. Kleine Chronik des Verlesens, 2007-2015

  • 29.10.2007: "Eva Hermann ist tot." In echt war's natürlich Evelyn Hamann.
  • 30.03.2008: "Clinton wehrt sich gegen Rücktrittsforderung – Obama unterstützt Rivalin" – ich las: "Ritalin".
  • 08.07.2009: "Setzen Sie sich für die Beendigung unserer Handelspraktiken ein", lautete die Betreffzeile einer Mail von eBay. 'Huch, warum so selbstkritisch?', fragte ich mich noch, bevor ich gewahrte, dass da "unfairer" statt "unserer" stand.
  • 14.07.2009: "Krawalle beim Oranier-Marsch in Belfast". Mein Gehirn machte daraus zuverlässig "Onanier-Marsch".
  • 30.11.2009: "Flick-Sarg wieder aufgetaucht?" Ich muss wohl nicht erwähnen, welche Art von Sarg ich stattdessen erfand.
  • 28.01.2010: Ich lese "Australian Open: Monster-Brüste zum Finaleinzug". Warum schreibt stern.de auch etwas von einem "Monster-Brüller"?
  • 25.11.2010: "Stanislaw Tillich nach Kater weitergereist" ... Es war dann aber doch das Land Katar.
  • 10.12.2010: In den Kleinanzeigen der Studentenzeitung ad rem wurden kostenlose Mensaplatzmarken für Schwangere angeboten. Statt "Freitischmarken" las ich jedoch zuerst "Fetischmarken".
  • 21.03.2011: "Militärbündnis streitet über Frühlingsrolle", ähh ... "Führungsrolle".
  • 12.07.2011: "Micro-Prozessor" statt "Mirco-Prozess"
  • 24.08.2012: "Gericht: Hitler-Kündigung unwirksam"; das war freilich Quatsch, vielmehr ging es um die Kündigung einer Person Hilder.
  • 14.01.2013: "Warum Amerikaner schwierige Amokläufer sind", wurde in dem Artikel, in dem es um amerikanische Autokäufer ging, nicht erklärt.
  • 16.10.2013: "Forscher finden gewaltigen Tiefsee-Elch" Zu früh gefreut! Ein verdammter Fisch war's.
  • 14.11.2013: Mischkonsum kostet den Führerschein, heißt es im Lawblog. Und was lese ich? "Milchkonsum kostet den Führerschein."
  • 04.05.2014: Sportnews: "Hiller im Pech. Ducks verlieren ersten Viertelfinal in Overtime." Was habe ich mir hierbei wohl gedacht? Na? Na?
  • 10.12.2015: Was wohl "Unstädte" sind? Unistädte natürlich.

Mittwoch, 9. Dezember 2015

What's Love Got to do With It?

Das kürzlich angesprochene Buch "The Language of Food" entpuppt sich mehr und mehr als wahre Goldgrube. Im zuletzt von mir gelesenen Kapitel wurde ein Thema gestreift, dessen ich mich in einem meiner allerersten Beiträge in diesem Blog angenommen habe, nämlich der semantischen Entleerung bzw. dem Verlust der Eigenbedeutung von "to love" im v.a. amerikanischen Englisch, wofür der Autor den Terminus "semantic bleaching" verwendet. Mein damals geäußerter Verdacht, dass Sätze wie "I loooove sand castles!" eine relativ junge Erscheinung sind, wird bestätigt, auch wenn ich mit der Schätzung von 50 Jahren leicht daneben lag. Der Linguist Erin McKean hat Ende des 19. Jahrhunderts festgestellt, dass junge Frauen in dieser Zeit damit anfingen, love zu generalisieren und auf unbelebte Objekte (Lebensmittel!) zu beziehen. (a.a.O., S. 95) Außerdem wird das Buch "Anne of the Island" (dt. "Anne in Kingsport") von 1915 zitiert; eine ältere Frau sagt darin:
"The girls nowadays indulge in such exaggerated statements that one never can tell what they do mean. It wasn't so in my young days. Then a girl did not say she loved turnips, in just the same tone as she might have said she loved her mother or her Saviour."
Merkwürdig finde ich, dass mir die Verwendung von "lieben" in Bezug auf eigene Kinder im Jahr 2009 noch befremdlich erschien. Das kommt mir heute völlig normal vor. Und zum Saviour fällt mir nur der gehässige Satz ein: "Wenn du Jesus so sehr liebst, warum heiratest du ihn dann nicht?" Ich weiß gar nicht, ob der aus den "Simpsons" stammt oder mir selbst eingefallen ist.

Montag, 7. Dezember 2015

"Übernatürliche" Mehrfachbegegnungen

Auf der Seite dasgehirn.info fragt eine Leserin nach der Erklärung für ein auch mir bekanntes Phänomen: "Manchmal höre oder lese ich ein Wort ewig nicht und dann taucht es plötzlich in kurzer Zeit doppelt auf, wenn auch in einem anderen Kontext."

Der Gehirnforscher Alan Richardson-Klavehn antwortet (von mir gekürzt, ich empfehle aber, alles zu lesen):
"Dieses Phänomen lässt sich wahrscheinlich auf das so genannte 'perceptual priming' zurückführen [...]: Ein Wort auf einem Blatt ist zunächst einmal nur ein Muster. Wenn man das liest, dann müssen Wahrnehmungsmechanismen im Gehirn dieses Muster verarbeiten und aus dem Gedächtnisspeicher die zum Muster passende Bedeutung abrufen. [...] Wenn man einen Reiz wie zum Beispiel ein Wort verarbeitet hat, dann kann der Reiz künftig leichter verarbeitet werden. [...]
Wenn ein selten auftauchendes Wort nun in kurzer Zeit doch wieder vorkommt, dann ist die Informationsverarbeitung bei der Wiederholung besonders erleichtert. [...] Das perceptual priming ist stärker für jene Wörter, die in der Sprache selten vorkommen, und schwächer für Wörter, die in der Sprache häufig vorkommen. Eben weil häufige Wörter schon sehr effizient verarbeitet werden.
Nun gibt es zwei mögliche Erklärungen, warum das Wort beim zweiten Auftauchen besonders auffällt. Die erste Erklärung verlässt sich auf die so genannte 'attribution theory' [...]. Taucht ein seltenes Wort in kurzer Zeit ein zweites Mal auf, dann merkt man, dass das Wort viel effizienter und fließender verarbeitet wird, als das normalerweise für ein selten auftauchendes Wort der Fall wäre. [...] Man sucht eine Erklärung dafür und denkt bewusst darüber nach, wo und wann dieses Wort einem vorher begegnet ist.
Die zweite, direktere, Erklärung [...:] Das perceptual priming, das beim zweiten Mal passiert, treibt automatisch den simultanen Abruf einer episodischen Gedächtnisspur im Gehirn an. Das führt unvermeidbar dazu, sich bewusst an die vorherige Begegnung mit dem Wort zu erinnern."

Eine befriedigende Antwort – die aber nicht erklärt, warum dieser Déjà-vu-ähnliche Effekt auch bei neu kennengelernten Konzepten, die nicht seltene Wörter sind, auftritt. Der Anlass, der mich überhaupt googeln und die zitierte Gehirn-Webseite finden ließ, war nämlich jener: Gestern hörte ich mir ein Q&A mit einem bekannten YouTuber an. Eine Frage lautete: "Welche Werke des Zeitreise-Genres gefallen dir?" Der Befragte verwies dann u.a. auf "Puella Magi Madoka Magica", wovon ich noch nie gehört hatte, weil ich mich mit Anime weder auskenne noch beschäftige. Heute nun findet man im Feuilleton der FAZ die alljährlichen Weihnachtsempfehlungen der Redaktion, und was steht dort bei Dietmar Dath in der Spalte "Was süchtig macht"? – Die DVD/BluRay "Puella Magi Madoka Magica The Movie: Part 3 - Rebellion"! Dass mir innerhalb von zwei Tagen dasselbe Werk zweimal begegnet, kann ja wohl kaum mit dem sekundären visuellen Cortex zusammenhängen. Mit dem "Gesetz der Anziehung" oder ähnlichen esoterischen Theorien sicher auch nicht. Vermutlich liegt's an einer Mischung aus Zufall und dem Fakt, dass die erwähnte Fernsehserie doch ziemlich populär ist.

Freitag, 4. Dezember 2015

Filmtitel XIII

Trainwreck → Dating Queen
Ghosts of Goldfield → Paranormal Ghosts
A Royal Night Out → A Royal Night
Student Bodies → Sex School
Les héritiers → Die Schüler der Madame Anne
No God, no Master → First Impact
Goodbye to All That → Suddenly Single
Bis → Plötzlich wieder jung – Zurück in die 80er 
El club de los incomprenidos → Buenos días, Prinzessin!
She's Funny That Way → Broadway Therapy
Sous les jupes de filles → French Women
Backmask → Exitus – Play It Backwards
The Well → The Last Survivors
N'importe qui → What The F***?
Coffee Shop → Coffee Shop – Liebe to go
Me and Earl and the Dying Girl → Ich und Earl und das Mädchen
The Night Before → Die Highligen Drei Könige
Dead on Campus → Eiskalter Engel
Terms of Endearment → Zeit der Zärtlichkeit

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Unser alberner Kalender

Jedes Jahr aufs neue kann ich kaum fassen, dass der Winter offiziell erst am 21. Dezember beginnt. Heuer liegen alle vier Adventssonntage im Herbst! Wie soll denn da Weihnachtsstimmung aufkommen? Ich wäre dafür, die meteorologischen Jahreszeiten an die kalendarischen anzugleichen. Dann hieße es: Dezemberzeit = Winterzeit.

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Man findet keine Freunde mit Salatkommentaren

Ich weiß nicht, was mich dazu bewegt hat, den Blick-Artikel "Wie dick macht griechischer Salat?" anzuklicken. Vielleicht, weil ich gestern griechischen Salat zum Mittag hatte. Noch weniger klar ist mir allerdings, warum ich mir auch noch die zwei Leserinnenkommentare unter dem Artikel zu Gemüte geführt habe. Die sind aber wirklich fantastisch!

Regula Rütli (!)
aus Luzern
heute, 13:28 Uhr
Was soll das nun schon wieder? Beim griechischen Salat nimmt man normalerweise nur etwas Zitronensaft, Olivenöl, Salz und Pfeffer zum Anmachen, mehr brauchts doch da nicht. Warum schwadroniert Frau Fux nun über zu viel Dressing? Ein griechischer Salat mit Feta und Oliven ist zudem ein guter Sattmacher, da im Feta Eiweiss und sowohl im Feta als auch in den Oliven Fette enthalten sind. Brot als zusätzlichen Dickmacher braucht man da gar nicht! Frau Fux hat wohl noch nichts von Low-Carb gehört?

Betty Rüdisüli (!!)
heute, 11:20 Uhr
Also ich muss mich doch sehr wundern. Es ist doch längst bekannt, dass Salat so gut wie keine Vitamine und Nährstoffe hat. Dann auch noch Brot explizit zu empfehlen, damit es eine "ausgewogene" Mahlzeit ist, ist doch nun wirklich ein Witz.

Es wäre nun ein Leichtes, zu schreiben "Haben die echt nix Besseres zu tun als Ernährungstexte zu kommentieren, lol?!", aber dann wäre es ein noch Leichteres, zu kontern: "Hat der echt nix Besseres zu tun als Ernährungstextkommentare zu kommentieren, doppellol?!" Mir selbst fiele kaum etwas ein zu dem Thema; ich weiß ja nicht mal annähernd zu sagen, wie viele Kilokalorien ich an einem Durchschnittstag verbrenne oder was immer man mit Kilokalorien macht. Deswegen nehme ich die zwei obigen Auslassungen ohne Argwohn zur Kenntnis. Und minimale Empörung unter harmlosen Essensbeiträgen ist allemal verträglicher als die üblichen Hasskommentare unter einem Politikartikel auf welt.de ...

Dienstag, 1. Dezember 2015

Serientagebuch: November

01.11. Low Winter Sun 1.10
The Knick 2.01
02.11. Scrubs 1.10
04.11. The Big Bang Theory 9.06
05.11. South Park 19.06
06.11. Gotham 2.03
The Walking Dead 3.13
07.11. Scrubs 1.11
Mob City 1.01
Homeland 5.03
Homeland 5.04
08.11. The Knick 2.02
10.11. The Simpsons 27.06
The Bridge US 2.09
11.11. Family Guy 14.05
12.11. Boardwalk Empire 2.09
13.11. Scrubs 1.12
15.11. The Big Bang Theory 9.07
The Big Bang Theory 9.08
Mob City 1.02
16.11. Family Guy 14.06
19.11. South Park 19.07
South Park 19.08
20.11. Ripper Street 1.02
Doctor Who 9.06
Doctor Who 9.07
Doctor Who 9.08
Doctor Who 9.09
21.11. The Last Man on Earth 2.06
The Last Man on Earth 2.07
Hustle 5.04
Hustle 5.05
23.11. Homeland 5.05
Homeland 5.06
Akte X 5.16 (RW)
24.11. Boardwalk Empire 2.10
The Simpsons 27.07
25.11. Weeds 1.08
Family Guy 14.07
27.11. The Knick 2.03
28.11. Scrubs 1.13
Scrubs 1.14
Boardwalk Empire 2.11
29.11. Backstrom 1.07
Boardwalk Empire 2.12