Freitag, 25. Dezember 2015

Traumprotokoll: Krankenhaustoilette

In einem sehr großen Klinikgebäude, in dem ich mich als Gast aufhielt, suchte ich ein WC. Nach langen Minuten des Herumirrens gelangte ich tatsächlich in einen Trakt, der so aussah, als könnten sich sanitäre Anlagen darin befinden. Ich ging durch eine Tür in eine Schleuse, die einem jener Spiegellabyrinthe auf dem Rummel ähnelte, die engen Gänge waren zusätzlich mit hängenden, schwer zu durchdringenden Hartplastikfolien versperrt. Jedes Mal wenn ich dachte, hinter einer dieser Folien müsse sich jetzt der WC-Bereich befinden, stolperte ich stattdessen in einen Operationssaal oder in eine Quarantäne-Station, wo man mich sofort barsch zum Umkehren aufforderte. Irgendwann stand ich wieder, resigniert und mit Harndrang, im Flur. Schließlich kam ein junger Pfleger auf mich zu und sagte: "Das sah echt lustig aus, wie du da durch die Schleuse geirrt bist." – "Was, habt ihr mich etwa mit Kameras beobachtet?", rief ich aus. – "Nicht nur beobachtet, wir haben sogar alles aufgezeichnet", erwiderte der Mann. "Mach dir nichts draus, du bist halt ein Nerd, der sich in der richtigen Welt nicht zurecht findet. Und jetzt warte hier, bis sich jemand um dich kümmert." Ich wartete, sah an mir herunter und stellte fest, dass ich plötzlich Teil des Krankenhauspersonals geworden war: Ich war weiß gekleidet, trug ein Namensschild und hielt einen Pager in der Hand. Kurz darauf fragte mich eine matronenhafte Oberschwester streng, warum ich hier so untätig rumstehe und wer ich überhaupt sei. Sie entriss mir Namensschild und Pager, und abermals wusste ich nicht, wohin mit mir. Es dauerte nicht lang, da erschien die herrische Schwester erneut und wollte wissen, warum ich kein Namensschild trage. "Aber das haben Sie mir doch gerade weggenommen!", versetzte ich. – "Hahaha, da verwechseln Sie mich wohl mit jemandem!", sagte sie. "Bleiben Sie hier. Ich schicke jemanden zu Ihnen. Sie sind ja noch ein halbes Kind, hahaha!" Bevor ich darüber nachdenken konnte, was sie damit meinte, wurde ich endlich in den Toilettenbereich teleportiert. Dort musste ich allerdings erst in einer Umkleidekabine mit unzähligen anderen Menschen warten.

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