Dienstag, 29. September 2020

(Circa) 100 (+ 26) obskure Kreuzworträtsel-Lösungen

Nachdem den "Kookaburra" nicht einmal 40 Leute haben wollten, obwohl allein heute 240 Zugriffe, darunter der fünfhunderttausendste, auf dieses Blog erfolgt sind (nun gut, vermutlich 200 von Bots), würde ich mir den Hinweis auf mein gerade erschienenes Kreuzworträtsel-Buch am liebsten sparen, aber vielleicht begreift der oder die ein(e) oder andere es ja als Gelegenheit, mit ein paar Euros einfach mal Danke für 1717 werbefreie Beiträge zu sagen. Man muss es ja nicht lesen!
And now this:

  • orientalisches Teppichmuster: Herati
  • menschl. Ausstrahlung: Od
  • Gewand der Mekkapilger: Ihram
  • Amazonasdelfin: Inia
  • Atemfontäne der Wale: Blas
  • Schildlausfett: Age
  • altes Weinmaß (150 l): Ohm
  • Ofenrohrklappe: Fache
  • ein Möbelstoff: Epingle
  • Joker im Tarock-Spiel: Sküs
  • persische Teppichart: Mir
  • Verzierung an Textilien: Smok
  • ostasiatisches Laubholz: Sen
  • span. Halskrause (16. Jh.): Kröse
  • Schrägschnitt am Holz: Gehrung*
  • Einschnitt im Brett: Gehre*
  • Grenzpassierschein (Auto): Triptik
  • Bergwiese, Weide: Matte
  • Tragsessel des Papstes: Sedia
  • Jacke ohne Ärmel: Gilet
  • unterster Teil des Schiffsraums: Piek
  • Einfriedung in Nordamerika: Fenz 
  • Desinfektionsmittel: Kresol
  • alter Grenzstein: Terme
  • Hirsesorte: Fench
  • musikalisches Märchenspiel: Feerie

* Gehören diese beiden Wörter zusammen? Und auch zum "keilförmigen Stück in Kleidung" (9.4.2020)?

Montag, 28. September 2020

Kurz empfohlen: Britisches aufs Brot

Ich habe mir mal wieder etwas Feines fürs Frühstück gegönnt:

Unter dem Label Tiptree aus dem Hause Wilkin & Sons gibt es etliche abgefahrene Marmeladen- und Konfitürensorten (conserve ist das verwendete englische Wort). Was die Loganbeere für eine Frucht ist, wusste ich bis zur Bestellung noch gar nicht; es handelt sich um eine Kreuzung aus Brom- und Himbeere. Lecker! Fast noch besser mundet die Kreation Cranberry + Cointreau, bei der man nicht zu befürchten braucht, beschwipst zu werden: Der Cointreau schlägt mit gerade mal 4 % zu Buche und stellt eine reine Geschmacksaufwertung bzw. -nuancierung der von Haus aus charakteristischen Herbe der Kranbeere dar.
Im Moment liebäugle ich mit "Little Scarlet" (Wilderdbeere). Gibt's alles bei Amazon.

Samstag, 26. September 2020

Kurz notiert: Noch eine Doppelbegegnung

Kurz nach dem mysteriösen zweifachen Antreffen des arabischen Wortes für "stopp" begegnete mir etwas anderes, das ich bis dahin nicht kannte, an zwei Tagen hintereinander. In Episode 11 der 2. Staffel von "The Expanse" wird der Alternativname für die Kornblume, Zyane, abgefragt. Diese Episode sah ich am Donnerstag, und am Freitag las ich in der aktuellen Ausgabe des Sprachreports einen Artikel über den Scrabble-Duden, in dem es ebenfalls kurz um Zyanen (also das Wort) ging!

Auch das kann man gewiss wieder mit "perceptual priming" wegerklären, nur: Bis zum Donnerstag kannte ich das fragliche Wort überhaupt nicht. Oder lag es bereits irgendwo in meinem passiven Wortschatz vergraben? Dann stellt sich trotzdem abermals die Frage nach der Wahrscheinlichkeit für das Doppelauftreten dieses nicht eben häufigen Lexems. Nun gut, ich lese, schaue, höre sehr viel, da bleiben diese unheimlich scheinenden Phänomene nicht aus und werden sich bestimmt in Zukunft noch mehr als einmal zeigen. Grund, ein entsprechendes Tagebuch anzulegen oder eine feste Blog-Kategorie daraus zu machen, sollte das nicht sein. Also Schluss jetzt damit!

Donnerstag, 24. September 2020

Meine zehn zuletzt gesehenen Filme

Noch einmal mit Gefühl (OT: That Old Feeling)
Anlässlich des Todes von Carl Reiner habe ich mir endlich mal ein (spätes) Werk aus seiner Regiekarriere angeschaut. Dafür, dass diese Komödie von 1997 ist, wirkt sie äußerst altmodisch und hätte exakt so 20 Jahre früher entstanden sein können. Sie ist dabei recht turbulent, nicht uncharmant und hat spritzige, teils hübsch derbe Dialoge. Bette Midler spielt mit unübersehbarer Freude, ihren Partner sowie den restlichen Cast kannte ich nicht. Fazit: Ein kaum überfordernder Spaß für einen langweiligen Sonntagnachmittag.
Um mein Bild von Carl Reiner zu erweitern, werde ich wohl noch eine zweite Arbeit von ihm sehen müssen.

Halloween (2018)
Meine Erwartungen an dieses Reboot waren maximal mittelhoch und wurden nicht übertroffen. Einigermaßen fresh waren allenfalls die Ideen, in der Exposition den Killer still und starr unter gleißendem Tageslicht auf dem Anstaltsdach statt im Dunkeln meuchelnd zu zeigen, sowie der Kniff, die als Hauptfiguren eingeführten Journalisten (ein Podcast-Duo – klar, wir befinden uns in den 2010er-Jahren) beizeiten sterben zu lassen. Ansonsten gilt: In Haddonfield nichts Neues, auch wenn man sich über Jamie Lee Curtis freut, die 40 Jahre nach der "Nacht des Grauens" keine Scream-Queen mehr ist. Beim obligatorischen "Jetzt machen wir Michael Myers aber wirklich den Garaus!"-Finale dachte ich mir: Puh, wie übertrieben und unnötig ... Zumal, surprise!, der Maskenmörder ja doch überlebt hat und schon 2021 in "Halloweens Kills" erneut sein Unwesen treiben wird ... um für "Halloween Ends" (voraussichtlich 2022) ein hoffentlich letztes Mal wiederaufzuerstehen.
Ich wüsste übrigens gerne, worin genau Danny McBrides Anteil am Drehbuch bestand. Was ist das für ein Trend, dass immer mehr Komödianten ins Horrorfach wechseln? Wie viel Lust habe ich auf Chris Rocks Wiederbelebungsversuch des "Saw"-Franchise'? Nicht jeder kann ein Jordan Peele sein!

Eurovision Song Contest: The Story of Fire Saga
Will Ferrells Zusammenarbeit mit Andrew Steele ist ein kontinuierliches hit or miss. Solide waren die Miniserien "The Spoils of Babylon" und "The Spoils Before Dying", köstlich die Fake-Übertragungen mit "Cord & Tish", der Ron-Burgundy-Podcast, bei dem Steele mitschreibt, hat mir wiederholt die Lachtränen in die Augen getrieben, während die Genreparodien "A Deadly Adoption" und "Casa de mi Padre" eher als "nett gemeint" durchgingen (s. zuvor in dieser Rubrik).
Mit dieser Musikkomödie zeigen die Autoren Ferrell/Steele ungewollt die Kehrseite des Direct-to-Streaming-Trends auf: Die zahlreichen Längen, die das (produktionstechnisch einwandfreie) Kostümspektakel auf zwei Stunden (!) strecken, hätte man einem Kinopublikum niemals zugemutet. Wohlgemerkt: "The Story of Fire Saga" ist in erster Linie eine Liebeserklärung an den ESC. Wer im Gegensatz zu mir etwas mit dieser länderübergreifenden TV-Institution anfangen kann, wird vermutlich begeistert sein ob der zahlreichen Referenzen, Gastauftritte und mit Herzblut choreografierten Song-Einlagen. So gibt es u.a. eine Art Musikvideo mit echten, offenbar Kultstatus genießenden Eurovision-Größen, das bei Fans womöglich Beifallsstürme auslöst, mich aber komplett ratlos zurückgelassen hat.
Zu loben bleiben: wie immer Ferrells Hingabe, sein Co-Star Rachel McAdams, Pierce Brosnan in einer Nebenrolle, die Landschaftsbilder (Hauptschauplatz ist Island) und zwei, drei gelungene Gags.

The Rental
Ein herrlich gemeines Single-Location-Thriller-Juwel von Tausendsassa James Franco um vier Freunde (darunter Alison Brie), deren gemeinsames Pärchen-Wochenende in einem Ferienhaus zum Albtraum wird. Nach dem Abspann ist einem das Konzept AirBnB gründlich vergällt. Nicht jede Wendung überzeugt, am wenigsten das Ende, doch die vielen negativen imdb-Reviews sind meiner Meinung nach ungerechtfertigt.

Der Klient
Nach "Die Jury" meine zweite Grisham-Verfilmung von Joel Schumacher. Kann man gucken. In Erinnerung geblieben sind mir mehrere ominöse Anspielungen auf Elvis Presley. Und einmal mehr habe ich mich gefragt, ob US-amerikanische Strafprozesse wirklich in erster Linie "Duelle" zwischen Verteidigung und Staatsanwaltschaft sind, bei dem es vorrangig um einen "Gewinn" geht, der dann einem fortlaufenden "Punktekonto" gutgeschrieben wird, und erst zweitrangig um das Aufdecken der Wahrheit, oder ob Hollywood die tatsächliche Rechtspraxis spannungshalber gewohnheitsmäßig verzerrt. (Ich hoffe Letzteres.)

Johnny English - Man lebt nur dreimal
Auch diese Fortsetzung hätte es, nüchtern betrachtet, nicht gebraucht. Auch wenn man dem sich rar machenden Rowan Atkinson immer wieder und immer noch gerne zusieht und mit einigen originellen Einfällen belohnt wird, kommt "Johnny English Strikes Again" nicht an den ersten Teil heran. Etliche Pointen kann sich der Spionageparodiekenner bereits ausmalen, bevor sie eintreten. Dafür darf man sich – wie schon bei "Mr. Bean macht Ferien" – an pittoresken Frankreichaufnahmen erfreuen.

Die Weite der Nacht (OT: The Vast of Night)
Das approval rating von "Rotten Tomatoes" begreife ich nicht: 92 % für diese Produktion der Amazon-Studios? Eine, so mein Eindruck, Extrem-Low-Budget-Produktion, in der man nicht nur nichts sieht, sondern in der schlechterdings nichts passiert! In den Kritiken werden Anleihen an "The Twilight Zone" und "Krieg der Welten" behauptet, aber was man geboten bekommt, ist nichts weiter als eine Aneinanderreihung ellenlanger, teils halsbrecherisch schneller Dialoge (zugegeben: von fähigen Nachwuchsschauspielenden vorgetragen) mit gelegentlichen Ortswechseln in behutsam unheimlicher Kulisse. Das Setting (kleinstädtisches New Mexico der späten Fünfziger) gefiel mir durchaus, doch zum Sujet extraterrestrische Kontakte habe ich weiiiitaus Packenderes gesehen, und da muss man nicht gleich "Unheimliche Begegnung" als Vergleich heranziehen.

BlacKKKlansman
Hervorragend unterhalten fühlte ich mich dagegen von Spike Lees Mehrfach-Oscarkandidaten von 2019, der, um Wikipedia zu zitieren, "Elemente des Kriminalfilms, der Kriminalkomödie und des Polizeifilms" verbindet und "auf den Erlebnissen des US-Polizeibeamten Ron Stallworth" basiert. Eine unglaubliche Story! Ich bin froh, den Film im Original gesehen zu haben, denn erstens hätte ich so viel Hate Speech auf deutsch kaum ertragen, zweitens spielt der hörbare Unterschied zwischen Ebonics und "King's English" eine nicht unwesentliche Rolle.
Viel mehr als den mittlerweile scheinbar unvermeidlichen Adam Driver mochte ich den Gastauftritt von Harry Belafonte sowie Topher Grace als David Duke (dessen damaliges wie jüngeres Inerscheinungtreten man immer mal wieder nachlesen bzw. sich in Erinnerung rufen sollte, gerade im Zusammenhang mit gegenwärtigen politischen Entwicklungen).

Tenet
Ein Zufall war es, dass ich einen Tag nach "BlacKKKlansman" den zweiten Blockkkbuster sah, in dem John David Washington, Sohn von Denzel, die Hauptrolle innehat. In "Tenet" trägt seine Figur keinen Namen, und das ist gut so, denn jedes Detail mehr, das man sich merken muss, ist ein weiteres, das einen vom Nachvollziehen der Handlung ablenkt. Bei Gott, keine Person, mit der ich mich über dieses Zeitmanipulations-Spektakel unterhalten habe, hat es zu 100 % verstanden. Dabei ist "Tenet" im ersten Drittel (abgesehen von der Eröffnungssequenz) ein konventioneller Agentenreißer, doch sobald das Gimmick der "invertierten" vierten Dimension eingeführt wird, wird das Hirn in eine Achterbahn gesetzt. Nachträgliche Recherche oder Rewatching ist mithin unbedingt geraten.
Nichtsdestotrotz: Es ist ein Nolan und damit alles andere als eine Enttäuschung. Ludwig Göranssons Score wummert angemessen hanszimmersch, es gibt Effekte, die man garantiert noch nicht gesehen hat, und einen der ruhigeren Momente adelt Michael Caine durch pure Anwesenheit.

Tommy Boy - Durch dick und dünn
Mit den so genannten "Bad Boys of SNL" bin ich ehrlich gestanden nie warm geworden. Allzu sehr schienen sie mir in ihren jeweiligen shticks verhaftet zu sein, insbesondere Chris Farleys Hitzköpfiger-Dicker-Trampel-Rolle und David Spades Mischung aus überheblichem Sarkasmus und Hinterwäldler-Koketterie übermüdete mich in unzähligen Episoden von "Saturday Night Live". Wie würden die beiden ihre Trademark-Nummern in einem abendfüllenden Buddy-Movie rüberbringen oder gar variieren, fragte ich mich, nachdem ich Spades Autobiographie "Almost Interesting" gelesen hatte, in der die Entstehungsgeschichte von "Tommy Boy" ausführlich erzählt wird. (Als nächstes nehme ich mir dann "The Chris Farley Show" über den 1997 verstorbenen Humorkoloss vor.) Außerdem hatte ich gelegentlich in seine inzwischen abgesetzte Late-Night-Sendung "Lights Out" reingeschaut und fand sie gar nicht übel.
Nun aber zum Punkt: "Tommy Boy" ist überraschend flott inszeniert und geschrieben und trägt das Herz am rechten Fleck. Die Real-life-Freunde Farley und Spade harmonieren perfekt. Klar, manchen pubertären Witz hätte man heute ausgespart, aber das Timing ist zeitlos (paradoxe Formulierung beabsichtigt).

Montag, 21. September 2020

Alles für den Club!

Kürzlich dokumentierte Anne Schüßler für das Techniktagebuch, auf welche Weise die ADAC Motorwelt heutzutage vertrieben wird, nämlich in ausgesuchten Verkaufsstellen gratis gegen Vorlage des ADAC-Mitgliedsausweises. Das weckte in mir wunderschöne Kindheitserinnerungen: an die Beschaffung des Club Nintendo-Magazins. Bei diesem Magazin handelte es sich um das zweimonatlich erscheinende Zentralorgan des Club Nintendo, und ihr wärt gewiss enttäuscht von mir, wenn ich nicht sämtliche Ausgaben, die über die Jahre in meinen Besitz gegangen sind, aufgehoben hätte!

Die Sammlung ist nicht vollständig, aber man kann anhand von ihr das wechselnde Distributionssystem nachvollziehen. Bis August 1992 bekamen Clubmitglieder jede Ausgabe frei Haus zugeschickt. Ab Ausgabe 5/92 war das Heft ausweislich eines Eckenstörers "nur für Club Nintendo Mitglieder kostenlos gegen Coupon" erhältlich. Die Coupons wurden (portosparend) einmal pro Jahr versandt, wenn ich mich recht entsinne. Ich holte mir das Heft stets beim Nintendo-Händler meines Vertrauens, nämlich einer Neckermann-Filiale, was mit einer längeren und für mich Steppke einigermaßen aufregenden Busfahrt verbunden war. Manchmal war die neueste Ausgabe am Erscheinungstag noch nicht vorrätig, und ich musste am nächsten Tag oder sogar noch ein weiteres Mal erneut zu Neckermann fahren. Wo diese Spezialzeitschrift, welche die aktuellen NES- und Super-Nintendo-Spiele eben nicht nur vorstellte, sondern bebilderte Lösungen und Tipps für diese abdruckte (wir hatten ja kein Internet!), sonst noch zu beziehen war, wusste ich nicht (wir hatten ja kein Internet!). Jedenfalls pflegte ich bei diesem Ritual neben dem Coupon auch meinen Clubausweis vorzulegen, was mir ein Gefühl der Exklusivität gab.


Doch mit Beginn des 6. Jahrgangs war's vorbei damit. Ab Ausgabe 1/94 kostete die Zeitschrift 2,95 DM und konnte von jedem dahergelaufenen Nichtmitglied erstanden werden, nun auch u.a. bei Karstadt Sport + Spiel (dem späteren Karstadt Sports). Im Dezember 1995 gab es die nächste Änderung: Club Nintendo war kostenlos. Von jetzt an verlor ich ohnehin das Interesse, denn neue Super-Nintendo-Games reizten mich kaum, das N64 schon gar nicht; ich zockte lieber am PC. Sporadisch steckte ich das Nintendo-Heft noch ein, wenn es mir in einem Kaufhaus zufällig begegnete. Festzuhalten ist noch, dass in unregelmäßigen Abständen Sonderausgaben herauskamen, nämlich Comics, beispielsweise mit Kirby oder zu "Donkey Kong Country 2". Das jüngste reguläre Exemplar in meiner Sammlung stammt vom Oktober 1998. Vier Jahre später wurde das Printprodukt eingestellt, 2015 hörte auch der Club auf zu existieren. Umso löwenhafter werde ich meine Mitgliedskarte hüten.

AKTION! Beim Sortieren habe ich festgestellt, dass ich zwei Issues doppelt habe: 1/92 und 5/92 (ohne Umschlagseiten). Wer sie aus Nostalgie- oder sonstigen Gründen geschenkt haben möchte, möge sich bei mir melden.

Samstag, 19. September 2020

Freitag, 18. September 2020

Mein Freund, der Baum, ist lebendig

Neulich folgende Anzeige in einer Zeitschrift von 1984 gefunden:


Da habe ich mich ein wenig gefreut. Zwar können wir nicht mehr die Welt retten, aber immerhin den Wald haben "wir" gerettet, zumindest den deutschen. Oder wann hat man zuletzt etwas von Saurem Regen gehört? Wobei ich schon gerne wüsste, wie so eine "Säuresteppe" aussieht ...

Mittwoch, 16. September 2020

Der unheimliche Doppelstopp

Wieder einmal habe ich das Phänomen der "übernatürlichen" Mehrfachbegegnung erlebt, und ich weiß wirklich nicht, wie man das anders als mit extrem unwahrscheinlichem Zufall erklären soll. Am Sonntag las ich den ersten Band von "Y: The Last Man" (Comics auf dem Kindle Fire funktionieren übrigens überraschend gut) und stolperte dabei über diese zwei Sprechblasen:


Mein Stolpern zog sich nicht lange hin. Entweder ist das Fantasie-Arabisch, oder qaf bedeutet halt irgend so was wie "Hey!" oder "Achtung!", dachte ich mir und setzte die Lektüre fort.

Am Montag darauf begegnete mir der Ausruf jedoch ein zweites Mal, nämlich in der Rätselrubrik "Quartett" der SZ-Wochenendausgabe:


Damit war die Bedeutung von qaf klar, und ich konnte, was selten genug vorkommt, das ("mittelschwere") Rätsel lösen: Alle vier Bilder zeigten Anagramme von STOP, nämlich zwei TOPS, einen SPOT (Bühnenbeleuchtung) sowie das Logo der Deutschen POST.

Noch einmal: An zwei Tagen hintereinander lese ich das arabische Wort für "Stopp!" in zwei Medien, die nichts miteinander zu tun haben – das muss doch selbst rational denkenden Menschen, wenn nicht übernatürlich, so doch zumindest gespenstisch vorkommen!

Montag, 14. September 2020

Thank you Mario!

Bei der Zeitungslektüre sah ich heute etwas, das mir beinahe die Tränen in die Augen trieb:


Zum 35. Geburtstag des wegweisenden und legendären NES-Spiels Super Mario Bros. hat die Süddeutsche Zeitung eine halbe Seite für eine Spezialanzeige freigemacht. Den Glückwünschen schließe ich mich natürlich an, und ich freue mich, dass hier tatsächlich das korrekte Jubiläum begangen wurde und nicht etwa fälschlicherweise der Spielfigur Super Mario gratuliert wurde.

Sonntag, 13. September 2020

Nachtrag zur Frankfurter Zeppelin-Sichtung

Heute ist es mir gelungen, das Goodyear-Luftschiff, das immer noch über der Stadt seine Runden dreht, fotografisch festzuhalten! Leider nur aus großer Entfernung, aber immerhin. Das Stadtkind-Blog hat schönere Aufnahmen und zitiert zudem das beworbene Unternehmen; demnach ist der letzte Blimp-Auftritt tatsächlich ein gutes Jahrzehnt her.



Samstag, 12. September 2020

Und darum tret' ich ...

Ich fürchte, ich kann nicht mehr lange meinen Stamm-Rewe aufsuchen, solange das dort dudelnde Supermarktradio sich nicht grundlegend ändert oder gleich ganz abgeschaltet wird. Es ist wirklich u n e r t r ä g l i c h ! So gut wie jedes verdammte Mal tönt aus den Lautsprechern dieses Lied, bei dem im Refrain "Willst du bei mir bleiben?" gesungen wird. Es trägt, wie ich eben ermittelte, den Titel "Willst du bei mir bleiben" und stammt aus dem Jahr 2011! Das heißt, sie spielen nicht mal aktuelle Chartmusik, sondern greifen anscheinend auf eine Playlist namens "Das Scheußlichste aus zehn Jahren" zurück. Oder aus 30 Jahren. Diese Woche erklang eine Kirmes-Techno-Version von Savage Gardens "Truly Madly Deeply", für die man sich sogar in den 1990ern geschämt hätte. Was ist aus der guten alten, harmlosen Muzak geworden? Oder lasst von mir aus ganz leise Chopin laufen.

Freitag, 11. September 2020

Never forget: Flugobjekte in der Hochhausstadt

Wichtiger Tagebucheintrag: Heute, am Vormittag des 11. September 2020, habe ich seit sehr langer Zeit mal wieder ein Werbezeppelin über der Frankfurter Skyline schweben sehen. "Goodyear" stand auf ihm, und es bewegte sich von Südwest- in Nordost-Richtung. Ein Foto zu machen, fehlte mir die Zeit/Lust/Geistesgegenwärtigkeit.

Mittwoch, 9. September 2020

Lesetipp: Gespräch mit Gudrun Penndorf

Hochinteressantes Interview in der heutigen SZ (online leider hinter Bezahlschranke) mit der langjährigen Asterix-Übersetzerin Gudrun Penndorf, die jetzt für ihre Verdienste das Bundesverdienstkreuz erhält:

Aber ein gewisses Misstrauen der Franzosen blieb.
Ja, bis heute werden die Übersetzungen, mittlerweile stammen diese ja von Klaus Jöken, vor der Veröffentlichung ins Französische rückübersetzt, um weitere Malheure zu verhindern. So war "Die spinnen, die Römer" ursprünglich vom Verlag mit "Uiiii, die Römer sind doof" übersetzt worden. Aber im Original heißt es ja auch "Ils sont fous, ces Romains". Das ist viel expressiver. Also habe ich es fürs Deutsche nachempfunden.

Und die Rückübersetzungen liefen immer reibungslos?
Manchmal verstand der Rückübersetzer in Paris meine Witze nicht. Mit dem römischen Namen "Ofenaus" etwa konnte der nichts anfangen. Zunächst! Und ohne die Hilfe meiner französischen Freunde hätte wiederum ich viele französische Insider-Gags nicht kapiert. Zum Beispiel, wenn es um in Frankreich populäre Lieder ging. Aus Josephine Bakers "J'ai deux amours" machte ich dann "Ganz Lutetia träumt von der Liebe", also in Anspielung auf den in Deutschland durch Caterina Valente bekannten Schlager. So etwas hat mir immer Spaß gemacht. Oder, wenn es mir gelang, ein schönes Goethe-Zitat irgendwo einzubauen.


Dienstag, 8. September 2020

Ein- und ausgeklinkt

Wer erinnert sich noch daran, dass ICEs der ersten drei Generationen standardmäßig Kopfhörerausgänge neben ihren Sitzen eingebaut hatten, über die man mehreren Kanälen eines Bordprogramms lauschen konnte? Ich erinnere mich daran! Gut 15 Jahre muss es her sein, dass ich dieses Hörangebot zum letzten Mal nutzte; auf einem der Sender lief tatsächlich ein Hörspiel von Max Goldt (entweder "Ein Leben auf der Flucht vor der Koralle" oder "Die Radiotrinkerin").

Inzwischen ein seltener Anblick: Kopfhörer an verstummtem Audiomodul, hier in der 1. Klasse eines ICE-T

Diesen Entertainment-Bonus bietet die DB schon lange nicht mehr. 2009 berichtete die Frankfurter Rundschau (zitiert nach player.de), dass die Bahn "in den Jahren 2004 bis 2008 sukzessive in rund einem Drittel der ICE-Züge das gewohnte Bordprogramm gegen zusätzliche Steckdosen an den Sitzplätzen ausgetauscht und die Züge teilweise mit WLAN-Netzen ausgestattet" hat. Schade? I wo! Unterhaltung fürs Ohr hat man doch heute sowieso immer dabei, eine Steckdose ist mir da wichtiger – wobei der ICE-3 zeitweise beides hatte und ja ohnehin über einige Luxus-Features verfügte: Nicht nur befand sich in ihm wie im ICE-T und ICE-TD ein Panorama-Abteil, nein, "[e]inige Plätze in der ersten Klasse (ursprünglich auch in der zweiten) waren mit Videobildschirmen ausgestattet, auf denen Dokumentationen und Filme von Bahn TV gezeigt wurden" (Wikipedia, bekanntermaßen ein Fakten- und Geschichts-Dorado für Bahnfans). Schade, dass ich diese Ausstattungsmerkmale nie genießen durfte. Wenigstens war es mir in letzter Zeit mehrmals vergönnt, in einem alten Metropolitan zu reisen.

Freitag, 4. September 2020

Das Comeback der Brunnenomas

Einer meiner Lieblings-Titanic-Titel ist der vom Januar 1997. Nicht nur, weil er so herrlich unsinnig ist, sondern auch, weil er etwas zeigt, womit ich viel verbinde: die Prager Straße in meiner Heimatstadt Dresden.


Die ikonischen "Pusteblumen" im Hintergrund wird jeder erkennen, der vor oder nach der Wende ein paar Mal über jene Einkaufsstraße flaniert ist. Nachdem sie in den Nullerjahren vorübergehend verschwunden waren (historische Hintergründe hier), steht heute wieder ein Teil der Brunnenanlage an seinem ursprünglichen Platz. Und hol's der Teufel – 20 Jahre nach dem Jahr 2000 und 50 Jahre nach dem Bau der Brunnen gelang mir neulich dieser Schnappschuss:


In meiner Vorstellung sind das exakt dieselben Damen wie die auf dem Titanic-Cover! Woher aber stammt das Originalfoto? Nun, ein weiterer Zufall sorgte dafür, dass die FAZ gestern eine Besprechung von Kurt Drawerts Roman Dresden – Die zweite Zeit wie folgt bebilderte:


Als Fotocredit ist "Action Press" angeführt. Vermutlich hält diese Bildagentur die Rechte an einer Fotoreihe mit einschlägigen DDR-Impressionen und hielt diese auch damals. Ich könnte ja weitere Recherchen anstellen, aber ich finde, in dieser Sache sollten weiterhin ausschließlich Schicksal und kosmischer Zauber wirken.

Donnerstag, 3. September 2020

O Weltgeist!

Er trinkt eine Tasse Tee in Tomsk und erleidet kurz darauf teilweisen Tod durch Toxine?

Mittwoch, 2. September 2020

Drei Soßen

Schon vor einer Weile war mir die Vielfalt indischer Fertigsoßen im Asiaregal des örtlichen Rewe-Marktes aufgefallen. Skepsis hinderte mich zunächst am Kauf, bis die Neugier überwog. Hier also eine Kurzrezension dreier Gläser (resp. deren Inhalts):


Die Butter Chicken Sauce von Truly Indian interessierte mich, weil ich so einmal auf vegetarische Weise das Aroma dieses beliebten Hühnergerichts testen konnte. (Allgemein gilt für alle drei Produkte, die es übrigens auch in anderen Flavours gibt: Freilich kann jeder nach Belieben Fleisch oder Gemüse dazutun, ebenso kann man die Soßen mit Tofu, Paneer oder pur an Reis oder Brot genießen.) Geschmackstest: bestanden. Ich merke zwar irgendwie einen Unterschied zu selbstgekochter Soße oder welcher aus dem Restaurant, aber sie schnabuliert sich gut weg.

Eindeutiger Testsieger ist aber das Korma-Fix von Sharwood's: unglaublich cremig, vielfältig, eine wahre Gewürzexplosion! Ich habe einfach nur Erbsen untergehoben und Chapati dazu vertilgt. Ergibt zwei Portionen.

Das neckische Alleinstellungsmerkmal von Geeta's Rogan Josh ist das separate Würzpulver im Deckel. Es wird zuallererst mitsamt dem Anzubratendem in die Pfanne gegeben, erst dann soll man die Soße drübergießen. In diesem Zusammenhang eine Warnung: Wer Scharfes nicht mag oder verträgt, verwende besser nur die Hälfte des Pulvers, denn trotz des ausgewiesenen Hotness-Grades "medium" hat es die Rogan-Josh-Soße ganz schön in sich; dafür ist diese nordindische Spezialität schließlich berüchtigt. Tränentreibend war es zwar nicht, aber der Schweiß ist mir recht ordentlich runtergelaufen.

Preislich hat keines der Gläser die 3,99-Grenze überschritten. Wer also mal Appetit auf den Zauber Indiens verspürt, ohne viel Geld oder Zeit investieren zu wollen, darf bedenkenlos zugreifen. (Ich habe, wie gesagt, bisher nur die hier vorgestellten Sorten probiert und kann nicht garantieren, ob etwa die Tikka-Masala-Mischung von Sharwood's ebenfalls was taugt.)