Mittwoch, 28. Februar 2018

Kurz notiert: Trumps Spickzettel

Vor einer Woche hat Donald Trump im Weißen Haus Überlebende des jüngsten High-School-Shootings empfangen. Dabei fingen die Kameras eine Art Erinnerungsstütze mit Konversationsfragmenten ein, die der Präsident in Händen hielt. Ein Punkt auf dem Notizzettel lautete "I hear you". Mich hat gewundert, dass diverse deutschsprachige Medien (u.a. n-tv) diese Phrase mit "Ich höre euch zu" oder "Ich höre Ihnen zu" übersetzt haben, denn das ist eine ziemlich ungenaue Wiedergabe dieser "Floskel, deren Bedeutung zwischen 'Ich höre euch zu' und 'Ich respektiere euch' schwankt; sie wird oft benutzt, um ein Gespräch am Laufen zu halten, auch wenn nicht alle einer Meinung sind" (Süddeutsche Zeitung) bzw. "bedeutet im Deutschen so viel wie: Ich höre dir zu, ich verstehe dich, ich respektiere dich. Im englischen Sprachgebrauch wird der Satz ähnlich einer Floskel der Zustimmung und Empathie verwendet." (FAZ) "Ich verstehe, was ihr meint" und "Ich sehe euren Standpunkt" wären zwei Vorschläge, die ich ins Rennen um das angemessenste Äquivalent schicken würde. Dass die eine Sprechergemeinschaft in drei Wörtchen etwas auszudrücken vermag, wofür bei der anderen ein vielsilbiges Gestammel nötig wird, darüber könnte man eine nicht dünne Monographie schreiben, aber dieser Blogpost ist mit "Kurz notiert" überschrieben, weswegen er auch jetzt (eh schon viel zu spät) endet.

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