Mittwoch, 2. September 2026

Serientagebuch 08/26

02.08. Leverage 3.14
04.08. House of the Dragon 3.06
05.08. Outer Range 2.05
06.08. Leverage 3.15
07.08. Outer Range 2.06
10.08. Leverage 3.16
Outer Range 2.07
11.08. 
House of the Dragon 3.07
House of the Dragon 3.08
12.08. Hijack 2.01
13.08. Everybody Loves Raymond 4.01 (RW)
Everybody Loves Raymond 4.02 (RW)
14.08. Hijack 2.02
15.08. Hijack 2.03
16.08. Der junge Inspektor Morse 7.01
19.08. 
Everybody Loves Raymond 4.03 (RW)
Everybody Loves Raymond 4.04 (RW)
20.08. Man vs. Baby 1.01
Man vs. Baby 1.02
22.08. Man vs. Baby 1.03
Man vs. Baby 1.04
23.08. Der junge Inspektor Morse 7.02
24.08. Hijack 2.04
26.08. 
Der junge Inspektor Morse 7.03
27.08. Everybody Loves Raymond 4.05 (RW)
28.08. Hijack 2.05
30.08. Station Eleven 1.01
Station Eleven 1.02

Staffel 3 von Leverage war wieder mal leicht konsumierbarer silly fun mit abwechslungsreichen Settings: Diesmal geht es u.a. in die Pharma-Industrie, ins Eishockey-Business, in ein Bergwerk, in die Country-Szene und in eine weihnachtliche Mall. Das Ensemble ist inzwischen bestens eingespielt, jede und jeder fühlt sich sichtlich wohl in ihrer/seiner Rolle. So kann's weitergehen.

Anfang 2023 schrieb ich: "Als Western-Soap funktioniert Outer Range [...] besser denn als Science-Fiction-Drama." Diese Einschätzung meines Vergangenheits-Ichs teile ich. Vergangenheits-Ichs spielen auch in der zweiten (und letzten) Staffel dieses teils verwirrenden "Familien-Epos light" eine Rolle, sie setzen aber nichts in Gang. Es kommt nicht zu Zeitreise-Paradoxa, Handlungen in der einen temporalen Ebene haben keine Auswirkungen auf andere. Im Übrigen habe ich das Gefühl, dass man bei den meisten Charakteren vergessen hat, ihnen eine irgend geartete Motivation zu verpassen. Konflikte kochen aus dem Nichts auf, ohne dass ein innerer Antrieb der daran Beteiligten erkennbar wäre. Richtige Spannung kommt so nie auf; Plots verästeln sich auf erratische Weise. Nee, das war nix.

An die dritte Staffel von House of the Dragon konnte ich im Gegensatz zu den Vorgängern nicht unvorbereitet und ahnungslos rangehen, hatte ich doch inzwischen die literarische Vorlage so weit gelesen, dass ich die für die neuesten acht Episoden umgesetzten Inhalte komplett kannte. (Ich habe von "Fire & Blood" jedoch immer noch gut ein Viertel vor mir.) Die eine oder andere Überraschung gab es dennoch, wie sich das TV-Team sowieso einige (sinnvolle) Freiheiten erlaubt, hier und da von der (ohnehin dank unzuverlässigem/-n Erzähler/n uneindeutigen Buchhandlung) abweicht oder sich für alternative Plotpfade entscheidet (bspw. war ich froh darüber, dass einige Details des einen Höhepunkt der Season darstellenden Massakers von Stoplerstadt abgemildert bzw. getilgt wurden). Das Tempo wurde deutlich reduziert, größere Zeitsprünge gibt es gar nicht mehr, dafür so viele verschiedene Schauplätze pro Folge wie nie zuvor – bei ständig wachsender Dramatis Personae. Und wenn die Dialogszenen so geschliffen ausfallen wie die Actionsequenzen bombastisch sind, erreicht HotD tatsächlich annähernd die Quailtät früher "Game of Thrones"-Staffeln. 

In der Fortsetzung zu "Man vs. Bee" sieht sich Rowan Atkinson alias Trevor Bingley in Man vs. Baby statt mit einer Biene mit einem, richtig geraten!, Baby konfrontiert, das ihm seinen Job als Housesitter erschwert. Weniger turbulent als beim Insektenkrieg von 2022 geht es diesmal zu, passend zum Weihnachtssetting setzt man auf familiengerechten Ulk mit reduziertem Chaosfaktor. Das ist charmant und lädt nicht zuletzt dank Atkinsons gekonnt wie eh eingesetztem Mienenspiel wo nicht zum Schenkelklopfen, so doch zum wohligen Grinsen ein.

Die siebte Staffel meine Lieblings-Brit-Krimireihe Der junge Inspektor Morse hat eine außergewöhnliche Struktur. Dem imdb-Kommentar zur Auftaktfolge: "In terms of narrative strategy, this is perhaps the most daring 'Endeavour' episode in the history of the series thus far", schließe ich mich an, erzählt sie doch einerseits wie gewohnt eine in sich geschlossene Geschichte, andererseits bildet sie den ersten Part eines Handlungsbogens, der mit Episode 7.3 wieder aufgegriffen und geschlossen wird (und möglicherweise in Staffel 8 seine Extension findet, sehen wir doch zu Beginn ominöse Szenen aus der Zukunft); lediglich die mittlere Episode konzentriert sich auf einen "Fall der Woche", welcher sich aber ebenfalls dem großen Ganzen unterzuordnen hat (wodurch er substanziell ein wenig abfällt) – kurzum: Man ist gut beraten, sich die drei Folgen in nicht allzu kurzen Abständen hintereinander anzusehen. Sie bilden eine narrative und in allen Sinnen des Wortes dramatische Einheit, die von allerlei Spannungen zwischen den Figuren aufgewühlt wird.

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