Mittwoch, 4. Februar 2026

Throwback Wednesday: Hugo

Neulich mussten in der Redaktion, in der ich arbeite, zwei Ü40-Männer, darunter ich, einer (Weit-)U40-Kollegin das Phänomen "Hugo" erklären. Wer in der Mitte der Neunziger Kind oder jugendlich war, kam an "Hugo" nicht vorbei. Auf Kabel 1 bzw. Kabelkanal, wie es damals noch hieß, lief jeden Nachmittag der Woche, zur besten After-school-Sendezeit, der dänische Import "Die Hugo Show", eine interaktive Spielshow, bei der die Anrufenden einen virtuellen Kobold namens Hugo durch verschiedene Areale steuerten, und zwar mit den Tasten ihres Telefons, eine bis heute nur mit Magie zu erklärende Technik: Bei Druck auf die 4 hüpfte, glitt oder strafete Hugo nach links, mit der 8 sprang er oder bewegte sich das Objekt, auf dem er stand, nach oben, und so weiter. Erreichte man das Ziel, winkten attraktive Preise. Ich konnte das nie selbst ausprobieren, denn durchzukommen war praktisch unmöglich. (Empörenderweise versuchten auch immer wieder Erwachsene ihr Glück!)

Zu den bekannteren Moderatorinnen der Sendung gehörten Sonja Zietlow und Minh-Kai Phan-Thi. Live gesehen habe ich allerdings das Duo Judith Hildebrandt und Guido Kellermann, und zwar exakt heute vor 30 Jahren. In der ersten Hälfte des Jahres 1996 gab es nämlich ein sonntägliches Live-Special mit dem Namen "Die Super-Hugo-Show", und die dritte der insgesamt 22 Stationen war Altenberg im Erzgebirge, wo gerade gleichzeitig die Rennrodel-WM stattfand. Mein Bruder und ich überredeten unsere Eltern, mit uns dorthin zu fahren. Meine Erinnerungen sind blass, und die eben genannten Details verdanke ich allein dem virtuellen Gedächtnis der Seite fernsehserien.de, ich weiß aber noch, dass zu Fuße eines schneebedeckten Hanges (womöglich hatten wir die Gelegenheit sogar genutzt und einen Schlitten mitgenommen) eine Bühne mit riesiger Leinwand aufgebaut war, vor der sich Tausende Kinder darum balgten, live on stage "Hugo" zocken zu dürfen.

Meine eigene diesbezügliche Erfahrung beschränkte sich darauf, dass ich vier der TV-Spiele auf dem PC "erleben" durfte, denn die konnte man auf CD-Rom kaufen. Knapp 100 Mark hat mich dieser Spaß gekostet, und als ich kurz darauf in der GameStar den Test zu "Hugo" las, in dem das Minigame-Quartett mit einer Wertung im niedrigen zweistelligen Bereich abgewatscht wurde, dachte ich: Ja, stimmt eigentlich. Das mutmaßliche Fernsehen der Zukunft, es war auf dem Rechner einfach nicht dasselbe.

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