Das Thesaurus-Thema lässt mir keine Ruhe ... Auf dem Gang zum Wochenmarkt sah ich am Donnerstag eine Zu-verschenken-Kiste, in der eine aktuelle(re) Ausgabe des Synonym-Dudens lag. Ich nahm mir vor, diese auf dem Rückweg einzustecken, vergaß es dann allerdings. Später zog ich einmal mehr mein 70er-Jahre-Exemplar zurate und blieb beim Durchblättern – ich schwöre: unbeabsichtigt – bei den Einträgen zum Geschlechtlichen hängen. Allerlei Putziges und Angestaubtes ist dort zu finden. Als sinn- und sachverwantde Wörter und Wendungen für "Geschlechtskrankheit" schlägt das Buch u.a. vor:
- Pauken und Trompeten
- Türkische Musik
- Trio (salopp)
- Kavaliersschnupfen (scherzh.)
Die Ausdrücke "Lustseuche" und "Franzosenkrankheit" waren immerhin schon Teil meines passiven Wortschatzes; lachen musste ich beim Wiederentdecken dennoch. Genau so wie über die Einträge bei "Untersuchung auf G[eschlechtskrankheit]":
- Schwanzappell (vulgär)
- Schwanzparade (vulgär)
Und wie umschreibt man wahlweise möglichst verklemmt oder pueril, dass man "eine G. bekommen" hat? Zum Beispiel mit diesen Phrasen:
- sich etwas holen (salopp)
- sich etwas aufsacken (salopp)
- sich die Musik holen (salopp)
- zum Handkuß kommen (österr.)
- sich die Gießkanne verbiegen (vulgär)
- sich den Lauf verstopfen (salopp)
- sich den Schwanz verbrennen (vulgär)
Hat man(n) sich etwas "geholt", dann "geht man wie auf Eiern" (salopp). Es ist dies möglicherweise die Folge ungezügelten Geschlechtstriebs, für welches Wort der Duden diese Alternativen anbietet:
- Nisus sexualis
- Salazität
- im reiferen, "gefährlichen" Alter: Johannestrieb
Statt "Koitus" lässt sich auch sagen:
- Beilager
- Kongressus
- Nahkampf (salopp)
- verhaltener: Karezza, Koitus reservatus
Was ich mit diesem neu gewonnenen lexikalischen Wissen anzufangen gedenke, weiß ich noch nicht. Vielleicht schreibe ich irgendwann eine erotische Kurzgeschichte ausschließlich mit solchem Vokabular.
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