Sonntag, 10. November 2013

Bizarre Serviervorschläge (VI)

"Heute gibt's Kürbiseintopf mit ganzen Früchten." "Deine Mutter frisst Meloneneis mit ganzen Früchten!" So gehen zwei unheimlich ulkige Ulksprüche. Bei Konfitüren, Joghurts und Kuchen sind "ganze Früchte" ein schlagendes Kaufargument. Säfte bewirbt man höchstens mit "viel Fruchtfleisch", aber auch das mag nicht jeder. In der Regel kommen Fruchtsäfte als homogene Flüssigkeiten daher. Wer's dennoch stückig mag, für den hat die Firma Fruchtstern den idealen Serviervorschlag: ganze Johannisbeeren samt Grünzeug und Holz in den Johannisbeernektar tun.

In seinen ACE-Drink ganze Orangen zu tun, wäre indes albern. Selbstverständlich gibt man lediglich ein paar Orangenscheiben hinzu, wenn man das Powergetränk serviert. Ganze Karotten müssen aber sein!

Amuse-Gueule: auch so ein kulinarischer Terminus, der vor einem Jahrzehnt noch nicht in allen Gesellschaftsschichten bekannt war. Gerne werden diese "Gaumenbelustigungen" auf Löffeln dargereicht. Blitzrezept à la Lidl: eine Creme, die eigentlich als Dip oder Brotaufstrich gedacht ist, auf einen breiten Plastiklöffel schaufeln, mit Pfefferminzblättchen und Minipeperoni garnieren, schon kann die Dinnerparty steigen.

"Cabanossi sind schnittfeste Brühdauerwürste (Fleischwürste) aus geschrotetem, gepökeltem Schweine- und Rindfleisch in Brät, welche gewürzt, traditionell über Buchenholz geräuchert, gebrüht und anschließend nachgereift und luftgetrocknet werden. Cabanossi sind länglich, dünne, in der Regel entweder stückweise abgedrehte bzw. an den Enden abgebundene oder als „Meterwürste“ gefertigte Wursterzeugnisse, die außen dunkel braun-rot gefärbt sind. Sie weisen durch die Trocknung eine unregelmäßige „eingezogene“ Oberfläche auf. Im Schnittbild sind weiße Speckeinlagen sichtbar. Sie zeichnen sich durch einen kräftigen und würzigen Geschmack aus. Cabanossi gelten als traditionelle Jausenwürste." ... soweit die offizielle Kurzdarstellung des österreichischen Lebensmittelministeriums. Der Unterschied zu Cabanossis (mit -s) besteht darin, dass man letztere in großen Mengen durch die Luft schleudert. Erst dann beginnt der Fang-, Schnapp-, Greif-, Sammel- und Knabberspaß.

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