Montag, 29. April 2019

Gaston revisité

Gaston Lagaffe, der sympathisch vertrottelte, dauermüde frankobelgische Bürobote, war früher eine meiner Lieblings-Comicfiguren. Als 2015 sämtliche Gaston-Strips unter dem Titel "Der Ganze Gaston" in einem edlen Schuber erschienen, setzte ich sie sogleich auf meine Amazon-Wunschliste. Letzte Woche überprüfte ich routinemäßig die aktuelle Preislage, doch siehe: Der Sammelband war nicht nur nicht für weniger Geld, sondern überhaupt nicht mehr zu haben! Stattdessen wird seit ein paar Wochen eine auf 20 Bände angelegte Neuedition herausgegeben. Ob darin auch die neuen Comics mit Gaston enthalten sein werden? Seit 2014 hat der kultige Schlaks nämlich wieder regelmäßige Gast(on)auftritte, nachdem ab 1997, mit dem Tod seines Schöpfers André Franquin, welcher verfügt hatte, dass niemand anders seine Figuren zeichnen dürfe, Schluss war; irgendein Verlags- oder Rechtewechsel hat's möglich gemacht. Apropos Franquin: Dessen Spirou-und-Fantasio-Gesamtausgabe (Fantasio war lange Zeit Gastons Chef) hätte man auch gerne im Regal stehen!

Nun ergab es sich, dass ich gestern auf einer Comicmesse war, und dort fiel mir was in die Hände? Nein, leider nicht "Der Ganze Gaston", dafür aber ein Gaston-Taschenbuch aus dem Carlsen-Verlag namens "Den Nagel auf den Kopf getroffen" – für 1 Euro! Beim Lesen überkamen mich durchaus angenehme Nostalgiewogen, doch muss ich konstatieren, dass ich die inhaltliche Qualität über die Jahre hinweg verklärt hatte. Das Prinzip der Gaston-Gags ist immer dasselbe, viele Pointen sind reichlich lahm, zudem hatte ich mir eingebildet, dass es hin und wieder auch längere Geschichten gegeben hat (?). Vielleicht sollte man als Erwachsener besser nichts konsumieren, was man einst als Kind und Jugendlicher abgefeiert hat ...

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