Donnerstag, 27. März 2014

Fragen, die ich mir selbst stelle

Heute: Warum heißt Laugengebäck "Laugengebäck"?

Sicherlich ist darin ein altes Wort versteckt, das mit dem chemischen Begriff der Lauge nichts zu tun hat. Ich meine, Laugengebäck ist doch bestimmt etwas mit total langer Tradition, ein Snack aus einer Zeit, als man von Basen und Seifen noch nicht einmal geträumt hat? ODER?

Nun, Wikipedia klärt auf: Laugengebäck heißt so, weil es "vor dem Backen in eine Natronlauge (Lebensmittelzusatzstoff E 524) getaucht" wird. Wir reden also von einem hypermodernen Teigteil, das verständlicherweise im Grimmschen Wörterbuch keine Erwähnung findet. In diversen Internetforen wird die Frage gestellt, wie gesund oder ungesund Laugenstangen, -brezeln usw. wohl seien. In einem Fitness-Board heißt es dann zum Beispiel: "gaaaaaaaaaanz schlecht. Ist halt nur 'Weißbrot', was mit Hilfe von Salz gelaugt wird! Aber scheiße-lecker ist dat trotzdem..... ist nur leider weit entfernt von Vollwert, d.h. nährwert-technisch gaaaaaaaaaaaaaaanz unten!" Andererseits weiß jemand bei gesundheitsfrage.net: "Die Natronlauge auf der Brezel wird im Magen durch die Salzsäure im Magensaft zu Salz und Wasser umgewandelt, das habe ich jedenfalls mal so gelernt, dadurch wird sie total unschädlich für uns. Also genieße ruhig deine Brezeln." Ergo: Niemand wird an den beliebten Biergartennaschereien krepieren. Aber "total unschädlich" hin oder her, ein schaler Nachgeschmack bleibt: Ein Gebäck, das mit irgendwelchen "E"s "gelaugt" wird, büßt ein Stückweit an Genusspotential ein.

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