Dienstag, 3. März 2015

Die Diktatur der Akkus

Ist es Willkür, Fahrlässigkeit oder eine unergründliche finstere Macht, die das unterschiedliche Entladeverhalten technischer Geräte unter gleichen Umständen verursacht?

In der Nacht von Freitag auf Samstag hängte ich mein Mobiltelefon an die Steckdose, um es zu laden. Irgendwann, noch vor Sonnenaufgang, wachte ich ungewollt auf, sah, dass das Phone vollständig geladen war, und nahm es vom Netz. Dann schlief ich wieder ein. Als ich kurz vor 9 Uhr aufstand, hatte das Telefon nun aber nicht etwa 95% oder 99% Saft, sondern lediglich 79%! Ich lud es abermals auf, frühstückte, schnappte es mir und verbrachte die nächsten elf Stunden im Freien, weswegen das Telefon (angeschaltetes mobiles Netz, GPS) am Abend wieder fast komplett entpowert war. Also dasselbe Spiel: Bevor ich ins Bett ging, schloss ich das Telefon an die Stromzufuhr an, in der Nacht erwachte ich unfreiwillig, sah, dass es geladen war, zog das Ladekabel heraus. Das war in den frühen Morgenstunden des Sonntags. Jetzt – Dienstag, 13 Uhr 31 – steht die Akkuladung noch bei 36%!!! Warum? Was war in den vergangenen zwei Tagen anders als in der Nacht zum Samstag?

Was ganz Anderes, aber Ähnliches: Im Juli 2014 (nach circa fünf Jahren Nutzung, nach denen Haushaltsgeräte üblicherweise den Geist aufgeben) musste ich meine elektrische Zahnbürste entsorgen, weil der Akku nix mehr taugte. Ich kaufte mir eine Zahnbürste des Nachfolgemodells. Diese hat eine deutlich längere Betriebslaufzeit, verzichtet jetzt auf "Akku-fast-leer"-Pieptöne, benötigt aber auch gut und gerne 15 Stunden, um geladen zu werden. 15 Stunden sind natürlich mehr Zeit, als zwischen zwei Zahnputz-Sessions liegt. Darum besitze ich eine analoge Zweitbürste, die ich immer, wenn die E-Bürste am Stecker hängt, verwende.

In die Runde gefragt: Planen wir das Aufladen der launischen Akkus gemäß unserem Tagesrhythmus oder passen wir unseren Tagesrhythmus mittlerweile den Ladezuständen unserer technischen Paraphernalien an? Da mal drüber nachdenken.

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