Dienstag, 6. Oktober 2015

Yay, Nostalgie!

Die drei Phasen meiner Spielehilfenbeschaffung

1) ca. 1993 – 2000


Viele der größtenteils illegal kopierten Spiele, die ich für den Amiga 500 besitze, sind auf kreative Weise kopiergeschützt. Bevor das Spiel startet, wird man nach einem Code gefragt, den man mithilfe des mitgelieferten Handbuchs oder eines beigefügten Gimmicks wie der berühmten Monkey-Island-Kopierscheibe ermittelt und sodann eingibt. Dass man diese Entschlüsselungs-Mechanismen ihrerseits kopieren bzw. in Tabellenform gefasst weiterverbreiten kann, ist natürlich jedem bekannt außer den Softwarefirmen. Die Codetabellen für “Day of the Tentacle” (Mitte links im Bild) und “Indiana Jones and the Last Crusade” (Mitte rechts) hat mir ein Mitschüler gegeben, die Monkey-Island-Scheiben habe ich, als ich schon aus der Schule raus war, nachgekauft. 
Gerade in Adventurespielen kam und kommt man gelegentlich nicht weiter, braucht also Komplettlösungen. Diese besorgt man sich in Form von Lösungsbüchern, z.B. dem “Lucasfilm Games Buch” oder dem “Adventure Buch II” – auch hier reicht es natürlich, wenn eine Person in der Schule so etwas hat; dann wird munter kopiert und verteilt. Spieletipps und -lösungen sind außerdem fester Bestandteil in Spielemagazinen. Die Zeitschrift Power Play hat sogar eine ca. 30 Seiten umfassende herausnehmbare Beilage namens “Power Tipps”, die ich regelmäßig aus unserer Stadtteilbibliothek klaue.

2) ca. 2000 – 2005


Mit dem Aufkommen des Internets wird das Finden von Lösungen und Tipps erheblich leichter. An der Archivierung ändert sich jedoch nichts: Ich speichere jede Spielehilfe auf der Festplatte, drucke sie aus und hefte sie ab, um während des Spielens darauf Zugriff zu haben. (Jedes Mal, wenn ich nicht weiter weiß, das Spiel zu beenden und in die Lösung zu schauen, erscheint mir unpraktisch.) Die letzten ausgedruckten Spielehilfen datieren auf 2005. Wahrscheinlich hatte ich wegen des wachsenden Papierhaufens (die Hefter im Bild beinhalten Lösungen zu nicht weniger als 20 Games) ein schlechtes Gewissen, noch wahrscheinlicher ist, dass ich während dieser “Dark Ages” einfach studiumshalber viel weniger gespielt habe.

3) seit 2011
Dank Secondscreenisierung des Lebens schere ich mich kaum noch um Recherche außerhalb einer Spiele-Session. Wenn ich an der Xbox oder am PC bei einem Spiel steckenbleibe, lasse ich mir per Smartphone helfen. Ich bevorzuge übrigens mittlerweile vermehrt Youtube, wo es praktisch zu jedem Spiel Video-Walkthroughs gibt.

Ergänzung zu Phase 1)
Als ich im Oktober 2015 eine Ausgabe der “Power Tipps” durchblättere, entdecke ich eine weitere Quelle für Spielelösungen, die ich allerdings nie genutzt habe: Es gab in Deutschland mehrere “Lösungsservices”, bei denen man telefonisch Spielelösungen, -anleitungen und -pläne bestellen konnte.


Noch eine Ergänzung
Natürlich habe ich mir bei sehr komplexen Games, zu denen ich kein Handbuch besaß, auch handschriftliche Notizen gemacht. In einem meiner alten Hefter befindet sich zum Beispiel eine Übersicht sämtlicher Zaubersprüche aus dem Rollenspiel “Das Schwarze Auge: Schatten über Riva”.


(Cross-posting vom Techniktagebuch)

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