Mittwoch, 15. Juni 2016

Müde bin ich, hüpf' zur Ru(h)

Bis 1996 wurde das Wort "Känguru" mit einem -h am Ende geschrieben. Würde also jemand, der die letzten 20 Jahre sämtliche deutschsprachige Medien ignoriert hat, heute das Wort "Känguruhoden" lesen, würde er es nicht als "Känguru-Hoden" interpretieren, sondern als "Känguruh-Oden". Eine Ode an das Känguru! Gibt es das schon? Ich versuche mich mal daran:

O du edler Beutelspringer aus dem Süden!
Makropode aus dem roten Kontinent
Was dachte Cook, als er dich erstmals schaute?
Ist dein Fell aus Frottee? Ist's wie Vlies?
Lustiger Geselle mit zwei frechen Ohren
Stützt auf deinen Schwanz dich – wie genial!
Schon im Boxring konnt' man kämpfend dich bestaunen
Heil dir, Buschbezwinger ohne Fehl!

Nun gut, belassen wir's dabei. Das Känguru ist noch nicht mal mein Lieblingsvertreter der australischen Fauna (das ist der Wombat). Das englische Wort kangaroo ist wie boomerang eine Entlehnung aus einer Aborigine-Sprache. Inkonsequenterweise ist die Eindeutschung "Buhmerang" weder nach alter noch nach neuer Rechtschreibung korrekt. Allein Emanuel Wurms "Volks-Lexikon" von 1894 führt "Buhmerang" als Alternative für "Bumerang" auf. Ist wohl auch besser so, sonst würden sich die Leute bei jedem Lesen des Wortes erschrecken ("Buh!").

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