Montag, 2. Mai 2022

Serientagebuch 04/22

01.04. This Is Us 6.09
Family Guy 20.16
Doctor Who 13.04
03.04. The Marvelous Mrs. Maisel 4.03
The Marvelous Mrs. Maisel 4.04
04.04.
The Marvelous Mrs. Maisel 4.05
The Marvelous Mrs. Maisel 4.06
05.04. Our House 1.01
Our House 1.02
The Legend of Vox Machina 1.01
06.04. This Is Us 6.10
The Legend of Vox Machina 1.02
07.04. This Is Us 6.11
Our House 1.03
Our House 1.04
08.04. The Cafe 1.01
The Cafe 1.02
The Cafe 1.03
Doctor Who 13.05
11.04. The Simpsons 33.17
The Legend of Vox Machina 1.03
12.04. The Cafe 1.04
13.04. The Legend of Vox Machina 1.04
15.04. Why Didn't They Ask Evans? 1.01
16.04. The Cafe 1.05
17.04. Why Didn't They Ask Evans? 1.02
18.04. Why Didn't They Ask Evans? 1.03
19.04. Doctor Who (Classic) 24.2.1
Doctor Who (Classic) 24.2.2
Doctor Who (Classic) 24.2.3
Doctor Who (Classic) 24.2.4
20.04. The Legend of Vox Machina 1.05
This Is Us 6.12
24.04. The Marvelous Mrs. Maisel 4.07
25.04. The Marvelous Mrs. Maisel 4.08
26.04. The Cafe 1.06
Doctor Who (Classic) 24.3.1
Doctor Who (Classic) 24.3.2
Doctor Who (Classic) 24.3.3
27.04. The Simpsons 33.18
Servant 3.01
Servant 3.02
28.04. This Is Us 6.13
The Cafe 2.01
Doctor Who 13.06
30.04. This Is Us 6.14
The Cafe 2.02
The Legend of Vox Machina 1.06

Eine getrennt von ihrem Mann lebende Frau kommt eines Tages in das noch gemeinsam genutzte Haus heim, nur um zu erleben, wie dieses gerade von einem jungen Paar bezogen wird, Kaufvertrag mit allem Zipp und Zapp liegt vor. Das ist die enigmatische Ausgangssituation des Romans Our House von Louise Candlish, der jetzt als Vierteiler für ITV u.a. mit Martin Compston ("Line of Duty") verfilmt wurde. In Rückblenden wird geschildert, wie es dazu kommen konnte. Es gibt etliche Eskalationen, und man fragt sich bereits in der zweiten Folge, wie sich noch irgendetwas zum Guten wenden könnte. Das so emotionale wie spannende Drama spielt in London, wobei auch jede andere Mittel- oder Großstadt als Kulisse hätte herhalten können.
(PS: Die imdb-Userkritiken sind brutal, wobei der am häufigsten vorgebrachte Einwand lautet "Wie zum Teufel können die sich so eine Hütte mitten in London leisten???", haha.)

An der Küste von Wales wiederum (allerdings teilweise in England gedreht) spielt der Agatha-Christie-Klassiker Why Didn't They Ask Evans?, der in drei Parts von keinem Geringeren als Hugh Laurie neu aufgelegt wurde. Ich bin mit Lauries komödiantischem Schaffen nicht vertraut, kenne ihn wie wohl die meisten hierzulande nur als "Dr. House", aber tatsächlich blitzt in dem auch ansonsten superben Drehbuch der ein oder andere Funke Humor auf. Außerdem überzeugt Laurie in der kleinen Rolle, die er sich selbst gegeben hat, ebenso wie der übrige Cast um den unfreiwilligen Hobby-Detektiv (Will Poulter), darunter Conleth Hill und Morwenna Banks. Am besten gefiel mir Lucy Boynton als mitermittelnde Down-to-earth-Landadelige. Das Kriminalrätsel wird adäquat aufgedröselt, ganz einfach ist es jedoch nicht: Ich musste in der letzten Folge ein paar Mal zurückspulen, um wirklich alles zu begreifen.

Zwei Serials aus der 1987 gelaufenen 24. Classic-Staffel von Doctor Who konnte ich diesen Monat abarbeiten. "Paradise Towers" war das schwächere. Es krankte an einem heillos überfrachteten Cast, einem meist passiven Doktor (Sylvester McCoy), albernen Sprachspielereien, noch alberneren Schauspielereien und wie so oft an Monstern, die jeglicher Bedrohlichkeit entbehren, weil man ihnen realistischerweise durch das Manöver Einen Schritt zur Seite gehen ausweichen könnte. Zu loben ist das Setdesign: Der titelgebende Wohnturm vermittelt ein gefälliges Dystopie-Feeling, wie es für vergleichbare Film-Szenarien aus dieser Ära typisch ist, man denkt des öfteren an "Blade Runner" und "Judge Dredd". Und immerhin werden positive Werte vermittelt; Zusammenhalt sowie Angstakzeptanz und -überwindung führen letztlich zum Sieg des Guten über das Böse.
Der direkt anschließende (in der Folgewoche von ONE ausgestrahlte) Dreiteiler "Delta and the Bannerman" hingegen hat mich durch und durch zufriedengestellt. Ich hatte zu dieser Folge sogar schon eine Podcast-Besprechung gehört und wusste, dass sie nicht unumstritten ist, aber für mich funktioniert in "Delta und die Bannermänner" alles. Zwar gibt es auch hier beinahe zu viele Haupt- und Nebenfiguren, diese sind aber allesamt fein ausgearbeitet, pläsierlich besetzt und haben Aufgaben und Funktionen. Auch der Siebente Doktor bekommt endlich jede Menge zu tun und erreicht zeitweise einen Tatendrang, der an die Quirligkeit eines Patrick Troughton erinnert. Die Schauwerte überzeugen, die Locations sind stimmig (und wechseln einander in einem Tempo ab, dass einem schwindelig wird), der Oberbösewicht darf richtig schurkenhaft agieren (wobei der Bodycount schon fast grenzwertig für diese Serie ausfällt), dazu gibt es einen herrlichen 50er-Jahre-Soundtrack, kurzum: "confident, slick, and hugely enjoyable from beginning to end" (The Doctor Who Discontinuity Guide). Bonus-Erkenntnisgewinn (den ich schon aus dem erwähnten Podcast mitgenommen hatte): Holiday camps wie das hier dargestellte Ferienresort "Shangri-La", für das Barry Island in Wales als Kulisse diente, waren jahrzehntelang tatsächlich ein Ding in Großbritannien.

An der vierten Season von The Marvelous Mrs. Maisel hätte ich allenfalls zu beanstanden, dass zu wenige der zahlreichen offenen Handlungswollknäuel aufgewickelt werden; nach dem letzten Abspann ruft man unweigerlich: "Och Menno, das kann nicht alles gewesen sein, es ist doch noch so viel ungelöst!" Aber klar, für die (hoffentlich 2023 kommende) Finalstaffel muss man sich ja noch etwas aufheben ... Ich hoffe bloß, der angestaute Konfliktballast wird nicht während der Pause kommentarlos über Bord geworfen.
Mit einer Sache, die mir ganz am Anfang gelegentlich sauer aufgestoßen ist, habe ich mich inzwischen arrangiert: dass die Maisel-Welt vollkommen überzeichnet ist. Spätestens mit der jüngsten Einführung eines Bühnenmagiers und dessen fantastischen Tricks haben die Showrunner Amy Sherman-Palladino und Daniel Palladino klargemacht, dass wir es hier nicht mit einem historisch korrekten period piece zu tun haben (wobei es einige interessante Verweise auf reale Geschehnisse und Personen der Zeitgeschichte gibt), sondern eben um eine fabelhafte (marvelous) Nummernrevue mit überbordender Freude an Verspieltheit, Karikaturhaftigkeit und Sich-selbst-nicht-allzu-ernst-nehmen. Menschen reden nicht so druckreif-pointiert, sie gestikulieren nicht so wild, und ein solches bunt schillerndes, gelecktes Nachkriegs-New-York, in dem die stets gut gelaunten und bombig gekleideten Menschen weder Armut noch Rassismus kennen, hat es garantiert nie gegeben. Egal! Das hier ist Varieté, das ist ein Musical ohne Songs, und die Ausstattung und die scharfen Dialoge entschädigen für vieles.

Hinweis: "The Cafe" soll, obschon ich bereits eine Staffel abgeschlossen habe, erst nach dem Ende der zweiten und letzten Staffel als Gesamtwerk beim nächsten Mal besprochen werden. Und auch wenn der "Flux"-Arc von "Doctor Who" bereits geschafft ist, möchte ich die 13. "New Who"-Staffel nicht ohne die zwei bereits gelaufenen Einzel-Specials behandeln. (Ob ich die für Ende des Jahres geplante Regenerations-Folge dann in meinen Season-14-Watch inkludiere, muss ich noch entscheiden.)

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