Freitag, 15. Dezember 2017

Ich packe meinen Koffer ...

Neulich stellte jemand indirekt "im Social media" die Frage, welche Webseite man auf einer einsamen Insel aufrufen würde, wenn man nur eine einzige Webseite aufrufen könnte. Jemand anders nannte als Reply meine Webseite: Kybersetzung! Da hab ich mich vielleicht gefreut. Gefreut habe ich mich auch über die Frage an sich, denn schon lange hatte ich mir überlegt, für welche Seiten ich mich entscheiden würde, dürfte ich bis zum Ende aller Tage nur noch Stücker drei lesen. Es wären dies:
1. der Forenbereich von "Something Awful". Auch wenn die Community ihre goldenen Zeiten hinter sich gelassen hat (denn das Forum als Diskussionsplattform ist nun mal am Aussterben), ist dort immer noch sehr viel los. Zu allen erdenklichen Themen wird sich pointiert, niveauvoll und konstruktiv ausgetauscht (unter legendär totalitaristischer Moderation). In letzter Zeit schaue ich leider fast nur noch in das "Post Your Favorite"-Subboard, u.a. in den Thread "PYF Macros & Memes", wo seit gut einem Jahr fast ausschließlich Simpsons-Shitposting und Loss edits zu finden sind, doch genau das braucht es manchmal, um mir den Tag aufzuhellen. Die 10 US-$, die ich vor zig Jahren für die Premiumfunktionen (Schreibrechte, Archivzugriff, Suche) gezahlt habe, waren unbestreitbar eine meiner klügsten Investitionen!  
2. Cracked.com. "America's Only Humor Site" ist lehrreich, unterhaltsam und supernerdy, schlägt seit einiger Zeit aber auch ernstere Töne an ("5 Things You Learn Being Attacked By The Alt-Right"; "6 Things You Learn As A Guy With An Eating Disorder"). Liest man an einem Tag nur einen Artikel, dann hat man an diesem Tag mindestens einmal gelacht und mindestens eine neue Sache gelernt.
3. "TV Tropes". Fast bedrohlich wirkt das Motto dieser Datenbank: "The all-devouring pop-culture wiki". Verschlungen wird hier vor allem die Lebenszeit der Lesenden. O Gott, wie oft wollte ich "nur mal eben was nachschlagen" und fand mich zwei Stunden später vor zehn offenen Tabs, nicht aufhören könnend, Querverweisen zu folgen und Hintergründe zu diesem und jenem auf Wikipedia ("the other wiki", wie sie hier genannt wird) zu recherchieren. 
Aber Wikipedia darf ich ja gar nicht in meinen virtuellen Koffer packen, denn die Höchstgrenze ist hiermit erreicht. (Interessant, dass meine Lieblingsseiten alle englischsprachig sind. Das ist reine Geschmackssache und soll nicht heißen, dass ich das deutschsprachige Internet als langweilig und belanglos abtue. Zumal von "TV Tropes" sogar eine deutsche Version im Aufbau ist.)

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