Sonntag, 31. Dezember 2017

Ein Jahr geht, ein anderes kommt

Zwei der für 2017 angedachten "neuen Rubriken", die ich meinem Publikum vor einem Jahr versprochen hatte, konnte ich leider doch nicht introduzieren; eine aus Zeitgründen, die andere aus Unrealisierbarkeit. Ich bin aber zuversichtlich, dass beides 2018 klappt. Klappen wird auch die Beobachtung einer totalen Mondfinsternis am 27. Juli – außer man hält sich zu diesem Zeitpunkt in Nordamerika auf. Lediglich in der Antarktis und knapp darüber sichtbar sind hingegen die partiellen Sonnenfinsternisse am 15. Februar und am 13. Juli. Menschengemachte Spektakel sind u.a. die Olympischen Winterspiele in Südkorea und die Fußball-WM in Russland.

Von runden Gedenktagen wimmelt es geradezu: Leonard Bernstein, Rita Hayworth, Helmut Schmidt, Kurt Waldheim, Nelson Mandela und Ingmar Bergman haben 100. Geburtstag, Claude Debussy, Gustav Klimt, Lili Boulanger (die Erfinderin der Boulangerie?) und Georg Cantor sogar 100. Todestag. In Mumbai wird mit dem "World One" das höchste bewohnbare Gebäude der Welt fertiggestellt. Nach dem chinesischen Horoskop betreten wir das Jahr des Erd-Hundes. "2018 wird das Jahr der Okö-Kryptowährungen", orakelt Wired und meint vermutlich "Öko-Kryptowährungen", es wird aber auch das "Jahr der Liebe" ("Wallstreet online") und muss (!) "das Jahr der Reformen werden", fordert die Süddeutsche Zeitung. Außerdem: "Freie Wähler Bernau fordert, dass 2018 das Jahr der Bernauer Ortsteile werden soll" (moz.de). Für Fans von Brückentagen ist 2018 wohl auch sehr reizvoll. Mir gefällt, dass das Jahr an einem Montag beginnt. 

Noch rasch die Natur des Jahres abgehakt. Sehr bodenständig geht es in vielen Kategorien zu: Die Steckrübe ist das Gemüse des Jahres (exzellente Wahl, mjamm!), der Ingwer die Heilpflanze, die Esskastanie der Baum, die Wildkatze das Wildtier, der Wiesenchampignon der Pilz und der Vogel der Star des Jahres, Quatsch, andersrum. Schmetterling des Jahres ist der Große Fuchs, Wildbiene des Jahres die Gelbbindige Furchenbiene, Einzeller des Jahres sind die Tintinnen ("eine Gruppe gehäusebauender Wimpertiere", mehr weiß Wikipedia im Moment noch nicht darüber), Höhlentier des Jahres ist der Schwarze Schnurfüßer, Staude des Jahres ist die Tagliatelle, äh: die Taglilie, der Boden des Jahres ist der Alpine Felshumusboden, und der Ehrenpreis "Blume des Jahres" geht an den Langblättrigen Ehrenpreis.

Liebe Leserin, lieber Leser, stolpere frohen Mutes und erhobenen Hauptes in die frische kalendarische Großeinheit -- woah, da fällt mir ein, dass ich bis jetzt weder einen neuen Wochenplaner noch einen Tagesabreißkalender besorgt habe!

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