Freitag, 23. Januar 2026

Betr.: Co-Produktionen, Zug-Workout, News-Detox, Let's Play

Diese Woche ist die neue Cinema erschienen, und es wurden wieder einige Filme vorgestellt, an deren Produktion jeweils mehr als fünf Länder beteiligt waren, namentlich "Once Upon a Time in Gaza" (F/PS/D/P/Q/JOR), "Zwei Staatsanwälte" (F/D/NL/LV/RO/LT) und "Die Stimme von Hind Rajab" (TN/F/USA/UK/I/SA/CY). Den von "To a Land Unknown" aufgestellten Rekord (?) haben die drei Filme damit zwar nicht gebrochen, beachtlich sind diese Zahlen trotzdem. "CY" steht übrigens für Zypern.

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Regionalexpress Würzburg-Frankfurt. Eine etwa Mitte 60-jährige Frau mit Funktionskleidung und frecher Kurzhaarfrisur steigt zu und nimmt Platz. Nach einer Weile erhebt sie sich, läuft den Gang hinab, bleibt zwischen zwei Doppelsitzen stehen (auf einem dieser Sitze: ich), greift die Griffe an den Lehnen rechts und links von ihr und beginnt, gymnastische Übungen zu machen. Vor und zurück streckt sie sich, lässt sich halb fallen und macht Bewegungen wie an einem Barren, wobei die Füße auf dem Boden bleiben. Mich macht das leicht nervös, aber weil ich unkonfrontativ bin, begebe ich mich in den zen-buddhistischen Zustand des dhyāna und sage eben NICHT: "Oh jaaa, das ist sehr wichtig und gesund, was Sie hier tun, und überhaupt nicht absonderlich und irritierend! Sie haben schließlich gerade zehn Minuten am Stück gesessen, und so eine Zugfahrt ist ja wie ein Langstreckenflug, da drohen verkrampfte Muskeln und eingeschlafene Füße, wenn nicht gar Thrombose und Dekubitus."
Tja, wahrscheinlich hat diese Reisende tatsächlich alles richtig gemacht. Jetzt fühle ich mich schlecht, weil ich über sie, wenn auch nur insgeheim, gespottet habe.

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Was ich in meiner heutigen Titanic-Newsletter-Kolumne (die ihr bestimmt alle lest, *hüstel*) verkündet habe, ist wahr: Ich habe mir für 2026 vorgenommen, einen Bogen um "Welt online" zu machen, und seit dem 1.1. bin ich auch wirklich kein einziges Mal dort vorbeigesurft. Mir fällt diese selektive Medienabstinenz äußerst leicht, doch meinem Unterbewusstsein offenbar nicht. Heute habe ich nämlich im Traum welt.de aufgerufen, und in dem Moment, wo ich die ersten, gewohnt behämmerten Überschriften las, dachte ich: 'Waaah, mein schöner Vorsatz, bereits im Januar habe ich ihn gebrochen!'

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Das interessiert jetzt sicherlich kein Schwein, aber ich halte es fest, weil ich mich so darüber freue. Mein Lieblings-Youtuber raocow let's-playt zurzeit "Bramble" – auf meinen Wunsch hin! Kurz nachdem ich mich im Dezember erstmals am virtuellen Adventskalender mit einem Geschenk beteiligt hatte (ich bin "Earthquake Joe"), wurde mir dafür gedankt: von Gevatter Zufall. Denn im kurz darauf veröffentlichten "Patreon Wheel", bei dem u.a. Unterstützer ausgelost werden, die ein zu spielendes Game vorschlagen dürfen, blieb das Glücksrad auf meinem Namen stehen. Neben "Bramble" hatte ich als Alternativen noch "Lake" sowie das in meiner Amiga-Kindheit heiß geliebte "PP Hammer" angegeben (man darf drei Titel einreichen, von welchen raocow dann einen auswählt); die hätten gewiss auch witzige(re) Let's Plays ergeben.

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