Samstag, 21. März 2026

Adieu, Silberlinge!

Mir fiel es direkt auf, als ich sie aus dem Briefkasten zog, die Aprilausgabe der GameStar ... Aber bevor ich selbst etwas formuliere, übergebe ich das Wort doch einfach an Markus Schwerdtel, der die betreffende Änderung im Editorial anspricht:

Es gibt keine DVDs mehr. Mit dieser Ausgabe verabschieden wir uns schweren Herzens von den glänzenden Plastikscheiben, die GameStar seit der ersten Ausgabe 1997 begleitet haben. Allerdings haben die Disks im Jahr 2026 keine Daseinsberechtigung mehr. Laufwerke dafür (oder für Blu-ray) sind in modernen PCs eine Seltenheit, und auch im Wohnzimmer hat der DVD-Player unterm Fernseher ausgedient. Kurz: Die Ära der optischen Datenträger ist vorbei und wir winken den DVDs bei ihrem Ritt in den Sonnenuntergang dankbar nach.

Zur Erklärung: Der GameStar, zumindest der sog. XL-Version, die ich abonniert habe, lagen jeden Monat zwei DVDs bei. Darauf befanden sich von der Redaktion produzierte Preview-, Test-, Talk- oder Rückblicks-Videos. Eine der Scheiben, sozusagen die "Haupt"-DVD, konnte als solche auf Playern oder Konsolen mit Laufwerk abgespielt werden, sie hatte ein richtiges Menü. Einen DVD-Player besitze ich selbst nicht, aber meine Xbox One kann DVDs und BluRays lesen. Die zweite DVD enthielt lediglich Videodateien; diese kopierte ich i.d.R. von der Disk auf meine Festplatte, um sie anzusehen. Mein Laptop hat nämlich sehr wohl noch ein BluRay/DVD-Laufwerk, was zugegebenermaßen bereits bei dessen Anschaffung ein seltenes, aber mir wichtiges Feature war. Jeder GameStar waren außerdem stets zwei Vollversionen beigegeben, wobei diese in den letzten Jahren nur noch in den seltensten Fällen auf den Datenträgern lagen: Vielmehr schaltete man die Spiele mit im Heft zu findenden Keys (für Steam, GOG oder andere Plattformen) frei. Auch die GameStar 04/26 enthält wieder Vollversionen (diesmal sogar drei) bzw. abermals Aktivierungscodes für diese. Man bekommt also nicht weniger geboten. Auch auf Videos muss nicht verzichtet werden, man gelangt über QR-Codes in den dazugehörigen Artikeln dahin. (Übrigens waren ganz früher auch noch Patches, Spieletrailer, Standardprogramme, Wallpapers und andere Gimmicks, die man sich heute ausnahmslos aus dem Netz bezieht, auf den Scheiben.)

Alles in allem ist die Abschaffung der Beileger nachvollziehbar und gerechtfertigt, nicht zuletzt im Sinne der Umwelt. Ich bedaure es dennoch ein wenig, nicht mehr jeden Monat ein Dutzend für "mich" "ausgewählte" Videos "serviert" zu bekommen – kuratiertes Material, für das ich mir gerne Zeit genommen habe. Der Online-Bereich der GameStar erschlägt mich regelrecht mit seinem Output an Videos. Sicher, da gibt es viel, was mich ansprechen würde, aber ich schaffe es schlicht nicht, mich durch das pralle Archiv (und die zusätzlichen Youtube-Kanäle) zu wühlen. Ich wette, auch anderen erwachsenen, berufstätigen Menschen geht es so. Man kommt ja schon kaum mit dem Lesen hinterher! Vom Zocken ganz zu schweigen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen