- Archäologen entdecken Bibergrube aus der Jungsteinzeit bei Alsleben (mdr.de, 4. Mai) Ein Fund an der Saale, die rund 7000 Jahre alten Reste von mindestens zwölf Bibern, "liefert seltene Hinweise darauf, welche Rolle Pelzherstellung, Jagdstrategien und Kleidung bereits in der frühen Jungsteinzeit spielten".
- Bei Schulausflug auf Bauernhof: Bub (6) macht Sensationsfund (Kurier, 11. Mai) Der Junge entdeckte im norwegischen Dorf Brandbu ein 1,30 m langes Schwert, das aus einem Acker ragte. Das überragend gut erhaltene Objekt soll 1300 Jahre alt sein, also "aus der Merowingerzeit oder dem Beginn der Wikingerzeit" stammen.
- Stinkendes Notizbuch in mittelalterlichem Klo gefunden (wdr.de, 12. Mai) In Paderborn wurde ein in 700 bis 800 Jahre altes, gut erhaltenes, in Leder und Holz gebundenes und innen beschriebenes Buch gefunden – in einer Latrine. Womöglich handelt es sich um das Notizbuch eines Kaufmanns.
- Muscheln und Schnecken der Saison (Spektrum.de, 18. Mai) Eine Untersuchung von Weichtierschalen, die in rauen Mengen in der spanischen Höhle Las Aviones gefunden wurden und ein Alter von 115.000 Jahren aufweisen, legt nahe, dass die Ernährungsvorlieben des Neandertalers denen des Homo sapiens, der erst 100.000 Jahre später die Bühne betrat, ähnelten. Demnach wurden Meeresfrüchte bevorzugt in der kalten Jahreszeit konsumiert. Das "könnte damit zusammenhängen, dass die Neandertaler den Rest des Jahres anderswo lebten; vielleicht verdarben die Muscheln und Schnecken während des Winters aber auch weniger schnell oder schmeckten besser".
- Toter von Pompeji identifiziert – das war sein Beruf (t-online, 20. Mai) Einer jener 13 an dem als "Garten der Flüchtenden" bekannten Weinberg gefundenen Menschen hatte zum Zeitpunkt seines Todes unmittelbar nach dem Ausbruch des Vesuv einen Gegenstand bei sich, der den Eindruck eines "antiken Medizinkoffers" machte. Nach einer Analyse mit modernsten Methoden steht fest, dass das "Köfferchen eine Stofftasche mit Bronze- und Silbermünzen, ein Kästchen aus organischem Material sowie eine Reihe von Instrumenten, die zu einem medizinischen Set passen", enthielt. "Außerdem fanden sich eine Schieferplatte, die in der Antike zur Herstellung medizinischer oder kosmetischer Substanzen verwendet wurde."
- Überraschung aus der Steinzeit: Vater und Sohn durch hunderte Kilometer getrennt (Der Standard, 21. Mai) Der Sohn eines um 3100 v. Chr. im hessischen Niedertiefenbach beigesetzten Mannes "fand seine letzte Ruhe rund 225 Kilometer weiter nördlich, in einer in den Fels geschlagenen Kammer bei Sorsum" bei Hildesheim – "der bisher größte dokumentierte geografische Abstand zwischen Verwandten ersten oder zweiten Grades aus dem Neolithikum". Anschließende Untersuchungen mehrerer Bestattungsplätze ergeben das Bild eines regelrechten Netzes mit "weitreichende[n] biologische[n] Verbindungen".
- Neue Studie löst altes Rätsel: So übersteht diese Pyramide jeden Erdstoß seit Jahrtausenden (merkur.de, 26. Mai) Die Stabilität der Cheops-Pyramide: garantiert wird sie durch einen messbaren Unterschied zwischen den Eigenfrequenzen von Bauwerk und Untergrund, wodurch das sog. Resonanzphänomen vermieden wird. Druckkammern spielen dabei eine Rolle. "Die Pyramide vereint mehrere geometrische Prinzipien, die Ingenieure auch heute noch als vorbildlich bezeichnen würden."
- Der nackte Brite aus Kreide wird aufgehübscht ("Spiegel online", 28. Mai) "[S]owohl stärkere Regenfälle als auch heißere Sommer" haben dem zwischen 700 und 1100 n. Chr. angefertigten Riesen von Cerne Abbas zugesetzt, weswegen die Umrisse des 55 Meter großen Scharrbildes früher als nach dem üblichen Turnus nachgezogen werden. "Die Neuverkreidung soll bis zu 15 Tage in Anspruch nehmen. Rund 300 Mitarbeiter und Freiwillige des National Trust werden laut der BBC daran beteiligt sein und etwa 17 Tonnen frische Kreide den steilen Hang hinauftragen."
- Acht Meter unter dem Mainufer tauchen 2400 Jahre alte Gemäuer aus der Eisenzeit auf ("Welt online", 1. Juni) Eine eisenzeitliche Konstruktion aus Stein und Holz wurde am Mainufer in Aschaffenburg freigelegt. Sie stammt aus dem 4. vorchristlichen Jahrhundert und ist somit wohl der keltischen La-Tène-Kultur zuzuordnen. Über den Nutzen des "vermutlich auch repräsentativen Bauwerk[s]" ist (noch) nichts bekannt.
- Keltisches Fürstengrab im Taunus entdeckt (Hessenschau, 8. Juni) Teile eines Streitwagens, goldene Ringe, Schmuckperlen, eine etruskische Kanne und mehr: Die Grabbeigaben im schon jetzt als Sensation geltenden Bad Camberger Grab deuten auf eine höhergestellte Persönlichkeit hin, die zu Beginn der frühen Eisenzeit gelebt hat.
- Schülerin findet keltischen Armring aus Bronze - per Zufall (Hessenschau, 15. Juni) "Es handelt sich um ein rund 2.700 Jahre altes Schmuckstück aus der frühen Eisenzeit", welches eine Zwölfjährige in Büdingen in der Wetterau geborgen hat: einen Armring aus Bronze, der wohl Teil einer ganzen Tracht aus der Hallsteinzeit gewesen war. Der Fund bestätige, "dass der Glauberg bereits seit der frühen Eisenzeit besiedelt war. Zudem könnten solche Einzelfunde wichtige Hinweise auf mögliche bisher unentdeckte Grabhügel bieten - und seien deshalb ein Glücksfall für die Forschung".
- Unberührte Maya-Stätte im mexikanischen Dschungel entdeckt ("Spiegel online", 24. Juni) Die 15 Hektar große Stadt, deren Reste im Bundesstaat Campeche entdeckt wurde, ist Minanbé getauft worden (aus der Maya-Sprache mit "Es gibt keinen Pfad" zu übersetzen). Neben Hieroglyphentexten barg der auf die Zeit zwischen 600 und 900 n. Chr. datierte überwucherte Ruinenkomplex einen "13 Meter hohen Pyramidentempel, Altäre, palastartige Gebäude, Plätze, Wasserkanäle sowie einen Stein mit einer eingravierten Enthauptungsszene".
- Über 2.000 Jahre alte menschliche DNA in Höhlen Spaniens und Portugals entdeckt (AOL, 24. Juni) Eine internationale Studie zeigt, "dass Felsoberflächen menschliche genetische Spuren über Tausende von Jahren bewahren können", konkret "menschliche DNA nicht nur auf einer mit Pigmenten bedeckten Oberfläche der portugiesischen Höhle von Escoural, sondern auch in Bereichen ohne Malereien in [der Höhle von Maltravieso in Cáceres] und in der asturischen Höhle Covarón" sowie auf weiteren "Tafeln mit Felskunst aus elf Höhlen in Spanien und Portugal". "Von den analysierten Proben stammen drei von Frauen, eine von einem Mann; eine weitere ließ sich keinem Geschlecht eindeutig zuordnen." (Ausführlicher auch die Tagesschau)
- Neues Rätsel um Frühmensch Homo naledi: Warum lagen in einer Höhle nur weibliche Skelette? (National Geographic, 25. Juni) 20 von 20 Individuen in der südafrikanischen Rising-Star-Höhle wurden als weiblich identifiziert. Der Artikel geht ausführlich auf die Methodik der Geschlechtsbestimmung bei 300.000 Jahre alten Skeletten ein und wägt diverse Erklärungsversuche ab: Kulturelles Verhalten, sprich eine zielgerichtete Bestattung, sei bei frühen Homininen wie dem Homo naledi mit seinem relativ geringen Gehirnvolumen wenig wahrscheinlich. Solch ein Verhalten wäre tatsächlich ein Indiz für "eine Praxis, die ein Maß an abstraktem Denken voraussetzt, das bislang nur dem Menschen zugeschrieben wurde".
- Spannender Fund in Nidderau gibt Einblicke in das Leben der Kelten (Hessenschau, 30. Juni) Sieben Gräber aus der Zeit von vor 2500 Jahren bargen Angehörige der keltischen Mittel- und Oberschicht, darunter einen mutmaßlichen Krieger, der "mit Schwert und Speer bestattet" wurde. Folgeuntersuchungen sollen u.a. klären, "ob die Menschen körperlich schwer arbeiten mussten und ob sie ausreichend Nahrung hatten. Auch mögliche Krankheiten, das Alter oder Familienverhältnisse können zum Teil aufgedeckt werden".
- Stätte in Nordirland könnte zu den frühesten stadtähnlichen Siedlungen Europas gehören ("Spiegel online", 1. Juli) "In Haughey's Fort in der Nähe von Armagh soll es bereits ab etwa 1200 v. Chr. Besiedlung gegeben haben." Alles deutet auf ein bronzezeitliches "proto-urbanes Zentrum" hin, mit "Handwerksproduktion, Tauschhandel und gemeinschaftliche Aktivitäten", das zudem wahrscheinlich in Zusammenhang mit der bedeutsamen Stätte King's Stables und den Creeveroe-Erdwällen steht.
- Der Hobbit-Mensch aß, was die Drachen übrigließen (National Geographic, 8. Juli) Die "Hobbits" auf der indonesischen Insel Flores haben offenbar nicht, wie man lange annahm, selbst gejagt. Wie ein kurioses Beiß-Experiment jetzt gezeigt hat, ernährte sich der Homo floresiensis von Kadavern des Rüsseltiers Stegodon, jedoch nur von Exemplaren, die Warane zuvor erlegt hatten. Immerhin: "Um das Fleisch vom Knochen zu trennen, nutzten sie Werkzeuge."
- 2000 Jahre alte Gräber und byzantinische Stadt in der ägyptischen Wüste entdeckt (Deutschlandfunk, 6. Juli) "Die Gräber in Marina El-Alamein wurden etwa hundert Kilometer westlich von Alexandria gefunden" und enthielten "menschliche Überreste, Töpferwaren, Amphoren und andere Grabbeigaben". "Es wird angenommen, dass es sich bei dem Fundort um die antike Stadt Leukaspis handelt, ein Mittelmeerhafen, der zwischen der hellenistischen und der byzantinischen Zeit seine Blütezeit erlebte." Die Überreste einer komplexen byzantinischen Wüstensiedlung aus dem 4. Jahrhundert wurden unabhängig davon freigelegt.
- Archäologen entschlüsseln Namen eines Maya-Astronomen ("Spiegel online", 14. Juli) Der Mathematiker, der im 8. Jahrhundert (Zeit der Maya-Klassik, 250-900) gelebt haben soll, habe Sak Tahn Waax geheißen, was so viel wie "Weißbrustfuchs" bedeute. Zu Grunde lagen "astronomische Berechnungen an der Wand einer Kammer in der Maya-Ruinenstadt Xultún" (Guatemala).
- Bislang unbekanntes Grab bei Luxor entdeckt: Hinweise auf einen Würdenträger der Ramessidenzeit (herder.de, 14. Juli) Im Bereich Sheikh Abd el-Qurna stieß ein Forschungsteam auf eine dem Neuen Reich zuzuordnende "Grabanlage östlich des bekannten thebanischen Grabes TT 45". "Zu den bedeutendsten Funden gehören die Wanddekorationen im Inneren der Anlage. Mehrere Darstellungen nennen den Namen des Grabherrn 'Paser'."
Mittwoch, 15. Juli 2026
Neues Altes (April-Juli '26)
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