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Mittwoch, 29. August 2018

Taxi ins Gruseltal

Jugenderinnerung: Es ist kaum vorstellbar, aber selbst ich war früher manchmal auf Partys zugegen. Wenn diese an ungünstig, d.h. am äußersten Stadtrand gelegenen Orten stattfanden, musste man für den (nächtlichen) Nachhauseweg einen besonderen Service der regionalen Verkehrsbetriebe nutzen: das "Anruflinientaxi", kurz alita. Aus der offiziellen Beschreibung: "Zu Zeiten sehr geringer Nachfrage fahren auf bestimmten Strecken Taxis als Ersatz für reguläre Busse und Straßenbahnen. Das alita bringt Sie bis in die hintersten Winkel der Stadt und kostet dabei keinen Cent mehr als eine normale Busfahrt. [...] So funktioniert es: Als Ersatz für reguläre Bus- und Bahnlinien kommt ein alita nur bei Bedarf, das heißt, wenn Sie es bestellen. [...] Rufen Sie bitte spätestens 20 Minuten bevor Sie losfahren wollen unser Servicetelefon an." Ich fand das jedes Mal total luxuriös, und mich fasziniert bis heute, dass das Herumschicken von Taxis den Verkehrsverbund offenbar billiger kommt als der Einsatz einer regelmäßigen Buslinie.

"Alita" ist zufällig auch der Name der Hauptfigur eines Mangas, der jüngst von Robert Rodriguez verfilmt wurde. Den Trailer von "Alita: Battle Angel", der im Dezember dieses Jahres anläuft, habe ich gestern gesehen ... und ich war sofort abgeschreckt. Bei allem Gespür für visionäre Stoffe, das man James Cameron (Co-Produzent und Co-Autor) zugestehen muss, sage ich voraus, dass dieser Film hinter den kommerziellen Erwartungen zurückbleiben wird. Der Grund: Uncanny Valley, und zwar in kaum gekannten Ausmaßen. Man mag das Cyborgmädchen keine zwei Sekunden anschauen! Ich bin natürlich nicht der Erste mit derartigen Bedenken. In der Tat scheint es nach Veröffentlichung des ersten Teaser-Trailers ein Neudesign der Figur gegeben zu haben, nachdem etliche Fans ihre Verstörtheit bekundet hatten; zumindest kursieren aussagekräftige Vergleichsfotos aus den ersten und neueren Szenen ("[Comicbook.com-Autor] Bishop notes that Alita's face seems 'less squat; longer and less wide,' while ComicBook and PopCulture Editor-in-Chief Dallas Jackson notes that it's more than just a rework of her eyes with the lightning on her face, and the background, completely changing from before."). Es war also vorher noch unheimlicher!?!? Nun, ich bin gespannt. Mehr hier und hier.

Freitag, 16. November 2012

Klassiker des Wissens: Im unheimlichen Tal

Ein interessanter Effekt ist der vom Uncanny Valley. Das Uncanny Valley ist, vereinfacht gesagt, das Phänomen, dass die Akzeptanz menschlicher Beobachter gegenüber Computerspiel-Figuren oder Robotern ab einem gewissen Grad an Realismus nicht zunimmt. Das heißt: Wenn eine Kunstfigur allzu menschenähnlich ausschaut (aber noch nicht total menschlich), gruseln wir uns. "Die Akzeptanz fällt ab einem bestimmten Niveau des Anthropomorphismus schlagartig ab und steigt erst ab einem bestimmten, sehr hohen Grad wieder an." (Wiki) Wie hoch dieser Grad sein muss, ist wahrscheinlich von Mensch zu Mensch verschieden. 

Ich habe mich immer gefragt, warum John Connor in der Serie The Sarah Connor Chronicles sich nie (sexuell) für die von Summer Glau verkörperte hübsche Terminatrix Cameron interessiert hat. Come oooon – jeder normale 16-Jährige hätte die Situation in irgendeiner Weise ausgenutzt. Es gibt sogar einen Typ von Fetischisten, für den so eine Cameron der ultimative Traum wäre. "The first of these [fantasies] is simply a desire to have a ready-made android or gynoid partner. This partner can be desired for sex, companionship, or any combination of the two. The main distinguishing feature of this fantasy is that the android is a completely artificial construct, often manufactured solely to fulfil the wishes of its owner." 

Zurück zu den Terminatoren: Physiologisch sind diese mit Menschen fast identisch (zumindest von außen), ihr Verhalten wird so gut wie möglich simuliert und kann durch Lernen verbessert werden. Aber es sind die kleinen Defizite und Macken, die man nicht programmieren kann. Deshalb wird es wahrscheinlich nie Maschinen geben, die überhaupt nicht mehr von uns Menschen zu unterscheiden sind. Und alle anderen, weniger perfekten Robotertypen liegen im Uncanny Valley. 

In der Serie 30 Rock (Episode 2.13 "Succession") wird das Uncanny Valley anschaulich behandelt:


Frank: Check out this chart. As artificial representations of humans become more and more realistic, they reach a point where they stop being endearing and become creepy. 
Tracy: Tell it to me in Star Wars. 
Frank: All right, we like R2-D2 and C-3PO. 
Tracy: They're nice. 
Frank: Here, we have a real person, like Han Solo. 
Tracy: He acts like he doesn't care, but he does. 
Frank: But down here, we have a CGI Stormtrooper or Tom Hanks in The Polar Express. 
Tracy: I'm scared! Get me out of there! 
Frank: And that's the problem. You're in the valley now, it's impossible to get out. 


PS: Den ersten Terminator sah ich neulich aus Langeweile im Fernsehen. Weil es sich um eine 20.15 Uhr-Fassung handelte, war ungefähr die Hälfte rausgeschnitten. Lustig ist aber immer wieder die deutsche "Übersetzung" von "You're terminated, fucker!": "Jetzt mach ich dich fertig!" Noch passender wäre wohl nur gewesen: "Jetzt sage ich noch einen coolen Spruch auf!" Insgesamt ist der Film nicht gut gealtert. Die Musik ist streckenweise seeehr trashig (vom exzellenten Hauptthema abgesehen), und je weniger man über die Damenkleider und -frisuren der Achtzigerjahre sagt, desto besser.

Donnerstag, 29. November 2007

Sick sh*t

Es gibt eine Zahnarztpatientensimulationspuppe, an der sich angehende Dentisten austoben können. Der Dummy hat sogar einen Würgereflex und sagt gelegentlich "That hurts"! Ich sah übrigens bei meinem letzten Friseurbesuch, dass Auszubildende an speziellen Styroporköpfen üben. Naja, besser als an Leichen.