Mittwoch, 29. August 2012

Huckleberry FinnCrisp und die Hexe

FinnCrisp esse ich gerne. Ich habe sogar einmal eine StudiVZ-Gruppe (kennt das noch wer?) zu FinnCrisp gegründet. Heute habe ich mir die Packung des Kultknäckebrotes einmal genauer angesehen. Ich bilde mir ein, dass sich das Design irgendwann in den letzten Jahren geändert hat, kann mich aber auch irren. Ansprechend ist es allemal.

Wenn man nach "FinnCrisp" + "Packung" googelt, findet man allerdings auch Unerfreuliches:
"Mehrere unserer Leser waren richtig enttäuscht, als sie für eine herzhafte Pause das Knäckebrot Finn Crisp Multigrain auspackten. In der Packung waren nicht wie früher 200 Gramm, sondern nur noch 175. Der Preis von 1,20 Euro und die Verpackungsgröße aber waren gleich geblieben", monierte die Stiftung Warentest 2010. Ich will nicht meckern, denn ich finde, man bekommt immer noch viel geboten für das Geld.

 
Wirft man einen Blick auf die Packungsrückseite, sieht man Serviervorschläge, die gar nicht so abwegig sind, wie man es ansonsten gewohnt ist, wobei mir unklar ist, wie man die nicht eben weichen Scheiben rollen soll (2. Bild v.l.). Stutzig macht einen auch der unter dem Logo angebrachte Slogan: "Bursting with Goodness" heißt er auf Englisch, so ähnlich auch auf Schwedisch. Der deutsche Spruch hingegen lautet nicht "Berstend vor Gutheit", sondern "Natürlich genießen". Schwamm drüber.

Beim Nachdenken über das Thema Knusprigkeit ist mir einer der bizarrsten Reime der deutschen Sprache eingefallen: "Knusper, knusper, Knäuschen, wer knabbert an mei'm Häuschen?" Das fragt die Hexe die beiden Kinder Hänsel und Gretel in dem Märchen "Hänsel und Gretel". Knäuschen - das haben die Grimms doch nur erfunden, damit man etwas hat, das sich auf "Häuschen" reimt. ... hab' ich gedacht! Im Grimmschen Wörterbuch findet man aber des Rätsels Lösung, i.e. die Bedeutung von Knaus, dessen Verkleinerungsform Knäuschen offensichtlich ist:

m. ein alem. wort, das weitere s. unter knaust.
1) schwäb. knopfichter ansatz am brotlaibe, da wo er angeschnitten wird, der anschnitt. Schmid 319, Schm. 2, 376, schon bei Frischlin nom. c. 127 pusula, knausz (am brote). dem. knäusle, s. Meier kinderr. s. 25. 78. ebenso vielleicht in einem hessischen märchen kneischen (: häuschen) kinderm. nr. 15 (s. u. knupern).

Knaus ist also nur eines der ca. 10 Millionen deutschen Wörter für den Brotkanten (in meiner Herkunftsgegend sagt man "Ränftel"). Insofern ist der Hexenreim einigermaßen sinnvoll, auch wenn die eigenwillige Behausung aus Pfefferkuchen besteht und nicht aus Brot. Geschweige denn aus FinnCrisp. Und jetzt lasst uns alle diskutieren, wie ihr das Randstück vom Brotlaib nennt!

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