Dienstag, 19. Februar 2013

Zwar und Zimmermann

Bei Yahoo Answers findet man folgende (etwas unglücklich formulierte, aber immerhin "gelöste") Frage: 

Geht es nur mir so, dass ich Sätze mit "zwar" ohne ein folgendes "aber" als unfertig empfinde?

Darauf möchte ich antworten: Das geht nicht nur dir so. Ich selbst empfinde solche Sätze nicht nur als unfertig, sie lösen in mir regelrechte Beklemmungen aus. Ich werde nervös, beinahe panisch. "Wo bleibt denn jetzt das verdammte 'aber'?", möchte ich schreien. Neulich erst wieder in der FAZ, im Mosebach-Kommentar zum Papstrücktritt

"Bei Benedikt wird man von einer Flucht aus dem Amt aus „Angst und Zagen“ freilich nicht sprechen dürfen. An Widerständen hat es seinem Pontifikat zwar nicht gefehlt." Punkt. Das ist schon mal nicht gut. Wenn's nach mir ginge, müssten "zwar" und "aber" stets im selben Satz stehen. "Vor allem in Deutschland ist er auf zum Teil maßlose Kritik gestoßen." Jajaja, jetzt aber aber. Bitte? "Hier fehlte jedes Verständnis für die Aufgabe, die er sich gestellt hatte: die Kirche an ihre Überlieferung zu erinnern, eine theologische Fehlentwicklung seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil zu korrigieren, die so tat, als sei erst auf diesem Konzil die katholische Kirche gegründet worden." Arghhhhh!!! (Es folgt auch im gesamten Rest des Textes kein "aber" mehr.) 

Merke: Trenne nie 'ne Doppelkonjunktion, denn das untergräbt meine Antizipation.

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