Mittwoch, 26. Februar 2014

Aus dem Techniktagebuch

Wer's noch nicht kennt: Das nach einer Idee von Kathrin Passig entstandene Techniktagebuch-Tumblr ist Lesespaß pur! 'Hach, so was hätte ich auch machen sollen', denkt man sich da. But lo and behold!, einige entsprechende Aufzeichnungen habe auch ich zu bieten. Hier sind sie. 

[02.03.06] 
Ich war im Saturn-Markt, wo ich mir einige Digitalkameras angesehen habe. Das neueste Hobby heißt Camera Tossing. Ich möchte es ausprobieren.

[15.03.06] 
Gestern suchte ich mit zwei alten Freunden die beliebte Bierstube auf dem Campus auf, nur um festzustellen, dass diese voll war, so dass wir in eine andere Lokalität, nämlich den Wu11, einkehren mussten. Wir unterhielten uns u.a. über Digitalkameras (ich habe mir endlich auch eine bestellt) und stellten fest, dass das Fotos-Herumzeigen im traditionellen Sinn ein Event ist, das mit der digitalen Revolution verloren ging. Heute setzen sich alle vor einen Monitor und das war's.
Gestern habe ich außerdem mit einer meiner zwei Hausarbeiten begonnen. Ich war richtig enthusiastisch!
PS: Perpetua war lange Zeit mein Lieblings-Font, aber allmählich empfinde ich ihn als störend. 


[20.11.07]
Gestern war ich zum ersten Mal in meinem Leben in einem MRT (Magnetresonanztomographen). Vor dem Betreten des Labors muss man sich aller loser Metallgegenstände entledigen, da diese zu tödlichen Geschossen werden können. Ein 5-Cent-Stück etwa kann mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 km/h durch die Gegend fliegen. Bevor man in die Röhre geschoben wird, warnt das Personal einen vor einem "leichten Klopfgeräusch". Die Untertreibung des Jahrtausends! Wer an einen Geigerzähler denkt, liegt falsch – der angemessene Vergleich lautet Presslufthammer! Nach der Prozedur, die bei ängstlichen Personen klaustrophobische Zustände auslösen mag, kann man sein Gehirn im Computer angucken. Eine Reise in den eigenen Brägen, ganz ohne gefährliche Strahlung. Toll. 

[10.12.07]
Als ich noch ein junger Spund war, wollte ich immer einen DAT-Recorder haben, wie die Radio-DJs. Die Teile waren leider teuer und unhandlich, dafür war DAT alternativ, ausdauernd und vor allem digital. Es wurden sogar digitale Varianten der VHS entwickelt, nachzulesen bei Wikipedia. Aber wer spricht heute schon noch von VHS? Ich bedauere all jene, die sich über Jahre hinweg eine umfangreiche Videokassetten-Sammlung aufgebaut haben – DVD killed the video star. Aus dem Grund habe ich nur relativ wenige DVD(-Box-Set)s: denn auch dieses Format ist dem Tod geweiht, und davor habe ich Angst. Im Karstadt gibt es schon ein recht großes Blu-Ray-Disc-Regal. Gut ist jedoch: Was immer die DVD ablösen wird, die jeweiligen Geräte werden nach wie vor in der Lage sein, Digital Versatile Discs abzuspielen. Das Zeitalter der Bänder hätte man also überspringen können, lol! Cool ist, dass es nach wie vor MiniDiscs gibt. Die sind ja auch noch besser als DATs, mit Magnetoptik und Laserschichten oder so.
In Fernsehredaktionen wird übrigens nach wie vor mit den im Amerika der 80er kurzzeitig weit verbreiteten Beta-Tapes gearbeitet. Ach ja: Ab nächstem Jahr soll die bis zu 50 Terabyte (!) fassende Protein-coated disc serienmäßig hergestellt werden. Der Witz vom Spiegelei im Laufwerk ist also bald gar nicht mehr so lustig.

(Anm.: Tja, die Protein-coated disc ist dann doch nicht gekommen. Meine DVD- und BluRay-Sammlung ist indes ein wenig angewachsen.)

[19.01.08] 
Diese Woche habe ich *zum ersten Mal* in meiner mittlerweile recht langen Studienzeit mein elektronisches Uni-Postfach aufgerufen. Ungelesene Nachrichten: 86. Jungejunge, da waren Mails drin, die mir das Studium ganz schön erleichtern hätten können. Wat soll's.

[23.05.08]
Normalerweise interessiere ich mich nicht für Digitalkameras, aber die neue Casio Exilim EX-F1 ist toll. Sie kann Hochgeschwindigkeitsaufnahmen mit bis zu 1200 fps machen. Das Ergebnis sieht dann zB so aus. 

[01.09.09]
Früher, vor zehn Jahren, hat man, wenn einem gar nichts einfiel, eine Kolumne über Handys geschrieben. Auch ich tat jenes seinerzeit, in der Schülerzeitung. Heute wäre es lächerlich, sich mit diesem Thema (kritisch) auseinanderzusetzen. Das wäre so, als würde jemand heute noch über die Benutzung von Autos schimpfen, obwohl das durchaus angebracht wäre. Ich benutze immer noch mein allererstes Handy. Das ist total scheiße. Hat zwar immerhin eine Kamera, aber ich kann keine SMS mehr speichern. Immer wenn ich eine Nachricht erhalte, muss ich ZWEI löschen. Schade um die schönen Erinnerungen! Hier zB: "Folgende frage kam gerade bei wwm: welches wort aus der ddr für toll steht seit 1991 im duden? A) äse B) urst C) utter D) armelade? Kandidat nahm a. Es war b." Oder hier: "Die hab ich meiner mutter bereits geklaut. Die ist auf ihre bürgerliche und gesellschaftlich geduldete art und weise selber drogensüchtig." Oder auch: "?" Ach ja, außerdem ist das Innenkontaktteil meines Ladekabeldingens stecken geblieben, dh ich kann mein cell phone mit nichts anderem aufladen. Kurz hatte ich überlegt, ob ich mir ein neues Telefon zulegen soll, mit MP3-Player, Cam und allem Schnickschnack, aber dann blablabla, das Thema ist "abgefrühstückt". 

[29.11.10]
Wenn man im Ausland am Bankomaten Geld abheben will, muss man sich zwischen "Checking Account" und "Savings Account" entscheiden. Wählt man das falsche, wird der Vorgang kommentarlos abgebrochen. Ich kann mir ums Verrecken nicht merken, was was ist. Gerade habe ich gelesen, dass man (zumindest als Deutscher) immer auf "Checking" drücken soll. Aber wer weiß, wie lange ich das im Kopf behalten kann. Worin sich diese zwei Arten von Konten unterscheiden, habe ich gar nicht begriffen. Warum lernt man so etwas nicht in der Schule? Bei Gott, als ich zum ersten Mal alleine im Ausland war, kannte ich nicht mal das Wort "withdrawal" – das war ein ganz schönes Vabanquespiel am Geldautomaten. (PS: Ich bilde mir ein, dass es manchmal sogar noch eine dritte Option gibt. "Credit" oder so, kann das sein? Nun ja, wollen wir die Sache nicht noch verkomplizieren …)

[11.05.11]
Wenn ich einen Kopfhörer an mein Notebook anschließe, stelle ich die Lautstärke immer auf "2". Hängt ein Verstärker dran oder nichts, steht der Regler auf "35". Man nenne es Zwangsneurose, aber so muss es halt sein. Nun: Jedes Mal, wenn ich Windows hochfahre, nachdem in der vorigen Session die "35" eingestellt war, hat sich die Lautstärke wie von Geisterhand auf "34" reguliert. 
(...) Auf meinem neuen Handy erscheinen immer wieder Nachrichten, in denen steht, ich hätte einen Anruf verpasst, obwohl es nie geklingelt hat. Hinzu kommt, dass ich die angezeigten Rufnummern gar nicht kenne. Zusatz-Mystery: Ich habe bis jetzt mehr Anrufe von Unbekannten als von Bekannten erhalten ("Verwählt" bzw. "Nanu, ich bin mir sicher, die richtige Nummer eingetippt zu haben ...").
(Anm.: Mit dem neuen Handy meinte ich das HTC Desire S, mein erstes Smartphone.)

[22.06.11]
Digitale Rätsel: "In der Welt der Bits und Bytes", wie man früher gerne sagte, gibt es einiges, das mir den Kopf zerbricht. Aus heiterem Himmel speichert Opera meine Log-in-Status nicht mehr! Vorher konnte ich den Cache löschen und war beim nächsten Besuch von Facebook oder einem Forum immer noch eingeloggt. Dabei habe ich nix verstellt, der Haken bei "Cookies zulassen" ist gesetzt. Das Internet scheint keine Lösung zu kennen. Auch lustig: Wenn ich meinen Papierkorb öffne, um ihn zu leeren, stürzt der Explorer ab. Ghost in the machine, ich hör dir trapsen! 

[09.01.12]
Wenn ich mein Smartphone an meinen Laptop zur Dateiübertragung anschließe, wird gleichzeitig der Akku des Smartphones aufgeladen. Das geschieht auch, wenn ich den Laptop runterfahre, aber nur, wenn ich ihn am Stromnetz angeschlossen lasse. Ich wünschte mir, das ginge auch, wenn der Laptop nur im Akkubetrieb ist. Dann würde der Akku des Handys dem Akku des Laptops die restliche Energie entziehen. Wie eine Mücke, die einem Elefanten das Blut absaugt, damit sie leben kann!

Vermutlich ließen sich mit etwas Aufwand noch mehr technikbezogene Bemerkungen aus meinen digitalen Fußspuren extrahieren, etwa aus den grob überschlagen 5000 Posts in diversen Internetforen. (Berufsbild der Zukunft: Social-Network-Verwalter für Privatpersonen. Ach was, ich wette, das gibt's schon!)

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