Dienstag, 24. Februar 2026

Neues Altes (November '25 - Februar '26)

  • Das steckt hinter dem "Band der Löcher" in Peru (geo.de, 11. November) Auf einem Bergkamm am Monte Sierpe ("Schlangenberg") am Fuß der Anden befindet sich ein 1,5 km langes Band aus 5.200 präzise angeordneten Löchern, das lange Zeit Anlass für vielfältige Spekulationen war. Ein internationales Forschungsteam geht nun davon aus, "dass Monte Sierpe anfangs - zur Zeit des Chincha-Reiches (etwa 1000 bis 1400 nach Christus) - als Marktplatz zum Tausch von Handelsgütern diente. Dies sei möglicherweise mit gemeinschaftlichen rituellen Feiern verbunden gewesen". Neben der Segmentierung der Löcher waren vor allem die organischen Rückstände darin auffällig: "Am prominentesten waren Spuren von Mais, der im fruchtbaren Pisco-Tal schon vor der Ankunft der Europäer im 16. Jahrhundert kultiviert wurde."
  • Hinweise auf geheimen Pyramiden-Eingang (Tagesschau, 16. November) Mit den Methoden des Ultraschalls, des Georadars und der elektrischen Widerstandstomographie konnte die schon länger kursierende Theorie eines weiteren Eingangs zur Mykerinos-Pyramide bestätigt werden. Der Hohlraum dahinter ist verhältnismäßig groß, dient(e) aber wohl vorrangig statischen Zwecken.
  • Sensationsfund in Frankfurt – 2000 Jahre altes Römerlager entdeckt (Frankfurter Neue Presse, 28. November) Bei Grabungen im Bolongarogarten in Frankfurt-Höchst wurden Reste eines festen Lagers aus augusteischer Zeit freigelegt, mithin Spuren einer deutlich älteren römischen Besiedlung als jene der Stadt Nida, die unter Kaiser Vespasian fiel und somit frühestens 70 n. Chr. begann.
  • Der Neandertaler: Hatten Frühmenschen schon vor 400.000 Jahren Feuer? (National Geographic, 5. Januar) "Am Fundplatz East Farm in England traten bei jüngsten Grabungen gerötete Schluffschichten zutage, von Hitze verzogene Feuerstein-Handäxte und Fragmente eines Minerals – Eisenpyrit –, das als Funkengeber auf Zunder gedient haben könnte. Zusammen deuten diese Funde darauf hin, dass eine frühe Gruppe von Neandertalern dort vor etwa 400.000 Jahren wiederholt Feuer in einer Herdstelle entfachte", was darauf hindeuten könnte, "dass Neandertaler die Kontrolle über das Feuer unabhängig von frühen modernen Menschen entwickelten [...] – auch wenn nicht auszuschließen ist, dass das Pyrit von Homo heidelbergensis stammt".
  • Giftpfeile aus der Steinzeit gefunden (Tagesschau, 8. Januar) Schon vor 60.000 Jahren haben Menschen ihre Waffen mit Pflanzengift präpariert. Das legen in der südafrikanischen Provinz KwaZulu-Natal gefundene Pfeil- oder Messerspitzen aus Quarz nahe, an denen Rückstände des Saftes der Giftzwiebel hafteten, eines auch als Gifbol bekannten Gewächses, das "bis heute sowohl als traditionelles Heilmittel als auch für die Herstellung von Gift genutzt" wird.
  • Reste von römischen Lagern in Sachsen-Anhalt entdeckt (mdr.de, 15. Januar) Dass römische Legionen bis an die Elbe vorgedrungen sind, war bislang nur aus historischen Quellen überliefert. Nun liegen handfeste Beweise in Gestalt der Reste dreier Marschlager im heutigen Sachsen-Anhalt vor. "Dass es sich um römische Anlagen handelt, belegen auch gefundene Fragmente von Gewandnadeln und Münzen. [...] Landesarchäologe Meller geht davon aus, dass die Lager aus der Zeit von Caracalla stammen. [...] Den Angaben zufolge belegen auch Radiokarbon-Untersuchungen, dass die Anlagen zu Beginn des 3. Jahrhunderts nach Christus angelegt wurden."
  • Vitruvs Basilika nach Jahrhunderten der Suche in Fano entdeckt (Der Standard, 21. Januar) "Die Basilika von Fanum Fortunae, dem antiken Fano [in Mittelitalien], ist das einzige Bauwerk, das Vitruv in seiner überlieferten Schrift De architectura ausdrücklich erwähnt." Jetzt wurde das öffentliche Bauwerk unter der Piazza Andrea Costa im Rahmen von Umgestaltungsmaßnahmen freigelegt und kann aufgrund exakter Übereinstimmung mit den schriftlichen Beschreibungen eindeutig dem "Vater der Architektur" zugeschrieben werden. "Als Hinweise auf vier Säulen auftauchten, nutzten die Forschenden Vitruvs Text, um zu berechnen, wo sich eine Ecksäule befinden müsste – und bei der anschließenden Grabung kam die Säule tatsächlich genau an der berechneten Stelle zum Vorschein."
  • Höhlenbild in Indonesien bricht Altersrekord (Spektrum.de, 21. Januar) "Es handelt sich um ein kaum sichtbares Handnegativ, das Menschen vor mindestens 67 800 Jahren mit dem Mund an eine Höhlenwand auf der Insel Muna gesprüht hatten. Damit ist es etwa 16 600 Jahre älter als der bisherige Rekordhalter, ein Felsbild, das sich auf der größeren Nachbarinsel Sulawesi befindet." Der Abdruck untermauere den archäologischn Befund, dass der Homo sapiens auf dem Weg nach Australien vor rund 65.000 Jahren die sog. Wallace-Linie, einen tiefen Meeresgraben, via die Borneo-Sulawesi-Route überquert hat.
  • 300 neue Inschriften aus Pompeji offenbaren das Leben der Antike ("Focus online", 22. Januar) Ausgegraben wurde der Durchgang im Theaterbezirk bereits vor über 200 Jahren, doch erst jetzt hat das moderne Verfahren Reflectance Transformation Imaging Zeugnisse der informellen Alltagskommunikation wie Liebesbotschaften zutage gefördert.
  • Forscher machen 1.400 Jahre alten Sensationsfund (t-online, 24. Januar) Im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca wurde ein gut erhaltenes Grab der zapotekischen Kultur entdeckt, welche zwischen 300 und 900 n. Chr. ihre Hoch-Zeit erlebte. Die Grabkammer und ihr Vorraum beeindrucken mit Inschriften, Friesen und farbenfrohen Wandmalereien, die zum Teil lebhafte Einblicke in die (Bestattungs-)Kultur im Süden Mexikos bieten.
  • Chemikerin löst Legionen-Rätsel: Überraschender Fund in Kalkriese (WAZ, 29. Januar) "Mithilfe der Analyse von Buntmetallen identifizierte sie die 19. römische Legion zweifelsfrei in Kalkriese. Diese gehört laut historischen Quellen zu den drei Einheiten, die in der Varusschlacht vernichtet wurden." Könnte dies ein entscheidendes Puzzlestück in der Streitfrage um den tatsächlichen Schauplatz der römisch-germanischen Schlacht sein?
  • Taucher entdecken antikes Schiffswrack vor Italiens Küste ("Spiegel online", 4. Februar) Auf dem Meeresgrund vor der apulischen Stadt Gallipoli hat die Finanzpolizei bereits im Juni 2025 Überreste eines römischen Frachters aus dem 4. Jahrhundert entdeckt. Beladen mit mehreren Amphoren voller Garum, war das Schiff wahrscheinlich von Nordafrika aus gestartet.
  • Antike chinesische Hochkultur endete wohl mit Überschwemmungen ("Spiegel online", 9. Februar) Der Untergang der vor 4600 Jahren ihre Blütezeit bildenden Shijiahe-Kultur (mittlere Region des Jangtsekiang) und ihr anschließendes Zerstreuen war lange Zeit ein Rätsel. Anhand eines an Stalagmitenbildung ablesbaren "Regenarchivs" konnte nun rekonstruiert werden, "dass das Tal drei Perioden mit geringen Niederschlägen [...] und zwei Perioden mit hohen Niederschlägen [...] erlebte, die 80 bis 140 Jahre dauerten. [...] Der Rückgang archäologischer Funde ab dieser Zeit deutet auf einen deutlichen Bevölkerungsrückgang hin, der über Jahrhunderte anhielt."
  • Fund in Köln aus der Römerzeit ist einzigartig für Nordeuropa ("Spiegel online", 11. Februar) Ein römischer Hausaltar (ein Lararium) "wurde im Bereich des alten römischen Statthalterpalastes, des Praetoriums, gefunden". Eine Seltenheit, zumal im Innern "noch Reste der Bemalung" sowie Löcher von Nägeln, an denen Girlanden gehangen haben könnten, erkennbar sind. "Die Ausgräber stießen zudem auf eine Treppe aus dem 1. Jahrhundert."
  • Zum Schluss keine Nachricht, sondern ein Online-Tool, auf das die Deutsche Welle aufmerksam macht: Hinter itiner-e verbirgt sich eine interaktive Straßenkarte des Römischen Reiches. "299.000 Kilometer Wege, die durch vier Millionen Quadratkilometer verlaufen, wurden digital rekonstruiert".

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen