Mittwoch, 18. Februar 2015

Schlaraffenland

Regionale Gratiszeitungen lasse ich normalerweise links liegen. Das Themenspektrum darin reicht gewöhnlich nur von "Vorschüler begrüßen den Frühling" bis "Immer mehr Langfinger in der Innenstadt!" 
Abgesehen von den teils doch ganz nützlichen Kleinanzeigen machen mich aber hin und wieder die Schlagzeilen neugierig, so etwa auf einer Ausgabe des RheinMain Extra Tipp im März 2012: "Mysteriöser Bund huldigt dem Uhu!" hieß es auf der Titelseite.
Und das verbarg sich dahinter: In einer Burg in Frankfurt-Oberrad sitzt ein Verein namens Schlaraffia Francofurta. Der existiert seit gut 130 Jahren und ist einer von rund 300 Schlaraffia-Vereinen weltweit. Die Mitglieder "rufen 'Lulu'", "verneigen sich vor einem ausgestopften Uhu und sprechen ihre eigene Sprache. Sie trinken kein Bier, sondern 'Quell' und ziehen nicht an der Zigarette, sondern an der 'Luntete'." Ein Geheimbund im engeren Sinne ist das nicht, die typischen Merkmale gibt's trotzdem. Frauen sind verboten, Männer müssen von anderen Mitgliedern erst vorgeschlagen werden, man trifft sich zu "Vorträgen, Musik und angeregter Unterhaltung" und um "Freundschaften zu schließen". Zum Vereinsvorsitz gehört der ehemalige ZDF-Meteorologe und Besitzer von 150 Fliegen (Querbindern) Uwe Wesp. Er erklärt: "Wir pflegen einen tiefgründigen Humor, der zum Schmunzeln anregt."
(Mehr dazu, auch zum sog. Schlaraffenlatein, bei Wikipedia.)

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