Mittwoch, 3. Februar 2016

Traumprotokoll: Kassandra

Die Schul- und Abiprüfungs-Albträume scheinen endgültig oder wenigstens vorübergehend verschwunden zu sein. Doch weil der Frömmste nicht in Frieden schlafen kann, wenn es dem bösen Sandmann nicht gefällt, sind an ihre Stelle nun Universitätsdozentur-Albträume getreten. Schon zweimal träumte mir, ich musste ein Seminar zu Christa Wolfs "Kassandra" leiten, und ich hatte absolut nichts vorbereitet. Ich hatte den Stoff als Graphic Novel besorgt, und mir fiel nichts Besseres ein, als diese mit verteilten Rollen lesen zu lassen – so konnte ich zumindest live erfahren, wovon die Erzählung überhaupt handelt. Obwohl ich kaum Ahnung habe, wie literaturwissenschaftliche Lehrveranstaltungen ablaufen, nahm ich an, danach gehe es an Zusammenfassung und Analyse des Gelesenen. Dies konnte ich in der ersten Stunde zum Glück größtenteils an eine sehr eifrige und aufgeweckte Teilnehmerin delegieren, im zweiten Traum jedoch fehlte diese, und der Seminarraum war zum Bersten gefüllt mit Studierenden, welche mir ununterbrochen Fragen stellten, die ich nicht beantworten konnte. Es war so grauenhaft, dass mein Traum-Ich sich sagte: 'Okay, das muss ein Albtraum sein. Ich bin draußen, Leute!'

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