Samstag, 10. Mai 2014

Torsten testet Superfood

In einem Lebensmittelforum stieß ich auf eine Frühstücksanregung, in der u.a. von Chiasamen die Rede war. Als gesund, schmackhaft und hochenergetisch wurden die Dinger angepriesen, also machte ich mich gleich auf die Suche danach. Im Zusammenhang mit den Samen, die eigentlich Klausen der Salbeiart Salvia hispanica sind, las ich immer wieder den Begriff "Superfood", der mir gar nichts sagte, mich aber sofort faszinierte.

"Superfood is a marketing term used to describe foods with supposed health benefits. The term is not in common use by dietitians and nutrition scientists, many of whom dispute that particular foodstuffs have the health benefits often claimed by advocates of particular superfoods." So ernüchternd beginnt bereits der englischsprachige Wikipedia-Artikel.

Nun gut, auch wenn manche Testberichte ein wenig fantastisch tönen (schon die alten Inkas, Mayas und Azteken sollen sich mit täglich zwei Löffeln davon zu Superkriegern gedopt haben) – ungesund sind Chiasamen keineswegs, sondern reich an Antioxidantien, Omega-3-Fettsäuren und Protein. Die Tatsache, dass drei Ernährungsinsider, die ich danach fragte, noch nie von Chiasamen gehört hatten, beflügelte mich zusätzlich, gleich einen ganzen Sack davon bei einem Amazon-Händler zu bestellen. (Tipp: Im Biomarkt kostet das Kilogramm bis zu 50,- €, während man bei manchen Online-Anbietern unter 20,- € zahlt.)

Dazu orderte ich gleich noch ein Kilo Gojibeeren, weil diese unter dem Vorschlag "Wird oft zusammen gekauft" auftauchten. Was sind nun wieder Gojibeeren? Antwort: die Früchte des Gewöhnlichen oder Gemeinen Bocksdorns, einem Nachtschattengewächs, das auch unter den coolen Namen Gemeiner Teufelszwirn, Hexenzwirn und Chinesische Wolfsbeere bekannt ist.


Beide Lebensmittel soll man nur in auf den Packungen angegebenen Höchstdosen einnehmen (15 g Samen resp. 30 Beeren). Der Klassiker ist, die Teilchen unters Müsli zu mischen, doch ich fürchtete, dass sie in dem ohnehin knusprig-fruchtigen Gemisch "untergehen" würden. Also rührte ich sie in einen Quark-Joghurt-Mix, den ich mit Preiselbeeren und Bananenscheiben anreicherte. Ergebnis: Mjamm! Die Gojibeeren schmecken viiiiel besser als z.B. Cranberrys, wobei ich nicht wüsste, wie ich den Geschmack umreißen sollte außer mit "vollmundig-beerig-rosinig, nicht zu süß, nicht zu sauer". Schwierig sind auch die Chiasamen zu beschreiben: kross-nussig halt, jedenfalls unaufdringlich. Das Schöne ist ja, dass man sie vielseitig verwenden kann, etwa als sättigende Salat- oder Shake-Zutat. In etwas Wasser oder (Soja-)Milch eingelegt, ergeben sie sogar eine Art Pudding.

Ob das Superfood längerfristig meine Leistung zu steigern vermag, wird sich zeigen. Aber hey, ich habe immerhin gerade SO VIEL TEXT FÜRS INTERNET GESCHRIEBEN!

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