Freitag, 17. März 2017

Megamanns genug

Dass einer der Bossgegner in irgendeinem "Mega Man"-Teil im Rahmen eines Wettbewerbs von einem Spieler erfunden worden war, war mir bekannt. Weil ich gestern daran denken musste und wissen wollte, um welche Figur es sich konkret handelte, recherchierte ich und fand heraus, dass ab "Mega Man 2" sämtliche Bossgegner Kreationen von Fans waren! Die regelmäßigen Design contests wurden ausschließlich in Japan ausgerufen, lediglich für Teil 6 durften sich zusätzlich Fans aus Nordamerika beteiligen; zwei von deren Ideen wurden sogar umgesetzt: Wind Man und Knight Man (ein Interview mit dem Erfinder von letzterem wurde 2014, also 20 Jahre nach Erscheinen von "Mega Man 6", geführt).

Wäre damals auch der europäische Markt miteinbezogen wurden, hätte ich bestimmt mitgemacht. Und hätte ich gewonnen, wäre dies der größte Triumph meines Lebens geworden! Das Wissen, seinen kreativen Fußabdruck in einer der erfolgreichsten Videospielereihen aller Zeiten hinterlassen zu haben, muss wahnsinnig befriedigend sein – und ungleich wertvoller als die von Capcom ausgelobten materiellen Preise (u.a. T-Shirts und Wanduhren). Ein fader Nachgeschmack bleibt: Die Gewinner (und sogar gelegentlich Nichtgewinner) werden zwar in den Credits erwähnt, doch angesichts dessen, dass der Publisher auch dank dieser Hobby-Arbeit (Die Bosse waren schließlich das Coolste!) Abermillionen Yens scheffeln konnte, wäre durchaus mehr drin gewesen, Aktienpakete vielleicht oder die Chance auf ein Praktikum. Es würde mich nicht wundern, wenn es anschließend zur einen oder anderen Rechtsstreitigkeit gekommen ist; wobei: Die sind vermutlich von Anfang an durch raffinierte Verträge im Keim erstickt worden.

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