Dienstag, 14. Juli 2020

Wes Eis ich schleck', des Hymn' ich sing'

Es ist bemerkenswert, wie viele Nationen es gibt, die für ihr Speiseeis eine gewisse Berühmtheit erlangt haben. Italienisches Eis mag das legendärste sein, und tatsächlich habe ich schon extrem leckeres gelato verzehrt. Amerikanisches – sofern Ben & Jerry's dafür exemplarisch ist – taugt mir mit seiner überbordenden Zutatenverspieltheit ebenfalls. Auch Dänemark beansprucht einen gewissen Weltrang, wobei man abseits von Häagen-Dazs nichts kennt, oder? Mein erstes Häagen-Dazs habe ich entgegen dem Werbeversprechen vergessen; an mein letztes erinnere ich mich indessen noch sehr gut (bzw. eigentlich nur an den Mondpreis desselben). Russisches, genauer: Moskauer Eis finde ich eher langweilig. In Mexiko habe ich aus Neugierde mal eins mit einem herzhaften Frischkäse-Aroma probiert und nach wenigen Happen weggeworfen. Sehr positiv ist mir Neuseelands Eiskrem in Erinnerung geblieben. (Negativ in Erinnerung geblieben ist die – bereits an anderer Stelle erzählte – Begebenheit, wie mir mal eine Packung neuseeländisches Eis aus einem Hostelkühlschrank entwendet wurde.) Regelmäßig sah ich dort einen altmodischen ice cream truck des einheimischen Franchise' "Mr. Whippy" herumstehen, dessen mindestens 80 Jahre alten Fahrer/Verkäufer (der in meiner Fantasie einfach "Mr. Whippy" hieß) ich nie vergessen werde. Wie er stets völlig apathisch, aber freundlich dreinschauend in seinem Wagen saß, konnte man meinen bzw. musste man fürchten, dass sein Lebenslicht am Erlöschen begriffen sei. In Neuseeland wird übrigens pro Kopf das meiste Eis überhaupt konsumiert: 28,4 l pro Jahr; Italien liegt mit 8 Litern gerade mal auf Platz 9. Nicht bekannt war mir bis eben, dass auch Frankreich eine eigene Eistradition vorweisen kann: Die dortigen Sorten sollen sich wegen ihres Milchfettgehalts durch höhere Cremigkeit und "Schwere" auszeichnen. Und was ist mit Alaska und Nordkanada? Ist das nicht die Wiege des Eisessens, Stichwort Akutaq?
Bonus-fun-fact. Ich bin ja fleißiger Payback-Kunde. Neulich sah ich, dass man auch bei einem Onlineshop mit der Adresse Eis.de Punkte sammeln kann. 'Wie jetzt, ist das etwa ein Eiscreme-Lieferservice?', fragte ich mich. Doch ach, äh, nein, ist es nicht ...

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