Samstag, 6. Juni 2026

Neu in Ihrem Postfach: Metabetrug

Gestern fischte ich aus meinem Spam-Eingang eine Mail, die mir kein Geringerer als der aktuelle FBI-Direktor (!) geschrieben hat:

Mein Name ist Kash Patel, Direktor des Internet Crime Complaint Center (IC3)/FBI. In Zusammenarbeit mit der Weltbank wurde eine Entschädigungszahlung in Höhe von 50.000,00 Euro bewilligt. Diese Zahlung soll Opfern von Betrug in verschiedenen Bereichen helfen, darunter Erbschaften, Verträge, Lotterien, Liebesbetrug, diplomatische Zahlungen, betrügerische Kreditgeschäfte, erfolglose Investitionen und Bitcoin-Betrug. Auch Opfer von BEC-Betrug (auch bekannt als Überweisungsbetrug) können unterstützt werden. Der Fonds wurde zur Begleichung der entstandenen Schäden bewilligt. Sie sind berechtigt, diese Gelder zu erhalten, sofern Sie zuvor ein betrügerisches Angebot erhalten haben. Viele Menschen haben durch skrupellose und bösartige Betrüger, die sich bereichern und unschuldige Menschen ins Elend stürzen wollen, unermessliches Leid erfahren.
Sie haben Anspruch auf diese Entschädigungszahlung, sofern Sie eine betrügerische Nachricht erhalten haben, egal auf welchem ​​Wege.

Stark! Da wäre ich ja schon blöd, wenn ich darauf nicht eingehen würde. Denn berechtigt bin ich allemal: Anspruch auf die 50K hat schließlich, wer eine betrügerische Nachricht auch nur erhalten hat; man braucht nicht mal tatsächlich betrogen worden zu sein. Die Mail endet übrigens mit dem Satz "Bitte antworten Sie, falls Sie diese Nachricht erhalten haben", welcher mich direkt zu einem modernen Kōan inspiriert hat: Kann ich auf eine Mail antworten, die ich nie bekommen habe?

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