Montag, 3. Juni 2013

Menschen, die in Kameras starren

Bei der Lektüre von Lokalzeitungen fällt einem früher oder später auf, dass es zwei Möglichkeiten gibt, Bürger abzubilden, denen Ungerechtigkeit widerfahren ist: 
1. Der Bürger hat ein empörendes Schriftstück erhalten. Foto: Der Betroffene schaut mit finsterer Miene in die Kamera und hält das Schreiben in die Linse. Dass man den Inhalt gar nicht lesen kann, ist egal. Bildunterschrift: "Kuno Wuttke ist außer sich: Nach 35 Jahren soll er die Tanne in seinem Vorgarten entfernen, andernfalls droht ihm ein Bußgeld."
2. Der Bürger steht irgendwo (wichtig: trübes Wetter!) und zeigt mit einem Arm auf etwas hinter sich Liegendes. Bildunterschrift: "Rudi Bartsch steht vor dem brachliegenden Feld, das an sein Haus grenzt und seit Monaten verwittert. Eine Eingabe beim Umweltamt soll jetzt helfen, die unansehnliche Fläche zu rekultivieren." Ich hätte ja gerne noch erklärende Skizzen dazu gemalt, aber ich denke, man kann sich gut vorstellen, was ich meine.

Disclaimer: Diesen Minitext habe ich bereits vor zwo'n'halb Jahren geschrieben. Ich musste an ihn denken, als Nerdcore am Sonntag das schöne Tumblr Local People With Their Arms Crossed verlinkte.

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