Mein Wandersoll für diesen Monat war schon übererfüllt, als es mich an einem meiner (äußerst raren, wie ich stets hinzuzufügen verpflichtet bin!) freien Tage packte und ich einen Solo-Hike in der Nähe von Mainz unternahm. Hier sind ein paar Impressiönchen:
Ankunft in Nackenheim. Auf diesem fast menschenleeren Platz in Bahnhofsnähe stand ein kabelloser Lautsprecher (links unten), aus dem Ballermann-Mucke der primitivsten Sorte dröhnte.
In Nackenheim sollte just einen Tag später das jedes Jahr am letzten Juliwochenende stattfindende Weinfest starten. Die Vorbereitungen liefen heiß, zahlreiche Verköstigungsbuden waren bereits aufgestellt.
Die Gemeinde feierte 2022 ihr 1250-jähriges Bestehen. Das weiß ich, weil es in der FAZ-Wanderbeschreibung vom September '22 stand, welcher ich folgte.
Sehr gut gefallen hat mir die Gestaltung der zwei Bücherschränke im Stadtgebiet: Es sind "Bücherfässer".
Eine weitere Besonderheit stellt der hiesige Friedwingert dar:
Dass das rheinland-pfälzische Bestattungsgesetz ziemlich liberal ist, wusste ich ja, aber diese Art der letzten Ruhestätte hatte ich mir nicht vorstellen können. Hätte ich aber müssen: Im Zeichen des Rebensaftes steht in und um Nackenheim alles. Man kann keine hundert Meter laufen (oder schwanken), ohne an einem Weingut vorbeizukommen.
Inmitten der Hänge überkamen mich intensive Flashbacks an meine (kurze und ein Vierteljahrhundert zurückliegende) Zeit als Hilfsarbeiter auf einem neuseeländischen Weingut, getriggert durch den markanten Geruch (der Erde? des Holzes?). Klar, der Zusammenhang zwischen Riechsystem und Gedächtnis ist wohlbekannt und erforscht.
Passenderweise begegnete ich
Ein weiteres Highlight war der Königstuhl. An dieser Stelle sollen, wie die Inschrift auf einem Findling (nicht im Bild) verrät, "im September 1024 die Großen des Reiches Konrad II. als König gewählt haben" (FAZ). Der Turm ist besteigbar. In unmittelbarer Nähe: eine Sängerlinde und weitere Keckheiten.
Bald begann der eigentliche Wandergenuss in Form des Rheinterrassenwegs, der u.a. an der "schönsten Weinsicht Rheinhessens" vorbeiführt. (Meiner Meinung nach gibt es schönere.)
Nicht ungenannt bleiben darf der berühmteste Sohn Nackenheims, der Dramatiker Carl Zuckmayer, dessen Erfolgsstück "Der fröhliche Weinberg" (1925) von seiner Heimat inspiriert wurde.
Glückwunsch nachträglich!
(V/F)in.


































Das Rebhuhn ist eine Fasanenhenne. Man erkennt es gut am langen Schwanz.
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