Samstag, 15. Juni 2013
Donnerstag, 13. Juni 2013
Einfach "gut"
Neulich musste ich an ein altes Werbelied für bzw. von McDonald's denken. Ja ja, ich denke an so einiges, wenn der Tag lang ist. Jedenfalls lässt sich der Spot bei YouTube finden, und das Lied beginnt so:
Wow, das dürfte wohl die unmotivierteste Ermunterung zum Fantasieren sein, die je ausgesprochen wurde. "Ein Platz, du weißt schon wo" – Man stelle sich einen Hypnotiseur vor, der seinem Patienten flüstert: "Versetzen Sie sich zurück an diesen Tag, als, Sie wissen schon, an diesen Ort, wo Sie und so weiter und so fort, strengen Sie sich halt ein bisschen an, mein Gott!" Aber weiter:
Abgesehen davon, dass das schon wieder eine reichlich beliebige Zeile ist: Was ist so toll an einem Platz, wo man mir ein Lächeln schenkt? Es gibt auch falsches, zynisches, sadistisches Lächeln. Wer mag erkennen, wann ein Lächeln von Herzen kommt? Aber egal, der hier besungene "Platz" scheint ja ein ganz magischer zu sein. Gleich erfahren wir, wie er heißt:
Gut. Ein so simples, ja primitives wie mächtiges Wort. "Einfach gut", da bedarf es keiner weiteren Erklärung, McDonald's ist nicht "super" wie Aral oder zusätzlich noch "quadratisch" und "praktisch" wie Ritter-Sport, nein, "bei McDonald's ist es einfach gut", eine glatte Zwei, setzen.
Das ist jetzt wirklich sehr rätselhaft. "Du hast die Art, die ich mag" ist unter den Sympathiebekundungen bestimmt nicht die am häufigsten gewählte, das muss man dem Texter oder der Texterin lassen. Besonders poetisch ist das deshalb noch lange nicht. Oder ist das hier konkret auf eine Art von Speise bezogen? "Guten Tag, ich hätte gerne einen Burger. Haben Sie die Art, die ich mag?"
"Alles klar für den Tag", was für eine Message. Da kann ich mir auch die alten Spots für Krönung light oder Zott Sahnejoghurt anschauen. Wenigstens wird man noch einmal dran erinnert, dass McDonald's gut ist.
Gesamtwertung: liebevoll mithilfe des deutschen Grundwortschatzwörterbuchs hingerotztes Wohlfühlliedchen, an das man sich auch noch nach 15 Jahren erinnert. Leider.
"Stell dir mal vor, da ist ein Platz, du weißt schon wo"
Wow, das dürfte wohl die unmotivierteste Ermunterung zum Fantasieren sein, die je ausgesprochen wurde. "Ein Platz, du weißt schon wo" – Man stelle sich einen Hypnotiseur vor, der seinem Patienten flüstert: "Versetzen Sie sich zurück an diesen Tag, als, Sie wissen schon, an diesen Ort, wo Sie und so weiter und so fort, strengen Sie sich halt ein bisschen an, mein Gott!" Aber weiter:
"Da schenkt man dir ein Lächeln und so"
Abgesehen davon, dass das schon wieder eine reichlich beliebige Zeile ist: Was ist so toll an einem Platz, wo man mir ein Lächeln schenkt? Es gibt auch falsches, zynisches, sadistisches Lächeln. Wer mag erkennen, wann ein Lächeln von Herzen kommt? Aber egal, der hier besungene "Platz" scheint ja ein ganz magischer zu sein. Gleich erfahren wir, wie er heißt:
"Einfach gut, bei McDonald's ist es einfach gut"
Gut. Ein so simples, ja primitives wie mächtiges Wort. "Einfach gut", da bedarf es keiner weiteren Erklärung, McDonald's ist nicht "super" wie Aral oder zusätzlich noch "quadratisch" und "praktisch" wie Ritter-Sport, nein, "bei McDonald's ist es einfach gut", eine glatte Zwei, setzen.
"Denn McDonald's hat die Art, die ich mag"
Das ist jetzt wirklich sehr rätselhaft. "Du hast die Art, die ich mag" ist unter den Sympathiebekundungen bestimmt nicht die am häufigsten gewählte, das muss man dem Texter oder der Texterin lassen. Besonders poetisch ist das deshalb noch lange nicht. Oder ist das hier konkret auf eine Art von Speise bezogen? "Guten Tag, ich hätte gerne einen Burger. Haben Sie die Art, die ich mag?"
"Alles klar für den Tag. McDonald's ist einfach gut."
"Alles klar für den Tag", was für eine Message. Da kann ich mir auch die alten Spots für Krönung light oder Zott Sahnejoghurt anschauen. Wenigstens wird man noch einmal dran erinnert, dass McDonald's gut ist.
Gesamtwertung: liebevoll mithilfe des deutschen Grundwortschatzwörterbuchs hingerotztes Wohlfühlliedchen, an das man sich auch noch nach 15 Jahren erinnert. Leider.
Dienstag, 11. Juni 2013
Ich bin ganz Halsnasenohr!
HNO-Ärzte werden nicht müde, vor der Ohrenreinigung mit Wattestäbchen zu warnen. Doch niemand beachtet ihre Predigten, auch ich nicht. Angeblich verfügen menschliche Ohren über eine Selbstreinigungsfunktion, aber dass das nicht stimmt, wird jeder bestätigen, der einmal – etwa in großen Volksaufläufen – eine genauere Ohrensichtung seiner Mitmenschen vorgenommen hat. Man könnte sich natürlich eine sogenannte Ohrenspritze kaufen, aber die sehen (s. Amazon) aus wie Klistiere, und wenn sie ein Gast, den man in der Wohnung hat, zufällig findet, muss man lange und langweilige Erklärungen abgeben (schlimmstenfalls ist man schon tot und gilt posthum als Sonderling).
Warum gibt es den Beruf des HNO-Arztes? Sind Otologie, Rhinologie und ... äh, Halsologie als eigenständige Disziplinen nicht ergiebig genug? "Och, jetzt habe ich alles über Ohren und Nasen gelernt, aber in meinem Gedächtnis ist immer noch Platz – nehm' ich halt noch den Hals mit dazu!" Wäre jemand "nur" Facharzt für Hals und Ohren, könnte er sich H'n'O-Arzt nennen.
Warum gibt es den Beruf des HNO-Arztes? Sind Otologie, Rhinologie und ... äh, Halsologie als eigenständige Disziplinen nicht ergiebig genug? "Och, jetzt habe ich alles über Ohren und Nasen gelernt, aber in meinem Gedächtnis ist immer noch Platz – nehm' ich halt noch den Hals mit dazu!" Wäre jemand "nur" Facharzt für Hals und Ohren, könnte er sich H'n'O-Arzt nennen.
handelsübliche Packung, mit "Serviervorschlag"
Sonntag, 9. Juni 2013
Kleine Presseschau
Um die Jahrtausendwende schwirrten sehr viele Dokumente im Netz herum, die sich "Anarchist Cookbook" oder ähnlich nannten und Anleitungen zu allerlei illegalen Aktivitäten beinhalteten. Ich las darin besonders gern jene Artikel, die sich mit der Manipulation von Kommunikationskanälen beschäftigten. "Phreaking" hieß das Schlagwort, wobei das Ph- am Wortanfang von phone herrührt. Einen "Phantasy-Roman" könnte man sich durchaus vorstellen, geschrieben vielleicht von Neal Stephenson oder William Gibson: Eine Gruppe von Hackern im Prä-Internetzeitalter bekommt es mit überweltlichen Mächten und magischen Verschwörungen zu tun. Ich fürchte allerdings, die Süddeutsche Zeitung meint hier etwas ganz Anderes.
Den lässlichen Übersetzungsfehler hat bild.de inzwischen korrigiert. Man könnte natürlich mal ganz allgemein fragen, ob es angebracht ist, den Selbstmordversuch eines prominenten Teenagers breitzutreten.
Bleiben wir bei der Bild-Redaktion. Die hat es inzwischen aufgegeben, ihrem Kolumnisten so grundlegende Dinge zu erklären wie was ein englisches Wort ist. Bei dem ganzen Gezwitscher in Wagners Kopf kommt da einfach nichts mehr an.
Was heißt denn hier "Ich bislang auch nicht"? Ich wusste, was Lookism ist, und da war ich bestimmt nicht der Einzige. Es ist ja auch nicht so, dass man sich die Bedeutung des Wortes nicht durch zehn Sekunden Nachdenken herleiten könnte. Jan Fleischhauer traut seinen Leserinnen und Lesern anscheinend weniger zu als sich selbst.
Den lässlichen Übersetzungsfehler hat bild.de inzwischen korrigiert. Man könnte natürlich mal ganz allgemein fragen, ob es angebracht ist, den Selbstmordversuch eines prominenten Teenagers breitzutreten.
Bleiben wir bei der Bild-Redaktion. Die hat es inzwischen aufgegeben, ihrem Kolumnisten so grundlegende Dinge zu erklären wie was ein englisches Wort ist. Bei dem ganzen Gezwitscher in Wagners Kopf kommt da einfach nichts mehr an.
Was heißt denn hier "Ich bislang auch nicht"? Ich wusste, was Lookism ist, und da war ich bestimmt nicht der Einzige. Es ist ja auch nicht so, dass man sich die Bedeutung des Wortes nicht durch zehn Sekunden Nachdenken herleiten könnte. Jan Fleischhauer traut seinen Leserinnen und Lesern anscheinend weniger zu als sich selbst.
Samstag, 8. Juni 2013
Die besten Weblogs
Heute: weniger ein "echtes" "Blog" als eine Art ständig aktualisierter Notizblock. Die Journalistin Tina Klopp entwirft in ihrem Werkverzeichnis Kunst – allerdings ohne diese umzusetzen ("In ihrem Werkverzeichnis sammelt sie Kunstideen, um sie für sich selbst zu besetzen - und für alle anderen zu vernichten"). Das ist anregend, fantasiereich und oft sehr, sehr lustig. Auszüge:
HANDLUNGSANWEISUNGEN ZWEI
Als Vorlage dienen die Katalogtexte einer besonders gefeierten Ausstellung zeitgenössischer Kunst. Man bittet eine Klasse von chinesischen Kunststudenten, einzig nach Vorlage dieser Kunstkatalogtexte die Werke erneut zu schaffen und wiederholt mit diesen Werken die Ausstellung.
IRRITATION
Wenn Menschen ihre Mäntel und Jacken an der Opern-Garderobe abgeben, nutzt man die Zeit während der Aufführung, um winzige Details zu verändern. Man legt z.B. die Taschentücher und Schlüsselbünde von der rechten in die linke Tasche, versetzt minimal einen Knopf oder ergänzt an passender Stelle einen zweiten, man bessert offene Nähte oder kleine Macken aus, bügelt und entfusselt ihre Krägen.
ALTERNATIVER FILMPREIS
Man zeichnet den Film aus, bei dem deutschlandweit in Videotheken am häufigsten die Leihfrist um mehr als eine Woche überschritten wurde.
FÖRDERUNG BENACHTEILIGTER ZOOTIERE
Man geht jeden Tag in den Zoo und versucht dem Tier, das besonders wenig Aufmerksamkeit von den Besuchern bekommmt, durch die Gitterstäbe hindurch ein kleines Kunststück beizubringen - auch wenn das Jahre dauert und kaum Fortschritte erkennbar sind.
HANDLUNGSANWEISUNGEN ZWEI
Als Vorlage dienen die Katalogtexte einer besonders gefeierten Ausstellung zeitgenössischer Kunst. Man bittet eine Klasse von chinesischen Kunststudenten, einzig nach Vorlage dieser Kunstkatalogtexte die Werke erneut zu schaffen und wiederholt mit diesen Werken die Ausstellung.
IRRITATION
Wenn Menschen ihre Mäntel und Jacken an der Opern-Garderobe abgeben, nutzt man die Zeit während der Aufführung, um winzige Details zu verändern. Man legt z.B. die Taschentücher und Schlüsselbünde von der rechten in die linke Tasche, versetzt minimal einen Knopf oder ergänzt an passender Stelle einen zweiten, man bessert offene Nähte oder kleine Macken aus, bügelt und entfusselt ihre Krägen.
ALTERNATIVER FILMPREIS
Man zeichnet den Film aus, bei dem deutschlandweit in Videotheken am häufigsten die Leihfrist um mehr als eine Woche überschritten wurde.
FÖRDERUNG BENACHTEILIGTER ZOOTIERE
Man geht jeden Tag in den Zoo und versucht dem Tier, das besonders wenig Aufmerksamkeit von den Besuchern bekommmt, durch die Gitterstäbe hindurch ein kleines Kunststück beizubringen - auch wenn das Jahre dauert und kaum Fortschritte erkennbar sind.
Freitag, 7. Juni 2013
Donnerstag, 6. Juni 2013
Dienstag, 4. Juni 2013
Kurz notiert: Drastische Redewendungen
Ab welchem Alter beginnt man eigentlich, Metaphern zu erkennen und zu deuten? Ich jedenfalls erinnere mich noch daran, dass ich als Kind Sprüche und Wendungen, die mir unbekannt waren, ganz genau analysiert, d.h. mir bildlich vorgestellt habe. Wenn jemand sagte "Der hat geschrien wie am Spieß!", sah ich vor meinem inneren Auge genau das: einen Menschen am Spieß. 'Ja, da würde ich aber auch schreien', dachte ich mir.
Grausen tat's mich auch, als ich zum ersten Mal las: "Das ist mir ein Dorn im Auge." In einem Donald-Duck-Comic tauchte der Satz auf. Iiiih, ein Dorn im Auge! Damit verwandt: "ein Auge ausfahren" (nach Aussage mehrerer Linguistinnen und Linguisten eine DDR-spezifische Phrase). Ebenso staunte ich über das Wort "fuchsteufelswild". Was zum Teufel ist ein Fuchsteufel? Und regelrechten Ekel löste "jmd. etw. aus der Nase ziehen" aus.
Heute bin ich zum Glück völlig abgestumpft, gehärtet und verroht.
Grausen tat's mich auch, als ich zum ersten Mal las: "Das ist mir ein Dorn im Auge." In einem Donald-Duck-Comic tauchte der Satz auf. Iiiih, ein Dorn im Auge! Damit verwandt: "ein Auge ausfahren" (nach Aussage mehrerer Linguistinnen und Linguisten eine DDR-spezifische Phrase). Ebenso staunte ich über das Wort "fuchsteufelswild". Was zum Teufel ist ein Fuchsteufel? Und regelrechten Ekel löste "jmd. etw. aus der Nase ziehen" aus.
Heute bin ich zum Glück völlig abgestumpft, gehärtet und verroht.
Montag, 3. Juni 2013
Menschen, die in Kameras starren
Bei der Lektüre von Lokalzeitungen fällt einem früher oder später auf, dass es zwei Möglichkeiten gibt, Bürger abzubilden, denen Ungerechtigkeit widerfahren ist:
1. Der Bürger hat ein empörendes Schriftstück erhalten. Foto: Der Betroffene schaut mit finsterer Miene in die Kamera und hält das Schreiben in die Linse. Dass man den Inhalt gar nicht lesen kann, ist egal. Bildunterschrift: "Kuno Wuttke ist außer sich: Nach 35 Jahren soll er die Tanne in seinem Vorgarten entfernen, andernfalls droht ihm ein Bußgeld."
2. Der Bürger steht irgendwo (wichtig: trübes Wetter!) und zeigt mit einem Arm auf etwas hinter sich Liegendes. Bildunterschrift: "Rudi Bartsch steht vor dem brachliegenden Feld, das an sein Haus grenzt und seit Monaten verwittert. Eine Eingabe beim Umweltamt soll jetzt helfen, die unansehnliche Fläche zu rekultivieren." Ich hätte ja gerne noch erklärende Skizzen dazu gemalt, aber ich denke, man kann sich gut vorstellen, was ich meine.
Disclaimer: Diesen Minitext habe ich bereits vor zwo'n'halb Jahren geschrieben. Ich musste an ihn denken, als Nerdcore am Sonntag das schöne Tumblr Local People With Their Arms Crossed verlinkte.
1. Der Bürger hat ein empörendes Schriftstück erhalten. Foto: Der Betroffene schaut mit finsterer Miene in die Kamera und hält das Schreiben in die Linse. Dass man den Inhalt gar nicht lesen kann, ist egal. Bildunterschrift: "Kuno Wuttke ist außer sich: Nach 35 Jahren soll er die Tanne in seinem Vorgarten entfernen, andernfalls droht ihm ein Bußgeld."
2. Der Bürger steht irgendwo (wichtig: trübes Wetter!) und zeigt mit einem Arm auf etwas hinter sich Liegendes. Bildunterschrift: "Rudi Bartsch steht vor dem brachliegenden Feld, das an sein Haus grenzt und seit Monaten verwittert. Eine Eingabe beim Umweltamt soll jetzt helfen, die unansehnliche Fläche zu rekultivieren." Ich hätte ja gerne noch erklärende Skizzen dazu gemalt, aber ich denke, man kann sich gut vorstellen, was ich meine.
Disclaimer: Diesen Minitext habe ich bereits vor zwo'n'halb Jahren geschrieben. Ich musste an ihn denken, als Nerdcore am Sonntag das schöne Tumblr Local People With Their Arms Crossed verlinkte.
Samstag, 1. Juni 2013
Ein Milchmischerzeugnis und seine Geschichte
"Chef, Chef!", rief der Maschinenwart, als er schnaufend in das Büro der Konzernleitung stürmte. "Es ist etwas Schreckliches passiert!" – "Um Himmels willen, was denn?", wollte der Boss wissen. – "Die Getreide-Extrudat-Auswurftülle ist halb verstopft! Jetzt kommen keine Knusperflocken mehr raus, sondern nur noch sichelförmige Cerealienklumpen!" – "Was? Und was wird jetzt aus dem lustigen Spaßbröckchen-Eckenjoghurt für Kinder?! Der sollte nächste Woche in den Regalen liegen!" – "Augenblick mal", meldete sich jetzt der Marketingleiter zu Wort, der die ganze Zeit hinter einer Zimmerpalme gehockt hatte. "Möglicherweise lässt sich das Produkt noch retten. Sichelförmig, sagen Sie?" – "Ja, genau, sichelförmig", antwortete der Maschinist. – "Was wollen Sie denn da retten?", winkte der alte Firmenvater ab. "Mit Sicheln können Sie Kinder nicht ansprechen. Zu sehr negativ konnotiert. Sensenmann, Gartenarbeit, Sichelzellanämie, das ist alles unsexy, auf gut Managerdeutsch gesagt!" – "Jaaaa, aaaber", drängte sich der Werbemensch in den Mittelpunkt, "warum vermarkten wir die Sicheln nicht als ... Knusperhalbmonde? Das ist doch superattraktiv für die Kleinen. Peterchens Mondfahrt, der kleine Prinz, der Mondbär, muss ich fortfahren?" – "Hol mich der Teufel, das könnte funktionieren!", raunte der Chef. "Wir überziehen das Extrudat mit gefärbter Zuckerware auf Kakaobutterbasis und vertreiben die Knubbel als galaktischen Süßspeisenspaß. Ab dafür! Und geizen Sie nicht mit Glukose-Fruktose-Sirup!" – "Aye-aye, Sir!", riefen der Maschinenwart und der Marketingchef aus einem Munde und verließen schnurstracks das Büro. 'Ein weiterer Sieg für mein kleines Molkerei-Imperium', dachte der Boss und öffnete sich einen Becher Sojaquark.
(inspired by Riesenmaschine)
Mittwoch, 29. Mai 2013
Fragen, die ich mir selbst stelle
Heute: Was hat es mit diesen rot-weiß-blau-gestreiften rotierenden Stangen auf sich, die man vor englischen/amerikanischen Friseursalons sieht?
Antwort (frei übersetzt nach Straight Dope, wo diese Frage im Jahr 2000 gestellt wurde): Im 17. Jahrhundert war es Ärzten von Seiten der katholischen Kirche verboten, Operationen am menschlichen Körper, der als heilig galt, durchzuführen. (Ärzte waren oft gleichzeitig als Geistliche tätig, auch befanden sich die meisten medizinischen Fakultäten in Kirchenhand.)
Das Operieren übernahmen fürderhin die Barbiere, die eh schon mit allerlei scharfem Werkzeug ausgestattet waren. Es entstand der Beruf des surgeon-barbers. Als Gildeninsignie wurde eine rot-weiß-gestreifte Stange gewählt; sie repräsentierte die blutgetränkten Fetzen, die man zum Trocknen nach draußen hängte. Darauf befand sich zudem eine Art Schüssel, die das Blut bei der damals beliebten Prozedur des Aderlassens auffing. Die Stange selbst wurde Patienten in die Hand gegeben, auf dass sie diese drückten, um die Venen anschwellen zu lassen (heute bekommt man beim Blutspenden immer einen Antistressball gereicht).
Von diesen "gewöhnlichen" Kollegen wollten sich die richtigen Chirurgen irgendwann distanzieren. So kam es 1745 zum "Barber-Surgeon Company (guild) of England split up". Nach langer Debatte durften schließlich die Barbiere das Symbol weiterführen.
Heutzutage bedeuten die Stangen schlicht: "Hier werden Haare geschnitten". In der Tat gibt es derzeit vereinzelt Diskussionen darüber, ob auch Schönheitssalons diese Stäbe vor ihren Läden aufstellen dürfen. Darüber, und auch zur Frage, wie sich die Farbe Blau eingeschlichen hat, und vieles andere, weiß Wikipedia Bescheid. Siehe auch: der deutschsprachige Artikel über Bader.
Antwort (frei übersetzt nach Straight Dope, wo diese Frage im Jahr 2000 gestellt wurde): Im 17. Jahrhundert war es Ärzten von Seiten der katholischen Kirche verboten, Operationen am menschlichen Körper, der als heilig galt, durchzuführen. (Ärzte waren oft gleichzeitig als Geistliche tätig, auch befanden sich die meisten medizinischen Fakultäten in Kirchenhand.)
Das Operieren übernahmen fürderhin die Barbiere, die eh schon mit allerlei scharfem Werkzeug ausgestattet waren. Es entstand der Beruf des surgeon-barbers. Als Gildeninsignie wurde eine rot-weiß-gestreifte Stange gewählt; sie repräsentierte die blutgetränkten Fetzen, die man zum Trocknen nach draußen hängte. Darauf befand sich zudem eine Art Schüssel, die das Blut bei der damals beliebten Prozedur des Aderlassens auffing. Die Stange selbst wurde Patienten in die Hand gegeben, auf dass sie diese drückten, um die Venen anschwellen zu lassen (heute bekommt man beim Blutspenden immer einen Antistressball gereicht).
Von diesen "gewöhnlichen" Kollegen wollten sich die richtigen Chirurgen irgendwann distanzieren. So kam es 1745 zum "Barber-Surgeon Company (guild) of England split up". Nach langer Debatte durften schließlich die Barbiere das Symbol weiterführen.
Heutzutage bedeuten die Stangen schlicht: "Hier werden Haare geschnitten". In der Tat gibt es derzeit vereinzelt Diskussionen darüber, ob auch Schönheitssalons diese Stäbe vor ihren Läden aufstellen dürfen. Darüber, und auch zur Frage, wie sich die Farbe Blau eingeschlichen hat, und vieles andere, weiß Wikipedia Bescheid. Siehe auch: der deutschsprachige Artikel über Bader.
(Wikimedia Commons)
Dienstag, 28. Mai 2013
Grusel-Spam
Wenn die Betreffzeile einer Spam-Mail lautet: "Es bezahlt, um mit Paypal zu spielen" – muss ich mich dann ähnlich stark gruseln wie jemand, der in einem Erdloch sitzt und die Worte "Es muss die Lotion in den Korb legen" vernimmt?
Sehr schön fand ich letzte Woche allerdings den Spamabsendernamen Mohammed Neumann.
Sehr schön fand ich letzte Woche allerdings den Spamabsendernamen Mohammed Neumann.
Montag, 27. Mai 2013
Wort des Tages: Kintopp
Gestern scrolle ich mit gewohnter Lustlosigkeit durch Spiegel online, als plötzlich:
Bitte was? Gangsterkintopp? Sicherlich ein Tippfehler. Oder doch nicht? Wikipedia: "Der Ausdruck Kintopp war in den Anfängen der Filmgeschichte eine gängige Bezeichnung für das Kino schlechthin sowie für die erste funktionierende Filmkamera. Der Begriff ist stark veraltet, wird aber bisweilen noch als Synonym für frühes Filmschaffen verwendet [...]." (Ich empfehle, den Wikipedia-Artikel, der sich mit Verwendung und Herkunft des Wortes befasst, vollständig zu lesen.)
Dass der Duden die Häufigkeit von Kintopp mit 2 von 5 möglichen Balken angibt, finde ich dann aber doch übertrieben. Müsste ich in all den Jahren, in denen ich, so meine ich doch wohl, recht aufmerksam durchs Leben gegangen bin, nicht schon einmal auf dieses saublöde Scheißwort gestoßen sein? – Ach, lasst mich doch in Ruhe!
"Der Schwaben-'Tatort' kommt diesmal als tadelloser Gangsterkintopp daher."
Bitte was? Gangsterkintopp? Sicherlich ein Tippfehler. Oder doch nicht? Wikipedia: "Der Ausdruck Kintopp war in den Anfängen der Filmgeschichte eine gängige Bezeichnung für das Kino schlechthin sowie für die erste funktionierende Filmkamera. Der Begriff ist stark veraltet, wird aber bisweilen noch als Synonym für frühes Filmschaffen verwendet [...]." (Ich empfehle, den Wikipedia-Artikel, der sich mit Verwendung und Herkunft des Wortes befasst, vollständig zu lesen.)
Dass der Duden die Häufigkeit von Kintopp mit 2 von 5 möglichen Balken angibt, finde ich dann aber doch übertrieben. Müsste ich in all den Jahren, in denen ich, so meine ich doch wohl, recht aufmerksam durchs Leben gegangen bin, nicht schon einmal auf dieses saublöde Scheißwort gestoßen sein? – Ach, lasst mich doch in Ruhe!
Sonntag, 26. Mai 2013
Samstag, 25. Mai 2013
Der gute Samstagslink (12fach-Tumblr-Edition)
Ich bin seit ein paar Wochen bei Tumblr registriert und dachte mir, ich teile an dieser Stelle mein Lieblingszeug. Hauptsächlich schöne/interessante/lustige Dinge zum Angucken (wozu Tumblr halt da ist).
artruby
baburu boburu
WTF Art History
How to Fall With Style (teils NSFW)
This Squid Explodes
A Really Witty Name
EMupp (oft NSFW)
somethingforyoutolookat
The Dark Room
Miscellanies of Many
All Your Nightmares (not mind-safe)
Items of Insignificant Importance
artruby
baburu boburu
WTF Art History
How to Fall With Style (teils NSFW)
This Squid Explodes
A Really Witty Name
EMupp (oft NSFW)
somethingforyoutolookat
The Dark Room
Miscellanies of Many
All Your Nightmares (not mind-safe)
Items of Insignificant Importance
Abonnieren
Posts (Atom)










