"Rückruf-Aktion: Illy Kaffee warnt vor explosivem Deckel", titelte die Münchner Abendzeitung im März 2018 und teilte mit: "Bei den 250g-Dosen Kaffee 'Ganze Bohnen' könnte sich 'infolge eines Fehlers im Herstellungsprozess, beim Öffnen der Dose der Metalldeckel ruckartig lösen'. Betroffen sind die Produkte, deren Ablaufdatum zwischen Oktober 2019 und Februar 2020 liegt. Erkennbar sind sie daran, dass sie kein Entlüftungsventil am Dosenboden haben. Durch das Fehlen des Entlüftungsventils kann sich die Dose verformen und dann für den explosiven Druck beim Öffnen der Kaffeedose sorgen."
Das war vor über achteinhalb Jahren. Doch die Gefahr war nicht gebannt, ist es womöglich noch immer nicht! Denn auch ich erlebte neulich beim Anbrechen einer Dose Illy-Kaffee eine ähnliche böse Überraschung. Es machte "Peng!", ich machte "Ah!" und fand mich über und über mit Kaffeepulver bestäubt inmitten einer kaffeepulverbestäubten Küche. Ganz richtig: Pulver. Im Gegensatz zu den betroffenen Dosen im Jahr 2018 enthielt die meinige gemahlenen Kaffee, doch die Art des Ausschusses scheint dieselbe gewesen zu sein. (Ich konnte das Vorhandensein eines Entlüftungsventils nicht überprüfen, weil ich die geöffnete Dose entsorgte, bevor ich im Netz nach Meldungen vergleichbarer Fälle suchte.) Die zum Glück ansonsten folgenlose Genussmitteleruption hat mich jedenfalls heftiger wachgerüttelt, als das zuzubereitende Gebräu es je vermocht hätte.
PS. Die AZ scheint ja ein schönes "Qualitätsmedium" zu sein: Kommafehler werden übernommen, und für das Produkt, um das es geht, kennt das Blatt drei verschiedene Schreibweisen ("illycaffe", "illycaffè", "Illy Kaffee").
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