Dem Abschnitt über Nizza kann ich etwas hinzufügen. Zufällig kurz nachdem ich beim Handyspeicherausmisten auf dieses Foto gestoßen bin, hörte ich nämlich in einem Zug einen Mann telefonieren, der zwar italienisch sprach, aber sowohl "Nice" statt "Nizza" als auch "Menton" statt "Mentone" sagte! (Die italienische Form Mentone ist mir überhaupt bisher nur ein einziges Mal untergekommen, nämlich in einem Roman von Dorothy Sayers. Ende der 1930er Jahre war das, zumindest in England, offenbar noch die bevorzugte Schreibweise, obwohl Menton bereits 1861 Frankreich eingegliedert wurde.)
Montag, 24. März 2025
Lutetia, Brunswick & Co.
Dem Abschnitt über Nizza kann ich etwas hinzufügen. Zufällig kurz nachdem ich beim Handyspeicherausmisten auf dieses Foto gestoßen bin, hörte ich nämlich in einem Zug einen Mann telefonieren, der zwar italienisch sprach, aber sowohl "Nice" statt "Nizza" als auch "Menton" statt "Mentone" sagte! (Die italienische Form Mentone ist mir überhaupt bisher nur ein einziges Mal untergekommen, nämlich in einem Roman von Dorothy Sayers. Ende der 1930er Jahre war das, zumindest in England, offenbar noch die bevorzugte Schreibweise, obwohl Menton bereits 1861 Frankreich eingegliedert wurde.)
Montag, 21. November 2022
Der Rosetta-Stein der Deutschen Bahn
Ob das irgendeine tiefere Bedeutung hat, kann ich nicht sagen, ich bin ja kein Kulturwissenschaftler. Vermutlich sind die Abweichungen so beliebig wie bei Mirácoli.
Donnerstag, 4. März 2021
Wort des Tages: Umarell
Auf eine für mich künftig unverzichtbare Vokabel wurde ich im "Something Awful"-Forum aufmerksam gemacht. Das bolognesische Dialektwort umarèl, wörtlich "Männlein", wurde Mitte der Nullerjahre als umarell in großen Teilen Italiens populär und letztes Jahr schließlich sogar in den Zingarelli, die italienische Entsprechung des Duden, aufgenommen. Es bezeichnet einen männlichen Rentner, der seine Tagesfreizeit am liebsten damit verbringt, vor Baustellenzäunen zu stehen und den Arbeitern zuzuschauen, gerne mit hinter dem Rücken verschränkten Armen und ungefragt Ratschläge gebend, wie die englische Wikipedia erklärt (wo auch ein aussagekräftiges Foto zu finden ist).
Ich selbst habe für diese freilich auch hierzulande heimische Spezies vor vielen Jahren in meinem Notizbuch den Ausdruck "Baustellenopa" festgehalten, aber umarell (manchmal auch umarèll, Plural umarells) ist viel schöner. Helft mit, es zu verbreiten! Wann findet schon mal ein italienisches Wort Eingang in die deutsche Umgangssprache?
Dienstag, 24. Februar 2015
Namenserklärungen, die man nur im Abreißkalender findet
Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll! Erstens "stammt" der Name "Mario" nicht von einem italienischen Namen ab. Es ist ein italienischer Name, dessen lateinische Vorform Marius ist. Zweitens kann man einem Namen nicht drei verschiedene Herkunftserklärungen aus drei verschiedenen diachronen Stufen geben: Wenn Mario sich tatsächlich aus mar und rio zusammensetzte (was Quatsch ist; außerdem ist rio nicht mal das italienische Standardwort für "Fluss"), dann kann der Name doch nicht auf eine Vorform zurückgehen, die völlig anders hergeleitet wird. Das wäre, als würde ich behaupten: "Der Name Scarlett setzt sich aus 'Scar' (die Narbe) und 'Let' (lassen) zusammen und stammt vom englischen Namen Scarlet, welcher so viel wie 'scharlachrot' bedeutet."
Und Marius wird dann einerseits mit "Mann vom Meer" übersetzt, andererseits als nicht sicher geklärt angegeben. Argh! Wenigstens der letzte Satz ist korrekt.


